Kondenswasser im Fußbodenbereich

22.05.2013



Hallo liebes Forum,

nachdem wir ein Jahr lang blühende Fliesenfugen im Fußbodenbereich hatten, haben wir eine Kernbohrung veranlasst und festgestellt, dass sich unter der Fliese Kondenswasser gebildet hat. Eine Firma hat uns geraten, hier einen komplett neuen Fußbodenaufbau zu machen und eine Z-Folie bis in die Wände einzuziehen.
Bei dem Fußboden handelt es sich um ein nicht unterkellertes Erdgeschoss aus den 60 er Jahren, der Raum ist ein Durchgangsraum mit ausreichender Luftzirkulation.
Zur Frage:
Wer kann uns einen Tipp zum korrekten Fußbodenaufbau oder weiteren Vorgehen geben?
Mit Dank und Gruß,
Nicolas



Flurboden



Erst mal sollte die Temperatur im Flur angehoben werden,
z.B. durch eine thermische Trennung zum Außenbereich. Das kann ein kleiner Windfang innen oder außen sein, schon ein schwerer Vorhang kann da helfen. Das die Außentür dicht schließen sollte versteht sich wohl von selbst.
Dann sollte ein neuer, wärmegedämmter Aufbau erfolgen:
Fliesenbelag,
Estrich,
Dämmung,
Abdichtung,
Bodenplatte bzw. Sauberkeitsschicht.
Ihre Heizungrechnung wird es Ihnen auch danken.

Viele grüße



Kondenswasser Fußboden



Guten Abend,

ich habe noch ein paar Fragen zum Fußbodenaufbau:

1. Spielt die Fliesengröße eine Rolle?
2. Stärke des Estrich? Kann man auch Estrichverlegeplatten (mit Dämmung) verwenden?
3. Stärke und Material der Dämmung?
4.Abdichtung mittels Folie? Kann diese an die Wand stoßen oder muss sie in die Wand eingelassen werden?
5. Muss auf jeden Fall eine Bodenplatte gegossen werden? Wann reicht eine Sauberkeitsschicht aus? Wie sieht diese aus (Material und Stärke)?

Vielen Dank im voraus,
Nicolas



Fußboden



1. Die Fliesengröße spielt keine Rolle.
2. Estrichstärken ergeben sich aus dem Material. Zementestrich ist ca. 50 mm stark. Trockenestrich ist eine Alternative.
3. Eine max.Stärke der Dämmung ist nicht so wichtig. Normal sind ca. 80 mm. Alles darüber bringt kaum noch was außer Mehrkosten und konstruktiven Problemen.
4. Die Abdichtung kann mit Folie oder Dichtschlämme erfolgen. Sie sollte an der Wand bis in Höhe Oberfläche hochgezogen werden. Ideal wäre eine Verbindung mit der waagerechten Abdichtung in den Wänden (falls vorhanden). Wenn nicht- auch nicht schlimm.
5. Eine Sauberkeitsschicht reicht aus, dafür genügen ein paar cm Beton auf dem geebneten Baugrund. Wichtig ist eine ebene, einigermaßen glatte Oberfläche.

Viele Grüße



Kondenswasser Boden



Guten Abend,

folgende Fragen habe ich noch:

zu3) Was ist besser zur Dämmung geeignet, d.h. weniger "kondenswasseranfällig": Styropor oder Trockenschüttung?
zu 5) Sollte man unter der Sauberkeitsschicht noch eine Folie auf Sandschicht legen, um eine Rissbildung des Betons durch zu schnelle Trocknung zu vermeiden? Und muss der Beton tatsächlich 3-4 Wochen durchtrocknen?

Vielen Dank,
Nicolas



Fußboden



1. Unter Zementestrich Styropor, unter Trockenestrich nur zusätzlich Trockenschüttung, wenn die Dämmlage zu uneben eingebaut wurde (was bei fachgerechter Ausführung nicht passiert).
2. Kondenswasseranfälligkeit spielt keine Rolle, das tritt in so einem Fußbodenaufbau nicht auf. Gegen eventuell eindringendes Planschwasser ist Styropor nicht so anfällig.
3. Eine Trennlage unter der Sauberkeitsschicht macht Sinn, wenn der Untergrund aus lockerem Material, z.B. Sand besteht. Mit dem Trocknen hat das nichts zu tun, es soll nur verhindert werden das sich beim Einbau der Untergrund mit dem Beton vermischt. Nach ausreichender Erhärtung (je nach Temperatur und Zementsorte) kann nach ein paar Tagen oder einer Woche die Abdichtung eingebaut werden. Der Beton härtet unter der Abdichtung weiter aus, es ist sogar besser wenn er dabei (erd)feucht bleibt. Was ihm schadet ist zu schnelles Austrocknen von der Oberfläche her, das kann zu Schüsselungen führen.

Viele Grüße