Dielen abgezogen und trotzdem faserig

23.07.2013 Myrmex



Hallo,
ich habe schon ein paar gute Tipps hier im Forum gelesen und hoffe daher, dass ich mir bei meinem Problem helfen könnt.
Ich habe ein Haus Baujahr 1943 mit meiner Frau zusammen gekauft und dieser hat einen Dielenboden drin. Diesen habe ich abgezogen und mit Leinöl gestrichen. Die höchste Körnung war 120 und das Öl war ein Hartöl von Leinos. Das habe ich bei der Firma, welche die Maschinen vermietet hat ebenfalls bekommen. So jetzt zu meinem Problemen.
Wie auf dem ersten Bild zu erkennen, sind leider helle Streifen zu sehen. Nach dem Ölen waren diese noch nicht zu erkennen. Erst jetzt nach 2 Tagen trocknen. Ist das normal oder sind mir beim abziehen Fehler unterlaufen?
[url=http://www.bilder-hochladen.net/files/6786-1v-3295-jpg.html][pubimg]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-1v-3295.jpg[/img][/url]


Auf dem zweiten Bild sieht man eine Stelle, an der die Holzfasern leicht ausfransen. Weiß jetzt nicht, wie ich das besser beschreiben soll :). Daher auch das Bild. Was würdet ihr mir empfehlen, um das zu beheben?

[url=http://www.bilder-hochladen.net/files/6786-1w-735b-jpg.html][pubimg]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-1w-735b.jpg[/img][/url]
[url=http://www.bilder-hochladen.net/files/6786-1v-3295-jpg.html][pubimg]http://www.bilder-hochladen.net/files/thumbs/6786-1v-3295.jpg[/img][/url]

Ich danke euch schon mal ganz doll für eure Hilfe.
Mit freundlichen Grüßen
Mathias



Also



zuerst ein trauriger Hinweis: dieses Forum hat mit UBB und Co. nichts zu tun, deswegen funktionieren die Links nicht.

Ich hab mal aus dem Gewurstel die eigentlichen Links zu den Bildern in voller Größe rausextrahiert:

http://www.bilder-hochladen.net/files/6786-1v-3295-jpg.html

http://www.bilder-hochladen.net/files/6786-1w-735b-jpg.html

Der Neugier halber muss ich jetzt mal ausprobieren, ob dieses Forum HTML frisst:


Zum eigentlichen Problem: die hellen Streifen sehen mir als Laien nach Unregelmäßigkeiten beim Schliff aus. War der letzte Schleifgang quer zu den Dielen? Sieht böse so aus. Die genauen Hintergründe kenne ich auch nicht, aber Schleifen quer zur Holzfaser spielt dem Holz ziemlich übel mit und trägt auch viel mehr Material ab, sollte man vermeiden, vor allem beim letzten Schliff.

Zu den Fasern kann ich echt nichts sagen, das sieht seltsam aus. Erst dachte ich an ringschälige Dielen, die könnte man dann nur austauschen, aber ich bin mir unsicher.

Auf alle Fälle schleife ich persönlich zum Ölen erheblich feiner, damit der Boden einen matten Glanz entwickelt. Minimum ist Körnung 120 auf der Einscheibenmaschine und 150er-Poliergitter, richtig edel sieht es mit 120, 150 und 180er-Poliergitter aus. Wachshaltiges Öl oder Wachs sollte man dann keines mehr verwenden, sonst kann man mit Socken Schlittschuh laufen.



Nachtrag:



Haha, HTML funktioniert! Dann also noch Bild 2 direkt eingebunden:





Hallo,
danke für die Mühe mit den Bildern.
Da die Dielen mit roter Ochsenblutfarbe bestrichen waren und auch nicht ganz eben, habe ich den ersten Schleifgang mit einer 16er Körnung Diagonal gemacht. Die Schleifgänge mit 24er, 80er und 120er Körnung habe ich dann immer in Richtung der Dielen gemacht. Daher dürften die "Streifen" ja nicht von der Diagonalen Schleifrichtung kommen oder?
Viele Grüße
Mathias



Wisch



Hallo,

wie habt ihr denn das Hartöl aufgetragen? Das sieht aus, wie mit einem Lappen ungleichmäßig drübergewischt...

