Bodenaufbau Bad über Küche im Altbau mit Holzbalkendecke

10.03.2013 balou



Hallo liebe Menschen mit Holzbalkendecken-Erfahrung,

Ich bin neue Schreiberin hier. Nachdem ich lange nur gelesen habe, traue ich mich schreibend hierher mit einer etwas längeren Frage. Ich hoffe, ihr nehmt nicht sofort reissaus...

Ich saniere gerade ein Bad in einem Altbau mit Holzbalkendecke. Das Bad befindet sich über einer Küche.

Ich gehöre einerseits zur Schöner-Wohnen-Fraktion und andererseits will ich den Balken nicht allzuviel Moderne (=Feuchtigkeit-in-Folien-Pfusch) zumuten - unvereinbar?

meine Gedankenstränge:
Ich las hier irgendwo mal, dass es nicht unpraktisch ist, bei einem Leck mit Wasseraustritt den Schaden in der Wohnung darunter zu sehen. Klar hat man n Wasserfleck an der Decke, aber immerhin weiß man Bescheid und kann handeln. Nach leidvoller Hausschwamm-Erfahrung finde ich diese Philosophie bestechend einfach.
(Sich anschließende Frage ist natürlich: sieht man auch die es-trippelt-nur-immer-ein-bißchen-heraus-Schäden früh genug...)

Wenn ich jetzt meinen Boden mit solch modernen Dingen wie Fußbodenheizung bestücke, dann wird darunter vermutlich alles wasserdicht gemacht? Das bedeutet doch aber auch, dass Wasserdampf aus der Küche darunter (der durch Putzrisse in den Fehlboden steigt) nicht mehr wegkann, oder?

Also müßte ich eine Dampfsperre in die Küchendecke einbringen.

Damit ist der Fehlboden dann völlig versieglt und jeder Wassertropfen, der doch irgendwie in diese Sperrgebiete vordringt, bleibt da wo er ist und alle Schwamm- und andere Sporen werden das blühende Leben...

Wie machen es andere? Absperren oder offen? Wieviel schöner-wohnen geht in meinem Bad?

Der Gas-Wasser-Sonne-Handwerker meines Vertrauens hat über Trockenestrich oder Anhydrid-Estrich gesprochen.
Ich habe gelesen, dass Trockenestrich weniger absperrt als Anhydrid (kann es nicht so recht glauben - geht da wirklich Dampf durch? Tja, aber was ist mit Wasser)?
Kann ich "einfach" Trockenestrich mit Heizschlangen Verlegen und die Wasser-fliest-im-Notfall-in-die-Küche-Philosophie geht auf?

Oder sind die Abdichtungen heutzutage so gut, dass ich mir nicht allzu große Sorgen machen muß? Nur so alle 10 Jahre alles neu machen ;) ?

Die alten Bäder hier, bei denen wir die Böden öffnen, sehen teilweise echt haarstreubend aus...

Aber ich will so gerne k_e_i_n_e_n Fix-und-fertig-mühsam-reinklettern-Fertigduschkasten mehr...

Würde mich über Antworten freuen.
Viele Grüße und großen Dank schonmal
von Helga Dach





ich antworte mir mal selbst, scheint eine etwas blöde frage gewesen zu sein, was für ein unwürdiger einstieg ;)

ich sehe vermutlich überall nur noch folien und wasser und kalt und warm und probleme, weil wir gerade das Dach gemacht haben und 1034 ritzen, spalten, löcher sorgfältig abgeklebt, eingeputzt, vollgepamt, etc. haben.

unser bad liegt über einem beheizten raum, also erstmal entspannung mit dem wasserdampf von unten. der kann auch wieder nach unten rücktrocknen, wenn er sich denn in den fehlboden verirrt.
ansonsten sind marode bäder bei uns die regel, weil eben nicht gut abgedichtet wurde (ich finde aufgeweichtes schwarzes zeug, wie bitumen oder sowas, oder auch nur spanplattenschwämme). wenn ich jetzt aber schön im system bleibend abdichte, dann sollte das schon gehen...wedi hab ich mir da jetzt erstmal ausgesucht.

