FACHWERKHAUS -BJ 1854- ( Hessen )/ein paar Fragen..

25.09.2007

FACHWERKHAUS -BJ 1854- ( Hessen )/ein paar Fragen..

Ersteinmal wollen wir allen Hallo sagen, da wir seit heute auch angemeldet sind!
Vielleicht ersteinmal eine Kurzbeschreibung worum es im ganzen geht.
Wir, daß sind Silke und Jasmin hegen schon länger den Wunsch nach einem eigenen Haus!
Natürlich könnte man jetzt sagen, dann baut euch doch ein Fertighaus bevor ihr euch ein 153 Jahre altes Haus kauft!
Natürlich müssen wir hier aber sicherlich niemandem sagen, warum wir das Alte einer neuen Doppelhaushälfte vorziehen!
Durch Zufall haben wir auch ein super Angebot einer Freundin bekommen, deren Vater verstorben ist und sie das Haus...jetzt kurz Schmerzfei werden...schnell loswerden möchte!
Also haben wir uns heute auf den Weg von Hamm ( bei Dortmund ) in das schöne Hessen gemacht!
Wir haben hier schon länger die Einträge verfolgt und wollten Euch ein paar Fragen stellen!
1. Kennt Ihr jemanden im Raum Bad Hersfeld ( Gutachter oder ähnliches ) den Ihr empfehlen könntet um sich mit uns einmal das Haus anzusehen?
2. Hat einer von Euch eine solche Sanierung schon einmal Schrittweise...also Monat für Monat gemacht ( da wir selbständig sind bekommen wir keinen Kredit und hätten dann jeden Monat ca. 1500 Euro zur verfügung um die Sanierung vorwärts zu treiben!
3. Das Haus steht unter Denkmalschutz...sollte man einfach mal unverbindlich dort anrufen und Fragen welche Auflagen, Fördermittel u.s.w. die haben, oder lieber warten und einen Architekten einschalten ( was wir zum späteren Zeitpunkt eh in Erwägung ziehen würden )!?
Im groben und ganzen war es das jetzt schon...weitere Fragen werden ja dann eh bei dem Besichtigungstermin beantwortet werden!
Vorab sagen wir schonmal danke!
Jasmin und Silke



noch ein kleiner nachtrag:)



es gibt ein Gutachten von einem ganz normalen sachverständigen also nicht auf Fachwerk spezialisiert, da ist die rede von 12000euro Sanierungskosten um das mindeste zu machen, allerdings sind wir uns da einfach nicht sicher nachdem wir das haus gesehen haben :)
es liest sich vielleicht blauäugig, aber das ist es ganz und gar nicht.. und man sollte noch erwähnen das silke tischlerin ist und ich (jasmin) auch 2 handwerklich begabte hände habe :)





Guten Tag!
1) Nein
2) Ich hatte mal Bauherren, die haben über 2 Jahre sehr viel in Eigenleistung gemacht, d.h. für sie keinen Urlaub, kein Wochenende frei, abends auch immer auf der Baustelle.
Resultat: Sie waren mit den Nerven runter.
Mit den monatlich zur Verfügung stehenden 1.500,- € kommen Sie meiner Meinung nach nicht weit. Allerdings kenne ich das Gebäude auch nicht. Augenscheinlich hat sich jemand schon an den Fenstern im OG versucht. Ansonsten besteht offensichtlich ein Sanierungsstau.
3) Denkmalschutzgesetz beachten, sämtliche Arbeiten sind erlaubnispflichtig.

Für welche Arbeiten sind die 12.000,- € gedacht?
Viel ist das nicht.
Ich kenne genug FW-Häuser die von "Handwerkern" mit ihrer Eigenleistung kaputt saniert wurden. Handwerkliches Geschick sollte mit Fachwissen und Erfahrung kombiniert sein.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



fachwerkhaus – ein paar Antworten



Hallo Jasmin & Silke,

erstmal nicht entmutigen lassen. Aus der Ferne kann man dar natürlich gar nichts sagen. Erstmal: Auch als selbständige könnt Ihr Kredite bekommen. Also Wert des Hauses Feststellen lassen, glaubwürdiges Sanierungsprogramm mit Kostenaufstellung erstellen lassen und ab zur Bank. Auch wenn es nicht für alles reichen wird, wenn Ihr der Bank beweisen könnt, dass jeden Monat 1.500 € für das Haus da ist, könnt Ihr damit an die 300.000 € finanzieren – wenn Eure Zahlen stimmen. Das geht und ging mir nicht anders.

