Kellersanierung Kalkmörtel &Kalkuputz oder Kalk-zement SM 700Pro?




Unser Haus ist von 1910,außen massiv, innen Fachwerkwände, wir wohnen seit 20 Jahren drin und haben alles bis auf den Keller saniert. Jetzt ist aber soweit: Wir wollen jetzt auch unseren Keller sanieren.Der Boden ist gestampft ohne platte; Kelleraußenwände sind aus schwarzen Basaltlava - Krotzen, Keller-innenwände aus Backstein, Decke preussische Kappe( T Träger mit backsteingewölbe).Alles war mal verputzt und/oder gestrichen, vermutlich mit Kalkputz und kalk, bröckelt jetzt aber langsam aber sicher stellenweise ab. Die Fugen sind auch am bröckeln-so im Gestein, wie im Backstein, so das alles nach Säuberung stabilisiert werden muss.Keller hat gewisse Feuchte, ist aber nicht nass.Es soll weiter als Keller genutzt werden, für Einmachgäser, Wein, Kartoffel, im Winter pflanzenüberwinterung etc. Kein Partykeller oder Büro....

Wir haben vor den Boden bis ca 10 cm rauszuheben/ stellenweise weniger da der Boden sehr uneben ist/ einebnen.Darauf Folie, darauf Kies und Gehwegplatten oder Betonpflaster knirsch verlegen. Welche Folie nimmt man da am besten? Nur Geotextil oder abdichtend ? Hinweise auf konkrete produktnamen wären hilfreich...

Die Wände Säubern und dann stabilisieren. Der Freund, der helfen wird, hat vorgeschlagen Grundierung und darauf den SM 700 Pro- Putz (Kalk-Zement Bindemittel), den auch für die teilweise deffekten Fugen verwenden.Sein alternativ Vorschlag ist einen Sanierputz popo vom Knauf.weiterer Vorschlag :Sopro RAM, aber der ist doch ganz auf Zementbasis-ist das bei alten kalkputz/anstrich überhaupt verträglich?



Ich habe davon keine Ahnung-habe bloß hier im Forum und bei Herrn Böttcher Homepage bisschen mitgelesen, dass man besser nur Kalkmörtel nimmt und PI Pinselputz + frescal Kalkanstrich. Insbesondere hinweise von Herrn Georg Böttcher klangen für mich sehr überzeugend.Bis dato hatte ich tatsächlich gedacht, dass durch Folie auf dem Boden die Wände ev die Feuchtigkeit vermehrt aufnehmen könnten.. :)Danke für die "Erleuchtung"

Kann mir jemand hier einen Tipp geben, was man da am besten macht und welchen Putz/Mörtel nehmen soll.ist der SM 700 Pro dafür geeignet? oder muss ich damit rechnen, dass da zu Ettringitbildung kommen kann? Was nimmt man zur Fugenausbesserung?

Fensterlöcher haben bloß Gitter davor. Soll man sie lieber schließen (wg Kondenswasser)und nur gezielt im Winter und bei kaltem Wetter lüften?Wo bekommt man solche Fenster-Sondermaße?



und:kennt jemand eine fachkündige Firma im Raum Koblenz, die man wenn alle Stricke und Weißheiten reißen für diesen Fall ggf einschalten könnte?



vielen Dank im voraus.
Jolanta



Kellerputz



Fragen Sie bei den Baumärkten und Baustoffhändlern in der Umgebung nach Putz- und Mauermörtel, NM 2 bzw. PII CS II.
Damit kann der Putz an Decke und Wand ausgebessert/erneuert werden. Pinselputz genügt, damit kriegt man Übergänge gut hin und falls in ein paar Jahren etwas abfallen sollte ist es schnell repariert.
Keinen Sanierputz, der ist teuer und unnötig.
Den fertigen Putz nach dem Antrocknen mit Kalkschlämpe Streichen (al fresco). Kalkschlämpe ist Weißkalkhydrat CL90 (gibt es als Sackware im Baumarkt) mit Wasser aufgerührt.
Die einfachste Variante für den Fußboden: insgesamt ca. 5 cm ausheben dabei die gröbsten Unebenheiten mit der Schaufel abschälen, in die Vertiefungenn füllen, festtreten. Auf die Fläche 5-8 cm Estrichbeton 0-8 erdfeucht eben und geglättet zwischen Lehren einbauen. Nach dem Aushärten entweder mit Betonfarbe streichen oder lose einen billigen PVC- Belag aus der Resteecke vom Baumarkt drauflegen. Der läßt sich bequem fegen und wischen. Wenn Sie es vornehm haben wollen: Fliesen.



