Ziegel-Boden in altem Stall....was kann drauf?

30.11.2005



Grüß Euch,

wir haben vor kurzem unser 440 Jahre altes Haus bezogen. Im Anbau ist die Waschküche mit entsprechenden Anschlüssen. Auf einem Betonsockel steht die moderne Ölheizung. der restliche Boden ist noch aus Ziegelsteinen (oder Feldbrandsteine?) und natürlich sehr uneben. Wir möchten gerne den Heizungsbereich mit einer Ytonwand abtrennen und den Boden begradigen, so dass man darauf Fliesen Verlegen kann. Bei Nachbarn hat sich gezeigt, dass Zementestrich nicht hält. Was können wir also tun?

schonmal vielen Dank für die Antworten
Kerstin Schleussner



Unebenheiten



ich möchte Euch gerne einladen, noch einmal über Euer Vorhaben nachzudenken.
Was gibt es schöneres als einen alten Ziegelboden?
Unebenheiten machen doch gerade den Charme eines alten Hauses aus. Den würde man mit einem glatten industriellen Fliesenboden völlig zerstören. Sehr schade.

Wenn es nun aben unbedingt sein soll, würde ich ein Material wählen, das ohne Schaden rückbaubar wäre (vielleicht erkennen ja Eure Kinder den Wert eines alten Ziegelbodens), also z.B. Stampflehm, auf den auch Fliesen gelegt werden können.

mit besten Grüssen,



Ziegelboden



Wenn der Boden sehr uneben ist dann kann er auch aufgenommen und nach Herstellung eines Planums wieder verlegt werden.



Boden alt lassen oder neu machen?!



Hallo, erstmal vielen Dank für die prompte Antwort.

ich kann leider keine digitalen Fotos erstellen, auf denen erkennbar wäre, dass dieser Boden nicht mehr in einem so tollen Zustand ist wie auf Ihrem Foto. Der vorherige Hausbesitzer hat leider schon einige Stellen herausgenommen und Beton darauf verstrichen. Da wir aufgrund eines Brandschadens in unserer jetzigen Küche und Wohnzimmer schnelltsmöglich eine "saubere" Lösung finden müssen, um in der Waschküche eine Zweitküche einzurichten, ist die Restauration des Bodens leider aus Zeitgründen nicht möglich. Ich persönlich tendierte von Anfang an zu dem Erhalt des alten Bodens, stosse da leider auf Wiederstand in der Familie. Heute war mein Schwiegervater zu Besuch, seines Zeichens Bauunternehmer für Neubauten, der uns einen schwimmenden Estrich (also richtigen Zementestrich, keinen dünnen Fliesestrich) auf einer diffusionsdichten Folie empfahl. Dies wäre für mich in sofern akzeptabel, da dies zu einem späteren Zeitpunkt wieder rückgangig zu machen wäre. Inwieweit können nun durch ein solches Vorgehen Schäden am alten Boden entstehen, die später nicht mehr rückgängig zu machen wären?

Viele Grüße
Kerstin Schleussner



Ziegelmaterial und Foliensperre...



...sind eigentlich "Gift" zueinander!
Unter der Folie beginnt es zu schwitzen, soll heißen, daß der anfallende Staudruck sich unter der Folie nach allen Seiten hin ausdehnt bzw. bewegt und somit eine zunehmende Überfeuchtung der Wandbereiche eintritt.
Außerdem werden sich später Zersetzungen der Bodenziegel ergeben und damit verbunden, Hohlstellen.
Ziegelschreddermaterial wird auch nicht als tragfähiges Aufbaumaterial im Straßenbau eingesetzt. Eben aus diesen Zersetzungsgründen heraus.
Wenn eine Lösung zu suchen wäre, dann eben nur diffussionsoffen,
Wir könnten uns vorstellen, daß man eine Mineralsplittplatte mit einem zu integrierenden Fußbodentemperierungssystem verlagen könnte und darauf wäre ein Fliesenbelag dann möglich.
Oder eben gleich neu zu verlegende Bodenziegel (günstig wären die Materialien für Naturkeller).

Grüße Udo



Foto zur Thematik



Hier ist einmal eine Neuvariante aufgezeigt, die wir in einem neu erstellten Ziegelgewölbekeller ausführten.
Diese Lösung könnte wir uns auch in Ihrem Fall in der neu zu nutzenden Küche vorstellen. Eine Verlegung in diesem Fall wäre aber in einem Traßmörtel zu realisieren.

Grüße aus Oppach
Jens



nach längerer Recherche und auch eigenen Bedenken



werden wir den Boden so lassen, wie er ist. Ich konnte meinen Mann davon überzeugen, dass seine einzige Schwierigkeit die Ausrichtung der Küchenmöbel sein wird. Wenn wir in ein paar Jahren das Wohnhaus soweit saniert haben, werden wir uns der Rekonstruktion des Bodens (eventuell mit neuen Ziegeln) hingeben.

An dieser Stelle herzlichen Dank für die tolle Unterstützung und dem mutigen Zuspruch zur Erhaltung des Alten!

Kerstin Schleussner



eine sehr gute Entscheidung!



ist nicht nur kostengünstig, sondern vermutlich auch die schönste.
Hier noch ein Foto eines alten Ziegelbodens, sehr uneben, in einer Küche, die wunderbar funktioniert.

beste Grüsse,