Das Denkmalschutzamt würde ich – aus eigener Erfahrung – immer ganz früh einschalten. Einmal freuen die sich und fühlen sich wahrgenommen, andererseits bekommt man dann nicht so die riesigen Brocken in den Weg gelegt, wenn man sich im Vorfeld mit denen abstimmt. Das kann echt gut funktionieren. Wenn man etwas Glück hat gibt es sogar ein wenig Geld (würde ich aber nicht drauf bauen).
Also: Untere Denkmalschutzbehörde anrufen, einen Ortstermin machen und erklären, was man vor hat. Am besten einen Fachkundigen (Gutachter oder Architekt, bei Behördenterminen zunächst – sorry – keine Handwerker) mitnehmen.

Zuständig bei Euch dürfte sein:
Magistrat der Stadt Bad Hersfeld
Stadtplanungsamt -Untere Denkmalschutzbehörde-
Klausstraße 1
36251 Bad Hersfeld
Tel.: 06621/201311 Fax: 06621/201348

Wenn Euer Haus als EINZELDENKMAL eingetragen ist könnt Ihr in den Genuss von Steuererleichterungen (z.B. Grundsteuer) und natürlich Abschreibungen kommen. Wenn Ihr jetzt noch einen Teil des Hauses gewerblich nutzen würdet ....... die Steuergesetzgebung weist hier viel Gestaltungsspielraum auf => Steuerberater fragen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





erstmal vielen dank für eure antworten :)
ja oben hat der vater der freundin einfach ohne mit dem Denkmalschutz zu sprechen neue Fenster rein gekloppt, oben sieht es innen leider auch aus wie in einem neubau.. ganz doof.
der gutachter hat geschrieben es müsste 1 Balken im Dach erneuert werden, eine Kellerdecke irgenwie wieder aufgebaut (es sind aber 2-3 eingebrochene stellen) zum Keller hin und wir stellen uns die frage ob man das komplett abbauen und wieder aufbauen muss oder ob man da teilweise etwas machen kann?
dann schrieb er von neuen stromleitungen und malerarbeiten..naja der mann scheint keine ahnung zu haben..
natürlich könnte man die schadhaften stellen einfach übermalern, aber wir wollen das haus in neuem glanz erstrahlen lassen und bis zum ende unseres leben dort leben bzw überleben können :)
was ihr natürlich aus der ferne nicht beurteilen könnt und deswegen brauchen wir ja einen wirklichen profi.
das Denkmalamt wollen wir von anfang an mit einbeziehen, weil wir es auch gut heißen was die da im amt machen und das hand in hand mit denen machen möchten.
zudem ist ein Pferdestall von über 100qm dabei (allerdings von 1975, ohne denkmalschutz und in massiv gebaut)
es gibt anfragen für boxen (wir wollen den schön renovieren und noch ein paar boxen reinbauen die anfrage ist da) das würde bedeuten da würden auch nochmal ein paar hunderter in die Renovierung fließen.
evtl würde sich ja dann eine bank mit uns über das vorhaben unterhalten und einen kredit geben..
das ist alles aber noch theorie.
wir wollen auch dort eine Wohnung mieten, sprich das haus muss nicht von 250km entfernung renoviert werden.
uns ist wichtig das es erstmal abgebaut wird und wetterfest wieder aufgebaut wird um es dann stück für stück zu machen.
ich stell später noch einige bilder rein, vielleicht habt ihr ja noch meinungen, ideen usw :)



Planung



Hallo Jasmin und Silke,

ich würde Euch empfehlen, einen mit Fachwerk erfahrenen Architekten zur Beratung zu suchen. Es gibt bestimmt Empfehlungen über fachwerk.de, das Denkmalamt, Nachbarn o.ä. Von den Architekten kann man sich dann Referenzen zeigen lassen, vielleicht auch mit Bauherren ins Gespräch kommen über deren Erfahrungen.

