Kleines Duschbad "AUF" Dielenboden realisieren




Liebe Fachwerk-Community,

in unserem 50er-Jahre Siedlungshaus war früher ein kleines Räumchen als "Abort" mit Toilette und Waschbecken. Dieser Raum befindet sich im 1.OG über einem Badezimmer im EG.

Gern würden wir aus dem ehemaligen Abort ein klitzekleines Duschbad machen.
Da wir eine solche Idee gern ohne große Eingriffe in die bestehenden Strukturen realisieren würden, haben wir ein Problem mit der Umsetzung einer Dusche:

Der Dielenboden soll bestehen bleiben. Darunter befindet sich die in den 50er Jahren übliche Schlackeschüttung, die Deckenbalken und die Füllung zwischen den Balken.

Die Duschtasse ist unser eigentliches Problem und unsere Fragestellung. Wenn wir - wie oben beschrieben - die Dielen gerne unversehrt lassen möchten, wäre die Frage, ob es eine Möglichkeit gibt, eine Duschtasse oder Duschkabine so auf den Dielenboden zu montieren, dass...
- sich dort nicht dauerhaft Wasser sammelt
- die Flexibilität der Dielen sich nicht negativ auf die Duschtasse auswirkgt
- sie sich auf den Dielen gut befestigen lässt
- man nach Möglichkeit keine Einschnitte in die Dielen vornehmen muss.

Gibt es dazu Vorschläge, Ideen oder gar Leute, die das schon so gemacht haben?
Hier im Forum gibt's viele Ansätze dazu, letztlich sind die dann aber doch oft wieder etwas anders oder kommen am Ende zu einer bodengleichen Dusche, für die die Dielen ausgeschnitten werden. Oder viele der Bäder mit Dielenboden haben eine Badewanne, die auf Füßen steht und damit nicht das Wasser zwischen Korpus der Wanne und Dielen festhält. Beispiel hier: http://community.fachwerk.de/upload/orginal/I186_2004119145745.jpg

Noch WICHTIG:
- die Dusche muss nicht ebenerdig sein, Lösungen mit Podest, Stufe, Einstieg, etc. sind völlig akzeptabel für uns
- es kommt uns wenig auf Komfort an
- wir suchen weniger nach einer modernen/hippen Lösung denn nach einer Lösung, die den oben genannten Vorstellungen entspricht
- die Duschtasse sollte so gestaltet sein, dass das Anbringen einer dicht abschließenden Duschtür möglich ist
- Wir beabsichtigen keine weitere Abdichtung mehr für den Boden (Motto "Was rein geht, geht auch wieder raus")

Ich freue mich auf kluge und bedenkenswerte Anregungen.
Gruß,
die Siedlungshäusler



freischwebend ?



Wie soll der Ablauf funktionieren ? Bestehende Zuleitungen ? Von der Toilette hat es wohl Kaltwasser und Ablauf, was ist mit Warmwasser ?

Was ist das Konzept für die Abdichtung ? Was gibt es für einen Wandbelag für die Dusche ?

Bei uns sind die Abwasserleitungen und der Siphon zwischen den Deckenbalken verlegt, für die Dusche haben wir eine keramische Duschtasse verwendet. Statt den Dielen haben wir einen zementgebundenen Trockenestrich und eine Flüssigabdichtung verwendet.



Antworten zu Yogums Fragen



Guten Morgen,
da es sich zuvor bereits um eine winzige Toilette handelte, ist vom Waschbecken sowohl Kalt- als auch Warmwasser vorhanden.

Zu- und Ablauf sind alle so, dass man sie in den Trockenbau der Gaubenwände integrieren oder als Vorwandmontage davor anbringen könnte, das wurde beim Trockenbau der Gaube bereits berücksichtig.

Abwasser und Siphon zwischen den Deckenbalken würde eine Unterbrechung der Dielen bedeuten, aber genau die will ich ja nicht. Es geht ja genau darum, zu überlegen, ob es eine Lösung AUF den Dielen gäbe.

Wie die Gestaltung der Wand hinter der Dusche ist, ist genau deswegen noch nicht entschieden, weil's letztendlich von der Gesamtlösung der Dusch abhängt.
Würden wir uns z.B. für eine komplette Duschkabine aus Holz entscheiden, müsste man gar keine explizite Entscheidung für einen entsprechenden Wandbelag treffen. Da aber fast alle fertigen Duschkabinen zu sperrig fürs kleine Bad sind, haben wir eine solche Lösung noch nicht angepeilt und suchen nach einer anderen, mit Podest oder was auch immer funktioniert.

Grüße
das Siedlungshaus



Abflusshöhe



Wie hoch liegt denn jetzt der Abfluss, d.h. wieviel Podestaufbau benötigt Ihr denn? Klassisch eine Ecke zu Fliesen und eine Duschwanne mit Abtrennung aufzustellen funktioniert wohl nicht? Vielleicht hilft ein Foto, um die Sachlage zu verstehen. Bei einer gut eingedichteten Dusche sollte sich ringsrum auch kein Wasser dauerhaft sammeln. Der Installateur hat meine Duschträger mit Montagekleber auf den Fliesen fixiert, funktioniert seit 12 jahren.



ein Plan...



