dachbodenausbau fachwerkhaus

26.01.2006



ich habe jetzt zig beiträge hier im forum gelesen und bin immer noch nicht so richtig schlau draus geworden:-))
also ich möchte den bisher ungenutzen Dachboden teilweise ausbauen und dementsprechend das Dach Schall und wärmeisolieren (fachwerkhaus mit von innen sichbaren holzschindeln). ich will folgendermaßen vorgehen:
vor dem jetzigen dach mit rund 25 cm Abstand und kanthölzern eine zweite Dachschräge einbauen und das ganze mit einer Lattung versehen. hinter der lattung die Dämmung (evtl. hanf).das ganze mit rauspundbrettern verkleiden. die Dampfsperre wollte ich mir eigendlich sparen, da die anfallende raumfeuchtigkeit ja durch die Holzverkleidung und die Hanfdämmung hindurch in dem hinterlüfteten raum zwischen dach und neuer dachschräge verdunsten kann. mach ich da was falsch?
schöne grüße hans



...so geht es nicht... !!!!



... eine Dampfbremse hat auch die Funktion einer Luftdichtigkeit-Ebene. Durch Zugluft geht viel mehr Wärme verloren, als durch ein langsames "Durchwandern" durch das Bauteil. Wenn nur Bretter eingebaut werden, sind etwa 400 m Fugen vorhanden (Schätzung) und da geht die Wärme mit der Feuchtigkeit auch in den sonst guten Hanf. Das Frauenhofer Institut hat eine sehr deutliche Untersuchung der Abhängigkeit von Fuge und Wärmeverlust mit Feuchtigkeitsanfall erstellt.
Die Fa. "proclima" (www.proclima.de) ist dabei sehr kompetent ,besonders auch in der Beratung.

Bitte schlauer machen, sonst gehts wirklich in die Hose, bzw. in den Hanf - und das kann sehr nass werden!!!

mfg
Horst Paulik



Na ja, kann gutgehen, muß aber nicht!



Sie haben Recht, der Dampfdruck wird wahrscheinlich nicht so groß sein, daß große Kondensationsprobleme entstehen. Wenn Sie dann noch eine Wandheizung installieren, wird es noch unwahrscheinlicher daß es Schäden gibt.

In diesem Zusammenhang empfehle ich Ihnen - wie bei jeder sich bietenden Gelegenheit - die Heizleiste. Eine direkte Wandheizung sollte hier wirklich schwierig zu installieren sein.

Allerdings würde ich persönlich dann doch auf den Hanf verzichten, und dafür einen Wandaufbau mit einer oder zwei Holzweichfaserplatten als Winddichtungsebene(n) und mehreren Lagen Holz bevorzugen. Wir haben mit dieser Konstruktion und Heizleisten dazu hervorragende Erfahrungen.

Über diese Problematik gab es bereits vor einiger Zeit eine Forumsdiskussion:
http://www.fachwerk.de/goForum.html?id=23448

Vieleicht lesen Sie auch dort einmal nach!


Mit den besten Grüßen von der Ostsee

Der Ingo


Foto:

Dachausbau mit 2 Lagen Holzweichfaserplatte, 2 Lagen Schalholz und einmal Rauhspund als Abschluß. Beheizt mit radiatherm Heizleisten.



Dampfbremse?



Auch ich sehe das ohne Dampfbremse nicht so problematisch. Holz hat einen ziemlich hohen Diffusionswiderstand, und wenn die Bretter gespundet sind...
Aber die Winddichtigkeit ist ein Problem. Ich würde auch unter der sichbaren Holzschalung eine winddichte Weichfaserplatte einbauen (und vor allem die Anschlüsse winddicht machen), durchaus aber die Hanfdämmung beibehalten. Oberhalb der Dämmung bleibt noch genug Raum für Be- und Entlüftung. Bei so einem ungewöhnlich hohen Aufbau würde auch eine Revisionsöffnung einbauen, um den Raum dahinter kontrollieren zu können.

beste Grüsse,
jh



geht wahrscheinlich nicht gut



eine Luftdichtung ist bei jedem Gebäude notwendig mit guten Dämmeigenschaften. Vor allem im Dachgeschoß mit dem geringen Abstand zwischen kalt und warm ist die sicher eingebrachte Lufdichtung für Wohngesundheit und sicheren Schutz vor Schimmelbildung wichtig. Bei kalter Witterung gelangt durch nur kleine Fugen eine gehörige Menge Wasser in die Konstruktion und zwar unabhängig davon, welche Beheizung den Raum warm macht.
Des Weiteren muss eine Luftdichtung nicht unbedingt eine Dampfbremse sein.

Grüße

Jochen Engelhardt



winddicht = luftdicht?



Kondensation hat 2 Voraussetzungen!

1. Hohe Luftfeuchtigkeit innen

2. Hohes Temperaturgefälle in der Konstruktion

Man hat zur Vermeidung der Kondensation in einer Konstruktion also zwei Variablen.

1. Durch eine relativ "offene" Konstruktion kann ein guter Luftaustausch und damit Feuchtigkeitstransport nach aussen erfolgen. Früher wurde dies durch Fenster ohne Dichtungsgummis auch in den unteren Geschossen gewährleistet.
In einem NICHT luftdicht (bitte nicht mit winddicht verwechseln!!!!) gestalteten Dachausbau ist die Luftfeuchtigkeit so niedrig, daß es in den Konstruktionen nicht(!) zu Taupunktunterschreitungen kommt.

(Erkennbar wird dies zum Beispiel, wenn man beim derzeitigen Wetter, hier sind draußen zur Zeit -15 Grad, in das mit 23 bis 25 Grad warme Haus kommt und einem NICHT die Brille beschlägt!!!!!!)

2. Durch Strahlungswärme im Haus (Wandheizung oder auch keramischer Ofen) werden die Wände warm und damit trocken gehalten. Wenn überhaupt, kondensiert Wasserdampf dann erst weit draussen im Außenbereicht der Konstruktion. Ist der Wandaufbau dann wasserleitend (kapilar bei Ziegel und Kalk oder auch hygroskopisch bei Holz) kann das Wasser in flüssiger Form an die Oberfläche und dort verdunsten.

Bei einer Konstruktion mit einer Weichfaserplatte statt Unterspannbahn und unter den Sparren mehrere Schichten Holz hat man dann mind.10 cm einer ruhigen Luftschicht. Dort kann sich der Rest des durch die erste winddichte Schicht hindurchgelangten Dampfes dann endgültig entspannen, bevor er auf die obere Weichfaserplatte trifft.


Der Einbau einer Luftdichtdigkeitsebene verhindert nicht automatisch Schimmel.
Bitte denken sie an Gipsputze, Vinyltapeten oder auch nur normale Raufasertapeten mit Dispersionsanstrich.
Alle diese Konstruktionen sind dampfbremsend.

Ich vermute wir haben die gleichen Ansätze.
Mit Folie luftdicht abgeklebte Häuser sind selbstredend völlig undiskutabel. Das hat sich zwischenzeitlich durchgeschwiegen, nun suchen viele nach dem Weg dazwischen.
Gesund dämmen, Heizkosten sparen.

Der Einbau von leichten Baustoffen macht aber die Verwendung einer Dampfbremse dringend notwendig!
Ansonsten kann es selbstverständlich auch bei Verwendung von Strahlungsheizungen zu Kondensationsproblemen kommen (dann allerdings nicht so oft, und bei weitem harmloser!).
Dabei hilft es auch nur wenig, wenn feuchtigkeitsabsorbierende Dämmstoffe wie Hanf oder Zellulose verwendet werden. Diese haben das Vermögen Wasser aufzunehmen und später wieder abzugeben.
Aber wer zieht sich im Winter Wollsocken an, die dann im Laufe des Winters feucht werden, um sie im Sommer anzubehalten, mit dem Hinweis, daß sie ja schließlich wieder trocknen müssen.

Welchen Sinn feuchte Wollsocken im Winter und trockene im Sommer haben, vermag jeder einzuschätzen.



Den unangenehmen und zum Teil ungesunden Folgen von zu hoher Luftfeuchtigkeit will ich hier keine Bemerkungen widmen, das sprengt dann wieder den Rahmen.
Sicher gibt es dazu demnächst auch dazu wieder eine Diskussion.



Mit den besten Grüßen von der Ostsee


Der Ingo





eine Winddichtung ist außen anzubringen und nicht an der rauminnenseite.
eine 10cm starke ruhige Luftschicht funktioniert physikalisch nicht (Thermodynamik).
Ohne Feuchtigkeitsprobleme sind alle Konstruktionen, die auf die spezifische Eigenart der verwendeten Baustoffe eingehen und sauber ausgeführt sind, auch Konstruktionen mit "leichten" Baustoffen.
Grüße



Hilft nicht,



die Realität, und das sind nicht nur einzelne Schadensfälle, gibt mir Recht.

Auch wenn es auf dem Papier noch so schön aussieht und rechnerisch wunderbar ist.