Zementmörtel auf kalkhaltige Farb/Putzreste?



Herr Böttcher, vielen lieben Dank für Ihre schnelle Antwort.
Mangels fundierte Bauphysikkenntnisse muss ich aber doch noch mal nachhacken, nicht dass ich da was falsch verstehe:
Ist denn PII CSII auch nicht zementär? Schadet das nicht?Das Mauerwerk inclusive Sockel sind von Außen wärmegedämmt mit Styropor , darauf Basaltlavariemchen. wenn ich von Innen die Steine der Außenwände, auf den Kalkfarbe und kalkputzreste dran sind, mit Zementmörtel zuschmiere, kann die Feuchtigkeit, die in den alten Wänden steckt und sonst in den Keller entweicht nicht dann erst recht nach oben in die nächste Etage hochwandern?Und dann steht es im Merkblatt, dass es nichtzulässig als Mauermörtel für Gewölbe und bewehrtes Mauerwerk ist-das heißt wohl für die Decke nicht? und nicht geeignet für wärmedämmendes Mauerwerk-verträgt sich das denn mit den von außen gedämmten Steinen?
Ob da wirklich Pinselputz allein reicht, weiss ich auch nicht. Da gibt ganz wenig Stellen, wo der Putz noch einigermassen fest ist. Ich mach gleich paar Fotos rein um den Zustand Der Kellerräume /des Putzes etwas besser zu verdeutlichen... Der Putz komm stellenweise mit bloßem Finger runter, auch manche Fugen an den Innenwänden sind ganz verweicht und lassen sich mit dem Finger ausräumen. An den Fensternischen sind die Steine gar etwas locker-da kam wohl hin und wieder etwas Regenwasser durch die Kellerlöcher. Nach meinem rein laienhaftem Gefühl, müssten dort die Fugen doch etwas sorgfältiger behandelt werden-der Pinselputz fließt dort einfach runter, oder nicht?
Das mit dem Estrich ist an sich guter Vorschlag. Ich weiss nicht wirklich wie bei uns der Grundwasserspiegel ist-kann da etwas passieren, wenn das Grundwasser doch etwas zu viel Druck von unten machen würde?Wären da nicht die Wände doch dadurch mehr Feuchtigkeit gefährdet? Der Keller ist nicht naß, aber richtig trocken ist der auch nicht-klamm eben...Bei Pflaster oder Platten denkt man, da könnte ev. noch im Notfall etwas zwischen den Fugen raus ;) Ist das wieder mal so ein Milchmädchen-Denkfehler?Von Horizontalsperre ist da keine Spur.



Keller sanieren



Lose Putz- und Farbreste in jedem Fall vollständig entfernen.

Bei feuchtem Untergrund müßte zumindest hydraulischer Kalkmörtel verwendet werden, da reiner Kalkmörtel nicht aushärten kann.
Fugen gut auskratzen, säubern und verfugen- bei schmalen Fugen erdfeucht wie bei Klinkermauerwerk (siehe div youtube-videos)
Gößere Fehlstellen würde ich mit Mörtel auswerfen.

Oberfläche dann je nach optischen Anforderungen behandeln.

Bei drückendem Wasser von unten entweder eine stabile gut mit den Wänden verankerte, armierte Betonplatte gießen oder einen durchlässigen Bodenbelag installieren wie von dir schon vorgeschlagen.
Estriche und dünne Betonplatten könnten aufschwimmen und brechen.

Geotextil ist total wasserdurchlässig und nur als Trennschicht zur Verhinderung der Durchmischung verschiedener Bodenschichten bzw Kies/Sand mit Erdboden sinnvoll oder als reine Schutzschicht.

Wenn kein drückendes Wasser vorliegt und gegen Bodenfeuchtigkeit abgedichtet werden soll wäre eine Möglichkeit:
Boden planieren, ggf mit Handstampfer/Holzbalken verdichten,
Brechsand einige cm hoch verteilen und genau nivellieren,d.h. über Latten/Rohre
darauf zB Geotextil o.a.Schutzvlies
darauf EPDM-Folie zur Abdichtung,
am Rand bis Oberkante Belag hochziehen
darauf wiederum Geotextil als Schutzvlies
darauf deine Betonplatten verlegen.