... ersetzt tausend Worte !



Dusche auf Dielenboden



Bei meinen Bildern befindet sich ein Bad mit auf den Dielen stehender Wanne und Dusche.
Du hast dabei eine größere Einstiegshöhe.
Wenn das nichts macht kann jede Dusche zB mit Styropor-Unterbau auf den Holzboden gestellt werden.
Der Abfluß wird dann seitlich herausgeführt und muß hoch genug liegen, um das benötigte Gefälle zu bekommen.
Duschtassen aus Stahlemaille oder Keramik sind besser, da sie sich nicht verziehen und zuverlässiger abgedichtet werden können.

Alternativ maßgenau vom Schlosser ein Becken aus Edelstahlblech schweißen lassen und ein Holzrost hineinlegen.
Als Abfluß kann ggf auch ein fertiger verwendet werden.

Andreas Teich



Kommentare zu Yogumon und Pope



Hallo,

also, einen Plan gibt's deswegen nicht, weil wir zurzeit einfach nur Ideen sammeln, was grundsätzlich ÜBERHAUPT geht.
Das hat sich für uns bewährt.

Für uns geht es um so grundsätzliche Fragen, ob zum Beispiel ein Podest auf Dielen aufgesetzt, sich durchbiegt oder eine denkbare Möglichkeit oder eben gleich ganz auszuschließen ist.

Pope schreibt, sein Duschträger sei mit Montagekleber auf Fliesen fixiert, das ist für mich ganz unproblematisch vorstellbar. Bei uns geht's aber um Holzdielen, und da finden sich deutlich weniger Beispiele, wie eine solche Dusche aufgebaut sein könnte.

Und bei der von Pope beschriebenen "ringsum gut eingedichteten Dusche" bleibt die Frage, inwiefern das mit unserer Problemstellung wirklich zu tun hat. Es geht bei meiner Frage nach dem Wasser ja um jede Art Wasser, die z.B. auch vom gegenüberliegenden Waschbecken planschender Kinder mal auf den Boden läuft. Läuft dies dann unter eine Dusche, die auf Dielenboden steht, kann ich ja nicht davon ausgehen, dass ich ein klassisches Abdichtmaterial zwischen Duschtasse und Boden habe, wie das bei Fliesen der Fall wäre. Denn das wird aus den vielen Einträgen hier im Fachwerk-Forum deutlich, dass man da eben doch oft anders vorgehen muss, wenn das Bad einen Holzboden hat.

Und noch mal: Die Wandgestaltung ist nicht Kern der Frage, sondern die Frage danach, welche Art der Duschtasse, wie die auf Dielenboden befestigen und wie für Trockenheit unter dieser Duschtasse sorgen.

Gruß,
die Siedlungshäusler



Danke an Andreas Teich



Hallo Andreas,

Eure Bilder schaue ich gleich mal durch, da bin ich gespannt.

Mit der größeren Einstiegshöhe hatten wir gerechnet, aber wir sind alle noch jung, das nähmen wir in Kauf :))

Wird die Höhe des Gefälles dann mithilfe des Styropor-Unterbaus realisiert? Oder macht man das durch einen anderen Unterbau und das Styropor ist nur als eigentliche Aufnahme für die Duschtasse gedacht?

Die bessere Abdichtung von Stahlemaille und Keramik bezieht sich auf den Gegensatz zu Acryl-Duschen, oder? Letztere also lieber nicht?

Also die Idee mit der maßgenauen Edelstahlwanne finde ich klasse. Die würde auch bei der geringen Fläche des Bades am meisten Sinn machen. Muss man da suchen, bis sich ein entsprechender Schlosser findet oder ist das Standard?

Setzt man diese Stahlwanne dann auch wieder auf eine angepasste Styropor-Unterkonstruktion?

Und für den Holzrost fragt man dann am besten mal konkret Schreiner/Tischler, was sich da am besten eignet.

Klänge insgesamt für mich nach einer super Lösung.
Die werden wir mal weiter verfolgen.
Wer sonst noch Ideen hat, die hören wir trotzdem gern.

Daumen hoch an Andreas Teich. Vielen Dank für die informativen und guten Vorschläge.

Grüße,
die Siedler



Plan...



... darum, weil wir sonst im Kaffeesatz lesen müssen. Die Abmessungen in cm und die Positionen der bestehenden Anschlüsse sind da alle relevant.

Wie die Wände aufgebaut sind, und was dahinter kommt, auch.



Dusche auf Holzboden konstruieren



Acrylwannne sind relativ labil- daher würde ich für zuverlässigere Abdichtung besser etwas stabiles wie die gen Materialien verwenden.
Als Badewanne habe ich daher in meinem Beispiel eine günstige aus Stahlemaille verwendet und die nur auf 2 Holzfüße geklebt.

