Fußboden auf ein Niveau bringen bei geringen Unterschieden / Terrazzo überfliesen / Holzboden "Bolefloor"

13.06.2011



Hallo,

wir haben ein etwa 130 Jahre altes Haus gekauft und sanieren es größtenteils in Eigenleistung. Um einen großen Wohn/Koch/Essbereich zu bekommen haben wir mehrere Zimmer zu einem großen Raum vereint. In diesem neuen Raum soll ein durchgängiger Boden verlegt werden.
In zwei dieser Räume liegt momentan ein intakter Parkettboden. In der zukünftigen Küche liegt ein Fliesenboden, ebenfalls im dazugehörigen ehemaligen Flur.
In der Küche und in Teilen des ehemaligen Flurs sollen neue Fliesen (Schieferplatten) verlegt werden, der Rest soll einen neuen durchgängigen Holzboden bekommen. Der Übergang zwischen Fliesen und Holzboden soll ohne Schwelle sein. Die Unterkonstruktion ist massiv, also keine schwingende Holzbalkendecke. Darunter liegen die Kellerräume.
Aus verschiedenen Gründen möchten wir es vermeiden, die vorhandenen Böden zu entfernen.

Momentan sind die Böden nicht auf einer Höhe, sondern wir haben von Bodenbelag zu Bodenbelag geringe Höhenunterschiede, die sich etwa zwischen 7 und 13mm abspielen. In sich sind die Böden ausreichend gerade.

Wie können wir diese geringen Höhenunterschiede ausgleichen?
Wir haben diverse Schüttungen und Estriche gefunden, die erfordern aber alle eine gewisse Mindestschichtdicke, die wir nicht erreichen.

Meine zweite Frage bezieht sich auf die Fußböden im Keller und die Treppe von dort nach oben. In diesem Bereich ind Terrazzofliesen verlegt, die Treppe besteht auch aus diesem Material. Bevor ein Aufschrei erfolgt: wir haben keinen alten Terrazzokram, sondern so 70er Jahre Gruselware.
Wir hätten da einfach drübergefliest, aber der Schwager der Nachbarin stand eines Tages in der Bude und hat uns Korallen in die Ohren gequatscht. Dabei erwähnt er auch, dass er früher solche Terrazzowaren hergestellt hätte und man aufgrund der Tatsache, dass das Zeug diffusionsoffen sei, nicht einfach Naturstein drüberfliesen könne. Der von uns angepeilte Schiefer würde springen. Ich konnte das bislang nicht nachvollziehen; ist da was dran? Oder andersrum: was müssen wir beachten, wenn wir Schiefer auf Terrazzo legen wollen?

Und dann haben wir noch diesen netten Holzboden entdeckt: http://www.bolefloor.com/ - hat den schon jemand gesehen oder gar verlegt und kann was dazu sagen?

Herzliche Grüße und vielen Dank,

Ellen



Ohne Kenntnisse über den Unterbau...



...lässt sich nix sagen. Das Ganze klingt ohnehin wie ein vor Ort zu klärendes Thema, und es ist ein Fragenmix - wo anfangen? Alle werden Kreuz und quer quatschen.

Eine Erfahrung aus der Praxis: Schafft einen neuen Unterbau. Auf diffusen Altuntergründen übernehmt Ihr deren Fehler. In diesem Zuge sollte Isolation und Dämmung nach unten zu überarbeitet bzw. hergestellt werden. Ihr plant mit hochwertigen und langlebigen Produkten, also baut nicht "auf Sand".

Zu Bolefloor: Fragt doch erst 'mal deren Preis ab. Wenn Euch dann die Verlegung immer noch interessiert, kann man in die Details gehen. Ich habe schon mit einem ähnlichen Produkt zu tun gehabt, der "Waldilla" - Diele. Die haben's wohl erfunden.

