Welchen Lack zur Dielenversiegelung?

02.06.2007



Hallo auch, wir Schleifen nächste Woche den Dielenboden in unserer neuen Mietwohnung und wissen nicht mit welchem Lack wir die Dielen versiegeln sollen. Wir wollten den Boden eigentlich mit Hartöl und Wachs behandeln was unser Vermieter aber auf keinen fall will (er bezahlt das Bodenabschleifen) und jetzt suchen wir einen "guten" Lack der sich gut Verarbeiten lässt und das hält was auf der Verpackung steht, am besten nicht zu teuer (sonst müssen wi nacher noch Draufzahlen wenn ein bestimmter Betrag überschritten wird). Ich weiß das die meisten hier nicht so viel von Lack halten (wir ja auch nicht) aber vielleicht kennt ja doch jemand ein gutes Produkt.
Vielen Dank schon mal, Michaela



Dielen lackieren



Ok, ich weiss, es soll Lack sein, trotzdem geb ich zunächst den Tipp für's Öl, weil es mich wirklich 100%ig überzeugt hat: Natural Parkett- und Fussbodenöl! Vielleicht lässt sich der Vermieter ja doch noch überzeugen...
Ansonsten: ich hatte vor gut 10 Jahren einen Lack verwendet, ich glaube, er hiess Aqua-Seal und stammte von der "Schleif-Connection" in Berlin-Schöneberg, Akazienstrasse (stehen wahrscheinlich in den Gelben Seiten). Damit war ich sehr zufrieden. Ich habe mehr als 10 Jahre darauf gewohnt, ohne dass sich irgendwelche deutlich negativen Erscheinungen gezeigt hätten. Der Lack ist ausserdem leicht zu verarbeiten (mit der Farbrolle), stinkt so gut wie gar nicht, trocknet schnell und macht eine schöne matte Oberfläche.
Aber das Natural-Öl ist noch viel schöner...
Gruss aus dem Dahmeland von
franz



Vielleicht kriegt Ihr den Vermieter ja noch zu packen:



Er weiß gerade ganz genau, was das Abschleifen kostet. Will er das wirklich wieder bezahlen, wenn Ihr später ggf. auszieht oder der Boden verschlissen ist? Lt. gängiger Rechtssprechnung ist der Mieter nicht für das Überschleifen und Lackieren des Bodens im Zuge von Schönheitsreparaturen etc. zuständig, sondern immer der Vermieter.

Für einen fachgerecht im Heißverfahren geölten Boden (biete ich auch gern an) garantiere ich, daß der Boden auch nach vielen Jahren regenerierbar ist, d.h. nicht abgeschliffen werden muß.

Grüße

Thomas



Ich glaub´das wird nichts...



Ich wünschte der Vermieter wäre da einsichtig aber unsere ganze Argumentation hat ihn nicht wirklich interessiert (wir haben uns vorher in verschiedenen Foren informiert um ihn vom Ölen und anschließender Wachsbehandlung zu überzeugen) das Hauptproblem sind meiner Meinung nach die Kosten (der Vermieter möchte max. 550 € für das Abschleifen bezahlen inkl. Material und Maschinenkosten und wir müssen 80m² abschleifen, das ist eh kaum/gar nicht zu schaffen und wir haben kein Geld um großartig was draufzuzahlen da der Umzug eh schon teuer genug wird.

Vielleicht kennt doch noch jemand einen guten, einigermaßen Umweltverträglichen und günstigen Lack.

Vielen Dank für eure Bemühungen, Michaela



Da macht der Vermieter einen Reibach!



Der Dielenschliff ist auch vom Hausmeisterdienst kaum unter 15 EUR/m² zu bekommen, ein Fachbetrieb nimmt für einen guten Schliff mehr. Da mit den 550 EUR nicht mal der Schliff bezahlt ist, sollte sich der Vermieter bei der Wahl der Oberfläche eigentlich zurückhalten. Auch eine geölte Oberfläche ist später mit einem Öllack oder mit einem Ölkunstharzlack überstreichbar. Ich hoffe, die restlichen Mietbedingungen sind in Euerem Sinne.

Versucht ihm doch, wenn's nicht anders geht, von Livos das "Kunos" Naturölsiegel unterzujubeln. Es bildet im Gegensatz zu reinen Bodenölen eine (dünne) Schicht auf dem Holz wird als Siegel bezeichnet und ähnelt in der Optik eimen Lack, trotzdem habt Ihr fast alle Vorteile eines geölten Bodens. Auch Kunos muß mit der Einscheibenmaschine eingearbeitet werden.

Von Wasserlacken aller Art rate ich ab.

Grüße

Thomas



Nun doch noch...



So nach langer Debatte dürfen wir doch noch Ölen (Juchuuuu)jetzt brauchen wir noch Tips ob wir besser Öl + Wachs nehmen sollen oder besser Hartwachsöl (welches lässt sich denn besser verarbeiten?) Ich würde mich über konkrete Tips zu Produkten freuen (was ist mit Leinöl? Da habe ich nur negative Sachen zu gelesen, welches Produkt ist denn Harzfrei bzw. mit geringem Harzanteil?) Ich bin ganz verwirrt von dem großen Produktangebot also bitte helft mir.
Ach ja wir brauchen auf jeden Fall ein Produkt das Wiederstandsfähig ist (wir haben zwei kleine wilde Kinder und einen Hund)



Steter Tropfen höhlt den Stein...



Wenn Ihr eine Thermopadmaschine ausleihen könnt (gibt auch bei mir, aber Dresden ist halt nicht der nächste Weg), ist das Natural-Heißöl erste Wahl.

Wenn Ihr keine Maschine (Columbus Thermopad E 430) bekommt, tut es auch eine einfache Poliermaschine mit 40cm Treibteller und das Parkettöl kalt von Natural.

Bitte beachtet: Alle Bodenöle müssen mit weißem oder beigem Pad eingearbeitet werden, sonst ist die Fläche wenig dauerhaft.

Gutes Gelingen

Thomas





Allg. zum Lackieren von hochwertigem Holz, dass strapaziert werden soll - wie z.B. Treppenstufen:

auf jeden Fall Parkettlack verwenden und - wie oft angesprochen - nicht den normalen Klarlack.

Nicht strapazierte Oberflächen sollten n i c h t lackiert, sondern nur geölt bzw. gewachst werden.



Mit hochwertigem Lack



sieht die Treppe dann bald so aus. Alle 5 Jahre schleifen und lackieren werden auch so manchen Lackverfechter überzeugen können.

Gerade auf Treppen, aber auch auf Holzböden patzen Lacke. Das um so öfter, um so weicher das Holz darunter ist. Der Lack liegt bekanntlich nur auf dem Holz - das Öl hingegen dringt ein (im Thermopadverfahren bis zu 2mm). Bei einem geölten Holzboden gibt es somit keine Schicht auf dem Holz, die verschleißen kann. Außerdem sind geölte Böden partiell reparierbar und immer regenerierbar, klare Vorteile gegenüber Lacken.

Gerade bei strapazierten Flächen sind geölte Böden (bei entsprechender Pflege selbstverständlich) sehr dauerhaft.

Für das Foto danke ich Herrn Swolinski von "Naturhaus", deren Bodenöle ebenfalls gute Ergebnisse bringen.

Grüße

Thomas



Und hier Lack



(hochwertiger selbstverständlich) auf Fichtendielung nach 5 Jahren in einem Flur.

Nicht wirklich schön, oder?

Grüße

Thomas