Wenn Dämmung kann diese unter die Betonplatten gelegt werden,dann ggf das oberste Schutzvlies weglassen.

Diese Abdichtung läßt auf jeden Fall keine Feuchtigkeit mehr durch den Boden durch und kann jederzeit wieder schadensfrei aufgenommen werden.
Die Wände werden durch die Bodenabdichtung nicht stärker mit Bodenfeuchtigkeit belastet.

Wenn es von der Wärmedämmung her egal ist würde ich den Keller immer möglichst gut durchlüften- ansonsten nur bei kühlerer Witterung, um Kondensfeuchte an den Wänden zu vermeiden.
Dies kann ggf durch automatische feuchte-/temperaturgesteuerte Ventilatorlüftung erfolgen.

Andreas Teich



keller sanieren



heute nur kurz :vielen dank für die ausführliche Antwort, Andreas Teich.Werde morgen alles detailliert verdauen. Gute Nacht .)



Keller sanieren



1. Kalkzementmörtel ist kein Zementmörtel
2. Bei der Diffusionsfähigkeit gibt es bei Pinselputz praktisch keine Unterschiede, egal ob Kalk- oder Kalkzementputz
3. Das alter, mit Salz belasteter oder morscher Putz und Farbe runter muß das hatte ich als Wissensstand vorausgesetzt
4. Pinselputz genügt für einen einfachen Keller
5. Das Kellerfenster sollte inklusive Fensterbrett erneuert werden, anscheinend fehlt auch ein Lichtschacht.
6. Pinselputz fließt nicht einfach runter. In meinem Keller hängt es sogar an der Decke und fließt nicht runter.
7. Wieso zum Teufel erzählen Sie jetzt plötzlich was von steigendem Grundwasser? Wann in den letzten 100 Jahren ist das in Ihrem Keller passiert?
Ich gehe davon aus das dies nicht passiert ist, ebenso das Meteoriten auf den Keller gefallen sind oder ein Erdbeben auftrat. Deshalb ist es müßig sich über solche ungelegten Eier zu ereifern.
Zur praktischen Seite:
Ihren Ausführungen zufolge haben Sie keine Ahnung vom Putzen. Deshalb sollten Sie das lieber einem Fachmann überlassen; als Laie sollte man seine Grenzen kennen. Das ist nichts Schlimmes. Ich bringe mein Auto auch in die Werkstatt statt selber dran rumzubasteln.

Zur Ausgangsfrage, Materialwahl:
Anscheinend kennen Sie nicht den Unterschied zwischen einem PRODUKT und einer Marke oder einem Handelsnahmen.
Ich habe Ihnen die genormten Bezeichnungen für das Material genannt, damit sind die Eigenschaften die das Material für Ihren Keller haben muß definiert. Das sind beim Putz die Festigkeit und die Art des Bindemittels.
Es ist völlig egal ob das Material von der Edgar Gewinnsucht GmbH kommt oder der Name auf der Tüte schön mediterran klingt, es geht um die Eigenschaften und nicht um irgendwelche Produktnamen und Werbegedöns.
Gut finde ich das Sie in Anwendungsrichtlinien von irgendeinem Mauermörtel geschaut haben aber:
Wollen Sie ein Gewölbe mauern?
Oder bewehrtes Mauerwerk herstellen?
Da wir schon mal beim Thema sind:
Wenn Sie mal in das technische Merkblatt des von Ihnen angebenen Mörtels hineingeschaut hätten wäre Ihnen aufgefallen das der wohl nicht die beste Wahl ist.
Das können Sie hiermit nachholen:

https://www.knauf.de/profi/sortiment/produkte/sm700-pro.html#showtab-tab_182_4

Ich interpretiere für Sie das Wichtigste:
Das ist ein faserarmierter, hydrophob eingestellter, kunststoffmodifizierter Klebe- und Armierungsmörtel für Wärmedämmverbundsysteme an Außenfassaden.

