Küchenformen: Welche Auswahl gibt es?

Spätestens, wenn das Fachwerkhaus mit Herzblut saniert und renoviert wurde, ist es Zeit für eine neue Küche. Wer sich nun auf dem Küchenmarkt umschaut, der sieht, dass die einstige Küchenzeile, eventuell mit wenigen Hängeschränken, längst nicht mehr alleine im Angebot ist. Es gibt heute diverse Küchenformen, die es erlauben, die Küche auch perfekt in nicht ganz übliche Räume einzugliedern. Aber welche Auswahl gibt es genau und wann eignet sich welche Variante?

Abbildung 1: Es gibt viele Möglichkeiten für die Küchengestaltung - diese hängt natürlich auch von den vorhandenen Räumlichkeiten und räumlichen Verhältnissen ab. Bildquelle: @ Sidekix Media / Unsplash.com


Die L-Küche

Küchen werden längst an das Alphabet angeordnet. Die L-Küche stellt also auf den ersten Blick die Form des klassischen »L« dar. Die L-Küche geht über zwei, sich über Eck anschließende Wände. Somit lässt sie sich auch als Eckküche bezeichnen. Die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • Vielseitig - die Küche kann wahlweise auf kurz-lang oder auch lang-kurz angebracht werden. Oberhalb der eigentlichen Küchenzeile ist viel Platz für Hängeschränke oder Regale.
  • Raum - L-Küchen passen in geschlossene und halb offene Küchenräume. Selbst die Maße spielen nur eine untergeordnete Rolle, da sie durch ihren Wandanschluss platzsparend ist.
  • Vorteile - die Arbeitswege bleiben sehr überschaubar. Alles ist dicht beisammen, Platz kann nur nach oben in Richtung Hängeschränke geschafft werden.
  • Nachteile - die Küchenwand ist immer im Blickfeld. Wobei es durchaus möglich ist, die Fensterfront mit einzubeziehen. Dies kann sich bei dunkleren Räumen eignen, denn fällt beim Kochen, Spülen oder Zubereiten der Blick aufs Fenster, kommt das Gefühl auf, dass der ganze Raum größer ist.

L-Küchen eignen sich ideal, um einen Essplatz in die Küche zu integrieren. Da bei geschlossenen Räumen zwei und bei halb offenen Räumen eine Wand frei bleiben, herrscht hier genügend Platz.


Die U-Küche

Auch diese Form orientiert sich an dem typischen Buchstaben. Man ahnt es schon: Um ein U zu bilden, sind drei Wände notwendig. Die U-Form ist somit für geschlossene oder an einer Seite offene Räume geeignet. Diese Küchenform wird auch als perfekte Familienküche bezeichnet, da sie die Option offenhält, mit vielen Personen gleichzeitig in der Küche zu verweilen und zu arbeiten:

  • Voraussetzung U-Küchen sind nur für große Räume ideal. Zwischen den beiden Schenkeln der Küche müssen mindestens zwei Meter liegen, anderenfalls wirkt die Küche einengend.
  • Hochschränke - sie sollten nur an einer der drei Seiten aufgehängt werden. Rundum aufgehängte Hochschränke wirken schnell einschüchternd und engen den Raum ein.
  • Stauraum - die Küche bietet durch die vielen Schränke und zwei Eckschränke sehr viel Platz. Die offene Seite kann als Essbereich genutzt werden, allerdings ist hier zu bedenken, dass es sich um einen Durchgang handelt.
  • Nachteile - Küchenräume mit mehreren Türen scheiden sogleich für die U-Form aus. Das gilt auch auf von der Küche abgehende Vorrats- oder Haushaltsräume. Küchentische passen kaum hinein, denn sie stehen meist im Weg, wenn Schränke, Backofen oder auch Schubladen geöffnet werden müssen.

