Korrekter Fußbodenaufbau für Massivholzdielen auf Lagerhölzern




Hallo zusammen,


Ich habe vor Massivholzdielen aus Buche mit 20mm Stärke und 150mm Breite zu erstehen. 2500mm fallende Längen. Dafür müsste ich wissen, wie der künftige Fußbodenaufbau aussehen muss.

Ich möchte die Dielen nicht kleben, sondern auf Lagerhölzer verschrauben. Anforderungen an den Wärmeschutz gibt es nicht, aber an den Schallschutz!

Ein hohes Schalldämmmaß ist mir besonders wichtig. Ich höre gerne etwas lauter Musik und auch wenn konstruktive Maßnahmen am Fußbodenaufbau eher wenig helfen um den Schallschutz in dieser Hinsicht zu verbessern, ist auch eine gute Tritt- und Körperschalldämmung erwünscht.

Ich bin hier in einer Zweizimmerwohnung (48m², davon knapp 40m² zukünftiger Dielenboden). Bei dem Haus handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus schätzungsweise aus den 60er 70er Jahren, Marke Plattenbau.
Renoviert wurde die Wohnung wohl Anfang-Mitte der 90er Jahre.

Der bisherige Fußbodenaufbau ist:

Verklebter PVC
Direkt auf der Leichtbauplatte der vergossene Estrich (ca 1-2 cm stark, ohne Randdämmstreifen)
Holzwolle-Leichtbauplatte (ca 2-3 cm stark)
Sperrbahn
Hackschnitzelschüttung,
Betondecke

Pro Zimmer jeweils 17m² plus Flur mit etwa 5m² also knapp 40m² gesammt für den neuen Boden.

Da die komplette Elektrik sowie Heizungsrohre aufputz, in der Sockelleiste verlegt waren, habe ich den Estrich an der Wand entlang geschlitzt um die Installationen in den Boden zu verlegen.

In der Höhe habe ich eigentlich kaum Limitierungen. Dennoch wäre ein niedrigerer Fußbodenaufbau wünschenswert.

Vorgestellt hatte ich mir die Konstruktion mit:

Dielen verschraubt (45° am Federfuß) mit Lagerholz
Lagerholz
Kokosdämmstreifen
Estrich


Die Fragen die sich mir nun stellen:

1) Welche Abmessungen sollten die Lagerhölzer haben. Könnte ich auch nur 2cm starke Hölzer nehmen um nicht unnötig hoch zu kommen?
2) Ist der Abstand von 40-50 cm zwischen den Lagerhölzern in Ordnung?
3) Für die Schrauben (würde HECO-UNIX-top Dielenschraube nehmen), werden häufig 3,5mm empfohlen. Welche Länge sollte ich wählen?
4) Die Dämmstreifen unter den Lagerhölzern, wie dick sollten diese sein?
5) Sollten die Dämmstreifen breiter als die Lagerhölzer sein?
6) Müssen die Dämmstreifen irgendwie an den Lagerhölzern fixiert sein, oder sollen sie einfach so darunter gelegt werden?
7) Ist es empfehlenswert noch Material zwischen die Lagerhölzer (z.B. Schüttung oder Holzfasermatten) einzubringen, lässt sich dadurch die Schalldämmung verbessern?

Ich wäre sehr dankbar für eure Meinungen und Kommentare.



Hallo,



kenn Sie das: http://www.steico.com/produkte/holzfaser-daemmstoffe/steicofloor/ueberblick/

Grüße



Boden mit Schalldämmung versehen



Zum Holzbelag
Buche arbeitet heftig, besonders in der Breite- da muß du mit Fugen rechnen und Schüsselungen/Verformungen.

Besser ist in der Hinsicht Eiche, Lärche, Kiefer

Als Abstand sind 50-60 cm zwischen den Lagerhölzern ok.

Zu den Schrauben:
Als Befestigungsschraube ist jedes Qualitätsschraube geeignet,
3,5 mm Durchmesser, Länge 45-50 mm.45 Grad schräg über der Feder verschrauben.
Bei Hartholz vorbohren mit 2 oder 2,5 mm Durchmesser.

Zur Dämmung
Wenn tatsächlich keine Randdämmstreifen verlegt wurden müßte die Trittschalldämmung ziemlich schlecht sein-
trotz genügend Masse und dämpfenden Zwischenlagen.
Die erwähnten Systeme mit Weichfaserplatte und eingelegter Latte sind geeignet, wobei die Latte auch separat sein könnte, ggf eine zusätzliche, stabile Trittschalldämmplatte unterlegen.

Kein Luftraum unter den Dielen lassen, damit kein Resonanzraum entstehen kann.

ich vermute, dass bei lauter Musik eher mögliche Luftschallübertragung über die Wände problematisch ist.

Evt müßtest du diese auch mit schallabsorbierendem Material belegen, zb Holzfaserplatten.
Infos zu div geprüften Schalldämmvarianten findest du auf den websites von Rigips, Lafarge, Knauf ua.

Zur Schallabsorption kannst du auch Wandteppiche aufhängen, schwere Vorhänge, Zelluloseputze verwenden, Teppiche auslegen.

Andreas Teich



Schallschutz



Der jetzige Fußbodenaufbau klingt gut, daran gibt es schalltechnisch kaum etwas zu verbessern. Wenn dann mit einem Trockenestrich mit ankaschierter Dämmlage und textilem Belag.
Problematisch sind die Nebenübertragungswege wie Wohnungstür und Zimmertüren, Rohrdurchführungen, Installationsschächte usw.