Wenn die Dielung arg krumm war, mußt Du natürlich mehrmals quer drüberschleifen und dann erst gerade. Aber es sieht doch eher aus, wie wenn jemand hingegangen ist und per Hand drübergewischt hat mit ungleichen Bewegungen und ungleichem Druck.

Gruß, Robin





Hallo Robin,
ich habe nur mit der 16er Körnung Diagonal geschliffen und danach mit der 24er, 80er und 120er Körnung immer mit den Dielen und nicht mehr Diagonal.
Das Hartöl habe ich mit einem Pinsel Diele für Diele aufgetragen.
Meinst du mit "Aber es sieht doch eher aus, wie wenn jemand hingegangen ist und per Hand drübergewischt hat mit ungleichen Bewegungen und ungleichem Druck." das bestreichen mit dem Öl?
Viele Grüße
Mathias



Ja



Ja, das Bestreichen mit dem Öl meinte ich. Mit dem Pinsel, Diele für Diele? Hat der Händler Euch keine Poliermaschine oder sowas angeboten, da hat man ein ca. 50 cm Durchmesser Pad unten dran und pflegt das so ein oder halt mit einem Tuch aber mit dem Pinsel?

Ich finde es sieht aus, als wäre da willkürlich mit einem Tuch drübergewischt worden oder auf den Knien langgeschliffen...

Wenn dann müßte man das noch mal neu abschleifen, denke so ab 60er Blatt und alles von vorne.



Hä?



Der Ölauftrag(!) passiert immer mit Rolle, Pinsel oder Spachtel, nur das Einarbeiten wird dann mit der Einscheibenmaschine gemacht!

Was das Fehlerbild anbelangt hoffe ich echt, die Holz-Profis melden sich mal hier!

Mir als Laie sieht das nach Problemen mit dem Schliff oder dem Holz selbst aus, nicht beim Ölauftrag.



Unzureichender Schleifaufbau bei Dielen



Der Sprung von 24er auf 80er Korn ist zu groß. Es fehlt der Schliff von 40er und 60er. Dadurch wurden die entstandenen Riefen von dem groben Korn nicht ausgeschliffen.

Das Parkettöl muss bis zur Sättigung aufgetragen werden. Das gelingt aber nur richtig, wenn der Schleifaufbau passt.

Hier mal eine Anleitung für das Ölen .

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ach



herrje, den Körnungsprung hab ich übersehen! Das erklärt natürlich einiges.

24 - 40 - 80 - 120 funktioniert meiner Erfahrung nach auch halbwegs.

Richtig lästig sind schlecht eingestellte oder beschädigte Maschinen, die tiefe Rillen schleifen. Hatte ich hier bislang noch mit jeder einzelnen geliehenen Lägler Profit (x Maschinen von 3 Verleihern), immer eine Rille an einer Seite der Walze. Mit einer Janser Jaguar von noch einem anderen Verleiher war von dem Problem nichts zu sehen, die war wohl besser in Ordnung.



Alles von vorne :)



Hallo,
das heißt ihr würdet mir empfehlen, den Boden nochmal mit 24er, 40er, 80er und 120er Körnung abzuschleifen und dann nochmal zu ölen?
Ich hatte von der Seite folgenden Seite das ganze Set gemietet: http://www.schleifmaschine-berlin.de/preise.htm
Da waren aber nur die oben genannten Körnungen( und 16er Körnung) dabei und für die Flex zum Ränder schleifen gab es als feinste Körnung eine 80er Körnung.
Ist das Einpolieren mit einer Maschine unbedingt nötig oder ist es auch ok,wenn das Öl mit einem grünen Pad leicht einmassiert wird?
Viele Grüße
mathias



Mit...



dem 40er Korn beginnend (40 / 60 / 80 / 120) würde ich noch einmal schleifen, aber Vorsicht: der Schleifstaub ist selbstentzündlich! Also in dicken, unbeschädigten PE-Säcken lagern /anfeuchten UND gut verschließen.