Fertige Styroporkörper sind immer für ebene Untergründe gedacht und haben kein eingebautes Gefälle-
das ist bei den Sanitärobjekten integriert.

Bei einem sehr glatten, ebenen Material wie Edelstahl genügt ein sehr geringes Gefälle- ich würde das zB mit entsprechend schräg ausgesägten, dicht aneinander gelegten Holzleisten herstellen, oder Gefälledämmung vom Flachdach bestellen-das ist dann aber nicht gerade öko.
Das kann aber auch mit unterschiedlichen Lagen von 2 mm Rollenkork und einer darübergelegten dünnen Sperrholzplatte
hergestellt werden.

Es hängt ohnehin davon ab, ob der alte Boden nivelliert ist.

Der Ablauf kann sich auch an einer Seite befinden.

Der Geruchsverschluß kann sich außerhalb der Duschtasse befinden- dann muß nur ein Stutzen für ein 50-er HT-Rohr angeschweißt werden, was einfacher ist als einen Siphon zu konstruieren.
Zudem liegt dann der Übergang von Stahl zu HT-Rohr gut kontrollierbar außerhalb der Duschtasse.

Als Holzrost sind fertige Terrassenfliesen geeignet,
zB aus Akazie mit Kunststoffunterbau.
Muß nur entsprechend passend gesägt werden.
Die gibts zB in 30 x 30 cm und sind koppelbar.

Oder etwas eigenes bauen.

Als Simpellösung genügt aber auch eine Anti-Rutsch-Einlage für Wannen.

Bei uns hat das Becken ein Betrieb für Behälterbau geschweißt.
Die tun sich leichter, wenn sie genaue Maße in einer techn Zeichnung bekommen-
es ist auch leichter zu kalkulieren, wenn die nicht noch die Konstruktion überlegen müssen.
Ich habe das als CAD-Datei gezeichnet,damit es mit dem Laserschneider direkt geschnitten werden kann- hängt aber von der Ausrüstung des Betriebes ab.

Zuerst am besten sehen wo der genaue Ablaufpunkt im Raum liegt,
wie hoch die Unterkante vom Rohr liegt,
wieweit das von der Wanne entfernt ist.
Dann mit 1-2 % Gefälle die genaue Höhe der Wanne kalkulieren

Es können leicht mehrere druckfeste Dämmplatten übereinander gelegt werden, um auf eine bestimmte Höhe zu kommen.

Es gibt natürlich auch Fertiglösungen von Wedi o.a.

Bei Fragen kannst du auch mailen
Andreas Teich



Danke für viele Infos



Lieber Andreas,

danke für die vielen Informationen.

Das hilft uns echt, Ideen für unser Bad zu entwickeln und vor allem macht es deutlich, dass unsere Grundidee nicht so abwegig ist.
Die eigentliche Umsetzung steht maximal in einem Jahr an, aber da der Rest des Geschosses bald fertig wird, fangen wir jetzt mal an, zu schauen.

Werde mich jetzt auf die Suche nach Standardelementen machen, die unseren Zwecken nach Deinen Vorschlägen gerecht werden könnten und werden gleichzeitig mal nach Betrieben suchen, die mit möglichen Maßanfertigungen helfen könnten.

Der CAD-Tipp ist gut, das kriegen wir hin, in der Schule haben wir entsprechende Programme.

Danke!
Die Siedler



Holzbadewanne



Hallo Siedler,

habe bei mir im zweiten OG eine kleine Holzbadewanne der Firma Blumenberg direkt auf dem Dielenboden stehen. Die gibt es in verschiedenen Abmessungen und auch in Sondermaßen. Wenn man eine Wanne mit Aussparungen im Sockelbereich wählt, kann man auch jederzeit darunterschauen und ggf. wischen. Außerdem ist die Wanne leicht demontierbar und hat kein großes Eigengewicht. Mit passendem Duschvorhang braucht ihr auch keine Angst vor Wasserschlachten haben. Vielleicht wäre das ja was für euch?

Viele Grüße

Elke



Holzwanne



Hallo liebe Elke,

vielen Dank für den Vorschlag. Tatsächlich haben wir auch das schon in Betracht gezogen. Bisher war nur alles, was wir gefunden haben zu wuchtig fürs kleine Bad und Sonderanfertigungen zu teuer für unser derzeitiges Budget.

Da der Badausbau aber noch etwas dauert, reicht das Budget bis dahin ja vielleicht. Neben der oben vorgeschlagenen Edelstahlduschwanne ist das auf jeden Fall für uns einer der Vorschläge, denen wir auf jeden Fall nachgehen werden.

Übrigens habe ich die Dinger bisher nur im Netz gesehen, aber noch nie jemanden getroffen, der sowas besitzt und sagt: Ja, klasse, funktioniert.

Also, Danke für den Vorschlag. Werden wir ebenfalls mal verfolgen und Optionen durchgehen.

Gruß,
die Siedler.