Gebundene Bauweise

08.01.2012



Hallo,

ich beschäftige mich zur Zeit mit dem gebundenen Aufbau, von Natursteinbelägen, mit drainfähigem Material. Leider gibt es soviele wiedersprüchliche Aussagen hierzu.
So auch zur Körnung, des Drainmaterials, das einemal wird behauptet eine Körnung ohne Nullanteil sei zu bevorzugen, diese könnte größere Lasten aufnehmen,im nächsten Moment behauptet ein anderer, eine Körnung mit Nullanteil sei die besserere Wahl und hält der größeren Belastung stand.

Ich habe mal zwei Varianten, für mich zusammengebaut, vielleicht kann mich in meiner Meinung jemand bestätigen oder berichtigen.

1.Variante/Hofeinfahrt/Pflasterbelag
Ich würde auf einer mineralischen Tragschicht, einen Drainbeton der Körnung 8/16 mit 15cm Dicke aufbringen und darauf das Pflaster in eine Bettung von 1,5mm-4mm Körnung, mit 4-6cm Dicke einbauen. Wasserundurchlässig verfugt.
Normalerweise müsste man die gebundene Bauweise frostfrei gründen, aber es gibt hierzu keine Regelung, da Sonderbauwerk. Aber 80 cm Oberbau für eine Hofeinfahrt, in einer Region, in der 45cm für ungebundene Beläge ausreichen, finde ich übertrieben.

2.Variante/Sitzplatz mit kalibrierten Sandsteinplatten 2,5 cm dick
Auf einer Mineralgemischtragschicht, 10cm Drainmörtel 1,5-4mm oder auch 4mm-8mm Körnung,die Platten werden mit Haftschlämme überzogen, das ganze am besten nass in nass eingebaut.
Ausgefugt auch wasserundurchlässig.
Ich würde die Bettung und die Fuge, mit Fertimörtel von Tubag erstellen, die anderen Schichten, wie bei der Hofeinfahrt selber anmischen oder aus dem Betonwerk.

Ich bin euch für jede Antwort und Vorschlag dankbar und freue mich auf eure Meinung.
Freundliche Grüße aus Saschwalle
Jürgen



Verkehrsflächen



Warum denn immer das Fahrrad neu erfinden?
Es gibt Regelaufbauten für solche Bauklassen, zu finden in der RSTO (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsplätzen), dann gibt es noch die ZTVT- StB, die Regeln zur Herstellung von HGT, die Regelquerschnitte (RAS- Q)...
Um festzulegen welcher Aufbau in Frage kommt muß man erst einmal die Bauklasse festlegen. Die richtet sich nach der Verkehrsbelastung, in Deinem Fall entweder IV oder VI. Das "entweder oder" kann eine Menge Geld bedeuten (falls es um einen Auftrag geht). Bei Eigenbedarf geht es "nur" um Geld und Eigenleistung.
Dann spielt noch der Unterbau bzw. Untergrund sowie das Längs- und Querprofil eine Rolle.
Ohne diese Angaben keine ordentliche Planung bzw. Auswahl der Bauweise und Schichtdicken.
Kommst du mit ein paar präziseren Angaben rüber, gibt es auch konkretere Hinweise.

Viele Grüße

p.s. Ich habe vor ein paar Wochen im Rahmen einer Gesamtsanierungskonzeption für einen 4- Seitehof bei den Verkehrsflächen die mögliche Hochwasserbelastung (Unterströmung) mit berücksichtigen müssen, auch so was geht in die Planung solcher Sachen mit ein.



gebundene Bauweise



Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank zuerst einmal, dass Sie sich Zeit nehmen, für mein Anliegen.
Ich habe hier, an kein konkretes Bauvorhaben gedacht, sondern wollte etwas Klarheit in der Masse von unterschiedlichen Informationen erhalten.
Gewissermaßen als Richtlinie für zukünftige Bauvorhaben, die dann entsprechend, auf die spezielle Situation abgestimmt werden.

