Angeln für Klappläden in Sandsteinlaibung reparieren

30.03.2011



Hallo,
ich habe Fenstrelaibungen aus Sandstein. Darin sind die Angeln für die Klappläden noch mit Holzdübeln/Holzkeilen befestigt worden. Da das Holz jetzt nicht mehr intakt ist lösen sich die Angeln langsam aus der Laibung.
Ich würde sie gerne wieder genauso befestigen, alleine schon aus dem Grund um den Sandstein, durch Verwendung ungeeigneter Materialien, nicht zu sprengen, wie man es häufig sehen kann.

Daher würde gerne wissen wie man da am besten vorgehen sollte damit das Ganze auch wieder sicher hält.
Danke und Grüße,
Waldemar





Ich würde die Kloben in Mörtel setzen.
Dazu die Dübellöcher freiräumen und reinigen, Die Kloben können Sie durch neue ersetzen, die ein Ende zum Einmörteln haben (im Eisenwarenfachhandel, alten Kloben mitnehmen).
Zum Befestigen verwenden sie den Fensterladen als Lehre, indem sie den Kloben in die Angel einsetzen und den Fensterladen so fixieren, wie er in geschlossener Stellung sein soll (was je nach Situation etwas Einfallsreichtum erfordert). Wenn der Laden in einen Falz der Leibung passen soll, müssen Sie mit etwas Pappe oder dünnen Holzkeilen dafür sorgen, dass er sich nicht daran stösst - man kann den Sitz nachher nur noch mit Unterlagsscheiben nach oben korrigieren. Dann können sie das Loch für den Kloben mit einer Spritzflasche anfeuchten. Es ist von Vorteil, wenn die Löcher sich nach hinten etwas vergrössern; ggf. mit einem scharfen Meissel und Gefühl nacharbeiten. Die Kloben mit Zementmörtel in geeigneter Konsistenz vermörteln. Nehmen Sie nur dann Schnellzement, wenn Sie schon Erfahrung damit haben, weil es einem wenig Zeit zum Arbeiten lässt. Die Läden dürfen dann aber einige Tage nicht bewegt werden. Bleiben sie mit dem Mörtel etwa einen halben Zentimeter hinter der Steinoberfläche zurück, damit Sie in einem weiteren Arbeitsgang die Oberfläche sauber Verputzen können; dies kann mit einem Reparaturmörtel geschehen, der farblich und vom Korn her zum Leibungsstein passt.
Dass der Stein dadurch aufplatzt, ist nicht zu befürchten, wenn er noch gesund ist und wenn kein stehendes Wasser in die Klobenlöcher kommt.
Vermutlich gibt es dafür Mörtel zum Verpressen aus der Kartusche. Damit täte man sich viel leichter; ich habe damit aber keine Erfahrung und ich habe schon viele Kloben so gesetzt.



Ich würde die Kloben auf keinen Fall in Mörtel setzen



Vor allem nicht in Zementmörtel, da dieser Schäden am Sandstein verursacht, je nach Beschaffenheit des Sandsteines (also tongebunden, Kieselsäuregebunden etc. da gibts jede Menge unterschiede)unterschiedlich schnell, aber garantiert. Möchtest du deine Kloben erhalten und ist noch ausreichend Substanz da, die Kloben ausbauen, von Rost befreien (die gründlichst Rostentfernung erreicht man durch Strahlen mit feinem Sand, Glas, Eis, Walnussschalen, auch hier gibts einige Varianten), dann vor erneuter Korrosion schützen z.B. mit Rostschutzfarbe auf Zinkbasis (die gibts nicht im Baumarkt, Hammerit ist nicht empfehlenswert) oder mit kalt gepresstem Leinöl (das gibts bei Pro Leinöl(teuer) im Supermarkt als Speiseöl(noch teurer) oder als netter Tip zum bestellen bei www.mühleschlingman.de als Pferdezusatzfutter (billig). Einsetzten kannst du die Kloben dann (unter Berücksichtigung der Beschaffenheit des Loches wie es mein Vorredner erwähnt hat) mit Bleiwolle. Dies ist eine alte, bewährte Technik die z.B. beim einsetzen von Geländern in Sandsteintreppen angewendet wird, da alledings als Bleiverguss. Die Bleiwolle kann man kaufen oder mit einem Hobel selber machen. Drückt man die fest in die Öffnung erziehlt man das gleiche Ergebniss wie mit einem Verguss.Vorteil ist dass es bei erneuter Rostbildung nicht zu Steinprengungen kommt, da das Blei durch seine elastizität als Puffer (wie auch die Holzkeile) fungiert. Ach ja Da gibts auch noch Eisenglimmer als Rostschutz. Das gibts bei Kreidezeit, hab schon viel gute Kritik gehört es aber selber noch nicht gesehen.



Vielen Dank



für die Tipps.
Leinöl hätte ich noch vorrätig.
Wie ist das mit der Bleiwolle - muss ich die zuerst im Dübelloch verdichten bis es gut gefüllt ist und anschließend den Kloben mit dem Hammer hineintreiben damit das gut hält?
Bleiwolle wird's wohl nicht im Baumarkt geben - woher kann man die beziehen?
Viele Grüße,
Waldemar



Ausstopfen



zusammen mit den Kloben, so wie`s halt beim verguss gemacht wird. Bleiwolle kannst du über den Dachdeckereinkauf bestellen.



Fensterkloben



Zementmörtel kann man sehr wohl verwenden, wenn man weiß wie Treiberscheinungen entstehen.
Zemente mit einem relativ hohen Gehalt an Calciumaluminaten können zu Treiberscheinungen führen, wenn im Sandstein genügend Sulfationen vorhanden sind.
Das war früher der Normalfall, da die Luftverschmutzung mit ihrem Anteil an Schwefeldioxid zur Bildung von gipshaltigen Krusten vor allen bei kalkgebundenen Sandsteinen führte. Wenn man da mit frühhochfestem Portlandzement reparierte kam es zu Ettringitbildungen. Dieser Vorgang ist allgemein bekannt, deshalb wurden für solche Zwecke sulfatresistente Zemente und aus denen Reparaturmörtel für solche Zwecke entwickelt.
Nichts gegen die Verstemmung mit Bleiwolle, aber das funktioniert nur wenn das Loch nicht zu einem flachen Trichter ausgebrochen ist. Auch mit einem zylindrischen Loch ist das passgerechte Verstemmen so eine Sache; durch das Einschlagen hat der Kloben die Tendenz auszuwandern.

Viele Grüße