Klinkerfundament dichten



Klinkerfundament dichten

Liebes Forum,
wie auf dem Bild zu sehen, habe ich das 'Fundament' unseres Gartenhauses freigelegt. Erbaut vermtl. kurz nach dem Krieg aus dem, was herumlag. Die Feuchtigkeit im Mauerwerk wurde einerseits durch schlecht positionierte Regenrohre verursacht. Andererseits hat die Bitumenschicht wunderbar dafür gesorgt, dass die von oben eingedrungene Feuchtigkeit auch bloß nicht wieder 'rauskommt. Auch zwischen den Klinkern wurde eine Sperrschicht eingebracht, die offenbar weniger schädlich war. Mein Vorhaben ist nun: 1) Alles Schwarze wegstemmen, weiche Fugen 2-3cm auskratzen. 2)Das Mauerwerk reparieren, verputzen, schützen 3) Den Graben wieder auffüllen 4)Die Fassade mit Silikongrund imprägniern (nur deshalb, weil noch 5L vorhanden sind)und mit Silikon- Fassadenfarbe streichen. Jetzt die Frage, die ich leider nach verschiedenen Forumssuchen nicht beantworten konnte: ergibt diese schwarze Soße überhaupt Sinn für Mauerwerk ohne Keller? Mörtel MG3 anwerfen und einen Tag später mit Zementputz verputzen? Tage oder gar Wochen vorher trocknen lassen? Oder doch eine vollständig wasserdichte Sperre von außen aufbringen?
Danke im Voraus,
Sebastian



Gartenhausfundament und Wand



Hallo

ich würde Ihren Punkt 1 machen
dazu dann noch allen alten Putz bis ca. 50 cm (oder mehr) vom alten Fassadenputz wegmachen
trocknen lassen
dann abkehren und mit einem 0-4er solubel SP50 die Fugen füllen
dann mit dem selben Material die Wandfläche mit einem Vorspritz grundieren
dann einen Unterputz des selben Materials draufmachen
dann mit einem 0-1er (gleiches Material) drüber gehen und frescal ein paar mal Streichen (KalkKaseinfarbe von solubel oder Sumpfkalk + Kasein selber machen)
den Graben mit Schotter oder Kies verfüllen
Gartenstuhl holen
Bier trinken
freuen … 

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Klinkerfundament dichten Fortsetzung...



Vielen Dank für die Ratschläge, die ich bzgl. Putzentfernung und Reinigung heute umgesetzt habe. Da ich noch (tatsächlich eher zufällig) noch 80kg QuickMix Z01 besitze, werde das wohl dafür einsetzen- wobei das Solubel- System reizvoll ist. Ich bin bisher (da laienhaft und hobbymäßig) recht stark auf Baumarktware eingeschossen und sehr stolz, gerade das Dach mit SteikoFlex statt mit mit Isover gedämmt zu haben...Da das Haus auf einem Pachtgrundstück steht, somit nicht bewohnt und im Sommer sporadisch, im Winter kaum genutzt wird, möchte ich den Aufwand mögl. gering halten. Daher folgende weitere Fragen an Herrn Kurz bzw. das Forum:
Ist's denn sinnvoll, das Mauerwerk bis in die unterste Reihe (die nach unten zwangsläufig direkten Bodenkontakt hat) zu sanieren? Oder ginge es da mehr um die Stabilität als um Feuchte? Immerhin bröseln einzelne Steine keksartig weg. Da das Mauerwerk an manchen Stellen noch leicht feucht ist: ab wann kann ich mit den Arbeiten beginnen? Ist es zwingend nötig, den Putz zweilagig (also mit Unterputz) aufzubringen? Ich schätze, der frescale Anstrich passt dann nicht mehr zum Zementverputz? Und eine generelle Frage: alle Fugen sind sandig- weich, sodass man das Material bequem mit einem Schraubendreher auskratzen kann. Einige Klinker, siehe Bild, sind offenbar recht altersschwach oder von schlechterer Substanz, teilweise so locker, dass ich den einen oder anderen bequem tauschn könnte. Ich bin daher unsicher, wieviel Leidenschaft ich investieren sollte bzw. was überhaupt zu retten ist. Ich würde das Leben der Laube gerne noch 20-30 Jahre verlängern, ohne daraus eine Wissenschaft zu machen. Vom Gefühl würde ich sagen: Ordentlich Beton in die Gräben gießen, dann gibt's wenigstens etwas Statik :)*duck*.



