OSB Boden Behandlung (Hartwachsöl vs. Fußbodenlack)

08.06.2008


Hallo,

habe heute geschliffene OSB Platten im Schlafzimmer verlegt (naja, beim Verlegen geholfen; Nut & Feder, Schwimmend verlegt und verleimt). Jetzt bin ich unschlüssig, wie ich sie weiter behandeln sollte.

Ein Kollege schwört auf Hartwachsöl von Osmo, und man liest auch oft positives darüber (widerstandsfähig, "atmungsaktiv"). Da nun aber auch gerade ein paar Möbel mit einer Lasur behandelt werden, würde ich dieselbe Lasur aus optischen Gründen auch ganz gerne für den Boden verwenden (Holzlasur Nr. 160 von Auro, dunkelrot). Der ökologisch ausgerichtete Laden, in dem ich die gekauft habe, hat mir allerdings zu einem Fußbodenlack (auch von Auro, Nr. 276, Wasserbasis, Ökotest "sehr gut" von 200?) geraten (nach dem Hartwachsöl hab ich allerdings nicht gefragt). Diese Kombination würde ja auf jeden Fall funktionieren. Die Frage ist jetzt, ob man auf die genannte Lasur auch das Hartwachsöl auftragen kann. Vorteile wären eine bessere Atmungsfähigkeit des Bodens und daß man Stellen problemlos ausbessern kann, was bei Lack ja nicht ohne weiteres möglich ist. Aber sind diese beiden Produkte denn wohl kompatibel? Oder hält das Hartwachsöl evtl. nicht richtig wegen der Lasur?

Welche Variante ergibt denn wohl bei 1- bis zweimaliger Anwendung eine "angenehmere", glattere Oberfläche, der Lack oder das Hartwachs? Schon klar, das OSB nie eine "feine" Oberfläche bekommt, ich meine so im Vergleich. Ist wahrscheinlich auch Geschmacksache.

Fragen über Fragen von jemandem, der keinerlei Erfahrung auf dem Gebiet hat... Für die eine oder andere Anregung wär ich dankbar (möglichst kurzfristig, weil alles die nächsten Tage passieren muß...).

Grüße,
Kerstin



Vielleicht hilt der Lack



die Schadstoffausdünstungen der OSB-Platte etwas zu reduzieren.
Schöne Grüsse
Jürgen Maier



Zu den "Schadstoffausdünstungen"...



...würde ich schon gern Genaueres erfahren. Nicht daß ich ein Freund der OSB-Platte wäre, aber Pauschalverrisse bringen auch keine brauchbaren Ergebnisse.

Lack würde ich grundsätzlich nicht verwenden, alsbald wird der Lack schadhaft, und nach einigen Jahren Schleifen Sie vollflächig. Neben dem unsinnigen Aufwand könnten sich bei den Platten auch noch Späne beim Schleifen lösen, welcher Kleber hält schon ewig mit unverminderter Kraft?

Vom OSMO-Hartwachsöl hält nicht nur Ihr Naturfarbenladen nichts, würde ich meinen. Es ist keine Naturfarbe und besteht ganz überwiegend aus Erdölprodukten. Außerdem: Auf der etwas unregelmäßigen OSB-Oberfläche ist ein gleichmäßig-dünner Auftrag schwierig, gleichzeitig dringen Ölwachs-Gemische nicht so gut ein. Es ist mit verstärkter Schmutzbindung und Laufstraßen zu rechnen.

Öllasuren sind für Fußböden nicht geeignet, sie sind zu weich und elastisch eingestellt.

Was bleibt dann noch? Wählen sie ein reines Fußbodenhartöl, das Sie sehr dünn mehrfach auftragen, und jedesmal mit der Einscheibenmaschine und weißem Pad einmassieren.

Grüße

Thomas



Hab mir schon gedacht, dass so was kommt.



War ja auch provokant geschrieben. Bin halt Baubiologe und sehe, dass mit Schadstoffen in Innenräumen insgesamt sehr fahrlässig umgegangen wird. Das ist heute mehr denn je ein Thema; viele denken es war ein Thema vor 20 Jahren.
Konktret empfehle ich nicht, OSB-Platten in Schlaf- oder Kinderzimmern offen einsetzen.
Konkret auch eine Ausführung von eco-world zu dem Thema:
http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=5987
Schöne Grüsse
Jürgen Maier



Tja...



