Geld für die Sanierung - wer gibt Kredit?

26.07.2010



Hallöchen,

nach wie vor diskutiere ich mit meiner Bank bezüglich eines Kredites. Ganz konkret geht es um eine knapp 600 qm großes Grundstück mit einem sehr kompakt gebauten Haus von ca. 1830 - 1835 (50 qm Wohnfläche), sowie einem kleinen Stall (15 - 18 qm Grundfläche) und einem Holzschuppen (ca. 12 qm Grunsfläche).

Die Bank meint, eine Finanzierung des "Grundstückes" ist kein Problem (die Kredithöhe für das Grundstück würde den Kaufpreis decken), da das Haus allerdings so alt ist und zudem mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch noch ein Fachwerkhaus (vermutlich ein sogenanntes Sparfachwerkhaus) wollen die keinen Kredit für eine Renovierung/Sanierung geben.

Wo bekomme ich einen entsprechenden Kredit her?

(Selbst bei sehr sparsamer Sanierung, müßte ich ja irgendwie Geld für die Wasserleitungen, das Stromnetz und die Wäremisolation auftreiben.)

Hat jemand eine Idee?

Im Voraus schon mal ein dickes Danke für gute Tipps
Feli



Kredit



Es gibt verschiedene Möglichkeiten.
Die erste wäre, auf dem Grundstück neu zu bauen (baurechtliche Genehmigungsfähigkeit vorausgesetzt).
Die zweite wäre eine andere Kreditbesicherung zu wählen, da die Bank die Besicherung durch die Immobilie selbst (aus gutem Grund) ablehnt.
Das wäre ein Personalkredit, die Sicherheit erfolgt durch Sie bzw. Ihr Einkommen und andere Werte (Versicherungen, Wertanlagen usw.). Da die Risiken hier für die Bank höher liegt, sind auch die Zinsen höher.

Wissen Sie denn schon, was die Sanierung kostet
und welche Baumaßnahmen erforderlich sind bzw. haben Sie ein Sanierungskonzept?

Viele Grüße





Einen Kredit von der KFW gibt auch für Fachwerkhäuser, da ist die Aussage der Bank nicht ganz richtig. Es kommt auch auf die Kredit bzw Sanierungsvariante an. Auf der Seite kfw-foerderbank.de erhalten Sie nähere Informationen.

20-25 000 Euro Sanierungskosten sind meines erachtens zu niedrig angesetzt. Um eine grobe Kostenübersicht zu erhalten, sollen Sie sich Angebote einholen.

Grüsse



Sanierungskosten



Ich hatte auch mal ein Fachwerkhaus in die nähere Wahl gezogen und dafür hätte mir meine Bank einen Kredit gegeben, Fachwerk alleine ist also offenbar kein Grund, wie schon gesagt. Diese Haus hatte auch Fenster in unmittelbarer Nähe zum Nachbarhaus. Mir wurde von der zuständigen Behörde gesagt, dass ich die entweder ganz zumauern oder durch spezielle Brandschutzfenster ersetzen müsse, die viel teurer sind als normale Fenster.
Insgesamt scheinen auch mir 20-25.000 zu wenig nach meiner bisherigen Erfahrung.

Viele Grüße



Zusatzfinanzierung für Ausbaukosten



Hallo Feli,


genau das selbe Problem hatte ich jetzt. Ich habe mir ein Backsteinhaus und ein Fachwerkhaus im Rohbau gekauft.
Den Kaufpreis zzgl. der Kosten für Makler, Notar und Grunderwerbssteuer finanziert zu bekommen, war bei fast jeder Bank möglich. Die 40.000 für die Sanierung zusätzlich, wollte keine Bank finanzieren.
Ich habe dann mit einem unabhängigen Finanzberater gesprochen und der erklärte mir, dass die Bank für die Ausbaukosten keine Sicherheiten hat, vorallem weil ich alles in Eigenleistung machen wollte. Ich hatte bereits die Materialkosten bis runter zur einzelnen Steckdose aufgelistet. Jedes Gewerk mit Einzelposten und aktuellen Preisen - 27 DIN A4 Seiten!!