Mit der Bauklasse Vl, liegen wir auf jeden Fall richtig, nach RSTO Frosteinwirkungszonen und Frostempfindlichkeitsklassen, muß in unserer Region entsprechend der Bauklasse 6, 50 cm Oberbau,incl. Bettung und Belag erstellt werden.
Wenn Sie aufgrund dieser Rahmenbedingungen, Vorschläge entwickelten könnten, hinsichtlich der Schichtdicken und Körnungen, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Zum Sitzplatz, es ist ein Oberflächengefälle von 2,5% längs vorgesehen, dieses wird in den anstehenden Boden übernommen. Bodenklasse 4
Aber auch hier wäre eine Richtlinie, sehr hifreich.

Bis dahin.
Freundliche Grüße aus Saschwalle
Jürgen



Verkehrsfläche



Was steht denn nun als Baugrund an?
Mit Bodenklasse 4 meinst Du sicherlich die Gewinnungsklasse nach DIN 18300, die interessiert hier nicht.
Ich brauche die Bodenklasse nach DIN 18196 oder die Frostempfindlichkeitsklasse nach ZTVE- Stb 76 oder von mir aus die Bodenart nach der DIN 4022 (sonst nehme ich mir das Zeug in die Hand und kenne die Bodenklasse, aber Ferndiagnosen helfen hier nicht).
Warum diese Eierei: Je nach anstehender Bodenart kann man auf Teile der Frostschutzschicht bzw. Tragschicht verzichten, das spart Aushub und Kosten.

Viele Grüße





Sehr geehrter Herr Böttcher,

es dreht sich um einen schwach bindigen Boden, also Bodengruppe 4. Ich bemerkte aber auch schon dass 45cm Aufbauhöhe bei ungebundener Bauweise nötig wäre.
Ich muß ja aber auch nicht für jede bodengruppe einen extra Aufbau erfinden, außer ich treffe einen stark bindigen Boden an, dies hätte ich dann aber auch erwähnt. Ich wollte keine Doktorarbeit daraus machen.
Freundliche Grüße Jürgen Trapp



Verkehrsfläche



Noch mal:
Mich interessiert nicht die Gewinnungsklasse, sondern die Bodenklassifizierung!
Warum?
Man kann vorhandene Böden durch verschneiden mit anderen Körnungen verbessern und braucht sie nicht komplett austausche bzw. die Dicken der Tragschichten ändern sich. So kann man z.B. aus der Frostempfindlichkeitsklasse F3 eine F2 machen. Der Unterschied liegt im Anteil des Mehlkorns (kleiner 0,063 mm), bei F2 max. 5%, bei F3 bis 15%.
Einen Boden der Art F1 brauche ich nicht austauschen, er ist schon eine Frostschutzschicht. Ich muß nur noch die Tragfähigkeit bzw. das Verformungsmodul sicherstellen.
Weiteres dazu nachzulesen:
http://www.gebundene-pflasterbauweise.de/PDF_Hinterlegt/2_1_Richtlinie%20Std.pdf

Da ist zum Schluß die Tabelle mit den Schichtaufbauten drin.

Viele Grüße





Dies ist nicht die Gewinnungsklasse, sondern die Bodengruppe.
zu finden in der VOB DIN 18915. Bodengruppe 4 entspricht schwach bindigem Boden. Schauen Sie mal nach, bei Bedarf sende ich Ihnen einen Auszug zu.



