Knietief in der Renovierung & 1001 Frage - (Innen)Dämmung & Putz

08.11.2017 KlaraFall



Hallo liebe Foristen,

ich hatte bereits einmal hier gepostet, leider kann ich meinen eigenen Thread irgendwie nicht mehr beantworten, darüber hinaus hat sich die Fragestellung jetzt doch noch ein wenig verschoben, deshalb ...
Hier der alte Thread: http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/newbie-bittet-um-hilfe-tipps-boeden-und-waende-265402.html

Ausgangssituation - das Haus: 1773 gebaut, Teilunterkellerung von 1580. (Bruch?)Steinhaus im Neckar-Odenwald, Denkmalschutz. EG und 1. OG ausgebaut, 1. und 2. DG nicht ausgebaut. Bausubstanz und Zustand sind gut bis sehr gut, einige Sanierungsfehler sind natürlich gemacht worden ... Irgendwelche Gifte sind wohl nicht vorhanden --> gecheckt durch Gutachter.

Was ich möchte: "Rückbauen" für das Auge & für das zukünftige Wohlergehen des Hauses. Sprich: Altes offenlegen (Dielen z.B.) und diffusionsoffene Stoffe verwenden.

Was bisher gemacht wurde: Alle Tapeten entfernt inklusive teilweiser Styroporschichten dahinter, von den Außenwänden Rigipsplatten inklusive Styropor und Zementverklebung abgeschlagen.

Jetzt stehe ich vor einigen Problemen, bei denen ich Hilfe brauche. Ich hoffe, es hat wer ein paar Tipps für mich, ich bin wirklich für jeden Rat dankbar. Gerne nehme ich auch Empfehlungen entgegen zwecks eines Dienstleisters, der mich diesbezüglich wirklich fundiert und kompetent beraten kann - Architekt und Gutachter haben mich leider bisher nicht sonderlich weitergebracht.

1.) Dämmung
Sonderlich gedämmt war bisher nicht. Ich gehe davon aus, dass eine Dämmung gut wäre, weiß aber nicht, wo ich ansetzen soll. Oberste Geschossdecke hatte ich im Kopf, diese sollte aber weiterhin als Dachboden und Lagerraum begehbar sein. Diesbezüglich bin ich auf Holzfaserplatten gestoßen. Ich weiß nicht, ob es noch bessere Möglichkeiten gibt hinsichtlich einer Geschossdeckendämmung und/oder wie der Aufbau sein sollte bei Holzfaserplatten (einfach drüberklatschen wird wohl nicht reichen, nehme ich an).
Dann ist da noch die Frage einer Innendämmung ... -->

1.) Innenputz & evtl. Dämmung
Die Wände liegen jetzt frei und ich weiß quasi nicht wirklich weiter. Ich frage mich, ob oder vielmehr in welchem Ausmaß ich dämmen soll. Nur Außenwände? Und: Darf dann der jetzige Putz bleiben? Was und wie kann ich an die Wände machen? Nur Außenwände?
Ich habe mir schon ein paar Bücher gekauft, die Möglichkeiten (Flachs, Hanf, Kokosfaser, Holzfaser etc.) sind aber so vielfältig, dass es mich einfach erschlägt.

3.) Putz innen generell
Ich weiß nicht, um was für einen Putz es sich handelt und ob er "schlecht" für das Haus ist oder bleiben kann/darf. Wie kann man das bestimmen oder wer? Geplant war eigentlich, mit Lehmfarbe direkt den Putz zu bemalen, in den Zimmern, die am häufigsten genutzt werden, einen Lehmputz aufzutragen und dann Farbe.

4.) Fenster wurden mit Bauschaum eingesetzt
Nachdem die Rigipsplatten entfernt wurden, habe ich entdeckt, dass die Fenster größtenteils nur mit Schrauben und Bauschaum eingesetzt wurden. Muss das weg? Wie kann man da ansonsten weiter vorgehen - innen ausstopfen und dann neu verputzen?

5.) Putzschäden
Durch die Entfernung der Rigipsplatten sind einige Putzschäden aufgetreten. Sollte der jetzige Putz bleiben dürfen, kann ich dann einfach mit Lehm die "Löcher" verputzen?

