Bei uns klopft es

08.03.2005



Liebe Menschen in diesem Forum,

wir sind in einen Altbau gezogen, und in unserem Schlafzimmer klopft es abends ungefähr im Sekundentakt. Das Erdgeschoss ist auf Holzbalken konstruiert, und wir wohnen auf alten Dielen. Die wurden vor 7 Jahren vom Ochenblut befreit und versiegelt, dann mit unserem Einzug noch mal geschliffen und geölt. Feucht ist es in diesem Raum eigentlich nicht - höchstens 1x pro Woche durchs Putzen mit ausgewrungenem Lappen. Jetzt hat sich bei uns der Verdacht eingeschlichen, dass ein Holzschädling an unserer schönen Substanz nagt. Wir können das Geräusch aber weder orten noch sehen wir irgendwelchen Auswurf - es ist bislang eben nur das Geräusch, das so klingt, als hätte jemand den Wasserhahn nicht zugedreht. Aber weder Wasserhahn noch Heizungsrohre sind Ursache fürs Klopfen.

Wer kann helfen?



Mehr Infos



Guten Tag,
ist irgendwo, vielleicht auch verdeckt Eiche verbaut? Dann könnte der Bunte Nagekäfer Klopfen, obwohl es eigentlich noch etwas früh im Jahr dafür ist. Dann müsste man außerdem nach Pilzen im Holz suchen. Ich bin mir bei Ihrer Beschreibung bisher aber nicht sicher, dass ob es sich überhaupt um einen Holzschädling handelt. Ist überprüft worden, ob Wasserinstallationen in verdeckten Bauteilen undicht sind? Tropft vielleicht außen etwas auf eine Blechfensterbank?
Könnten Vorratsschädlinge wie Mäuse für die Geräusche verantwortlich sein?
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Balken aus Eiche?



Ich denke mal, dass die Balkenkonstruktion aus Eiche besteht. Wassertropfen kann ich ausschließen, denn in die erste Etage führen keine Wasserleitungen - die würden ja auch weitertropfen und nicht pausieren. Auch Regen kann ich ausschließen. Die vergangenen Nächte waren immer so kalt, dass es - wenn überhaupt - nur geschneit hat. Mäuse? Die würden eher ein Rascheln verursachen - kann ich mir kaum vorstellen, dass die sich in unserem Häuschen vergnügen.
Gibt es nicht einfach ein Giftgas, womit man allem Viechzeug den Garaus macht?





Guten Tag,

eine Ferndiagnose ist natürlich immer sehr schwierig, da es hier verschiedene Ursachen geben kann. Ulrich Arnold hat in seinem Beitrag schon darauf hingewiesen, z.B. Schwammholz-Käfer die sich in durch Pilze vorgeschädigtes Holz finden, bevorzugt an verbautem und nicht einsehbarem Holz und in Unterdielenbereichen.
Sollte es wirklich einen akuten Befall geben, muß dieser unbedingt lokalisiert werden, um gfs. geeignete Maßnahmen einzuleiten. Dadurch sind z.T. Bauteilöffnungen nicht vermeidbar.
Auch anhand eines Fraßbildes, sofern Sie es denn vorfinden, lässt sich der Befall oftmals nicht eindeutig bestimmen. Besonders aus der Ferne nicht. Hier können z.B. die unterschiedlichen Kotballen der Larven hinzu gezogen werden.
Für eine zweifelsfreie Bestimmung sind hierzu Kenntnisse über Holzarten, Lebensbedingungen von Insekten etc. unerläßlich. Sie werden daher kaum umhin kommen einen Fachkundigen oder Sachverständigen für Holzschutz o.ä. zu beauftragen.

Mit besten Grüßen aus Köln

Bernd Kibies



Folter



Lieber Tobias

Die Fraßgeräusche von Holzschädlingen sind nicht gleichmäßig. Fraßgeräusche brechen auch bei lauter Unterhaltung meist ab.
Bitte überprüft die noch einmal.

In den meisten Fällen mit denen ich in Zusammenhang mit Klopfgeräuschen zu tun hatte, erwiesen sich dehnende Heizungsrohre, oder durch Temperaturänderungen knackende Baukonstruktionen als ursächlich.

Gruß

Lutz



ggf. Entwarnung



Vielen Dank für die Antworten. Gestern Abend ging es wieder los. Mitten in der Nacht sind wir noch über den Boden gerobbt - erfolglos. Mit dem Ohr auf den Dielen war das "Tropf-", "Nage-" oder Klopf-Geräusch nicht zu orten. Im Gegenteil: Im Boden hörte man das Klopfen nicht. Dann kam ich auf die Idee, das Ohr auf die Wand zu legen ... und oh Wunder ... in der Wand war es eindeutig lauter zu hören! Wir werden jetzt wohl mal mit einem Stetoskop die Wände im Dachboden, Erdgeschoss und in unserem Schlafzimmer abhorchen.



