Altes Holzschutzmittel




Ich habe aus meinem ca 100 Jahre alten Fachwerkanbau Bretter, die aus den alten Innenwänden stammen. Sie waren mit Schilfmatten und Putz verkleidet.
Da sie - vom Putz und Matten befreit - unbehandelt aussahen, habe ich sie aufgehoben, um sie später in unserem Kaminofen zu verfeuern. Aber - ihr ahnt es schon - sie stinken und qualmen ganz ordentlich, so dass ich schnell damit aufgehört habe.
Womit wurde damals Holz für den Innenbereich behandelt? Es gibt auf einer Holzseite pudrige, weissliche Stellen, die mich an Ausblühungen bei Mauerwerk erinnern. Ausserdem erscheint mir das Holz schwerer als üblich - als ob es nass wäre. Verbrennen tut das Hoz schon fast wie Öl. Was kann da sein?
Ich bin gespannt!
SIggi



Altes Holzschutzmittel



Hallo Frau Kappelsbusch ,
Vielleicht handelt es sich um die Holzart :Pitch pine.
Dieses Holz ist sehr harzreich und brennt "wie Fett".
Wie riecht es denn beim durchsägen?
Viele Grüße



Gute Idee!



Das würde mich wirklich freuen, da ich einiges davon habe! Vieleicht kann ich ja einen Schuppen draus bauen, wenn wirklich keine Gifte drin sind.
Wurde Pitchpine vor 100 Jahren denn in Deutschland schon verwendet? Wie könnte ich das denn erkennen?
Beim sägen riecht´s jedenfalls nach Erkältungsbad, aber das tut Kiefer auch manchmal, oder?
Wer kennt sich denn mit Holzschutzmitteln von 1900 aus? Ich mag das Holz nicht einfach in einen Container drücken....
Viele Grüße!



PichPine - also Pechkiefer



ist eine besonders harzreiche Kieferart. Wenn es beim Sägen nach "Erkältungsbad" riecht - dann spricht viel dafür, dass es sich um diese Holzsorte handelt.

In der Gründerzeit wurde das Holz verwendet.

Wenn noch nicht alles zersägt worden ist, gibt es vielleicht unter www.baurat.de noch Interessenten dafür.

Ein Foto würde da auch weiterhelfen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ich stelle mal 2 Bilder ein!



http://www.bilderspeicher24.de/index.php?cont=view&file=5240

und


http://www.bilderspeicher24.de/index.php?cont=view&file=5241



sieht nach ...



Kiefer aus, aber ob das nun eine Pechkiefer ist, kann ich nicht beurteilen.

Normaler Weiße hat man bei der Pechkiefer den Splintbereich nicht mit verwendet.

Grüße Frank



Ich sehe Nadelholz, mehr nicht.



Das Pitch-Pine vor 100 Jahren über den Ozean und nach Hessen gelangte, um als Fachwerkanbauinnenwand zu dienen, ist schon recht unwahrscheinlich. Dafür war doch das Holz vor der Haustür wirklich gut genug.

Kiefer ist sehr heterogen, es könnte also eine sehr harzreiche (kienige) Partie der Gemeinen Kiefer sein, oder aber eine (heimische) Schwarzkiefer, die auch im Splint dichter und harzreicher ist.

Das Rußen kann also durchaus dem Harzgehalt geschuldet sein. Als Holzschutzmittel kämen ja dann eher ölige in Frage, die auch meist noch markant riechen - und eher nicht nach Terpentin.

Grüße

Thomas


Nebenan etwas Schwarzkiefer.