Kellerwände feucht bis Horizontalsperre .....Ursachenforschung/Maßnahmen

28.10.2020 Thommes

Kellerwände feucht bis Horizontalsperre .....Ursachenforschung/Maßnahmen

Hallo Leute,

mein Name ist Thomas 39 Jahre alt. Ich habe kürzlich bei uns im Ort ein Haus samt Scheune erworben und habe mit der Sanierung / Entkernung begonnen.
Man vermutet das das Haus um 45 erbaut wurde. Es existieren weder Pläne noch Zeitzeugen die mir Klarheit geben können....fakt ist das es eine Kernsanierung wird...ALLES muss neu ....

Das ist mir mindestens für die nächsten 5Jahre Arbeit gekauft habe ist mir bewusst......

Der Keller steckt zu 1/3 im Erdreich und ist soweit Trocken ....also kein stehendes oder fließendes Wasser....
Die Wände sind ursprünglich mit einer art Kalkputz verputzt...viel Sand..wenig Kalk...danach scheinbar immer mal alles darübergeschmiert was im Baumarkt verfügbar war.
Ich habe mal ein paar Wände von allem befreit was drauf war... darunter kam Sandstein zum Vorschein.
die Horizontalsperre ( eine art Bitumenanstrich, keine Richtige Dachpappe ) ist ca. auf Höhe Grasnarbe eingebaut.

Man sieht deutlich das der Sandstein bis zur Horizontalsperre feucht ist...auch die Innenwände !!

Ich vermute mal das nachträglich irgendwann der Betonboden (ca. 5cm Dick) eingebaut wurde.

Geplant ist, das der Keller mit Solubel Luftkalkmörtel SP50 Verputz wird.
Nun bin ich etwas am grübeln wo das mit der intensiven Feuchte unter der Horizontalsperre herkommt.

Der Keller ist sicherlich von Außen in keinster weise abgedichtet....
Die geteerte Einfahrt geht bis ans Haus....was sicherlich auch nicht Optimal ist...soll aber 2021 entfernt und gepflastert werden...Kopfstein...

Auf dem Gelände wurde ganz früher mal Lehm abgebaut und Ziegelsteine hergestellt...also Erdreich= Lehm
Die Fugen des Kellers wurden Außen leider mit Zementmörtel zugeschmiert...

Die Jauchegrube zwischen Haus und Scheune ist so gut wie leer...das Regenwasser wurde von mir ausgepumpt.
Die Grube wird demnächst zerstört und zugeschüttet.....vorher noch durch eine Fachfirma komplett entleert,
Die Wände der Grube sind mit Sandstein gemauert und alles in allem in schlechtem Zustand.

Hinter dem Objekt beginnt ein nicht unerheblicher Hang.....siehe Bilder....

ich hatte bereits ein Paar "Fachleute" da jeder behauptet natürlich was anderes...

Gibt es noch andere Denkanstöße zu der Feuchtigkeit unter der Horizontalsperre ?

Nächstes Jahr muss rund ums Haus das Erdreich geöffnet werden...Die Entwässerung der Scheune und des Hauses ist alles andere als Optimal.....Die Rohrführung ist teilweise echt zum Kopfschütteln.
Zudem wird eine Heizungsleitung vom Haus zur Scheune geführt um ein meine zukünftige Werkstatt etwas zu heizen.

Ob nun drückendes Wasser vom Hang kommt kann ich nicht beurteilen...
vorstellen könnte ich mir das schon.
Wenn ich 2021 mit den Bagger anrücke wollte ich zumindest mal an der Hauswand eine 3lagige Noppenbahn anbringen...und 40cm Kies.

ob eine Drainage von Nöten ist muss ein Fachmann beurteilen....


Gruß Thomas



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hier noch ein Paar Bilder



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noch ein Bild



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Feuchtesituation



wie ist die Feuchtesituation in der Scheune, sind da auch Teile in den Hang gebaut und Wände feucht. Warum wollte ihr die Kellerwände verputzen, ich würde die vorerst sichtig lassen, bevor nicht klar ist, wie sich die Sache verhält, die sehen ja nicht schlecht aus, vielleicht sogar sichtig lassen und nach und nach verfugen, ist auch eine schöne Aufgabe für größere Kinder. Wieviel Meter Hang hinter der Scheune gehören noch zu Eurem Grundstück?



