Kalkputz innen.

12.02.2013



Grüß euch ein paar Jahre später. Habe ganz ähnliches Projekt am Laufen (ohne Fachwerk) und Infos sind wirklich schwer zu bekommen. Noch ergänzende Fragen:

1. Muss ich den Kalkunterputz, Kalkoberputz und den Kalkanstrich täglich wässern? Mannomann, da muss man sich ja extra einen Monate Urlaub nehmen um ein paar Wände zu verputzen.

2. Wie werden die verschienden Putze und Anstriche genau gemischt (welches Verhältnis und welcher Kalk GENAU, Korngröße habt ihr eh vermerkt.)

Bin euch sehr dankbar für eure Hilfe!

Monika aus Österreich



Innenputz



Hallo Monika,
Innenputz wird üblicherweise einlagig mit der Stärke von 10-15 mm aufgebracht.Falls ein Egalisierungsputz als Vorputz erforderlich sein sollte kann man Kalkzementputz nehmen und dann mit Kalkputz ohne große Trocknungsperioden (1 Tag reicht)weiterarbeiten. Im Innenbereich ist die Frage der Nachbehandlung nicht so primär, wenn Sie nicht exzessiv Lüften stellt sich ein Feuchtegleichgewicht ein in dem der Putz carbonatisieren kann. Wenn Sie werkgemischte Trockenmörtel verwenden liegen Sie weiter auf der sicheren Seite. Die enthalten wasserrückhaltende Zusätze und Hydraulefaktoren, die eine gewisse Grundfestigkeit sichern. So kann der Kalk je nach Raumklima auch noch später weiter aushärten.
Kalkanstriche sollte man frescal, d.h. auf den noch nicht durchgetrockneten Putz aufbringen. So hat der Anstrich genügend Luftfeuchte und einen feuchten Haftgrund zum aushärten.

Viele Grüße



Ja Ja … dei Meinungen



Hallo

Jetzt haben Sie die Meinung von Herrn Böttcher gelesen …
udn meine ist ganz anders …

auf einen zementären Anteil im Mörtel würde ich gänzlich verzichten und die Hydraulefaktoren und wasserrückhaltende Zusätze würde ich auch vermeiden wollen …

der Kalk, der seit Jahrtausenden unter Verwendung ist hat sich auf Grund von Erfahrungen entwickelt und das Zusammenspiel der Sande mit dem Bindemittel Kalk hat zu einem wirklich perfekten Baustoff geführt …

Dann kommen so Mystifizierungen ans "Tageslicht", dass man, wie Sie schreiben, alle Putzschichten permanent bewässern muss, Wochen lang dem Kalk gut zureden muss damit er an der Wand bleibt, dann finden es einige "eklig" dass man Kalkfarbe an Klamotten hat, wen man Kalk an der Wand hat und so weiter …

bei den Putzereien, kommt es vor allem auf den Untergrund an, wie der beschaffen ist und welche Materialien da vorherrschen …

und die "Bewässerung" hängt dann auch davon ab und den "klimatischen" Begebenheiten, die gerade vorherrschen, Innen oder aussen - Sommer oder Winter etc.

dann kann man seinen Putz / Kalk selber mischen oder ihn schon fertig gemischt im Sack kaufen - als Pulvermix mit Sand

oder

man kan seinen Putz mit Sumpfkalk und Sand etc. auch nass mischen …

theoretisch könnte man auch mit ungelöschtem Kalk arbeiten …

eine einfache Anleitung:
- Untergrund sauber machen - keine losen Teile
- vorwässern
- Vorspritz (0-4 mm dünner Mörtel) auf die Wand spritzen, werfen
- am nächsten Tag evtl
- etwas vornässen
- Unterputz (0-4mm) Mörtel aufbringen, grob abziehen
- anziehen lassen
- Oberputz drauf (0-1mm) etwas anziehen lassen
- Kalk-Kaseinfarbe drauf - mehrfach (geht auch getönt mit Pigmenten)
- fertig

So das war das Prinzip, von dem es auch Varianten gibt und weitere Spezifikationen.

"einfacher" ist ein "anderer" moderner Putz, den so gut wie Jedermann draufklatschen kann und "auf ein mal" fertig ist und auf dem man auch "jede" Farbe drauf machen kann … … aber um diese Putze drehte sich die Frage ja nicht …

ein paar Infos hier:
- http://www.holzkalkbrennerei-koerndl.de/
oder hier:
- http://www.solubel.de/

bei weiteren Fragen einfach neuen Thread aufmachen - weiter hier reich schreiben oder mailen …

viel Erfolg

Florian Kurz



Innenputz



Solubel ist einer der Hersteller, die solche Werktrockenmörtel mit den von mir genannten Zusätzen herstellen.
Mörteldicken von 0-4 mm laufen bei mir unter Kalkglätte, die kann man nicht anwerfen nur aufziehen bzw, aufspachteln. Bei diesen geringen Schichtdicken besteht (ohne Chemie) die Gefahr des Aufbrennens.

Viele Grüße



0-4 mm



soll die Korngrösse des Putzes darstellen …

nicht die Auftragsdicke …

Florian Kurz



Innenputz



Aha, habe ich falsch verstanden.



kalkputz innen



Danke den beiden Profis! (Frag mal 3 Gärtner - ich bin nämlich einer - da sagt dir auch jeder was anderes und alle haben irgendwie recht)

Jetzt würde mich aber schon die "moderne" Variante die "jedermann draufklatschen kann" interessieren. Nach mehrwöchigem Wälzen von Dr. Googel weiß ich bisher nur eines mit ziemlicher Sicherheit: Zement kommt mir an die Lehmwand NICHT.

Es sind bei mir in manchen Räumen nur die Stemmkanäle für die Heizung zu schließen und da muss ich Kalkputz (wie vorher auch) draufgeben.
LG Monika