Grüße

Thomas





Huhu :)

der Unterbau besteht aus Sandsteinplatten in Doppel-T-Trägern als Kellerdecke, dann Stahlbeton, dann Estrich, dann Parkett, bzw Fliesen. Soweit die aktuelle Forschung, die auch mit den Informationen des Vorbesitzers übereinstimmt.
Ein Grund, warum wir keinen neuen Untergrund schaffen wollen, ist, dass das vorhandene Parkett mit PAK-Kleber eingebaut wurde. Da der Boden an sich in Ordnung ist und nur optisch nicht gefällt, sehen wir keinen Grund, ihn nicht als Basis für einen frischen Belag zu nehmen und so lange die schwarze Pampe an Ort und Stelle bleibt, tut sie auch keinem weh. Ausserdem ist der Boden gerade, er schwingt nicht und hat keine hohl liegenden Stellen. Warum soll ich noch eine Baustelle aufmachen, wenn es nicht nötig ist?

Die Sandsteinplatten im Keller werden dann noch gedämmt, bzw. ein Teil der Kellerräume ist sowieso beheizt und wird als Eingangsbereich, bzw. Hobbyraum genutzt werden. Aber das hat ja nichts mit meiner Frage nach einer Möglichkeit, wenige mm Höhenunterschied von Raum zu Raum im Stockwerk darüber auszugleichen zu tun...

Gibt es eine (flüssige) Ausgleichsmasse, mit der man auf 0mm nivellieren kann und die auf Holz und Fliesen funktioniert? Oder legt man da Filz drunter? Oder ganz was anderes?

Der Terrazzoboden: Eigentlich auch eine ganz simple Frage. Kann man da ohne Federlesen Naturstein drauflegen oder nicht?


Zum Holzboden: da hast du mir einen guten Hinweis gegeben, zwei Hersteller zu vergleichen ist nie verkehrt... :-)
Dass so ein Boden nicht ganz preiswert ist, liegt nahe. Aber leider sieht sich keiner der Anbieter dazu genötigt, auch nur eine ungefähre Preisangabe zu veröffentlichen und nur von Computerbildern ausgehend kann ich nicht beurteilen, obs denn überhaupt in Frage kommt. Die Waldilla-Leute schreiben ja nichtmal, wie dick die Dielen sind, aber bei Bolefloor sind sie 21mm stark. Da gehe ich nicht davon aus, dass der Preis unter 100€/m² liegen wird - und das ist keinesfalls drin. Allerdings plant dieser Hersteller eine 13mm starke Variante, die bald auf den Markt kommen soll. Bevor ich aber genauer nachforsche, würden mich Erfahrungen dazu schon durchaus interessieren, einfach weil ich mich ungern auf Lobeshymnen von Händlern verlasse. Eine Verlegeanleitung habe ich dabei nicht unbedingt im Sinne, wäre aber auch spannend. :-)

Liebe Grüße,

Ellen



Nochmal:



Mit dem Überbauen von Altuntergründen unbekannter Qualität und wechselnden Aufbaues riskiert man eine überproportional hohe Fehlerquote, eine angemessene Wärmedämmung ist auch nicht drin.

Letztlich dunstet Euer PAK-Kleber ständig aus. Das Folgende ist Wunschdenken "so lange die schwarze Pampe an Ort und Stelle bleibt, tut sie auch keinem weh." Auch wenn Ihr noch was draufpappt, riskiert Ihr eine gefährliche Raumluftbelastung.

Gerade wenn die Baukasse begrenzt ist, sollte eine dauerhafte Lösung im Vordergrund stehen.

Grüße

Thomas



Fußboden auf ein Niveau bringen bei geringen Unterschieden / Terrazzo überfliesen / Holzboden "Bolefloor"



Hallo :-)

Klar soll die Lösung dauerhaft sein.
Aber ich verstehe nicht, was ich an dieser Boden/Deckenkonstruktion ändern soll? Ausser einem Haufen Bauschutt, 3cm Raumhöhe (die wir nicht unbedingt brauchen), viel Arbeit und einer krassen Rechnung eines Dienstleisters, das Holz entfernt und den Kleber runterschleift + hoher Entsorgungskosten gewinnen wir höchstens das Wissen, dass ein Kleber weg ist, der uns nicht weiter stört...?