Bodenklassifizierung



Jetzt wirds ganz verrückt,
von der DIN habe ich noch nie was gehört.
Na ja, ich bin kein Landschaftsbauer.
Deshalb kann ich mit der DIN auch nichts anfangen.
Der Begriff "schwach bindig" ist für die Einschätzung der Frostsicherheit und der Tragfähigkeit einfach zu wage.
Ich führe hier mal die Frostempfindlichkeitsklassen nach ZTVE- StB auf:
F1:
nicht frostempfindlich- umfaßt alle grobkörnigen Böden, GW, GI, GE, SW, SI, SE

F2:
gering bis mittel frostempfindlich- TA, OT, OH, OK, TM und ST-, SU-, GT-, GU-, wenn der Anteil d kleiner 0,06 und größer 5% bei U größer gleich 15 oder d größer 15% bei U kleiner gleich 6 (U und d beschreiben die Körnungsverteilung. Der Strich nach den Kürzeln gehört quer auf den zweiten Buchstaben).
Werden die Feinkornanteile unterschritten fallen die feinkörnig verunreinigten Grobkornböden unter F1.
F3:
Sehr frostempfindlich- TL, UL, UM, OU, ST-, SU_, GT-, GU-.
Solche Böden sind möglichst zu entwässern oder im Frosteindringbereich durch Böden der Klasse F1 in genügender Dicke zu ersetzen.
Die Abkürzungen stehen für Bodenarten der DIN 18195 (Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke). GW heit z.B. Kies, weit gestuft, SU Sand, schluffig usw.
Übrigens gibt es im Bauwesen noch zwei weitere Bodenklassifizierungen. Die nach der DIN 4022 (Benennen und Beschreiben von Böden) und die DIN 18300, die Böden nach der Lösbarkeit der Böden in 7 Klassen einteilt. Wenn Sie natürlich auf der sicheren Seite bleiben wollen dann koffern sie eben einen halben Meter und mehr aus.
Mit einer qualifizierten Bodenansprache können sie sich im anderen Fall eine Menge Geld und Arbeit sparen. Deshalb ist die genaue Klassifizierung des anstehenden Baugrundes so wichtig. Dafür braucht man kein Baugrundgutachten, in der DIN 4022 sind Kriterien benannt mit denen man die Klassifizierung selber vornehmen kann. Nur die Körnungslinie ist im Zweifelsfall in einem Labor mittels einer Siebanalyse nachzuprüfen.
Wahrscheinlich fällt Ihr Baugrund in den Bereich der Klasse F2 oder F3, hier wäre also schon interessant, ob ich durch Stabilisierung daraus eine F2, vielleicht sogar F1 machen kann oder ob er ausgetauscht werden muß.

Viele Grüße





Gemäß 18196, da gebe ich Ihnen recht,sind die 3 F-Klassen gemeint.

F1 nicht Frostempfindlich kleiner als 5%
F2 gering bis Mittel frostempfindlich 5bis15%
F3 sehr frostempfindlich größer als 15% Anteil an Körnern größer oder gleich 0,063mm

aber genau diese Einstufung findet man in der 18300 Erdarbeiten, Einstufung in Boden und Felsklassen, wie zuerst von mir bemerkt und nicht in den Bodengruppen 18915 Bodenarbeiten.
Das sind 7 Klassen
Klasse 1 Oberboden
2 fließende Bodenarten
3 leicht lösbare Bodenarten
4 mittelschwer lösbare Bodenarten
5 schwerlösbare Bodenarten
6 leicht lösbarer Fels
7 schwer lösbarer Fels
Hier sind den Klassen die Anteile in % größer oder gleich 0,063mm jeder Klasse zugeteilt.

Hab jetzt keine Lust zu jeder Klasse die Anteile und den ganzen Text schreiben.Ein Beispiel:

z.B. Bodenklasse 4 mit über 15% masseanteil der Korngröße, kleiner als 0,063mm
entspricht demzufolge F3 , F3 lässt sich wiederum den Bodengruppen aus 18915 6,7,8,9 zuordnen.
aus aktuellem DIN Taschenbuch 81 Landschaftsbauarbeiten und Tabelle RSTO.

Ich wollte das ganze am Anfang etwas Einfach halten und etwas mehr über die Drainbetonweise erfahren. Schichtaufbau und beste Kornzusammensetzung usw. Ich hoffe ich habe somit alle Fragen beantwortet, dass Sie nun eine Einschätzung abgeben können.