Um Ihnen die Sache weiter zu vereinfachen hier ein Produkt das ich meine:
http://www.obi.de/decom/product/Putz_und_Mauermoertel_40_kg/3761186
p.s. Ich habe mir gerade das letzte Foto angeschaut. Das ist ein ehemaliger Kohlen- oder Kartoffelkeller. Unter der festgetretenen Erde/Kohlenstaub liegt wahrscheinlich ein Ziegel- Flachschichtpflaster. Das Foto von der Kellertreppe deutet auf einen defekten oder fehlerhaft ausgeführten Sockelputz hin. Der befindet sich außen und sollte unbedingt erneuert werden.
Was ich in meinem ersten Beitrag vergessen habe:
Das Mineral Ettringit bildet sich immer in einer bestimmten Phase des Abbindeprozesses bei den meisten Zementsorten.
Das liegt daran das dem Zement Calciumsulfat in geringen Mengen zugesetzt wird.
Auf die Eigenschaften eines Kalkzementputzes hat das Ettringit keinen Einfluß.
Probleme kann es geben wenn Zementputze auf Gipsuntergründe aufgetragen werden oder junger Beton oder Zementputz mit Gipsspachtel in Kontakt kommt.
Das auf dem Foto ist Pinselputz, mit Kalkkaseinfarbe gestrichen.



Kellersanierung für Dummis



Herr Bötcher, vielen lieben Dank für Ihre sehr detaillierte, ausführliche und fachliche Zuversicht verströmmende-wenn auch stellenweise ziemlich temperamentvolle- Antwort...Sie haben gutes und fundiertes Fachwissen in Ihrer Branche und nicht nötig die jenigen die in Ihrem Wissensgebiet recht wenig wissen und GERADE DESHALB um Rat fragen, wie unterbelichtete Dummis anzusprechen. Ein Unterschied zwischen einem PRODUKT und einer Marke oder einem Handelsnahmen ist mir entgegen Ihrer Vermutung grundsätzlich bekannt, wenn auch in manchen Produktpalletten auf Anhieb schwer durchzublicken.
Dass ich keine Ahnung von Verputzen und Baupraxis habe, hatte ich doch eingangs erwähnt, auch dass ich es nicht selbst machen werde. Darüber brauchen Sie sich nicht wirklich auzufregen, das schadet bloß Ihrem Blutdruck ;) Da mir nach einigen hier im Forum wie auch auf Ihrer wirklich inhaltvollen Homepage gelesenen Informationen zum Thema die vom Freund (der verputzen kann und soll) vorgeschlagenen Putze ziemlich überdimmensioniert und nicht wirklich geeignet schienen, habe ich lieber bei Fachleuten nachgefragt. Nur weil jemand verputzen kann, muss ich ihm nicht alles bedingungslos glauben. Es ist ja schließlich mein Keller. Und bisher wurde doch meine Vermutung bestätigt, gut also dass ich vorher und nicht nachher gefragt habe, oder?
In der Tat hatte ich keinen Schimmer, das Zement-und Kalk-ZementPutz nicht das selbe sind. Die Chemiestunden liegen doch schon einige Jahrzehnte zurück. In einem Merkblatt für ein per Suchbegriff blind rausgesuchten Putz- und Mauermörtels PII, CS II stand dass der zementär ist. Dass es auch andere Mischputze in dieser Kategorie mit Kalk UND Zement gibt, war mir nicht klar. Auch nicht dass sie diffusionsoffen sind. Jetzt weiss ich es-danke Ihnen auch dafür.
Das Merkblatt für SM700 PRO hatte ich auch selbst gefunden und überflogen- bei mir stand da übrigens auch, dass es ein Renoviermörtel ist...

zum Thema Grundwasser: im Nachbarhaus in der selben Flucht gab es schon paar mal Grundwasser im Keller:
Auch die anderen direkten Nachbaren, die vor 4 Jahren ein Neubau errichteten, hatten wg Grundwasser(dessen Stand sie wohl über das Bauamt nachgefragt hatten) auf den Keller verzichtet und sogar den Boden um ein Meter aufgeschüttet und erst darauf die Bodenplatte gegossen. Das Grundwasser soll dort ca 1 m unter der (gewachsenen, nicht der aufgeschütteten)Oberfläche. Unser Haus liegt im tiefsten Punkt im Ort. Wir haben den vergammelten Keller nicht wirklich regelmässig aufgesucht, so dass ich nicht 101 % sagen kann ob wirklich kein Wasser drin war, oder ich es bloß nicht gemerkt habe, weil ich den Keller höchstens 1 bis 2 mal im Jahr aufgesucht habe. Und ob die 80 Jahre vorher, bis zu unserem Einzug auch kein Wasser drin war, weiss ich ebenso wenig -auf unserem Grundstück soll zur Zeiten des Krieges einen Tümpel gegeben haben, aus dem die Dorfleute das Wasser mangels besserer Möglichkeit geholt haben. Alles in allem spricht einiges für nicht gerade niedrigen Grundwasserspiegel-somit auch hier kein Grund sich darüber aufzuregen. Bei Fehlausführung bleibt der Schaden bei mir, nicht bei den Ratschlaggebern. Daher lieber ein Gedanke zuviel als ein zu wenig, oder?.



