Krebs durch Mineralfaserstaub ?

19.11.2007



Hallo,

vor ca. 10-20 Jahren hat der frühere Eigentümer meines Hauses
ein Obergeschoß (Mansarddach) mit Mineralwolle (gelbe "Glaswolle") gedämmt. Bei der Renovierung der Mansarde habe ich die Dämmung ohne um die Kanzerogenität des Materials zu wissen entfernt. Dabei hat es stark gestaubt.
Der frühere Eigentümer ist an Magenkrebs verstorben.
Natürlich ist die Kausalität nicht sicher nachzuweisen, dennoch meine Frage: Muß ich mir nun ernsthaft Sorgen machen
mir mit dem Dreck auch den Magenkrebs geholt zu haben ?
Wie lange muß man dem Staub ausgesetzt sein, um in Gefahr zu sein ?



Magen eher nicht



Hallo

ich bin zwar kein Toxikologe, aber zumindest bei den verwandten Asbestfasern nimmt man zwar ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko an, aber kein Magenkrebsrisiko.

Der Magenkrebs ihres Vorbesitzers stammt daher wahrscheinlich nicht von den Glasfasern. Und Sie brauchen sich (wegen Magenkrebs) auch keine Sorgen zu machen.

stt

siehe zB hier
http://www.krebsinformation.de/Fragen_und_Antworten/asbest.html



Krebs durch Mineralfaserstaub



Meines Wissens sind noch keine Todesfälle durch Mineralfaserstäube aufgetreten bzw. nachgewiesen worden.
Die Kanzerogenität wurde durch Tierversuche ermittelt, bei denen Laborratten Miwo- Fasern unter die Bauchdecke gespritzt wurde.
Das Gefährdungspotential ist wohl auch mehr bei den Verarbeitern von Miwo zu sehen, die damit tagtäglich umgehen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



grob fahrlässig !



Hallo, meinem Vorredner kann ich so nicht zustimmen. Es gibt mittlerweise einen vorgeschriebenen Personenschutz für den Rückbau von Glasfaserdämmstoffen. Natürlich hauptsächlich für die Menschen , die damit täglich umgehen. Seit den 90 erJahren hat man die Mischung vor Quarz, Bor und Kalk in der Glasfaser so verändert, das der Körper eine Chance hat, Glasfasern innerhalb einer definierten Frist abzubauen. Und das war notwendig, da die davor produzierten Fasern zu lange im Körper verblieben. Heute sind Glasfasern nach dem Kanzerogenitätsindex KI 40 auf dem Markt. Ob man eingeatmete Fasern ausleiten kann , weiß ich nicht. Vorsorgend ist das Abstaubsaugen des von Ihnen bearbeiteten Bereiches anzuraten, - natürlich mit Ganzkörperschutz und geeigneter Staubmaske, - es gibt dort sehr unterschiedliche Anforderungen, nehmen Sie FFP 2, besorgen Sie sich einen geeigneten Industriestaubsauger. Dies nicht zur Panikmache, sonder zur Gesundheitsvorsorge ! mit Gruß Karl Schmitz



Na, nicht so salopp, Herr Böttcher!



Für ein Bauvorhaben hatte ich mal ein wenig recherchiert.
Der Ausbau war dann ziemlich eklig, Dauerhustenanfälle pur. Ein Nichtraucher und Sportler kann da wohl nicht zu viel ab.
Ergänzend zu meinem Vorredner noch folgendes, gilt allerdings in Rheinland-Pfalz, dürfte in anderen Bundesländern ähnlich sein:

Künstliche Mineralfaserabfälle (KMF Abfälle)
Mineralwolle-Dämmstoffe enthalten lungengängige Fasern. Von älteren Produkten können krebsverursachende Fasern freigesetzt werden. Seit dem 01.06.2000 dürfen in Deutschland nur noch unbedenkliche Produkte verarbeitet werden.
Für die Beurteilung der Fasern wird der sogenannte Kanzerogenitätsindex (KI) herangezogen. Bei einem KI kleiner 30 sind in RLP KMFAbfälle als besonders überwachungsbedürftige Abfälle (Sonderabfall) unter Abfallschlüssel-Nr.: 170603* einzustufen. In der Regel sind KMF-Abfälle aus der Zeit vor 2000, wenn nicht das Gegenteil
nachweisbar ist, als Sonderabfall mit Andienungs- und Nachweispflichten zu beseitigen. Bei unbekannter Herkunft der Mineralwolle-Dämmstoffe ist im Sinne des Vorsorgeprinzips
eine Einstufung als Sonderabfall erforderlich.
Beim Umgang mit dem Material ist die TRGS 521 zu beachten (keine Freisetzung
von gefährlichen Faserstäuben).

