Feuchtigkeit im Keller

15.06.2010



Hallo,
wir haben ein denkmalgeschützes Haus (ca. 100 Jahre alt) gekauft. Der Keller ist offensichtlich feucht. Die Feuchte kommt etwa einen Meter die Wände hoch. Auf dieser Höhe gibt es eine alte Horizontalsperre, die etwa auch auf Höhe das äußeren Erdreiches liegt. Eigentlich wurde der Keller vor 10 Jahren saniert. Ein Teil des Kellers ist mit Verlegesteinen auf einer schwarzen Kiesschüttung verlegt. Darunter befindet sich das Erdreich, im Wesentlichen eine Lehmschicht. Die Wände sind offen und bestehen aus großen unterschiedlich geformenten Steinen mit Sandmörtel (?) dazwischen. In drei Räumen des Kellers sind Fliesen bzw. Beton ausgelegt. Diese Räume sind hauptsächlich verputzt (weiß, Material?). Das Haus steht auf der Lehmschicht. Die Steinmauern verfügen über kein tiefergehendes Fundament und enden auch ca. 15-20 cm unterhalb des Fußbodens. Das Grundwasser steht sehr hoch und reicht je nach Wetterlage bis in die Schüttung unterhalb der verlegten Steine. Darin liegt wohl ein Drainagerohr, dass in eine Abwasserhebeanlage mündet.
Ein Architekt hat uns geraten, im unteren Bereich der Wände eine Injektage vorzunehmen. Versuchsweise wurde wohl vor Jahren in einem Raum eine Injektage vorgenommen, und die Wand darüber scheint trockener zu sein. Diese befindet sich im wärmeren Heizungsraum. Insgesamt sind wir aber doch unsicher, welche Maßnahme die beste ist. Von daher sind wir dankbar für Hinweise und vor allem für einen guten und erfahrenen Sachverständigen, der sich das ganze mal vor Ort anschauen kann, da wir gerne eine "dritte" Meinung einholen wollen.
Mit freundlichen Grüßen
Lars





Warum soll der Keller trockengelegt werden, wenn doch die Feuchte jetzt nur etwa einen Meter hoch steigt? Das Ganze entspricht wohl der damals üblichen Bauweise.



Nutzungsänderung



Wir möchten min. 1 Raum als Arbeits- oder Gästezimmer nutzen können. Zusätzlich wäre es gut, einen Lagerraum zu haben. Außerdem machen wir uns Sorgen, dass die Feuchtigkeit Schimmel o.ä. anzieht.





Hallo,

Versuchen Sie mal hier einen SV für Feuchteschäden an Gebäuden nach PLZ zu finden.
www.dhbv.de

Grüße aus Schönebeck



Nun dieses Thema ist schon oft behandelt.



Ich verweise auf die Schrift Nr. 12 auf meiner Homepage.
Dazu noch Fragen - was soll eine Injektion bewirken?
Glaubt jemand, dass sich deswegen die Temperatur ändert?
Gut auf dem Bild zu erkennen - Tauwasser auf einem gefliesten Keller.





Hallo Lars,

ich glaube da noch nicht einmal an einen Feuchteschaden, es handelt sich um ein recht alltägliches Bild. Auch wenn Du zahlreiche Sachverständige und Injektionsfirmen beim DHBV finden wirst, würde ich doch statt dessen zu jemanden raten der sich zunächst unabhängig mit dem Problem auseinandersetzt und nicht gleich die Verpresstechnik im Lieferwagen hat, denn dann ist die Lösung des Problems schon bei der Anfahrt klar.

Bei Deiner Schilderung wird klar: Die Horizontalsperre liegt etwa auf Höhe des äußeren Erdreiches. Dies bedeutet auch, das der erdberührte Bereich Deines Mauerwerkes unterhalb der Horizontalsperre kälter ist als der Sockelbereich darüber. Dies ist genau der Bereich, bei dem bei Witterungen wie in den letzten Wochen mit Luftfeuchtigkeiten um 90 - 100 % Kondenswasser ausfallen wird. Feuchte Wand und das Wasser unter den "Verlegeplatten" (aus was sind die eigentlich?) müssen nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben.

Wenn Dein Grundwasser tatsächlich bis in die Schotterlage steigt sind allerdings größere Eingriffe notwendig um einen bewohnbaren Raum zu erschaffen. Wenn Du oben rechts einmal in der Postleitzahlen suche nachschaust wirst Du bestimmt einige Kollegen in Deiner Nähe finden, die Dich Produktunabhängig beraten können.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Herr Kornmayer?



