WDVS oder Abriss Klinker - u. Neue Dämmung mit Klinker

05.01.2007



Wer hat Erfahrungen mit der Sanierung von alter Bausubstanz 1934
Wir wollen in kürze ein altes Bauernhaus sanieren dass über eine im Jahre 1974 vorgesetzte Klinkerfassade verfügt. Im Zusammenhang dieser Sanierung wurde nach meinem Kenntnisstand eine große Bausünde getätigt, da in der Luftschicht eine Styrodurplatte beidseitig Alu kaschiert in 4 cm Stärke eingebaut wurde.

Ist hier anzuraten den Klinker abzureißen und neu zu dämmen, bzw. neu zu klinkern, oder können wir ohne Bedenken auf der jetzigen Klinkerfassade ein Wärmedämmverbundsystem aufbringen das mit einem mineralischem Putz versehen werden soll?
Was passiert mit dem transport der Feuchte von innen nach außen?



WDVS oder Abriss Klinker-....



Weitere Fragen zum o.g. Thema!
Das Haus ist nicht unterkellert. Sowohl Außen als auch Innenwände sind im unteren Bereich feucht so dass der Putz anfängt zu rieseln.Die Wände verfügen anscheinend über keine Horizontalsperre.
Wir haben damit begonnen den Baukörper/Fundamente komplett von außen freizugraben und Verlegen eine Drainage unterhalb des Fundamentes. Was passiert mit der kappillar aufsteigenden Feuchte innerhalb des baukörpers?
Wird es ausreichen nachdem ein neuer Fußbodenaufbau/Abklebung mit Fussbodenheizung eingebracht wird die Innen und Außenwände trocken zu halten?
Oder ist es notwendig innerhalb des Gebäudes den Betonboden abzutragen um auch hier an die Fundamente heranzukommen bzw. Horizontalsperren einzubauen?



WDVS oder Abriss Klinker - u. Neue Dämmung mit Klinker



Sehr geehrter Herr Lüdiger,

wichtig ist das die aufsteigende Feuchtigkeit abgeführt werden kann. Sie benötigen auf Ihren Innenwänden einen Kapillaraktiven Sanierputz. Wichtig ist kapillaraktiv und nicht sperrend, da viele Sanierputze die Feuchtigkeit absperren. Den Betonboden abzutragen halten wir für nicht
erforderlich , wenn mann gewährleistet ist, das die Feuchtigkeit über den Sanierputz abtransportiert werden kann. Wir haben schon sehr gute Erfahrungen mit Sanierungen von Altbauten gemacht. Gerade im Bereich von aufsteigender Feuchtigkeit und Kellersanierungen.
Vielleicht können wir Ihnen ja eine Kostengünstige und sinnvolle Lösung für Ihr Problem anbieten.


Mit freundlichen Grüßen


die Gebäudemanager



Sanierung Klinkerfassade



Lieber Herr Lüdiger,
keine Klinkervorsatzschale ist wasserdicht. Wichtig ist, den eindringenden Regen über einen Spalt nach unten abführen zu können. Da die Verklinkerung nachträglich vorgesetzt wurde, muß sie auf einem gesonderten Fundament stehen oder, was sehr unwahrscheinlich ist, das alte Fundament hat einen Überstand von mehr als 15 cm. Im Bereich des Fundamentes muß das Vorsatzmauerwerk eine gesonderte Abdichtung zum alten Wandfuß und Entwässerungsöffnungen haben, über die das eingedrungene Wasser ablaufen kann. Sie sollten also erst einmal diese Funktionen prüfen. Falls der Wandfuß mangelhaft ist, kann die Durchfeuchtung der Wand daraus resultieren und der Abbruch der Vorsatzschale ist notwendig.
Bis dahin sollten Sie die Entscheidung über die Verlegung einer Drainage verschieben. Falls dies doch erforderlich sein sollte (zum Zeitpunkt des Neubaues waren waagerechte Abdichtungen bereits Standard), lassen Sie beim Freilegen der Fundamentsohle besondere Vorsicht walten und beachten Sie die technischen Regeln, um einen Einsturz bzw. Setzungen zu vermeiden.

Viele Grüße

Georg Böttcher



Material



Hallo,
woraus besteht denn die originale Aussenwand, die Innenwände, welche Fundamente bestehen, wie ist die Lage des Hauses, Baugrundbeschaffenheit?
Sie sollten besser nichts aus dem Zusammenhang reißen, bevor Sie irgend etwas beginnen.

Alles Gute



Hallo Herr Lüdiger,



was Sie im Augenblick als allerletztes brauchen, ist vermutlich ein Sanierputz innen.

Eine fehlende oder defekte Horizontalsperre gepaart mit Styrodur ist tatsächlich ein massiver Bauschaden, der vermutlich für den jetzigen Zustand verantwortlich ist. So aus der Ferne und mit den vorhandenen Informationen würde ich meinen: Klinker und Styrodur runter, Klarheit darüber schaffen, ob die Feuchte aufsteigende oder Kondensfeuchte ist (im ersteren Falle müsste eine wirksame Sperre erstellt werden), fachgerecht dämmen (falls erforderlich). Ein paar Details zum Bau wären schon ganz gut...

Grüße

Thomas W. Böhme