Schadstellen auf lackiertem Holz reparieren

25.12.2007



Hallo liebe Fachwerkler,

habe durch meine Ungeschicklichkeit unsere vor kurzem komplett abgeschliffene und lackierte Holztreppe durch ein fallengelassenes Geländerteil beschädigt. Es handelt sich um 2-4 cm große oberfächliche Eindrücke auf der lackierten Holzoberfläche. Kann man solche kleinen Stelle separat neu anschleifen/lackieren, ohne ein schlimmes fleckiges Bild zu bekommen oder darf ich nochmal die betreffenden Stufen komplett bearbeiten?

Frohe Weihnachten allerseits
Daniel Hadzidiakos



Das stellenweise Überarbeiten...



...ist bei lackierten Flächen selten befriedigend zu lösen. Fachgerecht Geölte Holzflächen sind wesentlich leichter zu überarbeiten.

Wenn Sie das Ganze schleifen, bekommen Sie eine (tiefe?)Delle in die Stufe, ob das dann besser aussieht?

Alles, was über zart anschleifen hinausgeht, würde ich lassen.

Grüße

Thomas



Kopf hoch



Hallo,
bei lackierten Flächen können Sie davon ausgehen das sich bei der Beschädigung Risse im Lack gebildet haben und durch Risse kann Wasser eindringen. Dies kann man sich auch zunutze machen und den Lack an diesen Stellen vorsichtig anschleifen um ihn flächig Wasser aufnehmen zulassen.
Dann feuchtes Leinentuch auf die beschädigte Stelle legen und mit einen vorgewärmten Bügeleisen das Wasser eindamfen, jenach Erfolg Vorgang wiederholen. Machen Sie das Bügeleisen nicht zu heiß, ansonsten brennt sich der Lack ein.Im Normalfall werden die Holzzellen wieder aufquellen und Sie können nachdem alles wieder getrocknet ist, die Stufe komplett schleifen ohne eine große Delle zubekommen.

Ist alles ein kleines Geduldsspiel, aber Holz braucht seine Zeit zum wachsen und da sollte man sich auch Zeit zum bearbeiten nehmen.
Mit besten Grüßen
Uwe



Das empfohlene Verfahren...



...bringt auf lackierten Flächen selten gute Ergebnisse. Ggf. wird der umliegende Lack, besonders bei Wasserlacken, zusätzlich geschädigt.

Auf jeden Fall die Stelle vorher gründlich reinigen, und sauberes Wasser und Tuch verwenden - sonst zieht der Schmutz in das Holz.

Grüße

Thomas



Kopf hoch



Hallo,
eine kurze Anmerkung zu Hr. Böhmes Spruch, erst lesen und dann nochmal drüber nachdenken.
Man nimmt zum wässern nunmal keine Abwässer und daß man keine Putzlappen verwendet, mit denen man vorher am Auto geschraubt hat ist auch logisch und es wahr die Rede von einer neu Lackierten Treppe, die sollte noch nicht sehr verschmutzt sein. Ansonsten funktioniert es recht gut.
Aber da haben wohl Restauratoren und Tischler andere Grundsätze in der Holzbearbeitung.

Mit besten Grüßen

Uwe



Schadstellen



Stimme Thomas W.Böhme zu ! Ich hab im Altbau lackierte Dielen und im neuen Anbau geölte ! Bei den geölten hab ich tiefe Dellen mit einem feuchten Lappen rausgekriegt, bei den versiegelten rührt sich da überhaupt nichts ! Da kann der Lack gebrochen sein wie er will ! Deswegen werd ich den alten Bockmist, den ich da früher mal verbrochen hab, auch wieder Abschleifen und dann auf bewährtes Ölen zurückgreifen ! Lack vorsichtig anschleifen bringt doch nichts, entweder ganz ab und einen Neuaufbau auf den Stufen, oder man behält Flecken oder Lackansätze durch müßige Ausbesserungen !



Wasserlacke, mein lieber Herr Zipfel,



sind nun mal etwas empfindlich gegen heißes Wasser oder gar Dampf. Warum? U.a., weil die dispergierten Kunstharze so großmolekular sind, daß sie nicht in die Poren eindringen. Der Lack liegt sozusagen wie eine Schnittentüte obenauf und verliert besonders unter extremen Bedingungen gern den Kontakt zur Basis.

Das Sie offenbar in einem Fall mit Ihrem Verfahren gut zu recht gekommen sind, ist ja ganz schön. Ich würde es mit der gebührenden Vorsicht auch zuerst versucht haben - warne aber vor möglichen Fehlschlägen und empfehle das Verfahren auch dem Laien nicht. Zumeist wird sich unter der Lackoberfläche tatsächlich nicht viel anquellen lassen. Der Lack selbst lässt kein Wasser durch und konserviert auch den Eindruck recht stabil. Nach dem eventuellen Anschleifen, quellen und überlackieren sind Ansätze aber nicht vermeidbar.

Logik, Herr Zipfel, hat im Bereich Bau leider nur selten Geltung. Das beste Beispiel dafür sind die vielen Schadensberichte hier im Forum.

Das Ganze hat nichts mit Grundsätzen, sondern mit Ergebnissen zu tun. Das Ihre ist nicht verallgemeinerbar.

Grüße

Thomas