Komplettsanierung Wohnräume

23.01.2014 Steffi87



Hallo,

wir haben vor ein paar Wochen angefangen erst einmal einen unserer Innenräume komplett zu sanieren, weil wir ständig Schimmel an den Wänden selbst und an den Rückwänden der Möbel hatten, obwohl diese 15 cm von der Wand entfernt standen.

Wir haben den alten 5 cm dicken Putz entfernt und zum Vorschein kam einmal ein Bruchsteinsockel mit Lehmwand und auf der anderen Seite ein Fachwerk mit Lehmziegeln.

Jetzt sind wir uns allerdings nicht mehr so sicher wie es am besten weitergeht, weil wir das "alte" gerne irgendwie erhalten wollen, allerdings ist die Lehmziegelwand mit dem Fachwerk nicht gerade "schön".

Zudem haben wir angefangen, die Bruchkalksteine mit einer Nagelmaschine zu säubern. Allerdings müssen die dann auch wieder verfugt werden. Gibt es da was bestimmtes, am liebsten beige- oder caramel-farben, für ungleichmäßig breite und tiefe Fugen?

Ich bin dankbar für jede Hilfe und jeden Tipp.





Wenn Schimmel, ist meist die Wand zu kalt. Es bildet sich Kondensationsfeuchte. Wand wärmer machen durch Isolieren zum Raum oder nach unten, evt. horizontale Feuchtsperre einziehen. Also prüfen warum sich Schimmel bildet.
Verugen kann man mit Kalk etwas Binder und dem entsprechend farbigen Sand. Gelber Sand gibt einen schönen Grau-Ocker-Ton



Verfugen



Hallo,

auf jeden Fall empfhelenswert für Natursteinmauerwerk ist Trassmörtel. Ob man da farblich was beimischen kann???

Gruss
Mario



Hallo



So ohne weiteres einen Tipp zu geben ist nicht so einfach. Gerade bei solchen Bauwerkern kann man viele Bausünden begehen. Ein paar mehr Infos wären schon angebracht. Ich bin gern bereit meine Erfahrungen weiter zu geben und biete euch an mich mal telefonisch zu kontaktieren.
Meine Adresse findet Ihr unter der Lehmschwalbe.
Mit freundlichem Gruß
Ralf



Bruchsteinwand



So richtig mit Schimmel befallen ist nur die Bruchsteinwand. Unsere Vermutung war, dass durch den 5 cm dicken Betonputz die Feuchtigkeit aus den Steinen nicht abtransportiert wird und deshalb alles schimmelt. Deshalb haben wir den vorsorglich abgehackt und wollen jetzt die Wand eigentlich so lassen und lediglich den oberen Teil mit Lehm verputzen.

Die Problematik ist folgende: Als das Haus erbaut wurde, haben die keine Feuchtigkeitssperre gehabt, so wie es die heute gibt. Zudem sind die Wände von außen auch relativ trocken. Trotzdem hatten wir innen immer Schimmel.
Wenn jetzt Steine und Lehm "atmen" können, dann müsste unser Problem ja eigentlich behoben sein oder?



Schimmel



Nein, Ihr Problem wird dadurch nicht behoben das Wände atmen können.
Falls Sie mit Atmen die kapillare Wasseraufnahme hydrophiler Baustoffe meinen so ist das keine Problemlösung. Damit kann man kurzfristige Feuchtespitzen abpuffern indem Raumluftfeuchte in Baustoffe eingelagert wird.
Das setzt voraus das sich die raumklimatischen Verhältnisse normalerweise im üblichen Bereich bewegen, also ordentlich gelüftet und geheizt wird. Wenn das nicht geschieht wird die Wand zum Depot für überschüssige Luftfeuchte. Je feuchter die Wand, je geringer die Dämmwirkung- noch mehr Kondenswasser.
Der Natursteinsockel ist so gut wie nicht kapillar und gut wärmeleitend, Kondensat bleibt auf den Steinen an der Oberfläche oder vorher im ebenfalls gut wärmeleitenden Putz der damit schnell auffeuchtete.
Der Staub der sich auf den Steinen absetzt stellt ein gutes Nährsubstrat für Schimmel dar, die Luftfeuchte liefert das Wasser.
Also:
Egal ob und wie oder überhaupt die Wand atmet oder nicht- Kondensat und Schimmel können Sie damit nicht vermeiden. Das geht nur mit entsprechender Heizung und Lüftung. Mit einem entsprechenden Dämmkonzept können Sie Wärmeenergie sparen, Schimmel vermeiden können Sie damit allein auch nicht.



Schimmel



Vielen Dank erstmal für die vielen Antworten. Ich denke das Thema ist etwas komplexer als ich es rüber bringen konnte:

Mit richtigem Lüften und Heizen haben wir es eine ganze Weile versucht, da wir nun schon seit 5 Jahren in den Räumen wohnen.
Im Aussenbereich haben wir einen Torbogen der an die Hauswand anschließt, hier ist aber keine Trennung vorhanden gewesen, so dass Wasser oberhalb des Torbogens in die Wand gelangen konnte. Dies sieht man auch von außen da der Putz offensichtliche schadstellen hat. Dies wurde durch Wandanschlussbleche nun behoben. Weiterhin bereitete in der Vergangenheit eine quer gemauerte, hervorstehende Ziegelreihe im Giebel für Sorgen da hier die Fugen ausgewaschen waren und Regenwasser auch direkt an die Hauswand kam, zu allem Überfluss Ist nach der Wende auch noch Latexfarbe auf die Außenwände gekommen. Innen dann noch die bereits erwähnte dicke Putzschicht, so dass nach unserer Meinung die Wand gar keine klimatisierende Funktion übernehmen konnte. Wir denken das wir nun auf dem richtigen Weg sind oder was meint ihr?