Küchenherd wasserführend

05.09.2018 Holzberg



Guten Abend,
Wir würden gerne einen wasserführenden Küchenofen installieren, der zwei Zimmer im Obergeschoss über Heizkörper mit erwärmen soll.
Unser Schlotfeger erzählte mir heute, dass wasserführende Heizanlagen alle zwei Jahre überprüft werden müssen. Das heißt eine Abgasmessung sollte alle zwei Jahre stattfinden. Ihm ist bisher keine Küchenhexe bekannt, welche eine solche Abgasüberprüfung bestanden hätte. Habt ihr Erfahrung damit? Liebe Grüße aus dem Frankenland





Zunächst wäre zu prüfen ob die Feuerstätte überhaupt der Genehmigungspflicht im Sinne der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) unterliegt.

Nicht anzuwenden ist die Vorschrift nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 b, "für Feuerungsanlagen, die dazu bestimmt sind,
Speisen durch unmittelbare Berührung mit heißen Abgasen zu backen oder in ähnlicher Weise zuzubereiten".

Am besten wendet man sich hier an den Hersteller der Anlage, die müssen über die Vorraussetzungen der Genehmigungsfähigkeit informieren.



Nachtrag



Hallo nochmal,
Ein normaler Küchenherd unterliegt der Verordnung wohl nicht.
Aber da besagter Herd wasserführend ist und Zimmer heizen soll, handelt es sich wohl um eine Heizung. Diese wäre dann prüfpflichtig. Liebe Grüße





Ja, wird wohl nach der Kommentierung auch so gesehen.

Die Einhaltung der gesetzlichen Anforderung nach BISchV (Stufe II) kann doch durch eine Typenprüfung erbracht werden.

Soweit die Nennleistung weniger als 15 kW beträgt, gibt es aus meiner Sicht keine Messpflicht.

Wenn man da nichts hat, wie gesagt Hersteller / Händler fragen.

Auch kann man beim Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e. V. gucken, der unterhält eine Datenbank.

http://cert.hki-online.de/

Also ich betreibe auch eine Feuerstätte mit 7 kW Nennleistung für knapp 100 qm, da gab es einmalig eine Abnahme, die Kehrpflicht und aller paar Jahre ist mal eine Feuerstättenschau, ansonsten hat der Schornsteinfeger nichts damit zu tun.



Nachtrag



Guten Morgen,
Gestern rief mich unser Schlotfeger an und teilte mir mit, sich nochmals belesen zu haben. Bei einem zu heizenden Raum über 40m2 wäre ein >15kw Ofen in einem älteren Haus (ich glaube älter als1980?)nun doch nicht prüfpflichtig. Puh, da hatten wir wohl nochmal Glück!
Danke vielmals für die tollen Antworten! Jetzt bin ich neugierig geworden-was für einen Herd haben Sie und betreiben sie das System als Schwerkraftheizung oder mit Pumpen? Vielen Dank nochmal für die schnelle und fachliche Antwort!





Ja, es kommt auf die Einstufung als "Einzelraumfeuerung" an.

Für die Beurteilung hat die Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz (LAI) ein Auslegungskatalog entwickelt, der hier schematisch nachvollzogen werden kann.

https://www.haustechnikdialog.de/downloads/Darstellung_des_LAI-Auslegungspapiers.pdf

Hier kommt es dann nur noch auf die Typenprüfung an. Neue (größere) Öfen werden da, jetzt einfach für 8 kW geprüft, so das diese Einstufung erfolgen kann.

Viele einfache Öfen mit "Wasserkästen" erfüllen die BImSchV Stufe 2 nicht, da der Verbrennungsprozess zu stark "ausgekühlt" wird.

Ich selbst benutze seit 2007 einen Kaminofen ohne Wasserführung. Das ist ein "Xeoos X5". Die die kleine Brennkammer ermöglicht auch im "Teillastbetrieb" mit einer Holzauflage von 1kg pro Stunde eine heiße und saubere Verbrennung. So das man am Haus keine sichtbare Abgasfahne hat.

Eine hydraulische Einbindung über Schwerkraft ist heute nicht mehr "up to date".