Welchen Lack für die Treppe?




Malzeit,

Ich habe eine Frage die zwar schon oft gestellt wurde, doch deren Antworten mich bisher noch nicht weiter gebracht haben. Also jetzt noch mal von mir:
Ich wohne in einem Haus, welches um 1930 erbaut wurde und ein Treppenhaus mit einer Treppe aus Kiefernholz besitzt.
Nun möchte ich eben diese Treppe vom alten Lack befreien und neu lackieren. Dabei möchte ich die Wangen, die Setzstufen und die Geländerstäbe weiß und den Handlauf sowie die Trittstufen klar lackieren.

So jetzt kommen die eigentliche Fragen:

Welche Lacke sollte man nehmen, wenn diese möglichst lange halten und das Holz nicht verfärben sollen?

Welche Lacksysteme gibt es und was sind die stärken und schwächen?

So vielen Dank schon mal im Voraus

hexelmaschine



Lack für Treppe



Hallo,
Die Weichholztreppe würde ich wenn sie denn vom Lack befreit ist überhaupt nicht lackieren sondern ölen, z.B. mit Parkettöl von Natural.
Bei lackiertem Weichholz gibt es das Problem, daß das Holz bei Druckstellen nachgibt und der Lack die Bewegung nicht mitmacht und abplatzt, dann sieht die mühsam geschliffene und lackierte Treppe bald wieder recht schäbig aus.
Desweiteren kann bei geölten Oberflächen auch mal nachgearbeitet werden, bei lackierten Flächen müssen diese komplett neu gemacht werden.

Viele Grüße



Wenn Sie dieselben Antworten...



...auf Ihre gern gestellte Frage weiterbringen, wenn sie hier fein ordentlich nun unter IHRER Frage stehen:

Gar kein Lack. Der ist auf Nadelholz, und besonders auf Treppen, immer ein Fehlgriff. Wählen Sie ein harzarmes und wachsfreies Bodenöl eines Naturfarbenanbieters (Natural, Naturhaus, Livos...) und arbeiten Sie es mit Exzenterschleifer und weißem Pad in eine sauber geschliffene Fläche ein (mindestens 120er Schliff).

Steht alles hier im Forum, über die Suchfunktion leicht zu finden.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas





Der Eine mag Fisch, der Ander lieber Fleisch.
Von den Nachteilen einer Ölung sagt hier Keiner was .
Ich rate zu einem 2-K Parkettsiegel, die Trittstellen sollte man zum Schutz mit entsprechenden Trittmatten belegen.



Lack für Treppe



@zoigl
"Von den Nachteilen einer Ölung sagt hier Keiner was "

Dann führe doch bitte mal die Nachteile auf, sonst sagt ja wieder keiner was dazu.



Das mit dem Öl klingt ganz gut



Vielen Dank für die Antworten.

Das mit dem Öl klingt ganz gut, aber jetzt mal ernsthaft was sind denn die Nachteile von Öl und Lack?

Ich dachte bisher immer das Öl zwar als Schutz gegen Feuchtigkeit gut ist und auch für die Gesundheit von Mensch und Umwelt im Gegensatz zu Lack die bessere Wahl währe aber ich vermutete das Lack der Abnutzung des Holzes besser entgegenwirke als Öl.
Und wie ist es mit der Pflege von Ölböden?

Was für Bodenöle gibt es, worauf muss man achten?

Fragen über Fragen

Danke schon mal
hexelmaschine



Öle



"Was für Bodenöle gibt es, worauf muss man achten?"
Auch das wurde eigentlich schon ausführlich behandelt, es sollte ein Öl mit möglichst hohem Festkörpergehalt genommen werden, möglichst nicht wasserverdünnbar.
Zur Pflege: Die meisten Hersteller von Ölen bieten auch entsprechende Hollzbodenseifen und Pflegeäle zur Unterhaltspflege an.
Der einzige mir bekannte Nachteil von Öl zu Lack ist, daß man mit Ölen keine hochglänzende, gleichförmige Oberfläche hinbekommt, sondern nur matte bis seidenmatte Optik. Desweiteren kann man beim Lackieren weniger Fehler machen als beim Ölen (falscher Schliff, zu viel Öl auf Oberfläche und Überstände nicht abgenommen).



Die Sache mit den Fehlern...