Kondensat



Hallo,

Ist das Klopfen nur bei starker Kälte vorhanden?
Es könnte auch Kondensat sein, das durch die Außenwand oder Dach entweicht und dann z.B. als Eiszapfen abtropft.

Freundliche Grüße aus Würzburg
A. Klüber



wirklich nur ggf Entwarnung



Guten Tag,
als Nachtrag: Ist in der Wand vielleicht auch Holz verbaut, dannn ist ersteinmal nicht von Entwarnung, sondern nur von Problemverlagerung zu reden. Über nacht ist mir auch aufgegangen, dass ich etwas Betriebsblind bin. Ich würde die Nagegeräusche eines Hausbocks nie mit "Tropfen" vergleichen. -jemand anderes vielleicht schon- Auch das wäre zu prüfen. Lokalisieren Sie weiter und öffnen Sie ggf. wirklich einmal eine kleine Stelle der Konstruktion. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



regelmässiges Klopfen



Hallo
möchte gerne den Beitrag vom Lutz Parisek vom 08.03. erweitern.
Da gerne alte Heizungsrohre in einem alten Haus verlegt sind, funktionieren die als perfekte Schall - Leiter!
d.h. es kann im Keller was tropfen, und das ganze Haus hat was davon!
was anderes fällt mir nicht ein!
FK



tropfen, klopfen ... oder was auch immer



Ich bin überwältigt, was Sie alle sich für Gedanken machen. Vielen Dank! Die Leitungen von Elektro bis Heizung sind alle neu - alte (tote) Leitungen können sich allerdings noch sehr wohl in den Wänden befinden. Unser nächster Schritt wird es sein, uns ein Stethoskop auszuleihen und die Wand abzuhorchen ...



Klopfgeräusche. Das haben wir auch. Aber wir wissen wer es ist!



Hallo und guten Tag.
Wir wohnen in einem Fachwerkhaus von 1710. Ab Frühjahr jeden Jahres haben wir auch diese Geräusche. Es handelt sich um einen speziellen Eichenholzschädling: Der gescheckte Nagekäfer, im Volkmund auch Pochkäfer oder Totenuhr genannt. Angeblich kann er nur in feuchtem Eichenholz überleben, unsere Käfer wissen das aber leider nicht.
Die Bekämpfung ist extrem schwierig bis unmöglich (somindest nach unserer Erfahrung).
Das Freilichtmuseum in Detmold hat auch noch keine befriedigende Lösung gefunden.
Bei uns im Haus sind alle Balken frei sichtbar. Da der Befall nicht sehr groß ist, reich es bisher die Pochkäfer mit leichtem Klopfen an die Balken (es muß dunkel und ruhig sein) zum antworten zu bewegen und Sie dann mithilfe der Taschenlampe zufinden und Ihnen den Gar auszumachen. Da Sie mit Hilfe des Klopfens ihre Partner suchen funktioniert das bisher besser als die chemische Keule, die im Wohnbereich sowieso nicht zu empfelen ist.





Falls das Geräusch mit den Heizintervallen syncron ist, kann es durch die Längenausdehnung der Heizungsrohre verursacht werden. Das Geräusch ensteht dann durch ruckartiges Nachrutschen des Rohrs an der Lagerstelle.

Grüsse
Andreas Allgaier



Dasselbe Problem



Hallo Tobias Fricke,
habt ihr euer Problem lösen können?
Wir wohnen in einem neuen Holzständerhaus und haben genau dieselben Geräusche.



hier klopft es auch



Hallo,
bei mir klopft es seit einigen Tagen auch in der Dachschräge und es hört sich eher an, wie das Klopfen eines kleinen Spechtes. Könnten durchaus auch 3 Schläge pro Sekunde sein.
Mich wundert es nur, dass da doch wieder Viehzeug eingezogen ist, da ich vor der Isolierung ( vor 6 Jahren ) alles Holz im Haus mit Adolit Holzwurmfrei von Remmers intensivst getränkt hatte.
Sehe eigentlich keine andere Lösung, als die Wand zu öffnen und den Wurm zu finden



bekämpfender Holzschutz



Hallo Andreas,
hatten Sie denn zum Zeitpunkt der Einbringung von Adolit Holzwurmfrei einen Befall von Holzschädlingen?
Wie haben Sie das Dachgeschoss ausgebaut?