Wir hatten vor dem Kauf einen Gutachter in dem Haus, der sich mit Schadstoffen näher beschäftigt. Dieser meinte, dass der Kleber so lange unschädlich sei, wie er unter einer geschlossenen Schicht bliebe und er würde uns dazu raten, den Parkettboden drin zu lassen. Ein Holzhandwerker im Ort, der viel mit Naturbaustoffen arbeitet, hat diese Meinung bestätigt, mit dem Kommentar, dass man bei diesen Klebern hauptsächlich aufpassen müsse wenn Stäube entstünden; also bei der Entfernung.

Der ursprüngliche Plan war, zunächst eine entsprechende Folie als Sperre auf dem Boden zu verarbeiten. Da war uns aber noch nicht aufgefallen, dass wir die Böden auch angleichen müssen.

Vielleicht kann mir doch noch irgendwer sagen, mit was man geringe Höhenunterschiede zwischen unterschiedlichen Räumen auf geraden, massiven Böden ausgleicht...?

Und vielleicht kann mir auch jemand verraten, ob man Terrazzo bedenkenlos überfliesen kann....?

Viele Grüße,

Ellen



Liebe Innocenti,



hat Euer Gutachter die Raumluftbelastung gemessen, oder kam nur "Schwarzer Kleber = PAK". Wenn er nix gemessen hat, ist er nur als Redner aufgetreten, nicht als Gutachter. Und euer "Bio-Tischler" hat in diesem Punkt einfach keine Ahnung.

PAK können sehr unterschiedliche Eigenschaften haben, u.a. auch leicht flüchtig sein: "Niedermolekulare PAK mit zwei und drei Ringen liegen in der Luft hauptsächlich gasförmig vor..." (Wikipedia) Auch nach langer Zeit gasen solche Kleber noch aus, und möglicherweise gefährliche Substanzen. Daß Dir das nicht in den Kram passt, weil Du Dich nur mit Deko beschäftigen willst, könnte an dieser Stelle zu kurz gesprungen sein, wegen einer möglicher Schadstoffbelastung der Raumluft und einer fehlenden Wärmedämmung (die nach Abbruch des Estriches genug Aufbauhöhe fände).

Ich ziehe mich hier aus dieser Frage zurück, weil ich nichts mehr hasse als Wiederholungen - noch dazu gratis.

Frohes Schaffen denn

Thomas





Lieber Thomas,

ich befürchte, wir reden aneinander vorbei.
Die PAK-Problematik war eigentlich nie Thema hier (warum habe ich nur davon angefangen?). Aber um das aufzuklären: die Vorbesitzer ließen eine bunt gemischte, alte Staubprobe aus dem ganzen Haus von der Stiftung Gedönstest analysieren. Dort wurde eine Belastung festgestellt, die sich für PAK knapp über den Grenzwerten befindet. Aufgrund der Tatsache, dass eine alte Staubmischung aus einem leer stehenden Haus und kein (wie vorgeschrieben) frischer Hausstaub aus bewohnten Räumen untersucht wurde, haben wir dieses Ergebnis zur Kenntnis genommen und mit dem schwarzen Kleber unter einem Parkett aus passender Zeit einen Verdächtigen gefunden. Da sich PAK im Staub anreichert und nicht abbaut, gehen wir stark davon aus, dass die Belastung unter normalen Wohnzuständen nicht spektakulär sein kann. Aktuell können wir jedoch an den Rändern des Bodens leicht eine Kleberprobe gewinnen und denken darüber nach, diese gezielt nochmals untersuchen zu lassen.

Das ändert aber immernoch nichts an der Tatsache, dass wir ganz generell zwischen verschiedenen Räumen geringe Höhenunterschiede auszugleichen haben und dafür ein geeignetes Verfahren suchen.

Ausserdem möchte ich lediglich wissen, ob Terrazzo sich bedenkenlos überfliesen lässt oder ob an Nachbars Warnung was dran ist.

Beides hat weder etwas mit einer Dämmung, noch mit PAK zu tun.

Trotzdem herzlichen Dank für Ihre Mühen.

Viele Grüße,

Ellen