...sehe ich etwas anders. Lackierte Flächen sind frisch z.B. recht staubempfindlich. Der Glanz kann also leicht getrübt werden. Hat man ferner nicht alle Stellen gleichmäßig "erwischt", sieht man es mitunter erst später. Trocknet die Treppe etwas nach, taucht in den Verbindungen plötzlich rohes Holz auf. Nach dem Lackieren ist dann (unangenehm auf einer Treppe im bewohnten Bereich) erstmal völlig Funkstille. Eine geölte Treppe kann mit Schutzschuhen (nix Socken!), wenn's denn sein muß, betreten werden.

Das Abnehmen von Überständen hingegen ist recht einfach. Wer's verpennt, kann aber immer noch nacharbeiten.

@ Zoigl
Ja, wo liegen nun die Nachteile der Ölung? Von Deinem Lack bist Du ja selber nicht überzeugt, sonst würdest Du hier nicht zu textilernen Halbmonden (optische Katastrophe, finde ich) raten. Nimmt man die nicht, sieht es bald noch schlimmer aus, als hier auf der harten Buche. Lacke liegen auf der Fläche auf. Sobald sie beschädigt sind, dringt Wasser durch die Kratzer in das rohe Holz und färbt es grau. Und bald Schleifen wir wieder. Geölte Flächen sind hingegen regenerierbar. Somit schützen Lacke das Holz zwar ein unbedeutendes Maß mehr als Öl vor Abnutzung; bezieht man aber die ab und an erforderlichen Schleifintervalle in seine Betrachtungen ein, wo jedesmal wenigstens 1mm Holz pulverisiert wird, fällt die Waagschale wie eine bleierne Ente auf der anderen Seite.

Thema Rutschfestigkeit. Kaum ein Lack ist so rutschhemmend, wie eine geölte Fläche. Sehr willkommen auf der Treppe.

Grüße

Thomas



Und so sieht Nadelholz...


Lack auf Fichte, 5 Jahre danach

nach 5 Jahren unter einem Öl-Kunstharzlack aus. Treppenkanten wechseln noch eher ins Alltagsgrau, als wie hier in der Fläche.

Grüße

Thomas



Öl-KH-Lacke sind keine 2-K-Lacke



und geölte Holzböden sind laufend zu unterhalten und nachzuölen.



Karges Statement,



lieber Zoiglbiertrinker. Und teilweise falsch.

"Öl-KH-Lacke sind keine 2-K-Lacke" Sie haben aber wesentliche Eigenschaften gemeinsam: Sie liegen auf dem Holz, imprägnieren es nicht. Kratzer markieren sich über eindringendes Wischwasser schnell unangenehm, Druckstellen werden vom Lack konserviert (bei Öl kann die gepresste Substanz wieder anquellen), Lackflächen sind nicht partiell reparabel etc. Umso härter der Lack, umso weniger geeignet ist er für ein weiches Holz. Insofern war der Öl-Kunstharzlack unter den Lacken nicht die schlechteste Wahl.

"geölte Holzböden sind laufend zu unterhalten und nachzuölen"

Unterhaltung gibt's im TV. Die Reinigung erfolgt statt mit normalem Reiniger mit einem Spezialreiniger im Wischwasser. Der Reinigungsvorgang (Wischen) ist derselbe, nur wird die Fläche gleichzeitig mit emulgierten Ölen und Wachsen genährt. Der Wischreiniger ist etws teurer als ein 08/15-Produkt aus dem Discounter, dafür hat man mit der richtigen Pflege aber in der Hand, ob und wann (auf der Treppe vermutlich auch dann nur partiell) nachgeölt werden muß. Von ständig kann keine Rede sein. Es geht hier um mehrere Jahre als Intervall, und die Intervalle werden länger mit der Alterung des Bodens.

Ein Beispiel: Parkett im Schloß Pillnitz, Kapellengang, Museumsrundgang, Besucher mit Steinchen an den Schuhen (Park Wege mit geschlämmter Sand/Lehmdecke). 2004 oder 2005 haben wir das geölt, ein Jahr später noch einmal nachgeölt. Seither steht die Fläche ohne Nachölen. Sie wird sogar falsch mit einem 08/15 Reiniger gepflegt, ich hab's recherchiert.

Wer nach 5-10 Jahren bei einer lackierten Treppe schon wieder Schleifen muss (und das kann bei Weichholz leicht passieren), der freut sich riesig, wenn er zukünftig statt Staub und Lackgestank und Kosten nur nachölen muss.

Gut Öl

Thomas