Kellerwand im Sockelbereich leck - gleich Drainage?

28.01.2015



Hallo,

wir haben vor etwas über einem Jahr ein Haus von 1913 gekauft, das an einem Hang liegt. Wir wussten vor dem Kauf, dass der Keller feucht ist. Unser Baugutachter riet uns damals nur dringend dazu, den Putz von den Wänden zu entfernen, was wir weitgehend erledigt haben. Nun sickert aber seit kurz vor Weihnachten an einer Wand Wasser in den Keller, was selbst bei den sintflutartigen Regenfällen im Sommer nicht der Fall war. Allerdings regnet es hier nun auch schon wieder seit etwa zwei Monaten fast täglich. Nach Abtauen von kurzzeitigem Schneefall am Wochenende konnten wir ganz deutlich sehen, dass das Wasser an mindestens einer Stelle durch die Wand rinnt. Es handelt sich um eine talseitige Wand. Hier bildet sich ein nasser Fleck, nach dem Schmelzwasser schon fast eine Pfütze, allerdings millimeterhoch. Man könnte also nicht darin waten.

Wegen eines anderen Feuchteproblems (Wärmebrücke) hatten wir kurz nach Neujahr einen Gutachter im Haus, den ich diese Stelle auch einmal gezeigt habe. Er konnte natürlich nicht aus dem Stegreif sagen, woher das Wasser kommt, meinte jedoch, so etwas könne in einem Altbaukeller durchaus einmal nach langem Regen vorkommen. Inzwischen habe ich jedoch mit eigenen Augen gesehen, dass das Wasser tatsächlich durch die Wand sickert. Nun mache ich mir doch Sorgen, dass das Mauerwerk Schaden nimmt.

Bisher hat sich unser Keller eigentlich tapfer geschlagen und blieb im Gegensatz zu dem unserer Nachbarn auch bei Starkregen trocken (bzw. "normal feucht").

Ich bin leider Laie, versuche aber, ein paar Randdaten aufzulisten:

- die Kellerwände sind nur im Sockelbereich unter der Erde
- an der betroffenen Stelle befinden sich Bruchsteine (jedenfalls etwas Felsartiges, keine Ziegel), Ziegel folgen weiter oben
- es gibt zumindest an den Innenwänden teilweise eine sichtbare Horizontalsperre (Alter unbekannt)
- im ebenfalls talseitigen Nachbarkeller befindet sich ein nicht mehr genutzter Pumpensumpf
- irgendwo wahrscheinlich höher am Hang befindet sich eine Quelle
- der eine Nachbar in Richtung Tal hat eine dauerhaft installierte Pumpe, das höher gelegene Nachbarhaus wurde drainagiert

Ich bin mir recht sicher, dass das Wasser an mindestens 2 Stellen etwa 5cm über dem Boden aus der Wand rinnt. Alle übrigen Kellerräume sind ohne solche Schäden.

Ich frage mich nun, ob ich wegen dieser wenigen, wahrscheinlich lokal begrenzten Schadstellen nun die ganze Wand Freilegen muss. Oder kann man hier mit Kunstharz verpressen? Oder kann man abwarten, ob das Problem bei sinkenden Grundwasserspiegel vielleicht wieder verschwindet?

Über Ratschläge würde ich mich freuen.

Mit besten Grüßen,
Elva



Kellerwand naß



Ich würde erst einmal nur die leckende Stelle der Kellerwand etwas tiefer stemmen, gut säubern und dann mit Zementmörtel wieder zuputzen.Evt mit Schnellzement wenns nur eine kleine Stelle ist, die sehr stark leckt.
Es wird sich um eine Stampfbetonwand handeln, die durchaus an einigen Stellen-gerade im Sockelbereich, Wasser durchlasssen kann.
Teilweise sind die sehr porös, wenn nicht gut gestampft wurde.

Wenn Abdichten nicht gerade ganz dünnflüssige Materialien nehmen, da die in Hohlräumen unkontrolliert verschwinden können.Besser solche in cremiger Konsistenz aus der Kartusche- kann man auch selber machen, wenn sichs um einfache Fälle handelt.

Wenn sich die Situation dadurch nicht bessert kann später immer noch eine andere Lösung überlegt werden.

Ist so aber erst einmal preisgünstiger und scheint ja auch nur ein temporäres Problem zu sein.
Gerne nachfragen-emailadresse ist angegeben
Andreas Teich



Danke



Hallo Herr Teich,

vielen Dank für den Tip, das hat mir sehr geholfen!

Mit freundlichen Grüßen,
Elva



Ursache gefunden...



Vielen Dank auch für diese Einschätzung!

Im Moment sieht es so aus, als hätten wir die Ursache gefunden, nämlich ein verstopftes Abwasserrohr und ein übergelaufener Kanalzutritt. Vielleicht kommen wir so weiter.

Mit freundlichen Grüßen,
Elva