keller sanieren



Nun wieder zur Sache:
1 und 2 ist nun klar .
Zu 3. Dass alter, mit Salz belasteter oder morscher Putz und Farbe runter muß war klar, dachte bloß die ev. Rückstände in der Wand dennoch mit dem neuen Putz reagieren könnten. Wohl falsch gedacht.
Wie macht man das denn am besten? Reicht mechanisch mit Spachtel und Drahtbürste? Oder lieber mit Hochdruckreiniger?
Zu 4und 6. Pinselputz : wie dünnflüssig genau wird der Pinselputz gemischt? Oder steht das ggf auf der Verpackung? Augetragen wird wohl wie der Name sagt mit einem (breiten?) Pinsel, nehme ich an.
Braucht man da wie bei meisten Putzarten auch keine Grundierung ?
Und- ist Pinselputz geeignet für Fugenergänzung bei den Fensterloch-Schrägen, wo die Steine etwas locker sind? Da wird doch ehe andere (Mörtel)Konsistenz gefragt, oder? Meine Bemerkung, dass der Pinselputz runterfließt, bezog sich ausschließlich-auf diese schadhafte Stelle.
Zu 5. Das Kellerfenster:
Ja, Lichtschacht fehlt. Ist das schlimm? Wofür brauch man den?
Und was meinten Sie mit „Kellerfenster sollte inklusive Fensterbrett erneuert werden“? Da ist doch nur ein Kellerloch-siehe Bild von außen( 3 Stück davon genau genommen) ohne Fenster und ohne Fensterbrett. Fenster müssen wohl rein, damit kein Niederschlagswasser rein kann und damit man auch gezielt bei kalter Witterung Lüften kann. Wo ich solche speziellen Maße an Fenster bekomm hab ich noch keine Ahnung-im Baumarkt jedenfalls nicht. Und die Steine müssen dort vermörtelt weden, damit siewieder fest sind
6) Gewölbe mauern will ich natürlich nicht. Aber die Decke bedarf stellenweise auch Ausbesserungen im Bereich der Bögen der preußischen Kappe. Ist der PII, CS II auch dafür geeignet ? Oder gelten die Bögen doch als Gewölbe?
7) Kellertreppe- und Schadhafter Putz: Der schaden stammt noch aus der Zeit der Vorgänger. Wir haben vor 15 Jahren den Außenputz erneuert und der ist augenscheinlich nicht schadhaft (siehe Foto)



keller sanieren



das ist der Außenputz an der Stelle ,wo der Treppenbereich Wasserschäden hat



Keller sanieren



und das ist das Kellerloch ohne Lichtschacht von außen



Pinselputz



Was aus einer Frage so alles werden kann.
Eigentlich sind wir jetzt in einem Beratungsrahmen der dieses Forum sprengt. Das ist auch der Grund weshalb ich ab und an gallig werde, vor allem dann wenn auch noch wichtige Informationen nicht geliefert werden deren Fehlen zu falschen Schlußfolgerungen führt.
Man kann eben nicht mit einem Minimum an auch noch selektierten Informationen fachlich fundierte Beratungsleistungen erstellen.

