Kalk und Gips = gelb, Hilfe!

29.06.2006



Hallo, durch Eure Seite bin ich auf die Verarbeitung von Kalkfarbe und Kalkputz gestoßen und habe nun bei der Renovierung unseres neuen alten Hauses auch schon mit den Materialien experimentiert. Die Wände sind natürlich voller "Flickstellen", Löcher, Risse etc., die ich nun angefangen habe, mit Kalk auszubessern. Eine Wand habe ich auch schon probegestrichen. Dabei tauchen nun an einigen Stellen gelbe Flecken auf - ich vermute, daß dort früher mal gegipst wurde (habe z. B. eine alte E-Leitung, die vermutlich eingegipst war, entfernt und hier neu mit Kalk zugemacht - auch hier an den Rändern, wo wohl noch Gipsreste waren, gelbe Stellen). Habt Ihr einen Rat für mich? Die kleinen Stellen muß ich eben notfalls noch mal aufmachen - aber vielleicht stoße ich ja auch noch auf größere Flächen ....?



Isolieren



Die gelben Flecken könnten Wasserflecken oder Nikotinablagerungen sein,auch Küchendünste die sich ablagern! Mit dem feuchten Anstrich werden diese aus dem Putz herausgezogen und schlagen durch! Da hilft meist nur isolieren! Mit den Isolierfarben auf Lösemittelbasis(Isolierweiß,Kronengrund) wie wir Maler sie oft verwenden,kriegen sie aber Probleme mit dem folgenden Kalkanstrich! Der hält nicht,perlt ab,also gleich vergessen! Mit der gesünderen Variante,der Schellackisolierung,passiert daselbe,ebenfalls vergessen! Was bleibt ist die immer wieder vorgeschlagene Isolierung mit Kuhmist. Kreidezeit gibt da ein Rezept an: 1 Volumenanteil frischer Kuhmist wird mit 1 Volumenanteil Sumpfkalk gründlich vermischt.Die Masse wird mit Wasser zur Streichfähigkeit verdünnt und auf die Flächen aufgetragen.Vor dem Anstrich lässt man diese Grundierung gut trocknen.
Hab es selbst noch nicht versucht,aber man hört viel positives! Im Handel gab es mal UKIN-Isoliersalz,weis aber nicht ob es noch erhältlich ist!





Nach meiner Einschätzung liegen die Gelbfärbungen eher an Zellulosespuren im Putz. Die genannte Kuhmistlösung kann ich auch nur empfehlen. Wir haben auf solche gelben Stellen bzw. ganze, nach erstem Sumpfkalkanstrich verfärbte Wände eine Mischung aus durch ein Tuch geseihte frisch von der Wiese gepflückte Kuhfladen und Sumpfkalk gestrichen. Allerdings haben wir nicht 1:1 gemischt, kann ich mir auch kaum vorstellen, unsere Mischung, ca. 1:5, hat schon genug nach Stall gerochen, und es dauert ein paar Wochen, bis der Duft ganz verflogen ist. Das Ergebnis war jedenfalls überzeugend, gelb war weg.

Gruß,
hage





Ist ja interessant, wie häufig hier in letzter Zeit von Kuhmist die Rede ist. ^^ In traditionellen Lehmbaugebieten wird das auch häufig verwendet um Lehm wetterbeständig(-er) zu machen. Soll nebenbei auch die Hände pflegen *g

Mit solchen gelben Flecken hatte ich auch mal zu tun (waren wegen eines temp. Wasserschadens auf Lehmputz). Meine Gegenmaßnahme war ein Experiment, weder empfohlen bekommen noch gelesen, daher wollte ich hier keine Empfehlung abgeben. Ich weiß auch nicht, ob es als langfristige Lösung taugt.

Aber wenn sie schon empfohlen bekommen Kuhmist an die Wand zu pappen, na dann...

Ich hatte verdünnte (fettarme) Milch genommen, da ich auch keine Lust hattte die Flecken raus zu meißeln, und hier neu zu verputzen. Vorher hatte ich den Putz aber fein angeschliffen, und die stark verfärbten Stellen schon entfernt. Die Milch wirkt wie Tiefgrund: Egalisierend und leicht absperrend.

Gestrichen ist das ganze mit Kalkfarbe. Unterschiede sind keine sichtbar. Haftprobleme gab es auch nicht. Hätte ich aber wegen der Sperrwirkung nicht auf größerer Fläche gemacht.

MfG



Danke



für die Antworten! Den Tip mit der Milch werde ich auf jeden Fall mal versuchen - die Sache mit dem Kuhmist - sorry, da traue ich mich nicht ran. Es ist außerdem das Schlafzimmer und wenn es da wochenlang nach frischer Landluft riecht ... :-( Auch ist Kuhmist hier im Umland von Berlin nicht so einfach zu finden ...

Vielleicht sollte ich der Farbe auch etwas Quark oder Öl zusetzen, das müßte ja den gleichen Effekt haben?

Von dem Gips lasse ich mich aber nicht wirklich abbringen als Ursache - und würde mich daher über weitere Meinungen freuen!

VG, Melanie





Meine Kenntnisse zu Kalkfarben habe ich auch nur über „Dry -and Error“ herausgefunden. Die Profis hier haben sicher mehr profundes und gesichertes Wissen.

Aber Quark oder dergleichen setzt man wegen des Kaseins zu, dass hier als Bindemittel zur Wirkung kommt. Öl hingegen, um den Abrieb zu vermindern.

Meine Erfahrung ist, dass mit dem „Naturkasein“ (Quark. Milch etc) auch viel Fett mit in die Farbe kommt. Daher sowieso nur Magerstufe. Aber auch hier die Gefahr, dass wenn man zu hoch dosiert, die Farbe sperrt, und ferner bei Weiß auch noch unschön nachgilbt.

Ich nehme mittlerweile so wenig wie möglich, und auf Ölzusätze verzichte ich ganz.

Da ich die verdünnte Milch als „Tiefgrund“ an Flecken gezielt eingesetzt habe, macht es einen Unterschied ob ich sie mit in die Farbe gebe, oder separat verwende.

Also ihre Frage, ob das der gleiche Effekt wäre: Nein.

Meine Tips hierzu ohne Gewähr ;-) (vielleicht äußert sich ja mal ein Meister dazu)

MfG