Gefache mit Ytong

04.11.2005


Hallo, wir wohnen nun 12 Jahren in unserem Fachwerkhaus. Dieses haben wir damals als Scheune abgebaut, restauriert und als Wohnhaus wieder aufgebaut. Nun bin ich seit zwei Tagen auf dieser Seite und lese und lese und werde immer nervöser. In vielen Berichten wird geschrieben, dass man die Gefache nicht mit Porenbetonsteinen und Zement ausfüllen soll. Manche schreiben sogar, dass so ein Haus dann nur noch einen Schrottwert besitzt. Zum Aufbau: außen Eichenfachwerk mit besagter "Füllung", dann 10 cm Luft, Dämmung und 17er Kalksandstein. Der Zwischenraum ist belüftet. Nach besagten 12 Jahren konnte ich keine Beschädigungen feststellen, es ist alles in einem Topzustand, äußerlich jedenfalls.
Nun meine Frage: Muss ich mir ernsthaft Sorgen um mein Haus machen ? Wie kann ich nicht sichtbare Beschädigungen am Holz feststellen ?
Für Antworten wäre ich dankbar.
Gruß
Klaus-Peter



Ytong in hinterlüfteter Konstruktion macht kaum Probleme



Hallo Klaus-Peter,
Deine Außenwand besteht sozusagen aus 2 Wänden: 1 x Fachwerk mit Ytong, komplett hinterlüftet.
1xKalksandsteine mit Wärmedämmung (die eigentliche,wärmegedämmte Wohnwand).
Somit gibts fürs Außenfachwerk außer Tragwerksfunktion nix zu tun. Mach Dir mit Deinem Aufbau keine großen Sorgen-Probleme gibts mit Ytong-Ausfachungen in der Regel immer in Kombination mit Wärmedämm-Vorsatzschalen,die direkt,ohne Luftschicht vorgebaut werden.
herzl. Grüße
Klaus Schillberg
www.texbis.de



Ytong



Hallo Klaus,
danke für die schnelle,positive Antwort.
Na dann werd ich mich mal wieder zurücklehnen, eine Flasche Rotwein aufmachen und unser Haus genießen.
Schönes Wochenende
Klaus-Peter



Zu einfach !



Moin miteinander,

die Feuchtebelastung einer Außenwand - und damit des Tragwerks - kann auf zwei Arten entstehen.

1. Durch Kondenzwasser aus dem Inneren.
Diese Gefahr kann durch die beschriebene Hinterlüftung weitgehend ausgeschlossen werden, wenn sie denn funktioniert.

2. Durch Wassereintrag von außen - Regenwasser
Hier dringt, insbesondere an der Wetterseite, Wasser in die Fugen zwischen Balken und Ausfachung. Besteht die Ausfachung aus Materialien, die dieses Wasser nicht aufnehmen und kapillar wieder ableiten können (Porenbeton, Zementmörtel etc.) kommt es zu einem Feuchtestau, der dann an den Flanken zu einer Holzschädigung führen kann. Von außen sieht dann alles noch wunderbar aus.

Also: ich würde den Korken nochmal in der Flasche lassen und mal versuchen, mit einer minimal-invasiven Kontrolle der Sache auf den Grund zu gehen; z.B. mit einer Kontrollbohrung mit einem möglichst dünnen Bohrer. Schräg von unten zur Mitte der Oberfläche eines Riegels bohren. Nimmt der Bohrwiderstand zum Ende hin ab, würde ich mir ernsthafte Gedanken machen - und ggf. auch mal eine Ausfachung herausnehmen.

Daumendrückende Grüße

Bernd



Zu einfach



Hallo Bernd,
danke für den Hinweis. Ich werde Deinen Ratschlag heute nachmittag in die Tat umsetzen und dann berichten. Das mit dem Korken ist leider zu spät, Flasche leer! Da Du mir aber die Daumen drückst, hoffe ich das ich zu einer zeiten Flasche komme.
Schönes Wochenende
Klaus-Peter



Hoffnung



Hallo Klaus-Peter,

ich gönn Dir nach der zweiten auch noch 'ne dritte - hoffe nur, die werdenaus Freude getrunken und nicht aus Kummer.

Gruß

Bernd



Bohrung erfolgreich



Hallo,
ich habe nun sechs Bohrungen an unterschiedlichen Stellen vorgenommen und keine Beschädigungen festgestellt.
Danke nochmals an Klaus und Bernd für Tipps und das Daumendrücken.
Gruß
Klaus-Peter



Nicht erfolgreich ;-)



Hallo Klaus-Peter,

es muß wie beim Arzt sein - der Negatívbefund ist für den Patienten POSITIV !!!!

Dann hol man erst mal den nächsten Korken aus der Flasche.

Ich würde die Sache aber weiter beobachten und den momentanen Befund nicht als generellen Freibrief für Porenbeton im Fachwerkbau betrachten.

Ich hoffe auch, daß Du tief genug gebohrt hast. Hänge noch mal eine Skizze an. Frei nach Pythagoras hättest Du bei einem 14-er Balken also eine Bohrlochtiefe von ca. 7.5 - 8 cm erreichen müssen.

Gruß aus BS

Bernd