Festigkeit Zement mit Sand oder Kies

27.06.2010


Hallo,
ich suche eine Antwort auf die Frage, ob Beton aus Zement und Kies oder Zementmörtel aus Zement und Sand unterschiedliche Festigkeiten haben und warum?
Gilt irgendwie die Regel, je gröber der Kies, desto fester das Endprodukt?

Volker





Hallo,

die Festigkeit hängt vom Zementanteil, der Kornzusammensetzung der Zuschlagstoffe, des Wasseranteil (viel Wasser hinterlässt viele Poren) und der Nachbearbeitung ab.
Alle Mörtel haben wegen der für sie notwendigen Verarbeitungseigenschaften feinere Zuschlagstoffe und eine höhere Wasserzugabe daher werden diese nicht so fest.


Grüße aus Schönebeck



Danke



Also dadurch, dass feinere Zusatzstoffe mehr Wasser aufnehmen, wird der Zement/Mörtel weniger fest. Also spielt bei Kies die Körnung für die Festigkeit keine Rolle, sondern der Unterschied liegt zwischen Kies und Sand.

Grüße aus Siebenbürgen

Volker





Vorsicht beim Umgang mit Zusatz- und Zuschlagstoff!

Zuschlagstoffe sind z.B. Kies, Sand Splitt …deren Zusammensetzung spielt eine wesentliche Rolle.
Zusatzstoffe sind z.B. Verzögerer, Beschleuniger, Fliesmittel… alles was die Verarbeitung vereinfacht oder erst möglich macht.

Mal einfach gesagt, alles was an Wasser mehr drin ist als zur chemischen Reaktion benötigt wird hinterlässt nach dessen Verdunstung Poren, und die stören logischerweise das Festigkeitsgefüge.


Grüße aus Schönebeck





Hallo,

ich glaube die Antworten gehen etwas in die falsche Richtung.

Um eine optimale Festigkeit von Beton zu erhalten ist das Mischungsverhältnis von Zement, Wasser, Zuschlagsstoffen (Sand, Kies, Splitt, ...) und ggf. Zusatzstoffen genau einzuhalten. Zur Erzielung besonderer Eigenschaften können weitere Zusatzstoffe (Betonverflüssiger, Luftporenbildner, Betondichtungsmittel, Erstarrungsverzögerer, Erstarrungsbeschleuniger, ...) beigemengt werden.

Je nach Verwendungszweck gibt es bestimmte Rezepturen für den Beton.

Mein Wissen über Beton ist zwar etwas veraltet und auf dem Stand der guten alten DIN 1045 stehen geblieben. Die Grundlagen dürften sich aber auch mit dem Eurocode nicht wirklich verändert haben, schließlich hat sich die Physik und Chemie auch nicht verändert.

Zuschlagstoffe:
Je nach Verwendungszweck des Betons, sprich möglichen Größtkorn gab es verschiedenen Sieblinien, die eine genaue Abstufung zwischen den feinsten, feinen, mittleren und groben Bestandteilen des Zuschlags festgelegt haben. Eine Abweichung in die eine oder andere Richtung bringt zwangsläufig einen Festigkeitsverlust mit sich. Die Gründe liegen in der nicht optimalen Ausfüllung der Hohlräume zwischen den Körnern der Zuschlages bei zu vielen großen Körnern. Oder das die Stützwirkung der großen Körner fehlt.

Der Zementleim (Mischung aus Wasser und Zement) hat nur eine verhältnismäßig geringe Festigkeit gegenüber den Gesteinskörnern. Seine Funktion ist es eher die Körner des Zuschlags zusammen zukleben und nicht die Lasten zu tragen.

Wasser:
Wird zu viel Wasser in den Beton gegeben, entstehen bei der Aushärtung Poren die die Festigkeit herabsetzen und das Eindringen von Schadstoffen (Wasser, ...) begünstigen können. Bei der Wasserzugabe ist in der Regel auch der Wassergehalt der Zuschlagsstoffe zu berücksichtigen.

Zement:
Wird zu viel oder zu wenige Zement zugegeben, sind die Körner des Zuschlags nicht optimal mit Zementlein umhüllt. Die Verklebung und damit die Tragfähigkeit ist nicht optimal (s.o.).


Wie aus den Schilderungen hoffentlich deutlich geworden ist, ist die Frage ob Beton mit einem Zuschlag aus Sand oder Kies eine höhere Festigkeit aufweist nicht zu beantworten, da Beton als Zuschlag sowohl Kies als auch Sand in der jeweils richtigen Korngrößenabstufung enthalten muss.

Jan





Sag ich doch,
nix falsche Richtung

Grüße aus Schönebeck



an



die genaue Beschreibung von Jan wäre nur anzuhängen, dass gebrochene Zuschlagstoffe oder scharfe Sande durch ihre "Verzahnung" ebenfalls die Festigkeit erhöhen, ein Rundkorn hingegen bei Putzmörtel die feinere Oberfläche und die bessere Verarbeitbarkeit gewährleistet. Ich nehme mal an, dass in deinem Beruf auch Grundlagen gelehrt werden, die Du nicht von heut auf morgen gelernt und erst nach Jahren richtig verstanden hast. Wenn Du selber mischen willst, Mußt Du Betonkies bestellen (Körnung z.B. 0-16 angeben) oder Deine Wünsche im Betonwerk äußern. Da wirst Du ev gut beraten. Vielleicht kannst Du ja mal berichten wie das in Siebenbürgen klappt - nach meiner Erinnerung und deine email-Endung is das ja in Rumänien. Hast Du das Haus geerbt ?



an



Hallo,
natürlich muss ein Beruf gelernt werden. Aber leider dauert hier in Rumänien die Ausbildung zum Maurer z. B. 6 Monate und auf Grund meiner vielen schlechten Erfahrungen mit hiesigen Handwerkern möchte ich selbst gern im Bilde sein, um auch einfach überprüfen zu können, ob ide Leute überhaupt was vom Handwerk verstehen.
Das Haus habe ich nicht geerbt, ich bin hier seit 12 Jahren Gastarbeiter und bin ausgerechnet im Berufsbildungs- und integrationsbereich tätig.

Volker



Beton ist, wenn er trotzdem hart wird



Wie schon gesagt, die Mischung aus den Zuschlagstoffen, die Sieblinie, ist entscheidend. Nur große Körnungen hieße auch viel Hohlräume.

Und hier ganz ausführlich:

http://www.cemex.de/servlet/de.blueorange.xred.util.GetFile/Baustofftechnische-Daten_21.Auflage_2010_Kunden.pdf;jsessionid=F2AF10A2DE56FBDEAC5A961B4B702DF2?db=cemex_de&tbl=int_xredfile&key=id&keyval=112676&imgcol=xred_file

Grüße aus Schönebeck



Volker



na dann viel Erfolg bei Deinem Vorhaben, schick mal irgendwann ein Bild in die Runde, wie so ein haus in Siebenbürgen aussieht, mit ein wenig Landschaft drumherum ....




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