Welches Fabrikat für Holzvergaserheizung

15.02.2010



Hallo Fachwerkgemeinde,

in unserem alten Bauernhaus Bj. 1834 ist eine neue Heizung fällig. Jährlicher Energiebedarf ca. 30000 KWh. Das zumindest war der Bedarf der Vorbesitzerin. (Zur Zeit heizen wir mit Holzeinzelöfen).
Wohnfläche: 85 qm, soll aber langfristig auf 150qm erweitert werden durch Dachausbau.
Es soll ein Holzvergaser mit Solarunterstützung werden, Holz und Lagerplatz vorhanden, kleiner Heizungsraum, Puffer müßte jedoch in den Keller.
Hier die erste Frage: Kann der Puffer ca. 12m Rohrlänge entfernt von dem Heizkessel stehen? Die Rohre würden wir durchs Haus in den Keller führen.
Nach meinen Recherchen wäre ein ca 20KW Kessel für uns der Richtige.
Die Frage ist nur: Welcher Hersteller? Leider haben wir nirgendwo einen Vergleich oder Testbericht gefunden. Es gibt im Internet ziemlich günstige Komplettangebote (BAFA-gefördert) Heizkessel + Puffer (wir denken an 2*800) + Solar?
Habt ihr Erfahrungen/ Tipps die ihr mit uns teilen könnt?
Wir wollen natürlich zu einem Heizutngsbauer, der uns die Komlettanlage plant und installiert, aber der verkauft in der Regel ja auch nur immer die gleichen Produkte.



Wir haben...



...seit kurzem einen Atmos DC25GS mit 1600ltr Puffer. Nutzen den Kessel Kombiniert mit einem Olbrenner: Im Winter fast nur Holz, im Sommer selten Holz :-)
Hatten vorher anstelle des Atmos einen Zaegel&Held Stückholzkessel, der hielt 30 Jahre.
Wir haben den Atmos nach reichlicher Recherche gekauft, im Freundeskreis haben auch mehrere einen Atmos (hier gibts viel Wald), bisher noch nichts schlechtes gehört.
Vorteile des Atmos gegenüber anderen "Markenprodukten" aus meiner Sicht:
-Sehr gutes Preis/Leistungsverh.
-Ausschamottierung im unteren Teil des Bernnraums (der Rost war die Schwachstelle beim Zaegel&Held)
-Leicht zu bedienen
-Tolle Betreuung durch den Importeur (ich sags mal lieber nicht, will ja keine Werbung machen, wenn Du willst, schick ich dir ne Nachricht, findet man aber auch bei google)

Aus heutiger Sicht würde ich aber einen DC30GS nehmen, da passt noch mehr rein und das bringt Komfort!

So, aber bestimmt gibts auch noch andere gute Kessel ;-)
Gruß
Michael



Holzvergaser



Hallo,
wir haben ca. die gleichen Rahmenbedingungen wie Ihr.
Vor 3 Jahren haben wir von Nachtspeicher auf Holzvergaser + Solar umgestellt. Aber auch nur, weil ich recht günstig ans Holz komme. Und der Holzpreis steigt.
Der Verbrauch wird in diesem Winter bei ca. 30 rm liegen, überwiegend Nadelholz.
Die Anlage von Buderus mit 25 KW, 2x 750 l PS und 1x 400 l Warmwasser hat mir ein Fachbetrieb eingebaut, der HV ist, glaub ich, baugleich mit Atmos. Damals hatte Buderus ein Angebot laufen: 1/3 anzahlen, Rest zinslos auf 30 Monate - auf alle mit der Anlage zusammenhängenden Kosten. Bis jetzt läuft die Anlage super.

Du darfst halt nur die Arbeit nicht unterschätzten.

Und wenn der HV dann irgendwann fertig ist kann man sich ja überlegen einen ETA oder so zu erwerben.

Einen Fehler haben wir jedoch gemacht:
Leider keine Flächen(Wand-)heizung sondern Heizkörper.

Also nur zu, gut planen und viel Spaß.

Grüße aus dem Bergischen

Stefan



Holzvergaserkessel



Hallo Salix,
die Entscheidung einen Holzkessel zu kaufen, muss sehr
gut überlegt werden.
So ein Kessel soll ja 20 bis 30 Jahre halten.
Aus diesem Grund kauften wir uns einen Drummer Holzvergaser
der Firma Lopper.
Der ist sehr massiv und lässt sich leicht reinigen.
Alternativ währe auch ein Fröhling oder ein KWB
in Frage gekommen.
Am besten vor Ort verschiedene Kesseltypen anschauen.
Aber Vorsicht !!!!! . Jeder Hausbesitzer lobt seinen
Kessel.

Viele Grüße
Hans-Peter Mast



Abstand Puffer zu Kessel



Erst einmal recht herzlichen Dank für die Rückmeldung.
Kann mir vielleicht noch jemand die Frage beantworten, wie weit Puffer und Kessel voneinander entfernt sein dürfen?

MfG Salix





so, aus dem Bauch heraus, glaube ich nicht, dass die Entfernung der Puffer vom Kessel eine große Rolle spielt. Mal abgesehen von möglichen Wärmeverlusten auf einer solch langen Strecke.
Das müsste dir aber ein Heizungsbauer sagen können.

