Konstruktion, Dachlatten, Balken

15.08.2014 LeCa



Hallo zusammen,
wir sanieren grad eine Wohnung in einem ca.250 Jahre altem Bauernhaus und sind jetzt dabei, die Zwischendecke zu verkleiden. Die original Fachwerkbalken sind von einer Zimmerei mit 24*8cm Balken rechts und links verstärkt worden.
Wir sollen jetzt die zwischenräume der Deckenbalken mit Gewichten runterziehen, die wie folgt angebracht werden sollen. Wir schrauben links und rechts jeweils 6*4cm Dachlatten mit der 6cm Seite an die Balken, auf die Dachlatten kommen quer 2,5cm dicke Bretter und darauf werden Gehwegplatten mit den Maßen 40*40*5cm und ca. 20kg gewicht geschoben. Unter diese Konstruktion kommt eine 10cm Dämmwolle und dann wird das alles mit Latten und Gipskartonplatten verkleidet.
Jetzt unsere Frage,
hat schonmal jemand solch eine Konstruktion gebaut und erfahrungen damit?! Wir als Laien müssen ja auf die Aussagen und berechnungen des Architekten vertrauen, aber ganz sicher sind wir uns da nicht...



Im Allgemeinen...



ist es sinnvoll, Masse in eine Balkendecke zu geben. Aber wozu sollen die Balken heruntergezogen werden? Machen die jetzt etwa ein Katzbuckelchen nach oben?

Grüße

Thomas





Nein sie machen natürlich keinen Katzenbuckel, er hat sich in dem Beitrag falsch ausgedrückt. Die Waschbetonplatten sollen die Schwingungen aus der Decke nehmen und auch etwas als Trittschutz dienen.

Von der oberen Etage aus kommt auf den Fußboden noch Fließ Estrich, ein Trittschutz und der Bodenbelag.



Decke



Das ist eine übliche Methode um Einschubdecken zu beschweren.
Aber: Normalerweise wird eine Decke von oben nach unten aufgebaut, also zuerst oben die Dielung raus, dann die Verleistung (Dachlatten einbauen, Einschubbretter verlegen, Rieselschutz, Beschwerung in die Deckenfelder, Dielung.
Dann wird von unten die Deckenbekleidung montiert.
Als Beschwerung wurden früher Lehmschüttungen, Schlacke oder geglühter Sand verwendet. Gehwegplatten mit Sandschüttung in den Fugen geht auch.
So wie ich das lese wollen Sie die Decke von UNTEN wieder aufbauen. Das ist bei einer Decke innerhalb einer Wohnung kein Problem, aber bei einer Decke zwischen zwei Nutzungseinheiten sehr wohl. Da sind Schallschutz, Brandschutz und Rauchdichtigkeit zu gewährleisten. Wenn einfach nur Gehwegplatten eingelegt werden mag das die Vorspannung der Decke sichern aber nicht die anderen Kriterien. Das heißt auf die Einschubbretter kommt ein Rieselschutz, darauf dann die Beschwerung. Bei Ihnen wären das die Platten mit einer Sandschüttung um die Fugen aufzufüllen. Das von unten einzubauen geht nicht.
Wärmedämmung ist in einer Geschossdecke im warmen Bereich nicht undedingt erforderlich. Für den Schallschutz gibt es spezielle Dämmmatten (z.B.Sonorock). Die werden in die unteren Deckenfelder eingeklemmt und mit einfachen quer aufgeschraubten Latten gesichert. Die Decke empfehle ich mit Direktabhängern, Metallprofilen und 15 mm Feuerschutzplatten aufzubauen. Randprofile dabei nicht vergessen!
p.s.
Ich ergänze nach Ihrem Beitrag:
Wenn oben Fließestrich (das sollte dann wohl Anhydritestrich sein) draufkommt ist eine Beschwerung in den Deckenfeldern überflüssig, der Estrich spannt die Decke dann vor. Soll der Estrich auf die vorhandene Dielung kommen?
Warum Waschbetonplatten? Einfache und billige Betongehwegplatten gehen auch.