Dach-Querbalken morsch - Dachbodendecke eingestürzt

14.03.2010



Guten Abend liebe Fachwerkler :o),Mein Mann und Ich wollen uns ein altes Haus kaufen (Bj.1930).Es steht seit 15 Jahren leer ! Leider ist im hinteren Hausbereich der dicke Querbalken morsch und die Dachbodendecke ist eingestürzt.Dabei ist der eine Stützbalken (vom First beginnend nach unten) wo quer die Dachlatten drauf sind ein wenig nach unten gerutscht.Ich habe ca.10 große Foto´s gemacht von der mangelhaften Decke.Wer kann uns sagen ob dies Reparabel wäre und Was dies kosten würde.Würde mich über fachkundige Hilfe freuen.Liebe Grüße aus Berlin - Isabell :o)





Hallo,

reparabel ist alles.
Die frage ist nur was darf es kosten.
Was auf Ihrem Foto zu sehen ist könnte durchaus ein Schaden durch den Echten Hausschwamm sein. Sicher ist auch die darunterliegende Decke in Mitleidenschaft gezogen.
Ich empfehle dringend mit einem Sachverständigen einen Termin vor Ort zu machen, der wird Ihnen zur Sanierungsmöglichkeit genauere Angaben machen können.

Grüße aus Schönebeck



Wenn Sie sich



von diesem Auftakt den Kaufgedanken nicht vermiesen lassen, sollten ja noch positive Aspekte des Hauses vorhanden sein. Die Beurteilung muss verständlicherweise als Ganzes erfolgen, die Abfrage zu einem Teilproblems wird nur weitere Fragen bringen.
Ich kann es mir diese Woche ansehen, falls es eilt.





Um die Sache nicht ins zeitlich und finanziell ins Endlose gehen zu lassen, sollten Sie feststellen, wie das Haus zum Zeitpunkt "fertig" aussehen soll. Grobe Reparaturen der Substanz (Dachstuhl, wohl auch tragende und aussteifende Balken der Decken), Leitungen, Elektro, Heizung, Dämmung - das alles sollte zum Kaufzeitpunkt bekannt und finanziell abschätzbar sein. Dann kann man das alles gleich aufs Mal machen lassen.
Sonst gibts eine lange, lange Folge von "lebensrettenden Sofortmassnahmen" und Reparaturen gut auf schlecht - das ist dann ein Zeit- und auch Geldverlust.
Bei BJ 1930 (nicht gerade eine wirtschaftliche Glanzzeit) sollte man auch noch auf verdeckte Probleme wie Kappendecken aus Eisenträgern und von Hand verdichtetem Beton achten, die werden durch langdauernde Wasserschäden auch nicht besser.
Wieviel für den Kaufpreis dann noch übrigbleibt (bis hinab zu Grundstückwert abzüglich Abbruchkosten), lässt sich dann auch einfacher entscheiden.
Also Begehung mit SV, nützlich wäre den Marktpreis für ähnliche Objekte zu kennen. Einsicht in Zonenpläne, Bebauungsvorschriften usw. sind sowieso ein Muss.
Ich möchte Ihnen nicht davon abraten, so etwas anzugehen, aber man sollte vorher wissen, worauf man sich sehr wahrscheinlich einlässt.

Noch etwas: Wenn Sie, bevor Sie das Objekt erworben haben, hier im Netz öffentlich zur Besichtigung einladen, können Sie massive Probleme bekommen - dafür gibts persönliche Nachrichten.





---“Meine Schätzung liegt zwischen 80.000 bis 100.000 Euro.”---

Für den Rohbau reicht das sicherlich.

Grüße aus Schönebeck



Oha



Hallo,
Wir planen auch gerade die Sanierung eines älteren Fachwerkhauses und wenn ich mir die Bilder so ansehe, auch wenn das vielleicht der schlimmste Teil des Hauses ist, kommt mir die Summe ein bisschen klein vor.
Wir arbeiten schon ein Weile an unserer Kostenaufstellung, haben vieles wieder und wieder geändert aber wenn ich "Biberschwanz...,Bio-Abwasser-System" lese, ist das mehr als der Standard.
Aber je nachdem wieviel in diesem "Packetpreis" schon drin sein soll und was an Eigenleistung noch hinzukommt....

Viele Grüße
Michael



zur Kostenschätzung



ich schließe mich der Einschätzung von Michael an. Ohne natuerlich das Objekt zu kennen erscheint mir TEUR 80-100 günstig zu sein. Ich schaue mir auch gerade ein ähnlich großes (Facherk-)Haus an, das offenbar auch ähnlich marode ist. Von drei Stellen (SV und Architekten habe ich überschlägige Kostenschätzungen: min. TEUR 200; wahrscheinlich eher TEUR 350.
viele Gruesse



Kostenschätzung



Wir sanieren auch gerade ein altes Haus. Fenster, Heizung, Wasser, Abwasser, Elektro, Dämmung und Zimmerman sind dabei die größten Posten. Wir machen gaaanz viel selbst. Das Haus hat 18m x 12m aber wir bauen nur 9x12 aus. 100.000€ sind da schon sehr knapp bemessen. Ich würde mir an Ihrer Stelle bei der Kostenaufstellung Zeit nehmen um nichts zu vergessen. Aber wenn Sie immernoch das Gefühl haben, dass es sich lohnt ist nichts falsches dabei.
Wichtig ist, dass Sie sich beratende Hilfe nehmen von Fachleuten denen Sie vertrauen. Damit kann man am Ende sehr viel Geld sparen.



Und...



...selbst bei einer realistischen Kostenschätzung noch mal mindestens 25% drauf schlagen.
(Unverhofft kommt oft)

Grüße aus Schönebeck





Auch wenn man hier nur einige Fotos sieht kommt mir die Abschätzung mit 100 kEUR viel zu wenig vor.
Wir sind seit nun mittlerweile schon ca. 4 Jahren auch dabei unser Haus umfassend zu sanieren und hatten diverse marode Mauern, morsche Balken usw. . Man unterschätzt die nötige Arbeitszeit, die man für solche Sanierarbeiten ansetzten muss. Wenn man es nicht selbst machen kann, ist es mit angestellten Auftrags-Arbeitskräften auf Grund der vielen Stunden sehr teuer. Vieles muss vorher überlegt und angepaßt werden weil man eben an schon vorhandener Bausubstanz baut.