Kriechkeller mit Stahlträgerdecke dämmen

16.07.2020 Holzwurm



Hallo,

wir müssen um die Dämmwerte von KfW-Denkmal zu erreichen und die Förderung zu bekommen die Decke unseres Kellers dämmen. (Was eigentlich ziemlich sinnlos ist, weil es da sowieso nie kälter als vielleicht 15 Grad wird, aber KfW will es so...)

Die Suchfunktion habe ich bereits verwendet, allerdings geht es in den Beiträgen immer um Holzbalkendecken. Wir haben in sofern Glück, dass die Kellerdecke mit Stahlträgern ausgeführt ist, die mit Beton ausgegossen sind. Es würden also keine Holzbalken weggammeln.

Jetzt ist unter dem halben Haus nur ein Kriechkeller. Da die Decke mit Styroporplatten zu dämmen grenzt an Unmöglichkeit oder vielleicht besser Unzumutbarkeit. Da sind nur 80cm und 45cm breite Gänge und flächig nur 35 cm Platz zw. Decke und Lehmboden. Das will verständlicherweise keiner machen. Da kann man ja kaum arbeiten, wenn man nicht gerade die Körpergröße eines Kindes hat....

Jetzt liegt es ja fast nah, den kleinen Bereich einfach komplett auszublasen. Allerdings habe ich dann natürlich meine Bedenken ob das nicht Probleme macht. Der Boden ist ja feucht und wenn ich das komplett ausblase durchlüftet da ja auch nichts mehr. Ich könnte ggfs. mich rein quälen und eine Folie ausbreiten auf die ich dann drauf blase.... Aber welches Material macht dann Sinn? Perlite vielleicht?

Hat jemand mit einem solchen Problem schon zu tun gehabt und eine Idee, wie ich das lösen kann, ohne, dass mir dann im EG die Feuchte hoch steigt?

Schöne Grüße



Kriechkeller



Wie ist der Kriechkeller zugänglich und wieviel QM sind es ? Gibt es mal ein Foto?



Kriechkeller


Kriechkeller

Eingang



Kriechkeller


Kriechkeller

vorderer Teil



Kriechkeller


Kriechkeller

noch diesseits des Stahlträger



Kriechkeller


Kriechkeller

Stahlträger mittig zwischen den Räumen verlaufend



Kriechkeller


Kriechkeller

Jenseits des Stahlträgers



Zugänglich...



... ist das ganze nur bedingt. Ich war jetzt nochmal drin für die Bilder. Spaß macht das wenig :). Der Müll der dort rumliegt kommt vermutlich von Nagern, die sich die Dämmung der alten Heizungsrohre geholt haben. Am Schluss kann man sich auch nicht umdrehen und muss rückwärts wieder raus wie man rein ist.

Ich versuche die Bilder oben mal zu beschreiben.
Ich hoffe das kommt auf den Bildern oben rüber. Es wurde ein Gang gegraben in dem man ganz gut krauchen kann. Klaustrophobisch darf man wahrlich nicht sein. Es sind zwei Räume unterkellert, je ca. 25 qm. Zwischen den Räumen verläuft ein großer Stahlträger. Wenn sich unter dem durchzwängt kommt man auch unter den zweiten Raum. Dort ist den altvorderen aber wohl die Lust am Gang graben ausgegangen... Zumindest wird es immer flacher, bis nurnoch die ca. 35 cm verbleiben die auch außerhalb des Ganges überall in etwa sind.

Bild 1) ist der Eingang. 2) der vordere Abschnitt diesseits des Stahlträgers, 3) der hintere Abschnitt diesseits des Trägers. 4) der Stahlträger unter dem man durch kommt 5) ein Blick in den zweiten Raum hinter dem Stahlträger mit langsam niedriger werdendem Gang.



Was mir einfällt



das einzige was mir einfällt ist das Verfüllen mit Schaumglasschotter. Aber wie das umsetzbar ist, kann ich natürlich von hier aus nicht einschätzen, auch, ob der dann erreichte U-Wert die ENEV-anforderung erfüllt. Der eingang sollte anschließend verschlossen werden.



Direkt gegen Erdreich?



Dann werde ich noch mal dahingehend informieren, danke! Wissen Sie ob das Material direkt gegen Erdreich verfüllt werden darf? ENEV ist nicht das große Problem, weil wir "nur" KfW Denkmal erfüllen müssen. Ich glaube 6 cm mit wlg 40 sind gefordert. Das müsste ich mal nachschauen wieviel genau.



kriechkellerdämmung



eine Folie vorher auslegen wäre natürlich besser, aber ich kann das ja nicht einschätzen, ob ein Arbeiten da unten machbar ist und wie der tatsächliche Feuchtepegel aussieht. Glasschaumschotter ist feuchteunempfindlich. Die Frage ist nicht wieviel cm mit welcher Dämmklasse, sondern ob ihr mit 35 cm Glasschaumschotter die Anforderung erfüllen könnt. Das müßte euer Energieberater, den Ihr ja haben müßtet für die Förderung mal durchrechnen, der macht ja dann die Antragsunterlagen fertig.



