Kalkputz auf Dispersionsfarbe ... ?! Bitte um Tipps ..

14.01.2011



Hallo Leute,

wir haben zwar kein Fachwerkhaus, aber ich hoffe ich bekommen trotzdem einen hilfreichen Tipp.

Es handelt sich um unseren Neubaukeller (BJ2007, WU-Beton, 8 cm XPS Dämmung) der innen lediglich mit einer hochwertigen Dispersionsfarbe (Sd-Wert > 1) gestrichen wurde. Im Sommer haben wir Probleme mit Kondensat = Schimmelbildung. Mittlerweile bin ich bezüglich „richtig lüften“ bestens vertraut und wir setzen bei Bedarf auch Luftentfeuchter ein. Dennoch bin ich mit dem Raumklima an sich nicht glücklich. Da die sehr gut haftende Dispersionsfarbe nur äußerst schwer zu entfernen wäre habe ich folgende Idee. Auftrag von Gekkosol Feinkorn auf die Dispersionsfarbe als Haftbrücke für einen Auftrag entweder mit Kalkhaftputz (ca 3-5 mm) oder eventuell Kalkstreichputz (Kreidezeit). Anschließend noch ausmalen mit Sumpfkalkfarbe.

Ist der Aufbau so möglich bzw. ratsam oder muss die Dispersionsfarbe unbedingt vorher runter (Diffussion, Schimmelproblem, Haftung an der Wand etc) ? Ich wäre für Tipps, Anregungen und Ideen wirklich sehr dankbar.

Vielen Dank !
lg



sorry,



ich wollte schreiben SD-Wert < 1 !



Kellerwandputz



Die paar mm Oberputz werden nichts bringen.
Im Sommer kann es nun mal bei Fensterlüftung zu massivem Kondensatausfall kommen.
Wie sieht eigentlich der Fußbodenaufbau aus?
Wie nutzen Sie den Keller?

Viele Grüße



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Bodenaufbau:
30 cm Rollierung
PE Folie
Stahlbetonplatte 25 cm
8 cm Thermotec-Schüttung
Pur-Dämmplatte 3 cm
PE Folie
6,5 cm Estrich und FBH
Fliesen



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Nutzung des Kellers als Hobbyraum, Lagerraum …



Kellerwandputz



Bei Nutzung als Lager- und Hobbyraum dürfte sich der Feuchteeintrag in Grenzen halten, wenn man im Sommer nur gezielt lüftet (bei kühleren Außentemperaturen).
Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, das hier Kondensatbildung, Schimmel und hohe Luftfeuchte auftreten.
Betreffs des Fubo- Aufbaues besteht die Gefahr, das Kondensat an der undurchlässigen Wandoberfläche nach unten über die Randfuge des Estrichs in bzw. unter die Dämmung läuft.
Dann gibt es noch eine weitere Möglichkeit:
Die Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und aufgehender Kellerwand ist undicht.
Wasser sickert unter die Dämmung und verdunstet; das schafft eine hohe Luftfeuchte.
Die Leckstellen können übrigens auch in Nachbarräumen liegen.
Ich habe vor ein paar Jahren die Sanierung so eines Falles konzipiert und betreut, auch hier gab es als Ausgangssituation hohe Luftfeuchte und ein dumpfes, muffiges Raumklima, aber sonst keine Feuchtespuren.
Ausschließen kann man das Eindiffundieren von Wasserdampf durch den WU- Beton. Diese allgemein verbreitete Theorie über die Wirkung von WUbeton ist mittlerweile hinreichend widerlegt. Dampfdiffusion durch den Beton spielt keine Rolle.
Ob so ein Fall (undichte weiße Wanne) vorliegt kann man durch Aufbohren des Fußbodenaufbaues feststellen (langen Betonbohrer mit kleinem Durchmesser verwenden und bis auf die Bodenplatte bohren). Schon das geförderte Bohrklein lässt Rückschlüsse auf Wassereintritt zu. Ich habe einen Holzstab genommen und ihn ins Bohrloch bis auf den Grund gesteckt. Nach einer Minute sieht man, ob das Ende feucht geworden ist oder nicht.
Eine andere Methode ist ein Datenlogger für Raumklima. Das Gerät misst über einen längeren Zeitraum Temperatur und Luftfeuchte und speichert sie. Die Angaben sind sehr präzise. Man kann jedes Betreten des Raumes feststellen, wenn man die Daten ausliest.
Man lüftet den Raum gründlich durch, schließt das Fenster und die Tür und wartet ein paar Tage. Wenn die Luftfeuchte kontinuierlich ansteigt, gibt es wahrscheinlich ein Leck.

Ich schlage Ihnen deshalb vor die Wand erst einmal so zu belassen und nach der Ursache der hohen Luftfeuchte zu forschen.

Viele Grüße



danke



für die ausführliche Antwort. Mittlerweile habe ich schon 3 Experten im Keller gehabt. Eine Undichtheit im Keller (Boden) ist praktisch auszuschließen. Da wir das Problem nur in den schwülen Sommermonaten haben und aufgrund der offenen Bauweise warme Luft relativ leicht in den Keller gelangen kann, handelt es sich zu 99 % um Kondenswasserbildung an den kühlen Außenwänden. Wie gesagt haben wir das Problem aufgrund von kontrolliertem Lüften und Luftenfeuchter gut im Griff. Der Belag mit Gekkosol und Kalkputz/Farbe soll als Zusatzmaßnahme helfen einer Schimmelbildung vorzubeugen bzw. das Raumklima etwas zu verbessern. Ich bitte daher ausschließlich um Infos ob man das so lösen kann/sollte wie ich anfangs gefragt habe. Alternativmöglichkeiten dazu sind auch erwünscht.

Lieben Dank !
lg



Kellerwandputz



Wie ich bereits geschrieben habe, das wird gegen Schimmel nicht viel nützen. Die paar mm Kalkputz sind in wenigen Tagen durchcarbonatisiert, die Feuchtepufferung ist sehr gering. Schimmel wächst auf der rauhen Oberfläche, genauer gesagt auf dem Staub der sich dort ablagert, wahrscheinlich besser als auf dem jetzigen Untergrund.
Es gibt mehrere Anbieter von Antischimmelfarben und -Putzen in Deutschland z.B. Remmers. Allerdings ist die Wirkung auch zeitlich begrenzt.
Wenn Sie den Zustrom warmer Innenluft in den Keller nicht unterbinden können (oder wollen?)dann gäbe es noch eine Möglichkeit.
Das wäre der Einbau einer Innendämmung. Damit kann ich die Bauteilinnentemperatur anheben. Das ist aber teuer. Hier sollte man Aufwand und Nutzen miteinander vergleichen.
Ab und an mal die Wand abwischen ist sicher billiger; es geht hier ja nicht um Räume mit hochwertiger Nutzung.

Viele Grüße

p.s. Wie haben denn die drei Gutachter festgestellt, das auf dem Rohfußboden kein Wasser steht?