Wir haben uns seinerzeit für einen Kessel der Firma Eder, Österreich entschieden.
Für derzeitige 200 qm einen 34 KW Kessel und 2000 l Puffer (war Auflage wegen der Förderung).
34 KW ist eigentlich zu groß (10 Kw/100 qm, glaube ich, ist die Rechnung), aber aufgrund weiterer Ausbaureserven hatten wir uns für den größeren entschieden. Anbindung an Solar ist natürlich optional bereits vorgesehen.

Hier wurde schon viel Wahres geschrieben:
1. die Anschaffung eines Holzvergasers will gut überlegt sein.
Nicht nur weil er 20 bis 30 Jahre halten soll, nein auch der Aufwand den der Betrieb eines Holzvergasers bedeutet, sollte nicht unterschätzt werden. Wenn z.B. in den 20 bis 30 Jahren familiäre oder berufliche Änderungen angesagt sind, nervt es zuweilen, sich von der Heizung "den Alltag" diktieren zu lassen. Und das tut so ein Ding! Glaubt es mir!

2. Jeder Besitzer lobt seinen Kessel:
Stimmt, tue ich auch.
Der Meine verfügt über eine Lambdaregelung und elektronische Steuerung (Puristen würden sagen: "Modernes Zeugs").
Hat aber den Vorteil, dass das "Diktat" nicht allzu heftig ausfällt.
Es gibt die Möglichkeit, den Kessel mit variabler Stundenzahl (1 bis 9 Stunden) auf "Gluterhaltung" einzustellen. Hat den Vorteil, dass man Morgens das "Knöpfsche" drückt und wenn man Abends nach Hause kommt läuft das Maschinchen und die Bude ist warm (Vorausgesetzt, man hat Morgens auch Holz reingelegt ;-).
Und bevor jemand meckert: Nein, der Schornstein versottet nicht. Mein Schorni ist immer voll des Lobes über die gute Verbrennung.

Nachteil:

Hohe Anschaffungskosten (13 Kiloeuro, inkl. neuem Schornstein, Einbau durch Fachunternehmen und Puffer) und hohe Ersatzteilpreise.
Nach fünf Jahren störungsfreiem Betrieb (finde ich schon ganz beachtenswert, immerhin ca 17000 Betriebsstunden) machen die Lager des Gebläsemotors Geräusche.
Als ich die bestellten Lager in der Hand hielt (für Insider: 6003 ZZ), mir die Rechnung anschaute (29,83 netto pro Stück)
konnte ich mir ein Kopfschütteln nicht verkneifen. So ein Lager kostet im Fachhandel 5,90 und im Internet 1,22. Habe sie auch zurückgehen lassen.

Ich hoffe, das bleibt die Ausnahme bei meiner Heizung.

Ich würde mir die hier vorgeschlagenen Fabrikate durchaus mal in aller Ruhe anschauen (sind ja alles Zufriedene Nutzer) und mir möglicherweise dann entsprechende Angebote einholen.

Grüße
Martin



Anmerkungen



Hallo,

die Entfernung von 12 Metern spielt keine Rolle. Auch größere Entfernungen sind unproblematisch; ggf. muß die Pumpenleistung erhöht werden.

20-30 Jahre Haltbarkeit bei einem Holzvergaser-Kessel sind unrealistisch. Fast immer zerstören die aggressiven Säuren den Stahl schon früher. Rechnet max. mit 10-15 Jahren. Unbedingt eine Rücklaufanhebung einbauen lassen, sonst kann schon nach 3 Jahren ein neuer Kessel fällig werden.

Einen großen Pufferspeicher vorsehen. 100 l/kW ist komfortabel.

Wärmetauscher für spätere Solarnachrüstung im Puffer vorsehen (oder Flansch für WT).

Die Kesselleistung muß ca. das 2-3 fache des nach Wärmebedarfsberechnung errechneten Wärmebedarfs abdecken. Grund: ein Holzkessel läuft nicht "rund um die Uhr" wie ein Gas-, Öl- oder Pelletkessel. Und wenn er läuft, muß er zusätzlich zur Heizung auch noch die Puffer füllen.
Die Vorschrift, Kessel nicht überzudimensionieren, gilt nicht für Holzkessel.

Grüße von einem Holzheizungs-Selbstbauer.
Georg





Danke für die vielen Rückmeldungen. Wir haben uns nun entschiedenen ein günstiges Modell zu nehmen, nachdem wir ein Referenzobjekt in der Nähe besichtigen konnten. (Betreibt seit 5 Jahren einen Vigas).
Wir nehmen bewusst die Arbeit in Kauf, die wir damit haben werden.
Solar werden wir erst mal nur vorbereiten, da uns die Wirtschaftlichkeit noch nicht überzeugt.
Grüße aus dem Saarland
salix



Zur Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen



Hallo salix,

stimmt, Solaranlagen sind sehr oft nicht wirtschaftlich, ABER:

berücksichtigt man die BAFA-Förderung für die Solarkollektoren und wählt gleichzeitig günstige Kollektoren, so sind diese fast zum Nulltarif zu haben.
Montage jetzt nicht gerechnet.

Erwirbt man Kessel und Solar gleichzeitig, sind noch mal 750.- EUR "Kombibonus" drin, mit dem man die Technik drumherum (Pumpe, Steuerung, ...) bezahlen kann.

Genaue Förderbedingungen unter www.bafa.de.

Eine Solaranlage hat bei Holzkesseln einen wesentlichen Vorteil: im Sommer entfällt das "Anheizen einmal pro Woche" für die Warmwassererzeugung. Das gelegentliche Heizen wird allgemein als kesselschädlich angesehen.

Viele Erfolg mit der Anlage
Grüße

georg