Lieber keine Folie schätze ich



Ja, richtig den Berater haben wir. Beantragt ist das ganze allerdings eben auch schon. Daher stammen die obigen Werte (nur aus dem Kopf). Allerdings ist das KfW Prinzip ja so, dass man da hin in her schieben kann. Also, wenn ich die eine Hüllfläche, warum auch immer, kaum dämmen kann, so kann ich eine andere stärker dämmen. Hauptsache ich komme am Schluss auf die rechnerische Werte.

Zur Not bekäme man eine Folie schon irgendwie drunter, die Frage ist eher wie sauber man das an den Rändern versorgt bekommt und dergleichen mehr. Sonst kommt an einer Stelle vielleicht Wasser rein und kann dann nicht mehr weg, da wäre keine Folie sicher besser. Teilweise läuft da unten richtig Wasser rein und über eine Rinne wieder raus. Das haben die damals schon clever gemacht.

Wissen Sie ob man Glasschaum auch so leicht herstellen kann, dass man damit ausblasen kann? Alternative wäre mit dem Eimer reinschaffen und dann mit irgend einem Gerät schieben so weit man kommt. Oder kennen Sie noch mögliche Techniken?



Von oben dämmen



eine Dämmung des Fußbodens oben kommt wohl nicht in Frage ? Glasschaumschotter läßt sich nicht einblasen. Ich verstehe grad nicht, wie der Energieberater die Beantragung ohne technologische Rahmenbedingungen machen kann. Bei uns war die Umsetzung vor der Beantragung klar. Und richtig, die Gesamtenergiebilanz des Gebäudes ist wichtig, läßt sich da nicht an anderer Stelle was schieben?



Naja, für den Energieberater...



... ist das halt auch nur ein Job. Der sieht, dass der Teil des Hauses unter(kriech)keller ist und plant dann halt, dass da einer was an die Decke klebt. Fertig. Bis da hinten hingekrochen ist der natürlich nicht. Die Energieberater hatten alle tatsächlich auch kaum Ahnung vom Fachwerk. Sogar der mit dem Zusatz "Denkmal". Der hat uns z.B. sogar ne Folie im Wandaufbau zw. Ausfachung, Lehm und Holzfaserdämmung geplant. So viel zu dem. Letztlich brauche ich den nur, dass er das bei KfW einreicht und so plant wie ich das will. Unter dem Strich habe ich das also verbockt, weil ich das nicht rechtzeitig geklärt habe und auch annahm, dass man das schon irgenwie an die Decke geklebt bekommt....

Von oben wohl keine Alternative, dann müsste man das historische Parkett abreißen. Einfach mittels Bohrungen und dann Astlochstopfen vollblasen/rieseln lassen, da hätte ich auch schon wieder Bedenken. Die Balken würden unten ja dann auf dem kalten Beton liegen und ggfs. im Tauwasser sitzen. Ich denke das scheidet aus, ohne den Boden wegzureißen.

Wenn man Glasschaumschotter nicht blasen kann, so bekommt man das aber auch nicht hohlraumfrei verlegt. Verdichten geht ja nicht und setzen tut sich das. So lange das dann im schlimmsten Fall wirkungslos ist, weil die Luft darüber ausgetauscht wird und die Dämmwirkung dahin ist, würde ich auch damit leben können. Dann wäre die Wirkung, dass wir die Fördergelder bekommen. Die immense Feuchte dort unten macht mir natürlich sorgen, die Durchlüftung wäre ja weg. Wobei derzeit auch nicht viel durchlüftet ist. Da sind zwar zwei kleine Lüftungsöffnungen, aber die sind im Verhältnis zur Kriechkellerfläche kaum erwähnenswert. Feucht wars da unten also immer. Sieht man den Stahlträgern auch an, die sind je nach Ort auch korrodiert. (Zum Glück sieht das bei Stahl schlimmer aus als es ist, wie wir vom Statiker haben abklären lassen.)

Wäre die Form des Einbringens von Glasschaumschotter also Schütten und Schieben?



Schütten und Schieben



ich fürchte ja. Ich weiß ja nicht, wie historisch das Parkett auf einem Betonfußboden sein kann und ob man das aufnehmen und wieder Verlegen kann. Da kann vielleicht Thomas W. Böhme was zu sagen. vielleicht liest er mit.