... man liest da teilweise sehr unterschiedliche Meinungen zu OSB. Ich habe die kurzentschlossen im Zuge einer Renovierung vor dem Umzug als preisgünstigen Bodenbelag genommen. Meine simplen Gedankengänge: hoher Holzanteil, geringer Leimanteil, kann so schlecht nicht sein. Laminat habe ich da eher als "Schadstoffquelle" vermutet (hätte auch höheren Verlegeaufwand bedeutet). Echtholzdielen wären preislich nicht in Frage gekommen (Mietwohnung), wären natürlich das beste.

Hier wurde das Thema OSB & Schadstoffe ja auch schon behandelt:
http://www.fachwerk.de/wissen/platten-formaldehyd-44542.html

Ich habe übrigens OSB3 von Glunz genommen, Emissionsklasse E1, PU-basierte Verleimung. Die ungewisse Sache mit dem Isocyanaten ist natürlich unschön...

OK, also der "ökologische" Auro Fußodenlack soll trotz sehr guter Ökotest-Bewertung und Testsieg bei Stiftung Warentest (2006) schlecht sein? Und für ein Schlafzimmer nicht widerstandsfähig genug? Man fragt 5 Leute und bekommt 5 verschiedene Antworten... Die Lasur soll übrigens nur der Farbgebung dienen, daß dann noch irgendeine Art Versiegelung aufgetragen werden muß, ist klar. Und da war eben die Frage, welche...

Also, vielen Dank für die Antworten!

Grüße,
Kerstin



Stimmt nicht...



Habe gerade gemerkt, daß es die Holzlasur von Auro war, die bei Stiftung Warentest sehr gut abgeschnitten hat, nicht der Fußbodenlack. Bleibt die Frage, ob der nicht von der Belastbarkeit her im Schlafzimmer doch ausreicht...

Grüße,
Kerstin





Hallo

Da die OSB-Platten relativ dicht sind, brauchst du dir da nicht extra einen "atmungsaktiven" Anstrich suchen. Ich würde in deinem Fall den empfohlenen Fußbodenlack nehmen (auch wenn ich ihn nicht kenne). Gibt's den nicht auch im gleichen Farbton wie die Lasur?
Da es sich um eine Mietwohnung handelt und der OSB - Boden spätestens beim nächsten Umzug wieder rausfliegt, würde ich ausnahmsweise mal nicht auf eine gute Überarbeitbarkeit achten. Vom Wachs würde ich aus den genannten Gründen auch abraten.
Ich glaube nicht das man auf OSB eine angenehme Oberfläche hinkriegt das ist nun mal Materialbedingt sehr rauh. Es sei den man flutet den Boden 0,5cm hoch mit Lack... Nein das war nicht ernst gemeint. Alternative wäre Teppich darauf legen.

Gruß

Dorothée



Lack im Schlafzimmer



Natürlich sieht das ein weilchen supi aus, aber irgendwann muß man lackierte Bodenflächen schleifen. Hohe Kosten und Dreck.

Geölte Flächen muß man nicht schleifen.

Wer sich Gedanken über Chemie in Holzplatten macht, sollte dieselbe Mühe 3x bei Lacken investieren. Der Auro-Lack ist nun in dieser Hinsicht freilich unbedenklich.

Neben dem Aufwand bei einer späteren Überarbeitung wäre aber noch dieser Einwand zu erwägen: Es ist ein Wasserlack, er wird Holzfasern anquellen. Erforderlich sind somit 2, besser 3 Aufträge mit Zwischenschliffen, um ein manierliches Ergebnis zu erzielen.

Wozu dann das Ganze, wenn man mit einen Fußbodenhartöl leichter und preiswerter eine Fläche erzielt, die später leichter und preiswerter überarbeitet werden kann? Es ist ja auch nicht gesagt, daß der Boden nach 5 Jahren entfernt wird. Provisorien sind oft erstaunlich zählebig.

Grüße

Thomas



Fußbodenlack



Hallo,

vielen Dank nochmal für die Hinweise!

Ich habe die Platten jetzt zunächst nochmal leicht abgeschliffen, dann leicht angefeuchtet und dann nochmal geschliffen. Ging ganz gut mit einem Profi-Schwingschleifer. Da war die Oberfläche schon ziemlich glatt. Darauf dann direkt den Lack aufgetragen (die Lasur sah doch nicht so toll aus, also naturfarben gelassen). Bis jetzt bin ich positiv überrascht, gefällt mir gut :) Morgen kommt noch eine weitere Lackschicht drauf und womöglich noch eine dritte. Ein netter Nebeneffekt der OSB Platten ist auch, daß die Dielen (bzw. Spanplatten) nicht mehr knarren.

Wie langlebig der Lack ist, bleibt abzuwarten...

Grüße,
Kerstin