Kloben für Fensterläden in Sandstein

30.01.2008



Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich brauche einen Rat. Ich möchte an unserem Haus die Kloben für die Fensterläden erneuern. Die alten, leider nur teil erhalten, sind mit Holzkeilen und Zement in etwa 8 cm tiefen Löchern im Sandstein befestigt (original 1904), wie befestige ich neue Metall-Kloben sinnvoll im Sandstein?
Danke für Tipps
Andreas Gees



Andreas



Hallo Andreas,

die ursprüngliche Konstruktion mit Holzkeilen war nicht gerade sinnvoll, aber oft angewendet. Zunächst solltest du die alten Kloben entrosten und evtl. Verzinken. Die historische Art wäre die Kloben mit Blei einzugießen, was aber nur etwas für absolute Fachleute ist. Alternativ könntest du einen 2-komponenten Klebemörtel verwenden (Upat UPM 44 oder ähnliches und etwas mit Steinersatzmörtel verspachteln.



Fensterkloben befestigen



Es gibt Kloben zum Einmörteln in jeder Eisenwarenhandlung. Zum Einmauern muss man das Loch, wo der Kloben hineinsoll, reinigen und anfeuchten. Damit die Kloben richtig sitzen, kann man den Fensterladen als Schablone benutzen, also die Kloben aufstecken, den Laden irgendwie (geht meist mit Holzkeilen und den Sturmhaken )in genau der Stellung fixieren, wie er in geschlossenem Zustand sein soll, und dann vermörteln. Der Mörtel sollte relativ fett sein und muss nicht zu steif, aber auch nicht zu flüssig sein. Wenn die Klobenlöcher zu klein sind, kriegt man den Mörtel nicht hinein.
wenn Sie ungeübt sind, keinen Blitzmörtel nehmen, ist zu stressig.



Zum Vergießen mit Blei...



...an waagerechten Flächen fehlt mir noch der Kippmechanismus für's Haus :-)

Ich gehe davon aus, daß bei Fenster- und Türgewänden die Kloben vor dem Einbau der Gewände eingegossen wurden.

Hat jemand Erfahrung mit Bleiwolle? Hält das die Läden dauerhaft?

Grüße

Thomas



Eingiessen mit Blei



Öffnung mit Lehm oder Gips umwanden, Einfülltrichter und Abluftöffnung vorsehen, Überstände nach Erstarren des Bleis abstemmen (mit altem Stecheisen oder scharfem Flachmeissel). Das Loch und der Gips oder Lehm müssen absolut trocken sein, sonst bildet sich Wasserdampf und die Sache hält nicht; es kann sogar flüssiges Blei herumspritzen oder die Verdämmung abgetrieben werden.
Am Gotthardpass hat man im Mittelalter eine Brücke an die Felswand gehängt, die Anker waren mit Blei vergossen; ich nehme nicht an, dass die damals die Felswand gekippt haben.
Ich würde es halt trotzdem mit Mörtel machen, ist einfacher, billiger, leichter zu besorgen, problemloser in der Handhabung, ungiftig und genauso haltbar. Das Hauptproblem ist, dass die Kloben in Abstand und Richtung exakt sitzen müssen, sonst passt der Laden nachher nicht auf die Kloben oder lässt sich nicht schliessen.
Möglicherweise gibt es Kittmasse oder Spezialmörtel dafür in Kartuschen, so dass sich der Mörtel mit einer Kartuschenpistole ins Loch verpressen lässt, das wäre am einfachsten.
Natürlich wäre es einfacher, die Kloben vor dem Einbau der Leibungsssteine zu setzen und dann die Läden passend zu machen. Aber wenn sie die Läden schon haben, geht das nicht, ausser sie wollen die Beschläge versetzen.



Das es grundsätzlich...



...auch im Stehen funktioniert, war mir schon klar. Der Aufwand ist bloß eben immens. Und spritzendes Blei in Augenhöhe sicherlich keine schöne Erfahrung. Es gibt ja auch spezielle Sandsteinreparaturmörtet (Mineros...)

Grüße

Thomas



Ganz einfach



Ton muß relativ trocken sein, daß er gerade so 5-10 minuten klebt, bevor der Sandstein das Wasser rausgesuagt hat und alles abfällt. Also Laden einrichten mit Keilen etc., dann Kloben mit einer Zwinge unterm Band befestigen. Loch bündig mit Tonstreifen richtig Abdichten wie ein Schwalbennest. Evtl Sandstein vorher mit Pinsel etwas anfeuchten zwecks Haftung.Oben 5 cm großen Trichter anmodellieren und Öffnung von ca 2-3 cm Breite und 1/2 cm Höhe freilassen und mittig mit Tonstreifen in 2 Öffnungen teilen. Suppenkelle mit Schnute versehen, Blei mit großem Brenner wirklich dünnflüssig machen und in 1 Minute ist alles fest. Bitte aber nicht in kurzen Hosen sondern Handschuhe, Brille, Lackierte Flächen darunter mit Lappen abdecken, keine Zaungäste.Vielleicht vorher einen Schnaps.Beste und dauerhafteste Methode. Gruß Robert