Da ich mich so weit rausgelehnt habe mache ich eben weiter. Wenn bei einem Kalkzementputz steht das er "zementär" ist (der Begriff erinnert mich schwer an Konrad Fischer) dann ist das Polemik.
Ein Kalkzementputz hat als Bindemittel eben Kalk UND Zement und nicht nur Zement.
Das sollte man auch ohne Chemiekenntnisse verstehen.
Ich habe für den Kellerputz die Auswahl nicht willkürlich oder aus politischen Gründen getroffen sondern aus fachlichen. Bei reinem (Luft)Kalkputz; den gibt es nur wenn man ihn selber mischt, kann es bei feuchtem Untergrund zu Problemen bei der Carbonatisierung kommen. Kalkzementputz ist da einfacher. Die Verteufelung kommt von einzelnen Künstlern die früher nach der Methode "viel hilft viel" mit viel zu hartem Zementputz auf zu weichem Untergrund geputzt haben und damit die alte Putzregel-weich auf hart- mißachtet haben. Deshalb sind Putzmischungen nicht nur nach dem Bindemitte sondern- was viel wichtiger ist- nach der Festigkeit klassifiziert. CS 2 bedeutet eine mittlere Festigkeit die schon im frostsicheren Bereich liegt, vergleichbar mit dem NM 2,5 bei Mauermörtel (entspricht 2,5 MN/m²). Zementmörtel kann Festigkeiten über 15 MN/m² erreichen. Damit putzt aber niemand Keller.
Es nimmt auch niemand einen Klebe- und Armierungsmörtel zum Kellerputzen, höchstens wenn noch ein Sack rumsteht. Man kann in einem Mercedes SLK auch ein paar Säcke Kartoffeln transportieren, ist möglich aber unklug.
Zur Vorbereitung: Alles was lose ist, Staub, alle verölten oder mit Farbe verschmutzten Stellen und Gipsreste falls vorhanden werden MECHANISCH entfernt. Wie und mit was - Maurerhammmer, Scharriereisen, Drahtbürste, Straßenbesen, Wurzelbürste, Rabotierbrett, Spachtel- was gerade dafür geeignet ist und wie es am besten geht.

Was ist Pinselputz? Eine Art zu putzen. Wie der aussieht ist auf dem Foto in meinem letzten Beitrag zu sehen. Wie wird er gemacht?
Größere Löcher werden einen Tag vorher in der Wand und der Decke ausgezwickt. Man mischt ein wenig steifen Mörtel an, nimmt sich passende Ziegelstücke oder Splitter, drückt Mörtel in die Löcher und treibt dann die Steinstücke mit dem Maurerhammer ein. Überstehender Mörtel wird mit der Kelle abgestrichen.
Am nächsten Tag wird der Putzmörtel sämig und nicht zu dick eingestellt. Man beginnt zuerst die Decke bzw. die Gewölbekappen (falls erforderlich) und dann die Wand in ca. 1 m-Streifen (Reichweite Arm) von unten nach oben anzuwerfen. Wenn die Höhe zu groß ist, zuerst oben vom Gerüst aus. Mit der Kelle die Fugenbereiche anwerfen, Überstände mit dem Kellenrücken nach oben ziehen und andrücken. Wenn nach ca. einer Stunde der Mörtel beginnt anzuziehen (die Gelbildung des Zementes und damit die Hydratation setzt ein) mit einem Eimer Wasser und einem Annetzer (oder einer breiten Malerbürste) den Putz verschlichten, also abpinseln. Der Putz sollte nicht mehr weich aber noch nicht zu fest sein. Dabei werden überstehende Nasen verrieben, kleine Löcher aufgefüllt usw.. Es entsteht eine durchgehende wenn auch unregelmäßige Putzoberfläche, man kann die Steine noch zum Teil in ihrer Form erkennen. Das Abpinseln heißt nicht mit Wasser herumsauen, die Bürste wird nur ab und an etwas im Eimer getunkt wenn zuviel Putz in der Bürste hängt. Zeitpunkt und Pinseltechnik sind Sache der Erfahrung. Auf den Steinoberflächen sollte etwa 5 mm Putz stehen, die Fugen sollten aufgefüllt sein.
Wofür einen Lichtschacht? Damit kein Regenwasser reinläuft und kein tauender Schnee die Wand schädigt. Das ein waagerechter Schutz der Mauer da sein muß sonst läuft Wasser auf der waagerechten Brüstung in die Mauer müsste eigentlich klar sein. Sie haben doch außen an den Fenster auch Fensterbänke, oder? Was denken Sie wozu die gut sind? Sie schützen die Wand vor eindringendem Wasser. Am Kellerfenster reicht zur Not auch ein Zementschlag (angeschrägter, glatt gezogener Putz) als Fensterbank.
Schauen Sie sich beim nächsten Spaziergang mal Kellerfenster an. Die haben alle Lichtschächte davor.
Zum Sockelbereich:
Sieht doll aus ist aber ob er auch das tut was er soll- nämlich Wasser von der Wand im Spritzwasserbereich fernhalten- halte ich für fraglich, jedenfallls an der Stelle im Treppenhaus. Die schönen Platten reichen nur bis zur Oberfläche. Ein Sockel geht auch bis etwa 0,30 m unter die Oberfläche, auch hier dringt noch flüssiges Wasser an die Wand. Wenn also unter den Platten ein funktionierendes mehrlagiges Sockelputzsystem steckt ist das in Ordnung. Ich bezweifle das, jedenfalls im Bereich des Treppenhauses und vermute das hier Wasser in und durch die Wand dringt.
Noch was zu der Verkleidung: Ohne funktionierenden wasserdichten Putz darunter kann es Probleme geben- man nennt das Flaschenhalseffekt: Über die nie wasserdichten Fugen und über Haarrisse dringt bei Regen Spritzwasser kapillar hinter die Platten. Da kann es nur nach innen wieder raus, nach draußen geht es nur in kleinen Mengen, nämlich durch die selben Fugen wie es hineingekommen ist in Form von Wasserdampf. Eine Flasche füllt sich innerhalb von Sekunden wenn Sie die unter Wasser halten. Stellen Sie die in die Sonne und warten Sie wie lang es dauert bis das Wasser wieder (gasförmig) draußen ist.
Zum Grundwasser:
Sie wissen also nicht ob Grundwasser im Keller war, wie tief der Grundwasserspiegel liegt oder ob das Wasser in den Kellern Ihrer Nachbarn überhaupt Grundwasser war. Mit solchen Informationen kann ich Ihnen nichts zum Thema raten.
Doch, eines:
Legen Sie ein Schöpfloch an wenn Sie den Estrichbeton einbauen. Das ist ein gemauertes Loch ca. 30 x 30 x 50 cm ohne Boden. Wenn es vollaufen sollte können Sie eine Tauchpumpe aus dem Baumarkt hineinstellen und erst mal abpumpen. Wenn es schon beim Ausheben volläuft und der Wasserstand sich ein paar Wochen nicht ändert- lassen Sie es drin. Klappe drauf und gut.
Sie können auch beim zuständigen Umwelt- oder Bauamt anrufen (oder Ihrem Neubaunachbar fragen) und nach dem höchsten anzunehmenden Grundwasserstand (HGW) für Ihr Grundstück fragen. Die/der nennen Ihnen eine Zahl, dahinter steht NHN und m. Dann schauen Sie auf den Vermessungsplan Ihres Grundstückes da stehen auch Zahlen drauf- das sind die Höhenpunkte. Eins vom anderen subtrahiert ergibt für den Höhenpunkt die Tiefe des Grundwasserstandes.Dann brauchen Sie nicht mehr herumzuraten.