Der Ingo





Schadensfälle in gutdurchdachten und eben auch gut ausgeführten "leichten" Konstruktionen treten nur auf, wenn der Nutzer das notwendige Lüften vergißt. Dies gilt aber im selben Maße für die oben beschriebene Konstruktion.



Lüften vergisst?!



Wenn also nicht mehrmals täglich stoßgelüftet wird, wird es gammeln?
Die meisten Leute haben keine Bediensteten, die mehrmals täglich in Abwesenheit der Bewohner lüften können.

Außerdem ist das genau die gleiche Antwort die auch die Vermieter Ihren vom Schimmel geplagten Mietern geben.
Sie würden nicht genug lüften.

Ich verweise nur auf dieses Forum:
forum 46985
forum 46165
forum 43202

Noch dicker kommt es, wenn man bei bau.de mal nachsieht.


Ich weiß, daß bei fachgerechter Planung und Ausführung die Chance besteht, daß es nicht schimmelt.
Allerdings bleibt das schlechte Wohnklima.
Trockene gut mit Frischluft versorgte Häuser bewohnen sich angenehmer. Auch wenn nicht mehrmals am Tag die Fenster auf Durchzug gestellt werden.

Außerdem machen die Leute es ohnehin falsch!
Da können wir noch so viel schreiben.
Auch das gehört zur verzeihenden Bauweise:
Die Vermietung an Mieter mit IQ im unteren Drittel oder mit chronischem Wärmeneid darf nicht zu Schäden an der Bausubstanz führen!

Mit den besten Grüßen von der Ostsee


der Ingo


Foto:
Ergebnis des Lüftens:
Kondenswasser im Sturzbereich
Jetzt bei diesen Temperaturen ist es gut zu sehen! Ansonsten ist es vieleicht nicht so gut zu sehen, aber auch da.
Über den Fenstern von Dauerlüftern in gedämmten Häusern sieht es dann aus als hätte es gebrannt.
Innen ist das Ergebnis auch nicht besser!
Der Schimmel kommt erst in den Laibungen dann auch in den Ecken.

Bei Dachausbauten ist das nichts anderes! Nur daß der Schimmel oft in der Dämmung sitzt!
Bei Gelegenheit werde ich mal ein schön vergammeltes Velux fotographieren! Das ist wohl das Paradebeispiel!





Lüften ist bei jeder Konstruktion verpflichtend, Schäden gibt es nur, wenn bei irgendeinem Bauteil Tauwasser anfällt. Aber das Lüften hat ja einen 2. Aspekt. Man lüftet Schadstoffe aus den Räumlichkeiten. Diese gibt es nicht nur in Baustoffen sondern vielmehr in Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen.
Lüften sollte man also immer.
Bäder, Schlafräume und Küchen funktionieren nicht. Vor allem bei alten Gebäuden mit einfach verglasten Fenstern sieht man den starken Feuchtigkeitsanfall bei starkem Temperaturgefälle.



Wie schon so oft:



Kondensation hat ZWEI Voraussetzungen:
1. Temperaturgefälle
2. hohes Gefälle bei der Luftfeuchtigkeit

Deshalb lasse ich mich auch nie auf irgendwelche Zahlendiskussion ein, ich verweise auf mein Musterferienhaus!

24 cm Wandstärke und Dachausbau ohne Dämmaterial
Dank radia-therm Heizleisten trotzdem hervorragendes Wohnklima, keine Feuchtigkeit, akkzeptable Heizkosten.
Für Ungläubige steht es gern zum Probewohnen bereit.


Sicher haben Sie recht, daß Schadstoffe im Wohnbereich nichts zu suchen haben. Aber auch dort ist jeder für sich selbst verantwortlich. Was (auch nur vermutlich) schädlich ist, gehört nicht in ein Haus!


Die Wette, daß einfachverglaste Fenster immer naß sind, verlor seinerzeit schon mein Architekt.

Foto:
Einfachverglastes Fenster ohne Dichtungsgummis!
Darunter sind ganz gut die Heizleisten zu sehen.
Es ist NIE beschlagen. Abgesehen davon, beschlägt einem auch nicht die Brille, wenn man ins Haus kommt.
Das ist das Ergebnis der geringen Luftfeuchte im Haus.
Die geringe Luftfeuchte wiederum Ergebnis der Bauweise:
Holz-Ziegel-Kalk-Lehm
Nix anderes, keine Folien, kein Silikon, kein Purschaum und erst recht keine leichten Baustoffe (wenn man von einer Holzweichfaserplatte als Unterdachplatte absieht)...