Dachboden ausbauen

28.12.2007



Hallo.

Ich mache mir grade ein paar Gedanken über den Ausbau meines Dachbodens. Laut statischer Berechnung anno 1962 ist der Boden für eine Last von 100 kg/qm vorgesehen. Es soll ein Schlafzimmer und ein Ankleidezimmer für meine Eltern entstehen. Ist die Belastbarkeit da ausreichend ?

mfg.



Das hängt von Deinen Eltern ab :-)



Für die geringen angedachten Belastungen ist das ausreichend. Auf Masse im Aufbau des Fußbodens (Schalldämmung) wirst Du allerdings überwiegend verzichten müssen. Gegebenfalls kann der Boden schwimmend verlegt werden (3-Schichtdiele, Fertigparkett).

Grüße

Thomas



Abtrennungen



Sind die Abtrennungen auch geplant?
Also genauer gesfragt, müssen die Wände auch noch geschaffen werden?
Hier kann man auf Trockenbau-Ständerwerk einmal verzichten, denn es gibt mittlerweile interessante Alternativen.
Selbsttragende Heraklithwände.
So würde man für später bereits eine gute Systemlösung schaffen.

Handwerkliche Grüße

Udo



100 Kg/qm



ist die Mindestverkehrslast für Flachdächer und nicht genutzte Decken, für Wohnraum nicht zulässig. Bei Stahlbetondecken sind 150 Kg/qm, bei Holzbalkendecken 200 Kg/qm anzusetzen. Es wird wohl halten, aber kein Mensch kann eine Garantie dafür geben. Und es ist mit stärkeren Durchbiegungen zu rechnen, das heisst, die Decken der darunterliegenden Räume können Risse zeigen. Ohne konstruktive Verstärkung würd ich da nix machen.
MfG
dasMaurer



Muss man da nicht auch irgendwas genehmigen lassen?



Der Ausbau zu Wohnraum bedarf doch bestimmt einer Genehmigung? Nur mal so dazwischen gefragt! 100kg/m² wären mir zu wenig.

Gruß Marko



Nutzungsänderungen



und Massnahmen an tragenden Bauteilen sind immer genehmigungspflichtig, oder sie müssen von einem Architekten begleitet werden, wobei die komplette Verantwortlichkeit und Haftung bei diesem verbleibt.
Aber als Privatmann kann man sich auf seine Ahnungslosigkeit berufen und den Bauantrag nachreichen, wenn man ihn um eine edle Spirituose wickelt und ´nen Hunni drantackert, gehts meist auch ohne Bussgeld ab.
Ich hoffe mal, dass das keiner falsch versteht ;-))).
MfG
dasMaurer



Jenseits der Theorie...



...steht im Schlafzimmer ein Schrank, schön nah der Wand, da biegt sich nichts durch, besonders, wenn man ihn quer zur Balkenlage stellen kann. Ferner Bett, Kommode, Nachtisch... Eine Mehrbelastung kann ich nicht sehen, soweit mann nicht übermäßig möbliert, Aquarien oder Bücherwände nach oben buckelt.

Mein (unbewohnter) Boden ist bestimmt 2x mehr belastet, und nichts reißt. Ich kann dort auch laufen mit knapp 2 Zentnern Lebendmasse, ohne einzubrechen oder von gefährlichen Schwingungen seekrank zu werden. 100kg pro m² ist eine ganze Menge, letztlich gleicht sich das ja auch mit weniger belasteten Partien aus. Immerhin ist die Fläche ja tatsächlich für 100kg berechnet worden, das ist weit mehr, als man von vielen (älteren) Häusern sagen kann.

Solange da etwas für den Eigenbedarf entsteht und nur wie beschrieben belastet werden soll, würde ich allenfalls prüfen (Balkenköpfe), ob alles noch beim alten ist. Wer ein übriges tun will, mißt die Balkenlage durch und fragt einen Statiker.

Und die Ämter würde ich außenvor lassen. Schon mancher hat sich über den kurzen Draht vom Bauamt zum Finanzamt gewundert. Plötzlich wird das eine Nutzungsänderung, die neue Wohnfläche erhöht die Grundsteuer. Am Ende macht das FA noch eine Neubewertung, weil zwischenzeitlich eine Heizung und ein IWC den Stand vonn dunnemals in wahrhaft luxuriöse Höhen gehoben haben - und man zahlt fluchend doppeltsoviel. Genau das widerfuhr mir unlängst.

Anders wird es, wenn eine neue Mietwohnung entsteht.

Grüße

Thomas



Ich frage mich



wo man in einem Dachboden eigentlich einen Kleiderschrank hinstellen kann? Im Giebel sind doch die Fenster? Aber mal im Ernst, wenn ein Zimmer erst mal genutzt wird denkt später keiner mehr an die zu geringe Belastbarkeit des Bodens. Wenn dann die Bewohner noch vom Stamm der Jäger und Sammler sind könnte es problematisch werden. Durfte auch schon mal einen vollen Schrank mit ordentlich gemangelten Bettlacken, Tischdecken usw. umsetzten. Den mussten wir ausräumen, da kamen einige 100kg Wäsche zusammen auf ca. 3m². Man täuscht sich da schnell.
So genug den warnenden Zeigefinger gehoben. Bleibt deine Entscheidung.

Gruß Marko

PS. Wirst du auch immer mit "c" geschrieben anstatt mit "k"?



@ Marko



nicht vergessen: Was nach bundesdeutschen Statikertabellen gerechnet wurde, hält 3x soviel, wie es dürfte.

Da darf Schwiegermama schon noch ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte auflegen.

Schwerelose Grüße

Thomas




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