Der Tipp: meine Freundin arbeitet bei einem Architekten als Bauzeichnerin. Nachdem der über die Liste geschaut hat und seinen Stempel und seine Unterschrift drunter gesetzt hat, ging die Finanzierung inkl. Ausbaukosten so durch.

Also, wenn in Deiner Verwandschaft keiner Kontakt hat zu einem Architekten, dann investiere den Kostenbeitrag des Architekten, damit er seinen Stempel druntersetzt, dann hat die Bank mehr Sicherheit und der Komplettfinanzierung sollte nichts im Wege stehen.

Grüße aus Rölsdorf.
Carsten



Moin Feli,



ich kann mich dem Tipp von Carsten nur anschliessen: Der Architekt(mit Altbauerfahrung) kann dir nämlich auch sagen, ob dein Konzept so funktioniert und die Kosten realistisch sind.

Die Info deines Bankers mit der KfW is Quatsch, da der das Darlehen aber durchleitet, muss er auch von dem Konzept überzeugt sein.

Ein Haus mit 50qm Wohnfläche finanziert zu kriegen, wird allerdings nicht ganz einfach sein - Frag mal nach den Preisen pro umbautem Qm in deiner Nähe - Falls du da drüber kommst, würd' ichs lassen.

Auch in ein kleines Haus muss alles rein (das verteuert den Endpreis/qm), es gibt aus der Sicht der Bank allerdings wenig Interessenten, falls du Pleite gehst und sie es versteigern müssen. Also betrachten sie erstmal nur den Grundstückswert.

Bei wieviel Banken warst du schon?

Gruss, Boris



Ganz einfach:



Andere Bank suchen.

Oft ist die Hausbank zu träge und zu teuer.

Meine Umschuldung mit klasse Konditionen lief über die Interhyp, die letztlich aus einem größeren Pool von Banken vermitteln. Das machts einen Hauch teuerer, dafür hat man den widerlichen Schreibkram aber nur einmal und spart Zeit.

Grüße

Thomas



Denn...



...würde ich nicht zögern, wenn Sie im Wesentlichen mit dem Altbau leben können, ist's ein gutes Geschäft.

Grüße

Thomas



Moin Feli,



wenn das man keine Milchmädchenrechnung wird........

- Dein Ausbau ist noch nicht kalkuliert.
- Das Haus ist für Frankfurter Besserverdiener wahrscheinlich zu klein.
- Der jetzige Preis berücksichtigt die Abrisskosten, sowas kostet locker 25 000,-.

Du erwirbst also zu einem normalen Preis ein Liebhaberobjekt...ein Geschäft ist was anderes, und die Wahrscheinlichkeit, dass du später deinen Einsatz wieder rauskriegst eher gering.

Ist das die Liebe wert, bzw. könntest du noch ausbauen (Baufenster)?

Gruss, Boris



Tja,



sowas kann man offenbar aus der Ferne ganz unterschiedlich sehn :-)

Wichtig ist zunächst 3x die Lage, dann der Rest. So tatsächlich Bodenwert = Kauf+Sanierung nach Bauherrenkonzept+20-25 T€ für hypothetischen Abriss stimmt, weiß ich nicht, wieso das Liebhaberei sein soll.

Vermutlich wird freilich die Sanierung teurer als veranschlagt, das ist eine der wenigen Konstanten dieses dynamischen Gewerbes. Andererseits wohnt man ja da dann auch und spart die fetten Frankfurter Mieten.

Also, sanierungserfahrenen Sachverständigen oder Architekt für eine tragfähige Sanierungskonzeption mit an Bord (das sieht auch die Bank gern und der Mann spart mehr ein, als er kostet), Segel gehisst, und auf in das letzte große Abenteuer, daß dem Mitteleuropäer noch bleibt, seit es keine weißen Flecke mehr auf der Landkarte gibt.

Ahoi

Thomas



@Thomas:



Falls es dir hier in Mitteleuropa an Abenteuern mangelt, wüsst' ich dir noch welche....auch ohne Schiffbruch....

;-), Boris



Alter Bekannter ?



Hallo Feli,

1780, Denkmalschutz und begonnene Sanierungsarbeiten kommen mir bekannt vor. Vielleicht kannst Du mir einmal die Adresse oder die Scout-ID schicken, möglicherweise kann ich Dir dann etwas zum Haus berichten.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer