Kiesrigole -Dimensionierung, Auslegung

18.02.2015 Lebowski


Hallo,

wir haben ein freistehendes Nebengebäude mit ca. 60m² Grundfläche. Das Regenwasser wird aktuell noch über oberirdische Rohr auf die angrenzende Wiese geleitet. Das sieht zum einen nicht aus, ist zu anderen unpraktisch usw.

Ich wollte nun eine Kiesrigole anfertigen. Ich würde etwa 3m³ Kies nutzen wollen. Nun wollte ich dazu eine Gruße Ausheben (1,30 tief, 2m breit und 1,5m lang). Darin wollte ich ein Vlies ausbreiten und das ganze dann mit Kies füllen. Rohr rein und 30cm Deckschicht auffüllen.

Ist diese Idee soweit in Ordnung. Ich glaube die 3m³ sind recht üppig.

Wie lege ich das Rohr in den Kies. Wird das einfach mittig oben drauf gelegt und dann das Vlies drüber geschlagen und fertig? Oder kommt das tiefer in den Kies?

Welche Kieskörnung sollte man nehmen?

Besten Dank



Kiesrigole- Sickerschacht



Hallo Martin
Die sinnvolle Größe hängt vom Untergrund ab-
bei Lehm natürlich größer als bei sandigem Boden.

Du könntest auch überlegen eine Zisterne einzubauen mit Überlauf und außen herum dann mit Kies auffüllen - daneben dann Geotextil Verlegen gegen Auswaschungen wie du geplant hattest.Kies gebrochen oder als Rundkorn, ca 32 er Körnung in einheitlicher Korngröße.

Du könntest dann das gesammelte Regenwasser später immer noch verwenden oder einfach versickern lassen- hast aber zumindest alle Möglichkeiten.

Am günstigsten sind die normalen Schachtringe aus Beton.
Unten einen Deckel in die Grube einlegen, vorher eine feine Sand- oder Kiesschicht.
Als Abschluß oben einen großen Deckel auflegen oder einene Konus nehmen mit kleinerem Deckel.

Am einfachsten wäre es, nur Betonringe in ein Kiesbett zu stellen und wenn du später das Wasser sammeln willst zB eine EPDM Folie auf Geotextil hineinzulegen und damit ein dichtes Becken zu bekommen.

Das Regenrohr würde ich dicht unter der Erde einführen, sodaß du aber noch genügend Bodenüberdeckung hast um darüberfahren zu können.

Andreas Teich



Danke für die Antwort



aber Schachtringe sind für uns nicht relevant, da wir ein gut funktionierenden Brunnen haben. Daher wären die Kosten nicht gerechtfertigt. Ich wollte deshalb die kostengünstigere Alternative wie beschrieben nehmen.

Der Boden ist sandig. Ich habe im anderen Zusammenhang bis 1,60m schon mal ausgehoben, es gibt keine Lehmschicht.

Wie würde man denn das Rohr und die Kiesfüllung zusammenbringen. Wird es einfach oben auf gelegt und dann mit dem Vlies eingeschlagen und fertig?

besten Gruß, Martin



Kiesrigole



Ja!

also auf die Kiesschicht die Rohröffnung, am Besten mit einem Bogen nach unten, daß der Kies nicht ins Rohr läuft und dann mit Kies abdecken, Geotextil darüberschlagen und wieder abdecken.
Das kannst du ja auch offen lassen und eine Abgrenzung herum machen (wie bei Beeten)

Bei sandigem Untergrund würde auch das Abheben der Humusschicht genügen und dann eine größere Fläche mit Kies auffüttern, falls in die Tiefe graben aufwendiger wäre.

Nur auf genügend Abstand zum Haus achten und daß keine Auswaschungen stattfinden können.



Kiesrigole



Folgendes gebe ich zu bedenken.
Die Kiesrigole ist nur eingeschränkt belastbar. Alternativ bietet sich Schotter ohne Feinbestandteile an.
Ein Schlammfang mit Revisionsöffnung sollte vorgeschaltet werden.
Die Entwässerung in die Rigole sollte über ein Drainrohr erfolgen.
Ferner empfiehlt sich ein Notüberlauf in den Kanal; den Überlauf unbedingt durch einen Rückstauverschluss sichern.
Viel Erfolg.



Rigolenplanung



Am besten fragen Sie dazu erst einmal die Untere Wasserbehörde, da man in Deutschland natürlich nichts einfach so planen und ausführen darf. Es gibt z.B. folgendes zu bedenken:

Der Boden muss versickerungsfähig sein; ein stark lehmiger Boden wäre es z.B. nicht. Der erf. Durchlässigkeitsbeiwert des anstehenden Bodens kf = 1 · 10-3 bis 1 · 10-6 m/s (nach Bodengutachten.)
- Abstand mittlerer maximaler Grundwasserstand (Bemessungswasserstand) zu Unterkante der Sickeranlage = mindestens 1 m
- Abstand zu Gebäuden mindestens das 1,5-fache der Einbinde- bzw. Gründungstiefe des Gebäudes, mind. 0,5 m zum Auffüllungsbereich der Fundamentbaugrube
- Metalldacheindeckungen werden kritisch gesehen wg. der Schadstoffauswaschung
- Hof- und Wegeflächen dürfen nicht ohne weiteres über eine Versickerung entwässert werden (Schadstoffe.

etc. etc.

Zur Berechnung der Entwässerungsleistung gibt es Faustformeln, die Sie bei der Wasserbehörde bekommen können