So das war jetzt sowas wie die Sendung mit der Maus für angehende Hausrenovierer.



Pinselputz / Beratung



Herzliches Danke Schön auch für diese sachlichen Erläuterungen, Herr Böttcher.
Niemand verschweigt oder selektiert Informationen in seiner Frage absichtlich, aber man will auch als Frage keine Romane schreiben-Überlange Beiträge schwächen die Bereitschaft der Leser sie vollständig durchzulesen und zu beantworten.Wenn sich ein vernünftiges Gespräch ergibt, hat man meist ohnehin noch Gelegenheit wichtige Details zu ergänzen.
Das mit dem Umfang der Beratung liegt immer in der Hand der antwortenden Gesprächspartner. Niemand wird gezwungen und alles basiert auf freiwilliger Hilfsbereitschaft.So verstehe ich auch den Sinn eines Fachforums. Bei vielen der Beiträge, die ich gelesen habe, war der Umfang durchaus noch detailierter(und besonnener) als bei meiner-zugegeben laienhaften-Anfrage... Aber auch mein Keller wird mal fertig und dank diesem Forum insbesondere den handreichenden Erläuterungen von Andreas Teich und nicht zuletzt Ihren Hinweisen werde ich hoffentlich kein Wasser ins Erdgeschoss hin "sanieren" (lassen).
Hab nun in einem anderem Beitrag Ihre Erklärung zum Pinselputztechnik und Kalkfarbe gefunden: http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/keller-fugen-173055.html
Danke, auch wenn diese Beratung nicht an mich direkt gerichet war,nehme ich sie gerne an mich :).
Und ein besonderes Dankeschön für den Nachschlag und die Sendung mit der Maus. Am nächsten Dienstag geht es los.
freundliche Grüße aus Koblenz, Jolanta



Kellersanierung



Bei den Aufbauvorschlägen von Herrn Teich zum Fußboden sollten Sie Zurückhaltung üben.
Sie bewegen sich zwischen nicht praktikabel bzw. unnötig aufwändig und teuer.