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies



TRGS 521



Die TRG 521 kann z.B. hier nachgelesen werden:
http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS-521.html__nnn=true

Grüße

Bernd Kibies





Der Vollständigkeit halber noch die Abfallschlüssel für den Beitrag zur Entsorgung.
Quelle: "Sonderabfall-Management-Gesellschaft Rheinland-Pfalz GmbH"

Abfallschlüssel

170601 *Dämmmaterial, das Asbest enthält

170603 *anderes Dämmmaterial, das aus gefährlichen Stoffen besteht oder solche enthält

170604 Dämmmaterial mit Ausnahme desjenigen, das unter 170601 und 170603 fällt

Schlüssel mit * = Besonders überwachungspflichtiger Abfall



Krebs durch Mineralfaserstaub



Na nicht so salopp, Herr Kibies!

Wenn Sie Sicher sind, das man von kurzzeitigem Kontakt mit Mineralfaserstäuben Krebs kriegen kann- ich bin es nicht, da ich kein Arzt bin.
Und falls sie gesicherte Informationen haben, das in Deutschland jemand ursächlich durch Mineralfasern an Krebs erkrankt ist, würde mich das schon interessieren. Ich kenne keinen Fall aus den bauseitigen Fachinformationen.

Das bedeutet nicht, das ich ein glühender Verfechter der gesundheitsfördernden Wirkung von Miwo bin.
Meine Meinung dazu können Sie in dem Forumsbeitrag 79712 lesen, wo nach Alternativen zur Mineralfaser gefragt wurde.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Kibies, nicht Kiebis!



Hallo Herr Böttcher,
ich behaupte ja nicht, daß der einmalige kurze Kontakt mit alter Miwo krebserregend ist. Oder habe ich das?
Wenn Sie Asbeststäube einatmen, fallen Sie ja auch nicht direkt um. Sie werden vielleicht nicht daran sterben, sicherlich werden Sie aber in dauerhafter Kombination mit anderen Dingen früher sterben. So etwas ist schwer nachweisbar oder wird gerne verhindert, da stehen dann aber andere Interessen im Raum.
Deswegen halte ich die Einhaltung der Arbeitshygiene immer für dringend erforderlich, eine Sensibilisierung für diese Dinge sowieso.
Wie oft höre ich auf den Baustellen, "ach, ist doch nicht so schlimm".
Grüße
Bernd Kibies



Krebs durch Miwo



Was den Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Verarbeitung von Miwo betrifft, bin ich mit Ihnen einer Meinung, Herr Kiebis.

Aber die Fragen von Rolf Pelzer zielt eigentlich auf eine medizinische Auskunft, nämlich:

- kann er sich vom Ausbau der Miwo Magenkrebs geholt haben?
- Wie lange bzw. wieviel Staub muß man einatmen, um in Gefahr zu geraten bzw. wie hoch ist die Dosis, die zu Krebs führt?

Und die können wir nicht beantworten, wir sind nun mal keine Ärzte. Und Panik verbreiten wollte ich auch nicht.
Ich glaube auch nicht, das ein Arzt einem Gaststättenbesucher, der ein Dutzend Abende in einer verrauchten Kneipe als Passivraucher verbracht hat, sagen kann, ob er davon Lungenkrebs bekommt.

Viele Grüße
Georg Böttcher





Lieber Herr Böttcher,
auch wenn es Ihnen schwer fällt:
Ich heiße Bernd KIBIES und nicht Kiebis.
Woran liegt das? Auch wenn Ihnen meine Beiträge nicht gefallen oder warum auch immer, so viel Zeit muß doch sein.
Mittlerweile ärgert mich das, speziell in diesem Forum!
Grüße
Bernd KIBIES



Krebs durch Miwo



An Bernd Kibies:

Ich bitte um Entschuldigung für meinen Schreibfehler.

Viele Grüße
Georg Böttcher