ich muß mich nur noch entscheiden, ob ich die FBH zwischen die Balken lege und Aufbau spare, oder alles auf den alten Dielenboden draufbastel...

da ich immernoch an unbehandelter feuchtigkeit-an-holz-paranoia leide, überlege ich, ob ich nicht eine art podest baue, unter das ich immer schön druntergucken kann, ob das wedizeug auch schön dicht ist... ;)

mal sehen, wos hingeht. ich melde mich mit hoffentlich schlaueren fragen wieder.

viele grüße von
helga dach



hallo



ich blick nicht richtig durch bei deinen fragen. fangen wir mal stück für stück an. Abdichtung im bad gegen Spritzwasser kommt nicht unter einer fußbodenheizung. flächendicht kommt immer auf den fertigen Fußboden und die wände im bereich Dusche und wanne, zusätzlich kommt noch eckendichtband im bereich der duschecke und bei der Badewanne wenn geplant und am fußboden umlaufend, danach wird gefliest. Dampfbremse zwischen zwei beheitzten räumen ist sinnlos. die Wasser-fliest-im-Notfall-in-die-Küche-Philosophie vergiss mal ganz schnell wieder, gerade bei einer holzbalckendecke muss die abdichtung 100% sein.der feuchtigkeitseintritt ins gebälk kann so gering sein das sie es erst merken würden wenn es zu spät ist. im bezug auf deinen Fußbodenaufbau kann ich nichts sagen, trockenestrich oder anhydrid-estrich, vorher müßte mal jemand schauen was von der Belastung her auch möglich ist. wenn fest steht wie der fußbodenaufbau ausgeführt wird kann ich ihnen weiteres zur abdichtung sagen und ob entkoppelt werden muß, es giebt gute lösungen die beides tun. dann müßte ich auch wissen was für eine dusche sie einbauen wollen, eine Duschwanne oder eine bodengleiche dusche (duschtasse). wenn ich das dann alles weiss, kann ich ihnen besser helfen. auch heutzutage sind abdichtungen nur so gut wie man sie ausführt:-).



alles durcheinander



vielen dank für die antwort! meldet sich doch noch jemand.

ok, ich fürchte ich schmeiß vieles durcheinander.
fangen wir doch vielleicht mal ganz unten an, also mit der fußbodenheizung?

eine fußbodenheizung liegt unter dem "boden-system", damit meine ich die bodenabdichtung mit bändern, pampe, wedi-zeug. richtig?
was liegt unter der fußbodenheizung? dichtet mann da auch nochmal ab (läuft ja wasser durch die rohre), oder nicht?

interessant ist die frage für mich, weil ich entscheiden will, ob ich die Heizung z_w_i_s_c_h_e_n die balken lege, oder a_u_f die Balkenlage (wieder mit irgendeinem renovier/sanier-system, das gibts ja haufenweise, wie ich im netz erfahren kann)...zwischen den balken wäre eine abdichtung aufwändiger als auf den balken (die gesamthöhe des neuen bodens aber geringer)...

ich hoffe, ich hab das einigermaßen verständlich formuliert...

viele grüße und danke von helga dach



hallo



unter der fußbodenheizung ist erst mal die dämmung. wie jetzt unter der heizung abgedichtet wird, richtet sich in erster linie nach der art des estrichs. bei einem anhydritestrich (fließestrich) muß alles gut verklebt sein, der ist beim einbringen ja dünn wie wasser, wäre ungünstig wenn der irgent wo durchläuft. bei einem trockenestrich oder Zementestrich ist das ganze nicht so wild. also eine dauerhafte abdichtung ist auf alle fälle unter der fbh nicht erforderlich, sobald der Fließestrich abgebunden ist hätte die abdichtung darunter ihren dinst erfüllt.

