Dielenboden mit Boots/schiffslack lackieren?

15.08.2012 emma73



Hallo zusammen, nach erfolgreichem Abschleifen des Dielenbodens stellt sich für uns die Frage, ob man schiffslack/bootslack anstelle von sonstigem Dielenlack nehmen kann? was sind die eigenschaften von bootslack? ist er belastbar genug für die dielen? und wie verarbeitet man ( vom Grundieren bis zum endlackieren) den Lack wenn er dann aufgetragen werden kann.

liebe grüsse aus dem schwarzwald

emma



Klar kann man...



...Bootslack nehmen...
Zumindest im Innenbereich, also wo man nur in Hausschuhen läuft, sehe ich eigentlich kein nennenswertes Problem, auf 'nem Holzboot läuft man doch auch mal rum...
Im Eingangsbereich, wo man Gefahr läuft doch mal ein paar Körnchen Split mit einzuschleppen, hätte ich Bedenken.

Du kannst Deine Dielen auch Teeren und Federn, sind ja Deine...

Ich meine damit, dass ich mich frage, was Du damit bezwecken willst, Bootslack dürfte deutlich teurer sein, nicht ganz so beanspruchbar und ist wahrscheinlich schwieriger für den Ungeübten zu verarbeiten, er ist einfach zähflüssiger eingestellt, da auf einem Boot nicht immer waagerechte Flächen vorzufinden sind... klar, kann man verdünnen...

Für ein Glanzfinish gibt es auch bei Dielenlack geeignete Präparate...

Ansonsten klassisch: Verdünnt (5%) vorstreichen, trocknen lassen, schleifen, nur leicht verdünnt (2%) 2-3 dünne Schichten setzen, dazwischen trocknen lassen und schleifen... ob Rolle oder Pinsel muss jeder selbst herausfinden...

Muss es überhaupt Lack sein?

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Bootslack...



... ist eigentlich gar nicht so schlecht:

http://www.tuchwerkstatt.de/shop/Le_Tonkinois_Bootslacke_und_Bootsoele/156.html

Meine Liebste kommt von der Küste, aus einer alten Seglerfamilie, da ist Bootslack eine Selbstverständlichkeit, aber natürlich der Traditionelle!



Lack : Völlig ungeeignet: auf Nadelholz



Der Lack liegt nur auf dem Holz auf, sobald er reißt, sickert Wischwasser darunter und die grauen Stellen wachsen und wachsen...

Angesagt wäre weitaus eher ein wachsfreies mehrfaches Ölen. Damit wird dauerhaft einem späteren Schleifen vorgebeugt, Ölflächen sind regenerierbar.

Auch Öle sind seetauglich.

Grüße

Thomas



Echter klassischer "Bootslack"...



... ist Öl.



traditioneller Bootslack und Dielenboden



Le Tonkinois nennt für die Anwendung von dem genannten Bootslack eine zuvor nötige und mehrfach aufzutragende Grundierung mit einer sogenannten "Bio Impression" - diese besteht aus Leinöl, Palmöl und Rizinusöl.

Palmöl ist vielleicht noch "Bio.." - "Öko" würde ich aber stark in Frage stellen. Hinzu kommt, dass so ein Palmöl eigentlich nur Sinn macht, wenn es noch chemisch verändert wird. Sonst fehlt es an der nötigen Aushärtung - die hier aber versprochen wird.

Für Dielenböden wird der traditionelle Bootslack vom Hersteller gar nicht groß empfohlen. Hier wird mehr auf einen Parkett-Lack verwiesen:

Le Tonkinois Parquets ist ein aus Leinöl 40% und
Kunstharz 60% bestehender, seidenglänzender Holz-
lack mit sehr guten Eigenschaften.

Auch dieser braucht zuvor die mehrfache Imprägnierung mit der Leinöl-Palmöl-Mischung.

Da kann ich guten Gewissens auf das Parkettöl-Fußbodenöl von Natural verweisen, das ebenfalls Tungöl (Chinaöl) und Leinöl beinhaltet - aber mit Naturharzen versetzt ist. Damit wäre eine Sättigung der Holzfaser mit reinen Naturölen ermöglicht. Das reicht auch als Oberflächenschutz für eine Fichte.

Wer unbedingt einen Glanz will, der kann dann noch ein Finish-Öl auftragen.

"Klassischer" oder "traditioneller" Bootslack kann aber auch bedeuten, dass man einen Lack mit heftigen Bioziden erwischt. Bei "Bootslack" durchaus üblich, damit Bewuchs aller Art verhindert wird.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Le Tonkinois...



... war nur ein zufälliges Google-Ergebnis. Ob evtl. bestimmte Produkte dieser Firma auch andere Stoffe außer Öl enthalten, kann schon möglich sein. Sollte nur ein genereller Hinweis darauf sein, dass der traditionelle Bootslack ölbasiert ist. Anders wäre die neuere Geschichte der Christlichen Seefahrt auch anders verlaufen, denn die Boote wären unter den Lackschichten vermodert...

Ich hatte kürzlich in Ostfriesland ein Gespräch in dem es um Bootslack auch für Fußböden ging, als ich die üblichen Argumente gegen Lack vorbrachte (siehe auch hier im Thread) und ich fast ausgelacht worden wäre, weil mit ebendiesem Lack im Grunde eine spezielle Ölbehandlung gemeint war.


Wie dem auch sei: Besitzer und Restauratoren historischer Holz-Segelboote werden wissen, was für ihre Schätzchen gut ist. Ob man sich das auch zuhause auf den Boden schmieren sollte? Muss man selber wissen, ist wohl eher Geschmacksache, ob man diese spiegelglatte Hochglanzoptik mag. Entfaltet seine Wirkung ja auch nur dann, wenn die Art des Holzes damit korrespondiert.



Lack...



...mag auf Booten passen. Die Belastung ist eine andere als auf Fußböden. Zudem stehn die Pötte ja öfters auf Böcken und der Besitzer liegt drunter - ein Hobby.

Ein Fußboden ist kein Hobby und sollte funktionieren, langezeit ohne schleifen am besten. Und deshalb lehne ich Lackanteile, die zu Schichtbildungen führen (mit oder ohne Ölbeigabe), ab.

Und Lack ist nicht gleich Öl.

Grüße

Thomas