Knarrender Boden/Decke

05.02.2019



Wir möchten ein Kinderzimmer im bereits vom Vorbesitzer ausgebauten Dachboden einrichten. Leider knarrt der Boden dort bei jedem Schritt. Der Aufbau des Bodens ist wie folgt: ganz unten Balken und Lehmdecke, darauf Schüttung, dann Styroporplatten und oben drauf Fermacell-Platten. Die Styroporplatten sind, genauo wie die Fermacell-Platten, "schwimmend" verlegt und nur untereinander verklebt.

Hat jemand einen Tipp für uns wie man das Knarren möglichst kostengünstig wegbekommen könnte?
Wir dachten daran die ganze Konstruktion mit langen Schrauben an den Balken fest zu schrauben. Sind uns aber nicht sicher, ob das was bringen würde...

Vielen Dank schon mal für die Hilfe



Boden knarrt



lange Schrauben bringen keine Verbesserung.
Die Schüttung darf normalerweise nicht belastet werden- außer es wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen.
Das Styropor würde ich beseitigen, Unterbau auf Ebenheit kontrollieren, Holzfaserplatetn verlegen, darauf dann wieder die Fermacellplatten.

Wenn gespart werden soll lassen sich ggf.die Estrichplatten mit der Kreissäge sauber herausschneiden und auf einer neuen Lage Fermacellplatten mit versetzen Stößen verkleben-
die Stöße mit PU-Kleber verkleben, vorher mit feuchtem Schwamm anfeuchten.

Alternativ auf Holzfaserplatten Latten und Dielen verlegen



Schmeißen Sie besser...



diese wilde Materialiensammlung komplett 'raus - und vergessen Sie gleich auch die Flickschusterei von Herrn Teich.

Für den Neuaufbau eine Frage: Wie wichtig ist eine Dämmung des Trittschalls, und, was soll denn als Fußbodenbelag kommen?

Viele Grüße

Thomas



Hallo Thomas



...da es ein Kinderzimmer werden soll und das Haus recht hellhörig ist, ist denke ich die Dämmung des Trittschalls schon sehr wichtig. Als Bodenbelag soll Laminat oder evtl. Klick-Vinyl verlegt werden. Wichtig wäre uns eine Vernünftige aber vorallem auch kostengünstige Lösung für das Knarr-Problem zu finden.

Was wäre denn dein Vorschlag?

Viele Grüße und vielen dank für die Antwort



Also...



...sollte bis auf die Balken demontiert werden. Das erspart das Rätselraten, welche der Komponenten denn nun für die Tönchen verantwortlich ist.

Wenn die Balkenflanken frei und halbwegs senkrecht sind, daran 40er Bohlen geeigneter Höhe so anschrauben, daß die Oberkanten nivelliert sind. Darauf kann eine 25er OSB verschraubt werden, in Nut und Feder satt verklebt. Sollte viel Platz zwischen Füllungs-Oberkante und Bohlenoberkante sein, eine Schüttdämmung zur Hohlraumvermeidung einbauen. Ich bevorzuge Blähton.

Darauf kann eine Trittschalldämmbahn verlegt werden, und dann halt Laminat/ Fertigparkett/ Fertigkork... , in jedem Falle schwimmend.

Ersteres ist eher klackernd im Tritt und die lauteste Variante, letzterer besonders leise und auch warm im Tritt - eine schöne Lösung für's Kinderzimmer.

Grüße

Thomas



Knarrenden Boden sanieren



Zumindest könnten die vorhandenen Estrichplatten wieder auf tragfähigem Untterbau verlegt werden, um etwas mehr Masse und Schalldämmung zu bekommen.

Die können auch nur aneinandergelegt und evt Randbereiche und Fugen mit feinem Sand ausgießen.

Die notwendige Stärke der Unterkonsruktion richtet sich nach dem Balkenabstand-
bis etwa 62,5 cm genügen 18 mm Plattendicke.
Plattenlänge quer zu den Balken verlegen und je nach Belastung und Konstruktion sollen die kurzen Plattenseiten auf der Unterkonstruktion aufliegen



Vielen Dank



...für eure Antworten, ich denke das hat uns schonmal ein ganzen Stück weiter gebracht.

Viele Grüße



Das würde...



...ich nicht so ernst nehmen:

"Die notwendige Stärke der Unterkonsruktion richtet sich nach dem Balkenabstand-
bis etwa 62,5 cm genügen 18 mm Plattendicke."

Geiz um des Geizes willen...

Zunächst einmal ist Unterkonstruktion nicht gleich Unterkonstruktion. Ferner ist die vorgesehene Belastung wichtig. Ich rate grundsätzlich im Fußbodenbereich zur Überdimensionierung. Das schafft Ihnen Reserven, die Sie vielleicht nie brauchen - vielleicht aber eben doch. Der Kostenunterschied zwischen 18er und 25er OSB ist vernachlässigbar.

Und achten Sie unbedingt auf die satte Verleimung der OSB in Nut und Feder - sonst tauschen Sie altes Knacken gegen neues Knacken. Am Besten - Sie positionieren die Querstösse auf den Balken. Das ist sicher mit wenig zusätzlichem Verschnitt machbar.

Viel Erfolg

Thomas Böhme



Deckenaiufbau



Das soll nicht wieder in die sinnlosen Diskussionen ausarten-

Herstellerangaben sowohl zur Statik wie auch die Verlegeanweisungen sind immer zu beachten.
Bei Wohnräumen wird von 200 kg/m2 Verkehrslast ausgegangen.
Dauerhaft bestehende Lasten über den Platten müssen natürlich berücksichtigt werden, ebenso die Tragfähigkeit der Deckenbalken.

Wenn man sich Vorteile von Überdimensionierungen verspricht sind möglicherweise höhere Materialkosten, mehr Schlepperei, größerer Verlegeaufwand, höhere Deckenbelastung egal.



Viele der hier...



...im Forum besprochenen Häuser stehen nur noch deshalb, weil damals keine Tabellen zur Statik existierten, sondern die Erfahrungswerte der Baumeister. Damals wurden scheinbar die besser bedachten Häuser für Generationen gebaut - heute nach Gewährleistungsfristen.

Ausserdem: All die leicht ausrechenbaren Minimalanforderungen hinsichtlich Bauteildimensionierungen passen wunderbar, solange alles eben ist und bleibt, und auch sonst keine Abweichungen auftreten. Das kann der Laie aber wohl kaum einschätzen, fällt auch mir mitunter schwer, und ist auch generell im Altbau nicht die Regel.

Ich erinnere mich noch an einen perfekt berechneten und vom Bauherren selbst verlegten OSB - Boden. Alles war wunberbar. Trittfest, geräuschfrei... Wir haben dann fachgerecht ein Mosaikparkett darauf verlegt. Ein halbes Jahr später begann der Boden exakt neben dem Chefschreibtisch zu knarren. Das Mosaikparkett konnten wir als Geräuschquelle ausschliessen, der Radau kommt aus dem Unterbau. Da der Aufwand für einen Komplettabriss für den Bauherren nicht in Frage kommt - bis heute. Ich habe keine Glaskugel wie die Wittwe Schlotterbeck und kann deshalb nicht sicher sagen, ob es das Problem auch mit dickeren OSB-Platten gegeben hätte. Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich aber sicher, daß derartige Probleme mit stärker dimensionierten Unterbauten abnehmen.

Grüße

Thomas



@ Herrn T.



Sind alle Diskussionen sinnlos, die nicht zu 100% Ihrer Denkart entsprechen?