In einem 1. Schritt könntet Ihr Euch ein Angebot machen lassen über die Erstellung eines Sanierungskonzeptes mit folgendem Inhalt:

- Aufmass, Erstellen Bestandspläne mit Grundrissen, (evt. Schnitten, Ansichten),soweit noch nicht nicht vorhanden.
- kurze Schadensanalyse, bauliche Mängel
- Entwurfsskizzen, wenn Änderungen gewünscht/erforderlich
- Prioritätenliste der notwendigen / gewünschten Maßnahmen, unterlegt mit Kosten

Ihr könnt dann einschätzen, wass Ihr selber machen könnt oder was Ihr lieber Fachleuten überlasst. Mit dem Konzept könnt Ihr auch gegebenenfalls auch zu einer Bank gehen, vielleicht können (günstige) KfW-Kredite eingesetzt werden?

Das Konzept kann dann auch mit dem Denkmalamt vorabgesprochen werden, der Schritt zur denkmalrechtlichen Genehmigung oder ggfs. Baugenehmigung ist dann nicht mehr weit.

Viel Glück!

Rudolph Koehler



Aller Anfang ist leicht!



Hallo

Wichtig ist das Gesamtsystem!
Und das sollte von Anfang an von einem Fachmann besehen - aufgenommen werden um dann ein Sanierungskonzept zu erstellen.
Möglichst wenig "ändern" der Substanz und klare Schritte mit den Nutzern absprechen und zusammen arbeiten!
Je einfacher das Konzept desto besser die Qualität des Ergebnisses.

Kein Materialmischmasch sondern einfache Matereialien und bewährte Baukontruktionen verwenden.

Wenn das Konzept stimmt kann man fast alles selbst machen.

Frohes Forschen, entscheiden und Bauen

FK



Hallo, Ihr zwei



ich habe folgendes zu sagen:
mit 1.500 € im Monat ist nicht viel zu machen. Ein paar Beispiele aus unseren zurückliegenden 12 Monaten: Sanierung des Ständerwerkes insgesamt ca. 30.000 €, davor 20 Monate nichts machen? Eine Position Eichenbretter für Giebelschalung: 1.600 €. Budget für einen Monat weg, Material in drei Tagen verbaut. Baustopp? Ca. 18 neue Fenster. 16.000 €. Auch 11 Monate daraufhinsparen? Heizung, Türen, Böden, Installationen, das kostet alles mehr als 1.500 € und ist alles in weniger als vier Wochen gemacht, Ihr könnt ja nicht alles in Raten zahlen, oder? Das wird schwierig werden mit ohne Kredit.
Eigenleistung erbringen zu wollen, wenn man weit weg wohnt, ist Kokolores, nachmittags nach Feierabend passiert nix und Samstags beseitigt man die Spuren der Handwerker der vergangenen Woche, weil man sie nicht bei der Abeit "beaufsichtigen" kann, darüber müßt Ihr euch im Klaren sein. Also, hinziehen ist nicht verkehrt.
Ansonsten ist Eigenleistung machbar und nötig, sonst sprengt man schnell den finanziellen Rahmen. die ausage von weiter oben, daß man nach zwei Jahren mit den Nerven runter ist, ist etwas arg pauschaliert.
Wir arbeiten seit einem Jahr an unserem Haus, ein weiters steht uns noch bevor, wir haten noch zwei Mal Hochwasser mit eigenem Bachlauf im Haus, diverse Schweirigkeiten und unliebsame Überaschungen und haben trotzdem noch geheiratet ;-) Man und auch Frau muß körperlich und psychisch robust und durchsetzungsfähig sein und vor allem nicht die Nerven verlieren. Wenn man im ordinären Leben schon ein Flattehemd ist, läßt man´s besser bleiben, ansonsten: ran!
Wenn Ihr das nächste Mal von Dortmund nach Hessen fahrt, biegt Ihr von der A 44 ab, und besucht uns in 59590 Geseke, unser Haus steht 10 min von der Autobahn entfernt, dann könnt Ihr sehen, wie sowas "zwischendurch" mal aussieht.
Bei Interesse könnt Ihr mir eine mail schreiben, vielleicht kann ich Euch einen Tischler/Zimmermann/Techniker für baudenkmalpflege vermitteln, ich weiß nicht, ob der so weit fährt, aber ich kann fragen, wenn ihr noch Hilfe sucht.
Den Rest müsste man mal persönlich besprecehn, man kann schneller sprechen als schreiben...
Schöne Grüße, viel Erfolg!
Mario Albrecht