Siliconfarbe, mehrere Wege



ich weiß nicht, was jetzt dran ist, wenn Dispesion schon gestrichen ist, dann ist es so wie so schon zu spät. Diese Farben dichten außen ab, halten aber nicht ewig, so das Feuchtigkeit dahinter eindringt und früher oder später die Farbe bzw. auch teilweise den Putz von der Wand treibt. Sollte der Bestehende noch Feuchtigkeit aufnehmen, nach den Anspritzen von Wasser und nicht alles herunterlaufen, würde ich einen Kalkanstrich eventuell mit Kasein empfehlen, preiswerter und immer wieder ohne Schäden erneuerbar.
Es gibt immer mehrere Wege und man muß sich entscheiden, welchen man gehen will. Sicherlich Beton ran, Augen zu und durch ist heute ein äußerst gängiger Weg geworden. Will man es aber schön haben und dabei bei der Arbeit über das Gelingen noch etwas echte Freude entwickeln wollen, dann empfiehlt sich der mühevollere Weg. Kleine Mittel große Wirkung, von eingesumpften Kalk entnimmt man das drüber stehende Wasser und befeuchtet damit die sandigen Fugen und so werden langsam wieder fest. Lose Steine herausnehmen und wieder einmauern. Im Sockelbereich kann eine Prise Trasszement dienlich sein. Auch im den Putz würde ich gelösten Zement, wegen der gleichmäßigen Verteilung zusetzen, aber nur eine Kelle auf ein Faß, nicht Schippenweise. Solubel ist ein hervorragender Putz, den ich auch schon verwendet habe. Da er fürchterlich klebt an der Kelle, scheint er aber auch gewisse "geheime" Zusätze zu haben, trotzdem ein gutes Produkt. Ich würde mit dem Putzen warten, bis das Mauerwerk ausgetrocknet ist, denn es kommt so ober so ja neue Feuchtigkeit hinzu. Dies unterstreicht auch den Gedanken, das Beton nicht die beste Lösung ist, denn dann bleibt die noch vorhandene und später hinzukommende Feuchtigkeit, dort wo sie ist und treibt im Dunklen ihr Unwesen, bis es dann teuer wird, weil man es zu spät erkennt.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt



Ein wunderbares Forum



Danke für den Beitrag! Es ist noch nicht zu spät, auf der rückwärtigen Giebelseite habe ich die alte Fassadenfarbe mit einem Spachtel fast vollständig entfernen können, dort ist jetzt nichts als durstiger Sandputz. Die Siliconfarbe nebst eines 20L- Gebindes entsprechender Grundierung habe ich vom Bau meines Ladengeschäftes übrig- Hauptkriterium war, gegen Hundepipi u. Graffiti gerüstet zu sein. Bisher ein tadelloser und bröselfreier Schutz. Nur darum kam ich überhaupt auf einen solchen Anstrich. Mit Kasein werde ich mich auf der Stelle befassen. Der auf dem Foto sichtbar Altanstrich ist allerdings nicht so einfach entfernbar.
Das mit dem Beton hatte eine Prise Ironie, da alleine die benötigten Mengen (für's Ausgießen) absurd wären. Wenn ich Besitzer eines wirklich schönen, alten Gebäudes wäre, würde ich die Sache streng nach den hier geltenden Gepflogenheiten angehen und einen Bogen um die Baumärkte machen. Die aus Nachkriegsresten zusammengeflickte Laube macht mich da etwas wankelmütig. Daher tue ich mich etwas schwer, die vorhandenen Baustoffe in die Tonne zu werfen...was genau spricht gegen die Verwendung von Zementmörtel im Sockelbereich? Die losen Steine werde ich wieder vermauern und den Brösel durch vollständige Steine ersetzen. Muss ich mir ein Hygrometer anschafften oder genügt ein äußeres, trockenes Erscheinungsbild? Die Art der Fugenrestauration klingt super. Ich bin etliche Schritte weiter.
Unklar ist mir weiterhin, ob ich , egal mit welcher Substanz, das Mauerwerk bis auf den Grund Verputzen sollte. Der Boden ist übrigens seeehr sandig, Staunässe ist hier ein unbekanntes Phänomen. Und zum Verfüllen der Gräben: ist eine bestimmte Korngröße vonnöten oder ist's legitim, lästigen Bauschutt(viel Klinkerschutt) zur Drainage zu verwenden?



gut und billig



früher habe ich immer gesagt "gut und billig geht nicht, für eins müssen Sie sich schon entscheiden!" Heute gibt es einige Bereiche, wo ich weiß das es doch geht, man muß nur den Mut haben, alte Rezepte neu zu entdecken. Gleichzeitig sind die ökologischer als alle "blauen Engel" zusammen. Bei sandenden Putzen hilft auch das Wässerchen, draufstreichen einmal, zweimal und dann wird auch der Putz wieder fest, weil der ausgewaschene Kalk nachgeführt wird. Kein anderer Putz ist dazu in der Lage. Die Rezepturen finden sich hier im Netz oder man nimmt Solubel für viel Geld. Rechnet man mal richtig, kostet der selbst hergestellte Putz einen Bruchteil gegenüber selbst der Billig-No-name-Ware. Sand anfahren lassen, oder wenn man ihn auf dem Grundstück vorfindet, einfach eine Grube ausheben, in der dann ein Gartenteich Platz hat. eine Mischung gemacht, eine Prise Zement dazu und einfach mal eine kleine Fläche geputzt, stehen lassen und sehe, wie er reagiert. Hydrometer ist nicht erforderlich, man sieht und fühlt es wenn Steine trocken sind.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt