Verputzen eines Keltenhauses

17.02.2009



Hallo,
habe eine Frage.Mit was verputze ich eine Ausenwand, die mit Haselnussästen verflochten ist.
Im Nordschwarzwald ist das Klima wohl nichts für Lehmputz.
Eine große Firma habe ich bereits angeschrieben, aber die haben sich seit 3 Wochen nicht gemeldet.
Das ist vermutlich zu wage, oder es Interesiert sie nicht.
Ihr könnt mir bestimmt einen guten Rat geben.
mfg
Gerhard





Hallo Gerhard,

frag doch mal unser Forumsmitglied Udo Mühle

LehmHandWerk Udo Mühle / Jens Jannasch
LehmHandWerk
Büro: Straße der Jugend 3
02736 Oppach
Tel.: (03 5 87 2) 3 94 61; (03 59 36) 4 53 98
Fax : (03 58 72) 3 97 38; (03 59 36) 4 53 99
eMail: info@lehmhandwerk.de

Grüsse Thomas





oder:
Limestone-Kalkbaustoffe
Veronika und Mladen Klepac
Vasbühlerstr.8a
97450 Arnstein/Schwebenried
Tel.: 09728/1313
eMail: limestone@t-online.de



Die genannten...



Ansprechpartner sind vorbehaltlos zu empfehlen.

Es sollte auf alle Fälle ein reiner Kalkputz als letzte Deckschicht verwendet werden.

Wie muss man sich das Geflecht vorstellen? Hört sich an als ob es kein Fachwerk ist?
Keltenhaus hört sich spannend an. Gibt es Fotos?

Viele Grüße



Kalk aussen auch Geflecht



Hallo,
einen Kalkputzhersteller gibts im badischen Wiesloch:
Sprechen Sie dort mit Hr. Thomas Gramespacher.
http://www.hessler-kalkwerk.de/content/view/49/78/

Gruss N. Hoepfer



Keltenhaus



Solche Wände wurden mit Lehm, der Stroh, Häcksel, Schäben, Kuhdung usw. als Armierung erhielt, verstrichen und mit Lehm verputzt.
Das hielt natürlich nicht ewig.
Solche einfachen Hütten mußten ständig repariert bzw. erneuert werden.

Viele Grüße

p.s. Meinen Sie so ein Haus wie auf dem Foto?



Keltenhaus



Hier eine Innenansicht



Keltenhaus



Hallo zusammen,
es freut mich das doch einige daran Interesiert sind.
Es gibt 180 Bilder aber ich kann sie nicht reinkopieren.
Ich weiß nicht wie das geht.
Habe aber einige Bilder per E.Mail schon an Herrn Udo Mühle geschickt. Vieleicht kann er sie reinkopieren.Wäre Super. Ich danke euch für die Antworten und Adressen.
Gruß an alle
Gerhard



Keltenhaus



Hallo, habe Ihre Bilder erhalten. auf das Geflecht gehört ein Lehmschlag, den man dann, um eine bessere Witterungsbeständigkeit zu erreichen mit einem Kalkputz verputzt, oder aber den Lehm mit Leinöl behandelt. Oder eben ganz authentisch wie Georg schon beschrieben hat.
2 Dinge sind mir noch aufgefallen an den Ausfachungen. Die aussteifenden Staken sind sehr dünn bzw. auch aus Haselnuss(?) Dies wird ein Stabilitätsproblem der Ausfachungen ergeben. Das Geflecht ist außerdem zu dicht geflochten. So kann der Strohlehm nicht durchgreifen und es entsteht eine Trennungsebene. Zwischen den Ruten sollten minimum 2cm Luft sein.
Bilder können Sie einstellen wenn Sie sich (kostenlos) hier als Mitglied angemeldet haben.

P.S. : Grundsätzlich gefällt mir Euer kleines Häuschen sehr gut und auch der Fußboden mit dem Hirnholzpflaster sieht toll aus. Auf die Ausfachungen habe ich wohl berufsbedingt als Lehmbauer einen etwas kritischeren Blick geworfen...

Viele Grüße aus Nordhessen



Keltenhaus



Ich habe mir die Fotos von dem Gartenhäuschen angesehen.
Ich finde den Begriff "Keltenhaus" etwas unglücklich gewählt.
Die Kelten haben so nicht gebaut.
Stockwerksbauweisen kamen erst viel später auf.

Wie Udo schon schrieb, die Stützkonstruktion und die Auszäunung sind sehr schwach bemessen.
An den Übergängen zum Holz wird der Lehm herausbröseln.
Es besteht durch das enge Geflecht die Gefahr der Schalenbildung zwischen innen und außen.
Das kann man beheben, in dem ab und zu einige Ruten herausgezogen werden.
Die Bewegungen der unterbemessenen Konstruktion werden dadurch nicht beseitigt.
Den Lehmbewurf selber, wenn er gut zusammengesetzt ist, würde ich weder mit Kalk noch mit Öl behandeln.
Kalkputz wird sehr schnell abfallen, da sich die Wände verformen können und werden.
Wenn der Lehm durch den Dachüberstand geschützt ist (das ist hier der Fall) und Sonne bekommt, trocknet er auch wieder aus. Selbst ab und zu direkte Bewitterung verursacht nur geringe Schäden. Auf dem Foto ist ein Giebel nach vielen Jahren Bewitterung zu sehen. Die Bewehrung mit Pflanzenfasern hält die Abwitterung in Grenzen. Natürlich muß man aller paar Jahre den Putz bzw. die Oberfläche nacharbeiten.
Schwierig ist es im Spritzwasserbereich. Da ein Sockel fehlt, wird der Lehm und die nur bewaldrechteten Saumschwellen relativ schnell zerstört werden.
Wie das Dach gedeckt wird, ist noch offen. Die Dachneigung ist typisch für Grassodendächer oder Steinplattendächer. Dafür ist das Traggerüst aber viel zu schwach.
Passend wären Holzschindeln; die Unterspannbahn wird größere Einregnungen verhindern.