Was haben Sie für ein gestörtes Verhältnis zu Vereinen?

Ich schrieb “SV” (Sachverständiger), nicht Fachbetrieb!

Der hier ist “gut”

---“Wenn Du oben rechts einmal in der Postleitzahlen suche nachschaust wirst Du bestimmt einige Kollegen in Deiner Nähe finden, die Dich Produktunabhängig beraten können.”---

Super Idee Herr Kornmayer, stellen Sie doch gleich den Link von Ralf Dieter oder Meister Kusch & Co hier ein.




Grüße aus Schönebeck





Ich habe doch nichts gegen Vereine und Ehrenämter, die sind im Allgemeinen alle gemeinnützig und somit wichtig für unsere Gesellschaft. Auch spende ich.

Es zuckt halt manchmal bei mir wenn ich den Eindruck habe, dass angeblich allein die Mitgliedschaft in einem Verein den Segen, die Absolution und den Sachverstand mit sich bringen soll. Selbst wenn der Verein sich Verband nennt. Ein Mitglied in einem Verein werde ich durch Zahlung und Beitritt. Gewiss sind in dem Verein auch gut ausgebildete und neutrale Sachverständige zu finden. RaDiRus Kollegen sind im Übrigen aber auch dort zu finden, die kuschligen Kollegen wohl eher nicht :-))

Mir geht es ja gar nicht um Deinen Verein, sondern um das Bestreben neutrale Informationsquellen zu nennen. Und dazu zählt halt nicht in jedem vierten Beitrag als Hauptinfo einen einzigen Verein, sondern eben auch das neutrale Angebot der diversen Kammern und tatsächlichen Berufsverbände etc. Das wäre eine vermehrte Schreibarbeit klar, aber umfassend.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Herr Kornmayer,

Sie würden also:
-statt beim DHBV zu suchen, zu jemanden raten der sich zunächst unabhängig mit dem Problem auseinandersetzt und nicht gleich die Verpresstechnik im Lieferwagen hat, denn dann ist die Lösung des Problems schon bei der Anfahrt klar.-

Das heißt also, das alle Mitgliedsfirmen abhängig (von wem eigentlich?) sind und ihre Kunden vorsätzlich bescheißen wollen.

Das mit den “Zuckungen” ist ja hier nicht nur bei Ihnen so.
Da zuckt es den ein oder anderen Fachmann(?!) zu behaupten es gibt keine kapillare Feuchte, im nächsten Beitrag erklärt aber dieser eine, oder auch der andere, manchmal auch gleich beide vermeidlichen Fachleute der Laienwelt wie wichtig die Verwendung von kapillaraktiven Baustoffen ist.

Da frage ich mich dann schon, wie jetzt?

Grüße aus Schönebeck





man könnte meinen, dass das alte Sprichwort "Der getroffene Hund bellt." zuträfe. Aber das glaube ich nicht. Ich habe klar geschrieben dass in Ihrem Verein "auch gut ausgebildete und neutrale Sachverständige zu finden" sind. Weshalb Sie den Firmen Betrug vorwerfen kann ich nicht nachvollziehen, ebenso geht es mir mit der Abhängigkeit. So etwas habe ich nicht geschrieben, aber vielleicht wissen Sie da als Mitglied mehr als ich? Letztlich glaube ich, da haben Sie etwas missverstanden.

À propos Missverständnis. Ich weiß nicht auf welche beiden "Fachmänner" Sie abzielen, die behaupten würden, es gäbe keine "kapillare Feuchte". Letztlich haben diese aber wohl recht, denn Feuchtigkeit an sich ist gewiss nicht kapillar. Wasser ist allenfalls vorhanden und besitzt kaum Strukturen die zur Kapillarität neigen. Materialien, Baustoffe etc. diese können hingegen kapillar Wasser transportieren, aber eben auch nur begrenzt und im Besonderen begrenzt (aufsteigend)nach oben.

Aber das lenkt jetzt eigentlich vom Vereinsthema ab. Nochmal: Ich habe nichts gegen den Verein oder seine Mitglieder, von denen ich einige kenne und auch wirklich sehr schätze.
Doch damit Sie meine Vorbehalte besser verstehen, die mich zum Gedanken bewegen, dass die gebetsmühlenartige Nennung des Vereines als Quell der Weisheit möglicherweise die Sicht einschränkt, zitiere ich einmal aus den Aufnahmekriterien. Eine Mitgliedschaft ohne Vorbehalt kann unter anderem erhalten, wer

- wer als Industrieunternehmen bauchemische Produkte oder bautechnische Geräte herstellt
- wer als Unternehmen oder freiberuflicher Handelsvertreter mit bauchemischen oderbautechnischen Produkten handelt
- wer als Person, Institution oder Organisation ... nahe steht ...

