Kellerwände

12.11.2015 Bikermaik



Hallo, ich habe ein ca. 100 Jahre altes Haus. Der Keller befindet sich im Erdreich und ist teils aus Bruchstein, Sandstein und Ziegeln gemauert. Die Stärke beträgt ca. 60cm. Der Vorbesitzer, ich habe das Haus vor ca. 3 Jahren gekauft, hat alle Wände Verputzen lassen. Der Putz der Außenwände ist schwarz von Schimmel und Salpeter ist auch überall. Ich beginne nun Raum für Raum den Putz abzuhacken. Nach der Festigkeit zu urteilen ist es Zementputz. Zwei Räume hatte ich im letzten Jahr fertiggestellt und nun austrocknen lassen. Vom Geruch her ist es schon viel besser geworden. Das nackte Mauerwerk mit Fugen und teilweise Sandstein. Ich will das Mauerwerk nun mit irgendwas streichen, dass es nicht mehr so krümelt. Die einen sagen Isoliersalz, ich hatte eine Dichtschlämme von mem gefunden. Auf jeden Fall soll es atmungsaktiv bleiben. Ich habe außerdem begonnen, das Fundament außen mit Noppenbahn abzudichten. Was kann man raten, ich will es auf jeden Fall selber machen können. Vielen Dank



Kellerabdichtung



Die Feuchtequellen erst einmal abzustellen ist richtig. Ob eine fehlende senkrechte Abdichtung die Ursache ist sollte vorher geprüft werden. Ich hoffe das haben Sie getan.
Eine Noppenbahn hat nichts vor einer Kellerwand zu suchen. Sie ist selber als Abdichtung nicht geeignet und kann als Schutzschicht eine neue Abdichtung zerstören statt sie zu schützen.
Wenn eine senkrechte Abdichtung erforderlich sein sollte dann gibt es Regeln nach denen sie aufzubauen ist. Die sollte man kennen sonst ist die Arbeit bestenfalls umsonst gewesen, oft kontraproduktiv. Der Keller wird dann nasser sein wie vorher.
Nach Abstellung des Feuchtenachschubes kann man sich um die Wandflächen kümmern. Da die Austrocknung einer feuchten Kellerwand manchmal Jahre dauern kann sollte man entweder ein Sanierputzsystem oder einen Opferputz mit Entfeuchtungsfunktion aufbringen. Der letzte ist billiger und einfacher zu handhaben. Einfach einen Pinselputz aus PI (Kalkputz CS I) aufbringen und frescal streichen. Falls er oder Teile davon durch Salzdruck von der Wand fliegen kann man das einfach und schnell nachbessern. Nach Einstellung der neuen, stabilen Gleichgewichtsfeuchte kann dann über einen Neuverputz (falls erforderlich) nachgedacht werden.
Falls eine Außenabdichtung nicht möglich oder zu aufwändig ist besteht noch die Möglichkeit einer Innenabdichtung. Dafür müssen aber einige Randbedingungen vorhanden sein.



Warum den Verputz abschlagen?



Dieser noch dazu Zementputz ist doch sehr gut geeignet um das I-Bausystem aufzubringen.
Dadurch bleibt zwar die Wand feucht aber der Raum kann auch hochwertig genutzt werden. Wenn beheizt werden soll kann auch eine Wärmedämmung darunter aufgebracht werden.