mfg alex



supi,



danke schonmal für die antwort.

bei einer verlegung zwischen den balken würde ich wohl trocken bauen bevorzugen...wenn alles auf die balken kommt, wäre nass ja nicht so schlecht. oder gibts es da nachteile? sowas wie: kriegt man nie wieder weg (will man das überhaupt? muß man jemals wieder an die balken(-köpfe)?).

vielleicht sollte ich mich dzgl. erstmal entscheiden.

gewichtsmäßig sollte es laut Statiker keine probleme geben, egal was ich wähle. dünn wär halt schön.

wenn ich möglichst flach bleiben will, müssen die abflüsse teilweise in den fehlboden, sie müssen also auch durch den estrich durch. gießt man den estrich dann einfach drumrum? dann sollte nie ein Rohr schadhaft werden, ich käme nicht mehr dran...macht man das heute so? ich sehe zwar viele sanierte tolle duschen, aber wie es gemacht wurde, sehe ich nicht.

viele grüße von helga dach



hallo



wenn es statisch geht würde ich auf alle fälle einen richtigen estrich nehmen, dieser muß aber auf alle fälle die rohre der fbh um ca. 5cm überdecken, du kommst also auf eine dicke von rund 7cm estrich. das die rohre im estrich stecken und zugegossen werden ist normal, wasserleitungen und heizleitungen(nicht die fbh) werden mit einem schutzschlauch ummantel. alle leitungen werden aber auf alle fälle noch unter der fbh verlegt ist ja klaar, die gehen nur da durch den estrich wo am ende die ganzen anschlüsse liegen müssen. sollte es ja zu einem schaden an einem rohr kommen, muß ein trockenestrich genau so wieder aufgemacht werden und ich würde nicht behaupten das sich das leichter gestallten lässt als bei Zement oder anhydritestrich.

mfg alex



weiter gehts



vielen dank für die antwort! sorry, dass ich immer so lange brauche, ich saniere nur nebenbei ;)...

ok, also vielleicht estrich, evt. (hab gelesen das soll mit Holzbalken ganz gut funktionieren) auf schwalbenschwanzplatten...

arbeitet man dann die bodentiefe dusche direkt in den estrich ein, oder spart man den duschbereich im estrich aus für die wedi-elemente? was ist dann mit dem übergang zum estrich? dichtstreifen drauf und gut ist? gibt es einen königsweg?

ich bin ja ein bißchen am überlegen, ob mir nicht ein fugenloser boden gefallen würde (gußasphalt vielleicht?). ich sehe wediplatten aber immernur befliest. kann man die auch mit estrich/gussasphalt/terrazzo beschichten?


viele grüße von helga dach



geht doch nicht weiter



auch in diesem bad fand sich nach Abriss einer Zwischenwand ordentlich Braunfäule im Deckenbalken und mycelspuren im wandholz. vermutlich tausche ich jetzt erstmal wieder einen balken, bzw. armiere ihn. je nach laborergebnis wird außerdem jeder quadratzentimeter genauesten untersucht. seufz. wie haltet ihr das durch mit all dem schadhaften holz, gibts noch weitere betroffene, denen die puste nicht ausging?

ansonsten würde mich interessieren, ob jemand langzeit-erfahrung mit den lewisplatten hat, die ja offenbar durch das profil genug luftbewegung ermöglichen sollen, um feuchtigkeit nicht - ja was? - einzusperren? jedenfalls werden die immer genannt, wenn jemand nicht 2 lagen osb verschrauben will, weil er/sie darunter schimmelprobleme hatte...

falls irgendwer kompetentes hier reinliest: würde mich über guten rat freuen. ich wälze das bodenaufbauthema immer wieder durch, aber so richtig will nix entstehen - nur bei den platten fand ich, die klingen gut. und - äh - für hbv-technik könnte ich mich begeistern, aber hier gehts ja um einen 13qm raum...

viele grüße und schönes wochenende von
helga dach