U-Küchen gibt es in mehreren Varianten, auch als abgewandelte U-Form. Diese kann bei Häusern oder Wohnungen mit reiner Kochnische genommen werden. Über zwei Seiten erstreckt sich die Küche nun in ihrer vollen Pracht, der eine Schenkel des »U« ist allerdings mittig abgebrochen. Dort passt eine Theke oder ein niedriges Regal als Raumtrenner hin. Auf diese Weise dient die Küche selbst als Barriere und offene Trennung zum Rest des Raumes.


Die G-Küche

G-Küchen orientieren sich an den U-Küchen, doch nutzen sie noch einen vierten Schenkel, der wie beim Buchstaben von der seitlichen Linie abgeht. Das bedeutet:

  • Anordnung - in Räumen mit einer Tür kann auch die Türseite noch mitgenutzt werden. Die Tür stellt nun die Öffnung des »G« dar.
  • Voraussetzung - die Küche kommt nur in großen Räumlichkeiten infrage. Anderenfalls wirkt die Küche direkt erschlagend, gerade dann, wenn noch Hängeschränke genutzt werden.
  • Nutzung - nicht nur bietet die Küche sehr viel Stauraum, das Häkchen des G kann gar als Theke mitten im Raum genutzt werden. Für Familien, die gerne gemeinsam kochen, ist die Küche ideal.
  • Nachteile - unter 12 Quadratmeter darf der Raum nicht groß sein. Umso mehr Hängeschränke genutzt werden, desto größer sollte der Raum sein. Für mehrtürige Küchen ist diese Form nicht geeignet, da sie Vorratskammern verstellt.

Auch die G-Küche kann bei einfachen Küchennischen genutzt werden. Nun dient die Küche selbst wieder als Trennung zwischen Küchen- und Wohnbereich.


Küche mit Kochinsel

Die Kochinsel ist für viele Menschen der absolute Traum. Ein Herd, der mitten im Raum steht, der mit zusätzlichem Arbeitsbereich viel Raum schafft und zudem von allen Seiten bedienbar ist. Glücklicherweise ist dies ein Traum, der wahr werden kann:

  • Voraussetzung - offene Küchen und Wohnküchen sind prädestiniert für die Kochinsel. Diese dient nämlich auch als Raumtrenner.
  • Nutzung - obgleich sie immer Kochinsel genannt wird, muss sie keine sein. Jeder Kunde kann selbst entscheiden, ob hier die Spüle, eine Arbeitsplatte oder aber der Herd stehen sollen. Sollte mittig gekocht werden, ist der Dunstabzug besonders wichtig. Dieser kann über eine Inselhaube gewährleistet werden. Alternativ stehen Absaugoptionen in der Kochinsel zur Verfügung. Diese lassen sich auch mit einem Spritzschutz verbinden.
  • Nachteile - die Kochinsel benötigt Raum. In kleine Küchen passt sich gar nicht. Zudem ist die Anschlussfrage zu klären. Sowohl Elektrik als auch Wasser- und Abwasserleitungen müssen gegebenenfalls bis zur Kochinsel gelegt werden.

Abbildung 2: Aus beinahe jedem Küchenzuschnitt lässt sich eine schöne Küche kreieren. Bildquelle: @ Creatv Eight / Unsplash.com


Fazit – viel anschauen, dann entscheiden

Gerade bei Küchen ist es heute sinnvoll, sich mehrere Musterküchen in ihrem »gewohnten Umfeld« anzuschauen. Wie wirken die einzelnen Bereiche, könnte das auch im eigenen Heim passen? Glücklicherweise sind die wenigsten Küchen tatsächlich Stangenmodelle, die nicht anpassungsfähig sind. Meist ist es möglich, die Schenkel der Küchen in ihrer Länge zu verändern oder auch nach innen deutende Bereiche abzuändern. Dies gilt ebenso für die Kochinsel, die im Nu zu einer Kücheninsel zum Zubereiten, Essen oder für Unterhaltungen werden kann.