Kombination Wand-/Fußbodenheizung

08.08.2021 Peter Bit


Liebes Forum,

eine kleine Frage zur Kombination Wand- / Fußbodenheizung.
Wir haben in unserem Fachwerkhaus sowohl Wandheizungsflächen (auf einer Innendämmung aus Wärmedämmlehm, dann mit Lehm verputzt) als auch eine konventionelle FBH. Wand und Fußboden sind jeweils getrennte Kreise. Klappt prima. Vorlauf liegt meist bei 25-28 Grad.

Ich baue gerade ein Bad im OG aus und habe dort FBH (unter Trockenestrich) vorgesehen und will an einer Außenwand unter den Fenstern einen Streifen mit 3m Breite und 70cm Höhe ebenfalls mit Wandheizung belegen. Da hier sehr kleine Flächen vorliegen, wollte ich Wand und Fußboden in einem Heizkreis zusammenbinden. Nun grübele ich , ob ich den Vorlauf erst durch die Wand in dann in den Boden schicke oder umgekehrt. Wahrscheinlich ist es wurscht, aber hat da jemand einen Tip?

Vielen Dank Peter





Bei einer mäanderförmigen Verlegung im Durchlaufprinzip entsteht ein Temperaturgefälle hier wäre es am besten in der Randzone zu den Aussenwänden zu beginnen. Bei Ringförmiger oder gegenläufiger Verlegung ist es praktisch egal. Die Heizleistung die bei Flächenheizung durch die Temperaturdifferenz zwischen Wand- / bzw. Bodentemperatur und Raumlufttemperatur bestimmt. Diese ist demzufolge bei Fussbodenheizungen durch die maximal zulässige Oberflächentemperatur von 33 Grad Celsius in Bädern (sonst max 29) begrenzt bzw. 35 Grad Celsius in nicht begangen Randzonen. Da in Bädern eine höhere Normtemperatur von 24 Grad Celsius geplant wird und so um 25 Prozent mehr Heizleistung pro Raumvolumen benötigt wird und in zumeist kleineren Bädern durch einbauten die Bodenfläche begrenzt ist mach diese Installation Sinn. Bei der geringen Temperaturspreizung in Vor- und Rücklauf im Betrieb gut ausgelegter Heizflächen wist du wohl aber praktisch keinen Unterschied feststellen.



Vielen Dank für die schnelle Antwort ...



... und die detaillierte Erklärung. In der Tat ist die Bodenfläche etwas klein, deswegen wurde in der Auslegung der Heizung vorgesehen, das Stück Wand dazuzunehmen.

Ich lese Deine Antwort jetzt so, dass es praktisch keinen Unterschied macht, ob zuerst die FBH und dann die Wand durchströmt wird oder umgekehrt - solange der Temperaturabfall zwischen Ein- und Ausgang der Flächen gering bleibt. Ich werde wohl zuerst in den Boden gehen, da ich dort die Wärme vorrangig spüren möchte ...

Viele Grüße

Peter





Wärme spüren ist bei Fussbodenheizung eigentlich selten der Fall. Viele unerfahrene Nutzer denken in der Übergangszeit immer die Heizung würde nicht funktionieren.

Die Grenztemperaturen an der Bodenoberfläche wird ja bei fachgerechter Planung nur im Auslegungsfall erreicht. Gemeinhin beträgt ja die Bodentemperatur nur 2-4 Grad Celsius über der Raumlufttemperatur da hast du ja schon 30 bis 40 Watt / Quadratmeter. Wenn man Temperatur da spürst (> 30 Grad Celsius) ist es zu hoch eingestellt, bei einer Spreizung von 2-3 Kelvin spürst du praktisch nichts. Die maximale Leistung von 100 Watt wird dann bei 9 Kelvin Differenz erreicht bei 20 Grad Celsius ergibt sich dann die Grenztemperatur von 29 bzw. in Bädern bei 24 Grad Celsius die 33 Grad Celsius maximale Bodentemperatur.

Bei Bädern kann auch der Verlegeabstand noch verringert werden.



Danke



für die klare Antwort. Zurück zur Eingangsfrage: egal ob erst wann oder Fußboden?

Die Wandheizung muss 2,5 cm dicken Lehm erwaermen, die FBH 2,5 cm Fermacell plus Fliesen.
Peter





Die Heizleitungen würde ich auch vom Boden über die Wandfläche zurück legen.

Der Aufbau und die Materialen haben für die Wärmeabgabe keine Bedeutung, die Oberflächentemperatur ist maßgeblich. Diese werden ja einmalig aufgeheizt und ohne Absenkung auf Temperatur gehalten. Die Heizleistung wir über die Vorlaufsteuerung nach Witterung oder Rücklauftemperatur geregelt Leistung. Die Einzelraumregelung die eigentlich keine Regelung ist schaltet ja nur bei Fremdwärmeeintrag die Wärmezufuhr ab oder erlaubt es einzelne Räume generell auf einem abgesenkten Temperaturniveau zu beheizen.




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