Kerndämmung mit Polyurethan



Guten Abend,

wir stehen gerade vor folgendem Problem. Wir haben ein Fachwerkhaus aus dem 18 Jhd. Das wurde in der Nachkriegszeit um einen Anbau mit zweischaligem Mauerwerk erweitert, sodass eigentlich nur noch die Innenwände Fachwerk sind.

Jetzt zu meiner Frage: Der bewohnte Teil ist mit Perliten nachträglich Kerngedämmt worden. Der Teil der von uns gerade saniert wird, ist noch ungedämmt. Wir wollten eigentlich mit einer Steinwolle o.Ä. die Luftschicht aufblasen lassen. Die Firma die heute da war, bietet eine Dämmung mit flüssigem Polyurethan an, der dann nach dem Füllen aufschäumt und jede Lücke auskleidet. Der U'Wert beträgt 0,025 W/m2*K. Zusätzlich soll das Mauerwerk dadurch statisch extrem gut stabilsiert werden. Unser Haus ist jetzt nicht abgangs gefährdet, aber einige Risse gibt es im Mauerwerk immer mal wieder, gerade durch die letzten trockenen Sommer.

Vielleicht habt Ihr ja Erfahrungen mit dieser Art von Kerndämmung. Was haltet ihr Grundsätzlich davon? Oder ist das alles zu viel des Guten, nur wegen einigen Rissen.

Ich bin über jeden Tipp dankbar.

Hier noch ein Link zu der Firma (ich hoffe das ist erlaubt)

http://www.everisol.com/produkte-und-l%C3%B6sungen/everisol-mauerwerksverfestigung/

Beste Grüße

Andre Liebermann



Das Ganze...



...wäre nicht reversibel. Danach käme nur noch ein Abriss in der Kategorie "Sondermüll" (falls sofort oder später Probleme auftreten).

Es gibt jede Menge langfristig bewährte Methoden, ein historisches Bauwerk zu sanieren und am Leben zu erhalten. Eine Kerndämmung mit PU gehört wohl nicht dazu. Besonders dann nicht, wenn die sicherlich vorhandene Festigungswirkung für Euch gar nicht wichtig ist.

Grüße

Thomas



Bitte nicht!



Das ist Sondermüll hoch Zehn.

Wenn ein Teil bereits mit Perlite gedämmt wurde, wieso nicht im System bleiben und den Rest auch mit Perlite dämmen? Auch das ausblasen mit Steinwolle solltet ihr noch einmal überlegen.

Bei den Materialien nicht nur auf Wärmedämmung im Winter achten, sondern auch auf Hitzeschutz im Sommer (die letzten Sommer waren ja sehr warm).

Gruß
Sebastian



Steinwolle...



...kann auch "absaufen", besonders dann, wenn es zu Kondensatablagerung im Zwischenraum (Risse) kommt. Dann sackt die Wolle zusammen.

Ich würde über Blähton (Maxit Clay u.s.w.) als Hohlraumschüttung nachdenken. Das Material "fließt" von allein und füllt Hohlräume gut aus. Nimmt kein Wasser auf und bringt auch noch ein wenig mehr klimatisierende Masse als Perlite mit und altert nicht.

Grüße

Thomas



Vielen Dank für die Antworten



Vielen Dank für die Antworten. Da habt Ihr natürlich recht, dass das Produkt wegen seiner irreversibilität extrem Nachteilig ist.

Das Argument, das wir mit den Perliten immer gut gefahren sind, ist natürlich richtig. Leider wird es von den Firmen nur noch selten angeboten. Und der U-Wert ist leider etwas schlechter als bei Steinwolle.

Blähton ist auch eine gute Idee, ich werde mich mal weiter Informieren.




Mauerwerk-Webinar Auszug


Zu den Webinaren