wand



hi,

das Grundstück geht bis zur Strasse hoch.
Dort wo die Bäume stehen verläuft eine Strasse und das Wohngebiet geht weiter.
in der Scheune sind die Wände noch nicht offen...aber dort gibts zumindest auch kein stehendes Wasser in den Räumlichkeiten/ Stallungen....
Ich konzentriere mich erstmal auf das Wohnhaus....Scheune steht an wenn ich zwischendrin mal etwas Luft habe.
ich möchte den Keller verputzen weil mir das ehrlich gesagt nicht gefällt mit dem offenen Mauerwerk.
nach dem Verputzen soll noch mit Sumpfkalkfarbe gestrichen werden.

das Mauerwerk steht im keller nun seit 2 Monaten offen....und an der Feuchten Steinschicht hat sich schon einiges an kristallen gebildet.

gruß
Thomas



Kondensat



Könnte Kondensat sein, welches durch Lüften des Kellers im Sommer entsteht.



Scheunenfrage



die zielte darauf ab, ob es sich um drückendes Wasser vom Hang her handeln könnte, da wäre in der Scheune, die ja oberhalb steht auch Feuchte zu beobachten.
Freilich kannst du das Mauerwerk verputzen, war nur so eine Idee, auch bezüglich der Ausbauprioritäten. Die Kondensatvermutung hatte ich auch schon, da paßte für mich nur die Feuchte in den Zwischenwänden nicht ins Bild. Wenn ich Kristalle lese, fällt mir sofort eine Salzbelastung ein.



salzbelastung


salzbelastung

ist sicherlich vorhanden...zumindest sieht man das schon an anderen Wänden.
die Jauchegrube ist direkt zwischen haus und Scheune...
da wird einige an Nitratbelastung im Erdreich sein.

der Vorbesitzer hatte die Kellerfenster das ganze Jahr über offen...und hatte keinerlei Sorgfalt im Keller bzw auf dem ganzen Anwesen walten lassen.
dem war auf gut deutsch gesagt alles egal.



wenn es geregnet hat ....



drückt es Feuchtigkeit durch den Betonboden.
es sind dunkle flecken zu sehen, immer an den gleichen stellen.
der Betonboden ist nicht sonderlich dick...schätze mal so 5-7cm

??bin etwas ratlos wie ich nun handeln sollte...

die feuchten Wände sind immer da...egal ob es geregnet hat oder nicht.
der Feuchtegrad ändert sich nicht wirklich.
zumindest ist kein unterschied zu sehen.

die Regen-Entwässerung des Grundstückes ist sehr bescheiden...
das gesamte Wasser von haus und Scheune (gesamt 350qm Dachfläche)wird UNTER dem Haus zum Kanal geführt.
ich habe eine Video-Kanalbefahrung machen lassen , aber keine defekten Rohre entdeckt.

Im Januar gibts ein neues Dach und da wird die Regenwasserthematik geändert.
dann wird sich zeigen ob es daher rührt.

gruß
thomas



ehrlicher Tip



Abwarten und erstmal nur das Offensichtliche machen.

Der Zustand derzeit wäre mir für eine Prognose zu unsicher. Da der Vorbesitzer so ziemlich alles falsch gemacht hat, kommt eine Unmenge an Ursachen in Betracht. Bevor die Grube weg, die Regenentwässerung instand gesetzt, die Lüftung sinnvoll gestaltet wurde UND zwei Jahre ins Land gegangen sind, bekommst Du kein klares "Lagebild".

Mit der Lüftung solltest Du sofort beginnen. Mit etwas Glück haben wir einen trockenen, kalten Winter und Du bekommst oberflächig genug Trockenheit, um die Stellen zu identifizieren, an denen Du echte Probleme haben könntest. Allerdings ist hier Geduld gefragt: Du kämpfst mit etwas trockener, aber kalter Luft gegen Tonnen feuchten, kalten Steins. Es kann also sein, dass Du zunächst kaum Veränderungen siehst - außer wachsenden Ausblühungen (normal!).

Verputzen würde ich auf absehbare Zeit sein lassen. Das bringt Feuchtigkeit ein und erschwert die Diagnose, wo Du echte Probleme hast. Im schlimmsten Fall kommt zudem aus Untergrund und/oder Wand derart viel Feuchte nach, dass der Luftkalkmörtel nicht abbindet.

Beste Grüße und maximale Erfolge!