Viele Grüße



Keltenhaus



Beim letzten Foto, was ich von dem Garten- bzw. Keltenhaus gesehen habe, fiel mir folgender Vorschlag ein:

Die Wände einfach so lassen.
Das Dach dichtmachen.
Das ergibt eine schöne, luftige Laube für den Sommer mit geflochtenen, leichten Wänden. Sie spenden Schatten, sind licht- und Luftdurchlässig und bieten Sichtschutz.
Die viele Mühe, die beim Flechten der Wände verwandt wurde, bleibt sichtbar.
Warum nicht?

Viele Grüße



Gartenhaus ( Keltenhaus )



Hallo zusammen,
habe ein paar Bilder in meinem Profil.
Ich werden das Gartenhaus doch etwas anders gestalten als ich vorhatte.
Das Dach werde ich so mit der Folie lassen und darauf Schwartenbretter befestigen.
Die mit Haselnussäste geflochtene Gefache werde ich auch so belassen. Die Idee kam von Georg Böttcher.
Im Winter hänge ich den unteren Teil der Wände mit Folie zu, damit der Schnee nicht auf den Stirnholzboden geweht wird.Ich danke allen Forummitgliedern die mich vor vielen unsinnigen Arbeiten abgehalten und tolle Ideen gegeben haben. Vielen Dank. Gruß an alle, Gerhard.
P.S. Das Gartenhaus hat bis jetzt 50€ gekostet.
20€ Holzlos beim Förster, 20€ Rheinsand, 10€ Dachpappnägel um die Sackleine und die Folie zu befestigen.
Arbeitszeit? mindestens 25 Samstage und eine Woche Urlaub.





Hallo Gerhard,
Lehm ist nicht Schlagregenfest aber sonst ist es ein Idealer Baustoff als Isolierung und Wärmespeicher.
Nichts hält ewig, losen Lehm kratzt Du ab und rührst mit wenig Wasser zu einem Mörtel das Du wieder einbringst.
Du must eine Überdachung und Rinne anbringen um Dein Haus zu Schützen.



Keltenhaus



Hallo Jakob,

habe die Regenrinnen schon fertig. (Rundholz)
Nur die Halterungen habe ich noch nicht so im Griff, da ich die auch aus einem dickeren Rundholz sägen will.Mit dem Verputzen mit Lehm bin ich mir "doch" noch nicht so sicher,würde es aber schon gerne machen.
mfg
Gerhard



Keltenhaus



Hallo Gerhard,
Sie erstaunen mich immer wieder aufs Neue.
Da erfahren Sie, das Lehm ein "idealer Baustoff als Isolierung und Wärmespeicher" ist (was auch stimmt) und schon wollen Sie wieder verputzen.

Wofür brauchen Sie an den Wänden eigentlich Wärmedämmung und Wärmespeicherung?
Wollen Sie das Gartenhaus beheizen und im Winter nutzen?

Viele Grüße



" Keltenhaus"



Hallo Georg,
die Erklärung ist ganz einfach.Ursprünglich sollte es ja ein Keltenhaus werden und dazu gehört auch dass die Wände mit Lehm verputzt werden.Ein Haus mit Material aus der Natur.
Aber da ich schon von Anfang an Fehler gemacht habe, wie Dach zu flach, Geflächt zu eng, Holz nicht sorfältig entrindet, keinen richtigen Sockel, würde der Lehm ausgewaschen werden.Ich nutze das Häuschen nur als Gartenhaus zum feiern oder auch als Unterstellplatz im Winter für Sonnenschirme Liegen und Tische. Trotz aller Fehler die ich gemacht habe ist es mir doch noch nicht
ganz aus dem Kopf die Wände zu verputzen.
Es geht mir da nicht um eine Isolierung oder Wärmespeicherung, sondern einfach um das " Keltenhaus ".
mfg
Gerhard



Keltenhaus



Dann sollten Sie sich erst einmal damit befassen, wie "die" Kelten eigentlich gewohnt haben.
Auf dem Land oder im Oppidum?
Arm oder reich?
Im Süden oder im Norden?
Ich kann darauf auch keine schlüssige Antwort geben.
Der Typ eines einfachen keltischen Bauernhauses oder besser einer Hütte jedenfalls war aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Stockwerksbauweise, sondern als Pfostenhaus mit Firstpfosten oder mit Rahmenböcken gebaut.
Auf jeden Fall nahm man dafür größer dimensionierte Hölzer.
Und garantiert keinen Bodenbelag aus gesägten Rundholzstücken.

Viele Grüße



lesenswerter artikel



zum thema "primitivität" in sachen hausbau und wohnen der kelten:
www.univie.ac.at/keltologie/rekonstruktionen_keltischer_wohn
gibt anlaß zum überdenken der allgemein verbreiteten vorstellungen.
gruß, carmen