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Mal zurück zum feuchten Keller ...
Alte Häuser sind einfach nicht so gebaut, dass man den Keller als nachhaltig trockene Raum nutzen könnte. In anderen Foren kann man zur Genüge nachlesen, welcher Aufwand beim Keller getrieben wird, und welche Probleme bei unsachgemässer oder schlampiger Ausführung anstehen. Und das sind Neubauten.
Zwar ist die Versuchung gross, die Kellerräume, die früher zum Einlagern von Lebensmitteln wichtig waren, als Arbeits- oder Gäste- oder Werkzimmer zu nutzen, aber es lohnt sich meistens nicht. Das ist, um einen oft verwendeten Vergleich zu bemühen, so, als würde man einen VW Käfer zu einem Porsche umbauen. Technisch möglich? Vielleicht. Sinnvoll? Wohl kaum.





Herr Kornmayer,

- wer als Industrieunternehmen bauchemische Produkte oder bautechnische Geräte herstellt
- wer als Unternehmen oder freiberuflicher Handelsvertreter mit bauchemischen oderbautechnischen Produkten handelt
- wer als Person, Institution oder Organisation ... nahe steht ...

Wie anders sollen z.B. Prüfämter, Labors oder Vereine die sich der Denkmalpflege verschrieben haben Mitglied werden.?
Ihre drei Beispiele jedenfalls haben alle eins gemein, die Mitglieder werden weder als SV, noch als Fachfirma dort geführt.

Die ersten 6 Kriterien zur Aufnahme ohne Vorbehalt, die dann als Sachverständige oder Fachfirmen auch sichtbar geführt werden, haben Sie dezent weggelassen, das sind aber jene, um die es hier geht, oder gehen sollte.

Der Vollständigkeit halber hier auch diese Kriterien:

http://www.dhbv.de/index.php?menuid=13

---Aufnahmekriterien---

Im übrigen war meine Antwort ein sehr gezielter Hinweis auf diese Bitte:

„…von daher sind wir dankbar für Hinweise und vor allem für einen guten und erfahrenen Sachverständigen, der sich das ganze mal vor Ort anschauen kann, da wir gerne eine "dritte" Meinung einholen wollen.“

Was Ihre Empfehlung (oben Rechts suchen) betrifft.
Da zuckt es bei mir halt, was sich hier so alles im Holz und Bautenschutzsektor auf tut.
Ich halte das jedenfalls für eine sehr fragwürdige Unabhängigkeit.


Grüße aus Schönebeck





Na dann sind wir uns ja mal wieder einig, Raubfische scheint es in jedem Teich zu geben.

Beste Grüße aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Ganz vergessen, Ihre Frage



„Weshalb Sie den Firmen Betrug vorwerfen kann ich nicht nachvollziehen, ebenso geht es mir mit der Abhängigkeit.“

Wenn ich ein Verfahren anwende, welches von vorn herein nicht den erwünschte Erfolg bringen kann, dies aber mache, oder machen „muss“ (weil ich nur das eine habe) -Vorsatz-
dann verkaufe ich eine Leistung, die nicht von dem Erfolg gekrönt werden kann, den der Kunde erwarten kann.
Das ist nach meinem Rechtsverständnis Betrug.

Und wenn Sie:

„zu jemanden raten der sich zunächst unabhängig mit dem Problem auseinandersetzt“

heißt das für mich, der andere kann oder will sich nicht unabhängig mit dem Problem auseinander.

Da hab ich Bauchschmerzen.

Grüße aus Schönebeck



Die Bauchschmerzen teile ich.



Genau! Endlich. Der Schlüssel liegt da im kann bzw. im will. Wenn also ein EinmannBohrmaschinen FranchiseUnternehmer von seinem Produzenten solange geschult wurde bis er das glaubt was er da erzählt und in/auf/an die Wand "bringt" und dies seinen Kunden glaubhaft vorträgt liegt nämlich kein Vorsatz und auch kein Betrug vor – auch wenn die Leistung nicht vom Erfolg gekrönt wird. Das wäre der "Kann-Fall".

Im Falle des "Nichwollens" sieht es da genauso aus wie Sie es beschrieben haben, das würde ich auch als Betrug ansehen; trotzdem, ein Vorsatz lässt sich nur sehr schwer nachweisen.