Vielen Dank für die hilfreichen Antworten!

Ich hole mal kurz etwas aus. Ich habe über Kleinanzeigen zufälliger Weise 50m² Buchedielen in gutem Zustand für 350 Euro bekommen. Ich bin ein Freund davon Sachen mehrmals zu verwenden, wieso nicht auch den Fußbodenaufbau, sodenn er noch in einem guten Zustand ist.

Daher die Buchedielen, bei Neukauf hätte ich tatsächlich zu Eiche tendiert. Allerdings fand ich die Buchedielen auch von der Optik recht schön und hatte die Hoffnung, dass wenn sie schon mal verlegt waren, sie nicht mehr so stark schwinden und quellen.

Für den Hinweis mit dem Resonanzraum unter den Dielen bin ich sehr dankbar!

Das Steico Floor System ist tatsächlich eine schöne Lösung. Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, nochmal 12-13 Euro pro m² für die Unterkonstruktion auszugeben.
Bitte nicht falsch verstehen. Ich frage hier freilich nach einem ordentlichen Fußboden, allerdings bin ich voraussichtlich nur einige Jahre in der Wohnung. Daher wäre ein preislich und qualitativ guter Kompromiss wünschenswert. Für ein Eigenheim, wäre das Steico Floor System so gut wie gekauft.

Ich hätte die Option Universaldämmplatten für wenige Euro pro m², ebenfalls von Steico mit einer Stärke von 35mm zu bekommen. Wäre es daher ein praktikabler Ansatz, Lagerhölzer auf auf eine TSD zu legen und den Zwischenraum mit o.g. Steico Universalplatten zu füllen?

Welches Material wäre dann für die Dämmstreifen zu empfehlen? Hanf, Kokos oder Kork? Welche Stärke wäre da die Richtige?

Ja die Randdämmstreifen wurden damals tatsächlich beim Estrich gespart und der Kunststoffbodenbelag direkt auf den Estrich geklebt. TSD dürfte daher relativ schlecht gewesen sein, da zwischen Estrich und Wand ringsherum eine schöne dicke Schallbrücke eingebaut ist.Dass große Masse Schall schluckt ist klar. Für minimierte Raumschallübertragung dürfte die alte Konstruktion ganz gut gewesen sein, da die "schwingende" Masse der Decke erhöht wurde. Wenn ich richtig liege dürfte man dadurch ganz effektiv die Eigenfrequenz der Decke reduziert haben.

Ich nehme an, es wäre daher sinnvoll auch beim Verschließen der Schlitze, wieder die Randdämmstreifen wegzulassen, wenn eine effektive TSD durch den weiteren Fußbodenaufbau gewährleistet ist?

Ich bin auch gerade noch am überlegen, ob es sinnvoll wäre die zwei Wände die zur Nachbarwohnung und zum Treppenhaus hin liegen (bin in einer Eckwohnung im DG), ebenfalls mit den Gutex Universalplatten zu kaschieren und darauf Rigipsplatten aufzubringen.

Vielen Dank in die Runde!



Schallschutz



Sie sollten sich endlich von der Idee mit den Buchendielen verabschieden.
Die Kombination von Schnäppchengier und dem Glauben es wird schon funktionieren kann teuer zu stehen kommen.
Bauen Sie was anderes draus oder verscheuern Sie die Dinger für 400,- € an den nächsten.
Falls eine Trennung zwischen Wand und Estrich fehlt kann man die schnell und unkompliziert mit einer Flex nacharbeiten.
Was geht ist Trockenestrich mit Dämmlage oder auf Trittschalldämmung (5 mm reichen da schon)und Belag, am besten was textiles. Das bricht auch noch den Luftschall.
Eines ist mir gerade noch eingefallen:
Ist das eine gemietete Wohnung oder Wohnungseigentum?



Trittschalldämmung



Wenn es machbar ist würde das Aufschneiden der Estrichrandfuge sicher eine Verbesserung bewirken.
Bei neuem Dielenbelag kann die Fuge so breit sein wie sie sich mit einem großen Winkelschleifer ergibt.
Hinterher kann die mit Holzfaserplattenstreifen oder feinem QuarzSand gefüllt werden.

Als dämpfende Unterlage unter die Lagerhölzer sind ca 15 mm dicke Kokosfaserstreifen oder auch Gummigranulatstreifen geeignet.

Mit mehreren dünnen kann ggf die Höhe nivelliert werden.
Dazwischen schwere Holzfaserplatten legen- darauf achten, dass ohne Luft zu den Hölzern anliegen.
Evt irgendwo verbleibende Zwischenräume können mit feinem Quarzsand ausgefüllt werden- der bietet Gewicht und gute Dämpfung.

An den Wänden würden poröse Materialien wie zB Holzfaserplatten besser zur Luftschalldämmung beitragen als wenn sie mit glatten Platten belegt werden-am besten ausprobieren.
Sieh dir die Schalldämmkonstruktionen der Gipsplattenhersteller an.
Statt Mineralwolle können ebenso Holzfaserplatten ähnlicher Dichte verwendet werden (nachfragen- ggf bei Holzfaserplattenherstellern:
Steico, Pavatex,Gutex,Doser,BestWood...
Es gibt relativ günstige Schallmeßgeräte (auch als app für Mobilgeräte)

Die sind zwar nicht sehr genau- mögen aber zum Vergleich genügen.

Andreas Teich