Viele Grüße



hier klopft es auch



es waren in einem anderen Bereich des Daches Spuren zu erkennen, diese beiden Balken wurden ausgetauscht
Isolierung wurde erst mehrere Wochen nach der Aufbringung bzw. nach der Kristallisierung der Borsalze vorgenommen
140er Isolierung, Dampfsperre und Rigipsplatten mit Styropor
das Gewerke wurde in den 1950ern nach einem Brand neu errichtet, die Balken harzen heute noch und sehen echt top aus, soweit noch sichtbar



Holzschutz



Ich empfehle Ihnen mal die Verarbeitungsrichtlinien und das Produktdatenblatt des Herstellers zu lesen, falls Sie das noch nicht gemacht haben.

Viele Grüße



Holzschutz



Zitat
Ich empfehle Ihnen mal die Verarbeitungsrichtlinien und das Produktdatenblatt des Herstellers zu lesen, falls Sie das noch nicht gemacht haben.
Viele Grüße

oh, hier bekommt man auch wieder schwachsinnige Wichtigtuer Antworten
danke, hat sich dann erledigt, suche mir ein besseres Forum



bekämpfender Holzschutz



Na dann viel Spaß beim Wandöffnen und "Wurm" suchen!

Der schwachsinnige Wichtigtuer



Angst vor dem "Holzwurm"



Hallo,

ich habe die Befürchtung, dass im Haus ein Holzschädling haust. Das Haus müsste um die 100 Jahre alt sein und vor etwa 25-30 Jahren wurde der Dachboden ausgebaut mit schönen dunklen Holzbalken. Das Raumklima ist eigentlich ziemlich trocken dort oben, weswegen ich mein Klavier uach woanders hingestellt hab.Ich bin jetzt vom Erdgeschoss in die 3. Etage mit dem Schlafzimmer gezogen, es befindet sich unter dem ausgebauten Dachstuhl. Und es knarrt unheimlich. Bisher habe ich einfach daran gedacht, dass entweder bei den Nachbarn was knarrt - es hört sich an als würde eine Schranktür immer ein Stückchen weiter aufgehen, aber halt mit nem Knarr geräusch, Klopfen höre ich es eigentlich nicht. Oder dass nun mal das Haus "arbeitet", da es nun mal alt ist und wir überall Parkettboden, Holzmöbel und eine alte Holztreppe haben.

ABER ich habe gestern einen Käfer im Bad gefunden, der auf dem Rücken strampelte, ziemlich groß und länglich war und wie ein Holzschädling aussah...in den Balken im Dachstuhl habe ich jetzt eigentlich keine Schäden in dem Sinne ausmachen können, wir haben in den Jahren immer mal wieder Haken in die Balken gebohrt, rausgeholt, versetzt, so dass ich nicht sagen kann, ob es sich um Austrittslöcher von Holzkäfern handelt oder halt alten "Hakenlöchern". Sonst hab ich auf dem DAchboden eigentlich keine großen Käfer gefunden - aber die ganzen Jahre auch nicht daran gedacht. Vielleicht hat man ja mal den ein oder anderen weggefegt, weil man dachte, der kam zum Fenster rein...

Allerdings haben wir im Treppenhaus auch eine Holztreppe und dort habe ich auch Käfer auf den Fensterbänken (3 oder oder vier in den letzten 3 Monaten) gefunden, allerdings seit ich die Pflanzen rausgestellt habe nicht mehr.

Ich habe keine Ahnung und habe da nur Paranoia, dass die uns das ganze Haus wegfressen!!!

Im November hatte ich schon so eine Befürchtung, weil bei der Umrüstung der Satellitenanlage 2 Dachpfannen ausgetauscht werden mussten, da unter der Sat. anlage morsch war. Die Dachdecker meinten aber, dass sonst alles gut aussehen würde...

Was für Geräusche müsste ich denn genau hören? Und auf welche Signale muss ich genau achten? Kann man irgendetwas tun? Ich hab diverse Sachen gelesen, wie schön alles austrocknen - also m.E. sind die Holzbalken im DAchboden ganz schön trocken...-

Achso und dann noch eine Sache: vor ein paar Wochen habe ich an einem der Querbalken im Dachboden ein Viech gesehen, das war schwarz und ganz dünn, sah aus wie ne größere Mücke (kein Käfer!) oder so und das sah aus, als würde es sich in den Balken hineinbohren wollen - das fande ich sehr komisch. Leider ist das Vieh komplett zerdrückt worden beim Versuch es einzufangen.

Ich weiß, Ferndiagnose geht nicht und am besten einen Kammerjäger holen, aber vielleicht hat jemand vorab ne Idee?