Bretter im Außenbereich kitten - mit welchem Material?

14.08.2013



Guten Morgen!

Unser Häuschen hat zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss ein umlaufendes Gesims aus Holz, im Prinzip eine Konstruktion aus 20mm-Brettern. Dieses Gesims haben wir abgenommen und instandgesetzt, mittlerweile neu montiert. Verblieben sind einige längere, schmale Risse in den Brettern, Stoßfugen und sichtbare (eingesenkte) Schraubenköpfe. Ich denke, die sollten wir vor dem Neuanstrich (geplant: Ölfarbe) kitten, da allein die Farbe nicht genügen wird, um sie zu füllen... Sollten wir dazu aus Leinöl/ Leinölfirnis und Kreide selbst etwas "zusammenrühren"? Leinölkitt/ Fensterkitt kaufen? Oder ist da tatsächlich ein handelsüblicher Holzkitt auf PVAC-Basis (sowas wie Molto) geeigneter? Und was ist wohl im Außenbereich - mit sonniger Südseite - haltbarer?

Viele Grüße
Kathrin



Risse kitten im Außenbereich



Leider mach ein Kitten bei Längsrissen keinen großen Sinn. Das Holz wird durch sein Quell- und Schwinverhalten jede Fugenfüllung in absehbarerer Zeit wieder ablösen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo,

Kitten ist zumindest eine ungewöhnliche Maßnahme. Ich sag Ihnen, wie ich die Waschborde an meinem Boot repariert habe:
Epoxy mit Sägemehl angedickt und zugespachtelt. Nach 1 Stunde mit dem Heißluftföhn noch einmal getempert.
Hält seit 10 Jahren. Das ist dann Kleber und Holzersatz in einem, zug- und schubfest.

Grüße



Make up



Mit dem selbst anreiben wir es wohl nichts, aber herkömmlicher Fensterkitt in die vorgeölten Löcher und Risse eingepresst, verhindert weitere Nässeaufnahme des Holzes und bietet der Öberfläche ein glattes Bild. Wenn in zehn Jahren wieder gestrichen wird, reibt man einmal mit dem Kittballen über die natürlichen Risse und nimmt den Überschuß mit dem alten Lappen ab. Gutes Gelingen.



nehmt...



normalen Leinölkitt, aber streicht die Stellen mit Firnis vor, das erhöht die Anhaftung des Kittes.

Grüße

Thomas





der fehlte noch.



Sicherlich...



sind jetzt alle dem "Mitleser" besonders dankbar für seinen "konstruktiven" Beitrag in Heckenschützenmanier. Etwas mehr Stil bitte. Haben Sie Einwände?

Grüße

Thomas





wer hat denn noch gefehlt, der Kitt oder der Thomas? Ich sag, der Kitt - bleibt fachlicher ;-)

Epoxy ist ein tolles Material, im Boots- und Metallbau sehr bewährt - aber bei unserem alten Weichholz vermutlich nicht das Richtige. Eben weil es so bombenfest ist. Wenn der Frank recht hat (ich füchte, hat er), dass zumindest in den Längsrissen kein Kitt sehr lange bleibt, ist es auch das Material, das ich am schlechtesten wieder erneuern kann. Und wenn ich daran denke, wie super ein Epoxykitt in den Schraubenköpfen halten würde, an die ich ja unter Umständen irgendwann mal wieder ran muss…
Die Holzkonstruktion ist in sich stabil, eine richtige Klebung also gar nicht notwendig. Die Kitterei soll in erster Linie optisch "glätten". In zweiter hoffe ich auf etwas besseren Schlagregenschutz und etwas Erschwernis für Insekten, hinter die Bretter zu kommen - das Profil ist hohl. Stell ich mir ein bisschen vor wie mit dem Fahrradschloss und den Dieben – wenn’s zu lästig ist, haben sie vielleicht keine Lust… ;-)

Fensterkitt haben wir noch eine Stange, an Leinölkitt kommen wir auch kurzfristig ran. Versuchen wir’s also einfach. Und ich kann ja mal zum Test/ Vergleich auf ein paar Schraubenköpfe Baumarkt-Holzkitt schmieren… Ergebnis kommt in 5 Jahren…

Eine Frage noch an Benjamin: Warum wird das mit dem Kitt selber machen nichts, braucht das zu lange zum Trocknen?

Danke für die Tipps bisher
Kathrin



Zum



Epoxy: ich kenne eine Amerikanerin, die seit Jahrzehnten beruflich Fenster restauriert. Die ist von Epoxy völlig abgekommen weil sie meint, dass ihrer Erfahrung nach das Holz rund um die Reparaturstelle dann in Rekordzeit vermorscht. Was von ihrer Erklärung (rund um die Reparaturstelle sammelt sich Feuchtigkeit) zu halten ist weiß ich nicht, aber ihre Erfahrungen bezüglich der Wirkung zweifle ich nicht an.



Ich bin...



nicht unbedingt dafür, alles im Außenbereich zuzukitten. Andererseits schadet es hier, mit Leinölkitt ausgeführt und deckend mit Ölfarbe beschichtet, bestimmt nicht. Das Eindringen von Wasser wird verhindert bzw., wenn eine Kittflanke aufreisst, zumindest reduziert. Damit gibt es einen nicht nur optischen, positiven Effekt.

Daß ein Leinölkitt an dieser Stelle schnell bröselt, glaube ich nicht. Man bedenke, wie hartnäckig alteingeglaste Fenster ihren Kitt verteidigen können, obwohl er mit dem Glas ja gar keine richtige Verbindung eingehen kann. Wird er geschützt, lebt der Kitt lange.

Das selber anreiben von Kitt ist schlicht sinnlos. Man spart nichts, investiert Mühe für Beschaffung und Arbeit und riskiert bei falschen bzw. mindergeeigneten Material schlechte Ergebnisse. Die Mühen des "Rumpamperns" sind in einen Kesselgulsch z.B. besser investiert.

Grüße

Thomas