Also würde man von F3 ausgehen und Frosteinwirkungszone 1, wären diese 50 cm, bei Bauklasse Vl Gesamtaufbau nach RSTo.

Am liebsten wäre mir die Diskussion über die Bodenbeschaffenheit an dieser Stelle zu beenden.
Wird zu mühselig.
Freuen würde ich mich aber wenn Sie mir vielleicht einen Tip geben könnten, über die beste Kornzusammensetzung der Bettung und der Drainbetontragschicht. Vielen dank.



Baugrund



Mann, was ist es denn nun,
sandiger Lehm, kiesiger Lehm, schluffiger Sand, toniger Kies? Tertiärsand, Schleichsand, Geschiebelehm, was weiß ich noch?
Weit, eng, intermittierend gestuft?
Mit der 18300 kann man nun mal keinen Baugrund hinsichtlich Tragfähigkeit und Frostsicherheit einschätzen. Ist es denn so schwer zu sagen was für ein Boden da ansteht?
Ohne genauere Angaben geht eben nur auskoffern und austauschen. Nix mit Bodenverbesserung bzw. Stabilisierung.

Viele Grüße





Ja natürlich kann man mit den angegebenen Bodenklassen und der Bodengruppe und der Frostempfindlichkeitsklasse die Aufbauzusammensetzung und Höhe ermitteln. Schauen Sie doch in der VOB nach. Beweis Tabelle RSTO und DIN TaschenBuch auch unter VOB bekannt.
Ich kopiere Ihnen gerne die RSTO und schicke Ihnen diese zu.
Außerdem, bleibt die Drainbetontragschicht immer gleich stark, nähmlich 15cm, was sich verändert je nach Frosteinwirkungszone und Frostempfindlichkeitsklasse ist die FSS, diese variiert in der dicke je nach oben gennanten Kriterien. Aber um die FSS ging eigentlich gar nicht es ging mir um den Drainbeton. Bitte machen Sie sich keine Mühe mehr mir irgenwie zu antworten, was ich eigentlich wollte lesen Sie am besten in meiner letzten Benachrichtigung.





Hallo Herr Trapp,
ich muß Ihnen beipflichten und kann Ihre Ausführungen nur bestätigen.
Der liebe Herr Böttcher vertut sich hier ziemlich.
Er verstrickt sich immer mehr in Widersprüche.

Ich kann verstehen wenn Sie auf einen Beitrag des Herrn gern verzichten in Zukunft.
Gerne können Sie, mit mir In Kontakt treten. Wir erörtern dann, wie gewünscht die Drainbetonweise. Bis dahin.
Egon Furtwängler





es gibt keine Probleme, nur Lösungen

Genau! Und deswegen schreibt man Tiefbaus mit Deppenapostroph :-)





Herr Böttcher,

bitte lassen Sie uns doch aus diesem Anfangs, gut gemeintem Gespräch übers Forum, keine größere Sache machen.
Sie steigerten sich hier in die Sache etwas zu sehr rein und verloren etwas den Überblick. Kann mal passieren.
Ich hoffe auf weitere sachliche kommunikation.
Ich übersah, dass der letzte Beitrag, nicht von Ihnen kam sondern von Herrn Lingl. Die Geschichte nimmt Formen an die nicht beabsichtigt waren.

Grüße Jürgen Trapp



Verkehrsfläche



Für mich ist die Sache damit auch erledigt;
anscheinend kennen Sie den Baugrund nicht.
Ohne diese Kenntnisse muss eben ausgekoffert werden.
Ihren Regelaufbau finden Sie unter den von mir genannten Link, einfach aus der Tabelle aussuchen.
Vielleicht beschäftigen sie sich mal etwas intensiver mit Grundbau und Geotechnik, wenn sie in dieses Metier einsteigen wollen. Ohne Kenntnis über Bodenklassifizierung kommen sie da nicht weiter.
Ihr unsägliches Beharren auf "Bodenklasse 4" zeigt mir das Sie da noch einen erheblichen Nachholbedarf haben.

Viele Grüße