Zum Ölauftrag ist das grüne Pad zu grob, nimm weiße Superpads.

Grüße

Thomas



Und



wie gesagt, ich würde unbedingt noch mit der Einscheibenmaschine schleifen. Mich jedenfalls stören die 120er-Riefen beim professionell geschliffenen Boden wenn ich bloßfüßig gehe enorm. Die sind zwar mit der Einscheibenmaschine nochmal drüber, aber mehr alibihalber.

Die Version mit 120 - 150 - 180er-Gitter (alles auf der Einscheibenmaschine) fühlt sich soooooooo genial samtig unter den Füßen an! Und das noch nach über 10 Jahren. Ist aber nicht ganz leicht aufzutreiben, beim letzten Eigenversuch bin ich nur bis 150 gekommen, Schleifgitter war gar nicht aufzutreiben.



Schleifgitter für den Feinschliff



"Schleifgitter war gar nicht aufzutreiben..."

@kellergassenkatze

Dem kann geholfen werden: Die Schleifgitter gibt es bis zur 180er Körnung.

Hier mal ein Foto von so einem "samtigen" Boden - vorher war fett Ochsenblut auf den Dielen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Naja



in Wien hätte ich die Sachen beim Fachhändler auch aufgetrieben, bloß nicht Freitag Nachmittag in der niederösterreichischen Einöde beim Baumarkt. Der erste meinte sowieso, ihre Einscheibenmaschine sei nur zum Estrichschleifen, der zweite hatte dann auch Pads und Schleifpapier für Holzböden. Mit 150er-Korn sieht die Sache gar nicht übel aus.

Gratulation zum Boden auf dem Foto, sieht wunderschön aus!



Ochsenblut abschleifen



Das Ochsenblut wurde durch fachkundige Frauenpower von Sina abgeschliffen. Am Ende mit viel Geduld. Jetzt ist das absolut "samtig" unter den Füßen. Keine Schicht auf dem Holz - der Schutz ist allein im Holz durch das Parkettöl - Fußbodenöl.

Hier mal ein Handy-Bild mit ein wenig Altzsustand von dem Boden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



ja, ja,



die Waffen der Frauen...



Nach dem erneuten abziehen ...



Hallo,
danke nochmal an alle, die mir hier geholfen haben.
Ich habe den Boden jetzt nochmal mit 40er, 80er und 120er Körnung abgezogen und jetzt sieht der Boden richtig schick aus. Außerdem ist er endlich schön weich :).
Liebe Grüße
Mathias



Du hast den Boden...



geschliffen. Nicht abgezogen.

Der Begriff "Abziehen" kommt aus der Zeit, als Parkettböden mit Ziehklingen geglättet bzw. von alten Wachsspuren befreit wurden. Da hättest Du jetzt sicherlich blutige Finger.

Viel Freude am Boden wünscht

Thomas



Da



gibt es hübsche Gemälde aus dem 19. Jahrhundert!

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c0/Gustave_Caillebotte_-_The_Floor_Planers_-_Google_Art_Project.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5a/Gustave_Caillebotte-Floor-scrapers_%281876%29.jpg



Caillebotte



Sehr beeindruckende Bilder, daran habe ich auch sofort gedacht. Ich habe mal für einen Parkettlegermeister aus Düsseldorf eine Werbebroschüre gemacht, darin beruft er sich auch auf diese historische Technik, er meinte, dass er noch so ziemlich der Einzige in Deutschland wäre, der die noch beherrscht. War aber ein ziemlicher Schnösel. Er hat mir gegenüber behauptet, das Caillebotte-Bild selber im Louvre abfotografiert zu haben, dabei hatte es Moiree-Effekte, die beim Einscannen bereits gerasterter und gedruckter Fotos entstehen.