Nur eine Meinung ist korrekt ???



Einige hier wollen am liebsten nur eine (die eigene?) Meinung und Möglichkeit gelten lassen-
zum Glück sind's nur wenige.

Zu fast allen Fragen gibts auch von Fachleuten,Forschungsinstituten, Professoren etc sehr
unterschiedliche Lösungsvorschläge und Empfehlungen.

Selbst bei Symposien mit sehr qualifizierten Vortragenden kann es passieren, daß völlig gegensätzliche Standpunkte vertreten werden.

Im Bauwesen -wie auch sonst im Leben-
existieren viele Möglichkeiten,aus denen sich jeder das für sie/ihn passende heraussuchen kann,
sodaß Bauen auch weiterhin interessant und mit gewissen Unsicherheiten behaftet bleibt- auch durch unterschiedliche Fragenbeantwortung im Rahmen von Bauforen.

Leider sind auch gern zitierte DIN-Normen von Interessengruppen beeinflußt und hinken der Realität hinterher.
Bis aktuelle Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis in diese einfließen dauert es oft Jahre.

Es wäre hilfreich für andere wenn Jolanta nach erfolgter Sanierung die Vorgehensweise und Erfahrungen mitteilen könnte.

Andreas Teich



Normen



Verwechseln Sie bitte nicht Ihre Sicht von Realität mit Lösungen die sich in der Praxis bewährt haben und von der überwiegenden Mehrheit der Praktiker und der Wissenschaft als richtig anerkannt werden, Herr Teich.



HGW -Telefonat mit Umweltamt/Wasserbehörde



Das heutige Telefonat mit Umweltamt/Wasserbehörde hat zwar keine NN Zahlen zu HGW erbracht, aufschlussreich war es aber in jedem Fall. Bei Nachbar liegt das Grundwasser 1m unter der Erdoberfläche, bei uns 10 cm tiefer-ergo 1,10. Der Boden in der Umgebung hat lt geologische Karte sehr ungleichmäßig verteilte Bimseinschlüsse vulkanischen Ursprungs.Den Nachbarn hats mit den Bimseinlagerungen voll erwischt, daher auch sein wiederholtes Grundwasser im Keller, zumal nach meiner ganz groben pi mal Daumen Skizze (bloß mit Zollstock ohne Niveliergerät und Theodolit) hat er doch wohl den Kellerboden ca 5cm unterhalb des Grundwasserspiegels reingebaut. Nachdem sie den Boden gefliest hatten, sollen die Wände richtig nass geworden sein. Kann mir zwar nicht erklären was die Fliesen damit zu tun haben sollen, aber so wird es eben erzählt. Egal.

Unser Keller ist zum einen 35 cm niedriger und dann liegt das Grundwasser bei uns etwas tiefer so dass -wenn ich richtig mit dem Zollstock abgeschätzt habe, liegt es bei uns zwischen 40 und 50 cm unterhalb des Kellerbodens. Das ist aber nicht alles: Bei uns sind auch Bimseinschüsse, aber unser Haus wurde lt der Geologische karte in einem schmalen Schluffgraben gebaut und möglicherweise deshalb haben wir bislang nix von dem Grundwasser mitbekommen. Unter den Kohle-versschmutzen Kellerboden habe ich lehmigen Untergrund erwischt-(hab nur leicht mit Feldspaten an der Wand nach den Fundamentbänken gesucht) das wird wohl der gute Schluff gewesen sein. Oder aber die Erbauer haben ganz gezielt das Aushubloch mit Lehm zum Schutz vor Wasser ausgekleidet. Jedenfalls will ich diesen guten und dichten Boden nicht zerstören, wo er uns bislang so gut geschützt hat- Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste. Deshalb entscheiden wir uns höchswahrscheinlich für die ganz einfache Lösung mit möglichst wenig Aushub,4cm Sandbett + 4cm Gehwegplatten ohne Diffusionsabdichtung.

Bei soviel engagierter Beratung werde ich selbstverständlich gerne über die Fortschritte, Niederlagen und das Endergebnis berichten.
Viele Grüße nach Bonn und Aschersleben
Jolanta

PS. Muss die von losen Teilen Altputz gereinige Kellerwand vor dem Veputzen (wg leichterer Handhabung Kalkzement-Putz PII CS II.) grundiert werden?