Das Problem liegt eher beim Vermögen des meist nicht fachlich orientierten Bauherren, der eben oft nicht unterscheiden kann ob ein verkauftes Produkt/eine verkaufte Leistung überhaupt zur Problemstellung passt – und ob der kompetent erscheinende Verkäufer / Verarbeiter überhaupt die tatsächliche Problemstellung erkannt hat und vor allem: daraus resultierend handelt.

Wer suchet der findet? Nur was, nur wo ....

Deshalb rate ich selbstverständlich „zu jemanden ... der sich zunächst unabhängig mit dem Problem auseinandersetzt“.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Genau nicht Herr Kornmayer!



Wenn ich als zertifiziertes Unternehmer, an einer Instandsetzung vorbei diagnostiziere und saniere, beispielsweise am Lastfall, halte ich sehr wohl meinen Ar… dafür hin.
Im Juristen Deutsch heißt dass dann: “wohl besseren wissen”
Der Kunde muss die fachlichen Zusammenhänge nicht verstehen, dazu greift er ja auf eine Fachfirma zurück.
Wenn Sie als Planer am geschehen vorbei diagnostizieren kann das auch für Sie teuer werden.
Und verwechseln Sie bitte nicht bundeseinheitliche Zertifizierungen mit Produktschulungen.

Den nötigen Sachverstand bringen auch nur wenige Architekten mit. Da nutzt die Unabhängigkeit dann nichts.


PS
Meine Empfehlung geht nun mal immer in Richtung SV, genaugenommen einen öbuv.


[pubimg 20782]

Grüße aus Schönebeck



Doch.



Lesen Sie nochmals meinen letzten Beitrag, genau darum geht es doch: Sie schreiben "Der Kunde muss die fachlichen Zusammenhänge nicht verstehen, dazu greift er ja auf eine Fachfirma zurück".
In dieser Gutgläubigkeit liegt doch gerade der Haken, wenn der Kunde beispielsweise bei einer mit den beiden von Ihnen weiter oben genannten vergleichbaren Firmen landet. Der Kunde fühlt sich auch dort bei einer Fachfirma aufgehoben. Meinen Sie wirklich einer der beiden vergleichbaren Herren würde sein Hinterteil bei Nichtgelingen hinhalten? Sie sollten sich so einen Werkvertrag einmal ansehen, da wird schnell klar, wer für was nicht haftet und wer schon mal gar nicht. Dann gibt es eine Vorher/Nachhermessung und wenn es danach wieder Feucht wird ist das ein Bauherrenfehler.

Weil eben solche branchenschädigenden Firmen immer wieder unter den Deckmänteln von Öko- und Umweltforen, Falschzertifizierungen, zwischen ehrlichen Messeausstellern u.v.m auftreten rate ich immer zu einer produkt- und leistungsunabhängigen Beratung.

Nach der Ermittlung der Ursache eines Schadens wird die Leistung sauber ausgeschrieben, Vergleichsangebote eingeholt und beauftragt. Die Leistung wird unabhängig überprüft, abgenommen und bezahlt. Dies spart in der Regel mehr Geld als es kostet und bringt sowohl Rechtssicherheit für den Bauherren als auch für den Unternehmer – und das nicht nur hinsichtlich dessen Bezahlung.

Die verbale Beschimpfungsebene sollten wir uns doch bitte sparen. Im Übrigen zähle ich Sie nicht zu diesen Unternehmen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Vielen Dank



Guten Tag,
ich danke für die konstruktiven Hinweise. Über weitere freue ich mich natürlich auch, insbesondere ob jemand einen Sachverständigen empfehlen kann, mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat bzw. wie/wo man an eine solche (objektive) Bewertung kommt.

Ich bitte aber darum, die Diskussion über Fachfirmen und Bauernfänger in einen anderen Threat zu verlagern. Vielen Dank.





Hallo Lars,

Sachsen ist groß, Du solltest noch sagen wo das Haus steht, vielleicht wirst Du dann eine Auskunft bekommen.

Gruß aus WIesbaden,
Christoph Kornmayer





Das Haus steht im Großraum Dresden



Feuchter Keller



Hallo Lars,
wenn Du Interesse hast, komme ich mal vorbei und sehe mir den Keller an.
Wenn Du zum Thema vorab ein paar Informationen haben willst, schau mal auf meine Homepage unter Tipps und Infos, Downloads.
Da steht etwas über Altbaukeller und atmende Wände.
Die Adresse findest Du neben meinem Profil unten rechts.

Viele Grüße