6.) Rigipsplatten & Styropor an den Außenwänden zweier Mini-Bäder
Leider sind die gleichen blöden Platten auch an den Außenwänden der Bäder verwendet worden, eines davon wurde in Trockenbauweise eingezogen. Ich werde die Platten nicht wegbekommen ohne die Bäder rauszureißen, was ich vermeiden möchte. Wie gehe ich innen vor zwecks der Wandoberfläche, was sollte da am besten drauf?

Ich mache viel selbst mit Hilfe von ein, zwei handwerklich geschickten Bekannten. Im Budget sind natürlich auch noch ein paar Handwerker drin, nicht aber, alles auf links zu drehen und alles bezahlt renovieren zu lassen, leider.

Ich stelle mal noch ein paar Bilder ein, damit man die Situation besser einschätzen kann.

Herzlichen Dank schon einmal und sorry, dass es so lang geworden ist!

Viele Grüße,

KlaraFall





Das erste Dachgeschoss, um das es zwecks der Zwischengeschossdämmung gehen würde. Fläche ca. 1xx qm.





Blick unter die Bodenlatte auf den "Inhalt" der Geschossdecke bzw. die bisherige Schüttung.





Blick auf die Innenseite einer Außenwand - Putzart?





Fensterdilemma - Bauschaum ...





Nochmal eine Nahaufnahme vom Innenputz.



Bauvorhaben



Wie sieht denn der Dielenbelag (wenn ich richtig sehe) von der Substanz her aus? Eben, wurmfrei etc? Den Teppichbelag würde ich als erstes rausschmeißen, falls der einen Kunststoffrücken hat besteht die Gefahr der Kondensatbildung im Winter. Tja, und mit den Rigipsplatten an den Außenwänden haben Sie gerade die Innendämmung abgerissen. Gab es denn einen Schimmelbefall?





Die Dielen oben sehen gut aus, auch finden sich im Dach keinerlei Anzeichen für einen aktuellen und akuten Schädlingsbefall egal welcher Art.

Ja, selbstverständlich habe ich mit den Rigipsplatten und dem Styropor die Dämmung entfernt. Es gab nirgendwo Schimmel, allerdings war die Dämmung selbst an einigen Stellen feucht - und zwar nicht sichtbar.

Ich möchte eigentlich kein Styropor in meinem Haus haben. Selbst wenn es kein Fachwerkhaus ist und demnach bauphysikalisch nicht so kompliziert ist - ich kann mir nicht vorstellen, dass es a) ganz allgemein gut ist in so einem Fall und b) in diesem Fall richtig ausgeführt wurde.



DG-Dämmung



Wie hoch ist der Hohlraum zwischen Schüttung und Dielung? Eine Möglichkeit wäre, den mit Isofloc ausblasen zu lassen. Zum Rest EG und OG sollte ein Gesamtkonzept erstellt werden, in welches Wandaufbau incl. Putz und Heizung einfließen. Beim Putz würde ich persönlich im System bleiben, also Fehlstellen mit dem gleichen Putz ausbessern, bevorzugt Kalkputz. Übrigens läßt sich Kalkputz erkennen, indem er mit Essig beträufelt wird, sollte dann anfangen zu schäumen.



Fachwerkhaus Komplettsanierung



Der Dachstuhl sieht zumindest lt Bild solide aus-
Dämmung und Aufbau je nach Nutzung und Anforderung.

Bauschaum bei angrenzenden mineralischen Baustoffen keine Katastrophe- nur wenn's derart bröselig ist wie bei dir alles lose entfernen und zB mit Hanf ausstopfen und die Fugen ggf luftdicht abkleben und außen schlagregendicht abdecken.

Innendämmung erst nach zuvor hergestellter durchgehender Putzschicht aufbringen und Schlagregenbelastung ermitteln, die auch von der regionalen Lage abhängt.

Den Putz würde ich als Kalkputz annehmen, wenn er noch original ist- soweit sich das vom Foto her sagen läßt.
Es würden mehr Fotos und Angaben benötigt werden
Du kannst mich bei Fragen gerne anrufen

Andreas Teich



Bezüglich Innenputz



Guten Tag,

wenn für Sie einen rein minerliascher Innendämmputz in Frage kommt, kann ich Sie gerne, auch vor Ort beraten.
0151-46144203

Mit freundlichen Grüßen.

Philipp Naujoks-Smith