Kellerfenster auf oder zu?




Hallo,
unter unserer Küche befindet sich ein ungenutzter Minikeller, bestehend aus einem Raum und zugänglich über eine Falltür. Der Keller hat zwei DINA 4 große Fenster, ist gemauert, seine Decke wird von drei Balken durchzogen, die den Küchenboden tragen.
Frage: Ist es besser, den Keller dauerzulüften, damit die Balken nicht weggammeln, oder wärs besser, die Fenster ganz zu zu lassen. Vor allem im Winter würde ich die Fenster eigentlich lieber schliessen, fürchte aber dass da dann was weggammelt.

Grüße



Richtig lüften und Keller trocknen



Hallo Alexino,
bauphysikalisch ist es genau anders herum für einen Keller (unbeheizt). Im Winter, wenn knackig Frost ist soll man den Keller Lüften und im Sommer möglichst garnicht. (Geringfügiger Austausch darf freilich sein.) Nur so bringt man über die Jahre den Keller trocken und die Feuchte aus den Wänden heraus.
Der Laie denkt, das ist genau anders herum.

Das ganze "Phänomen" hängt mit der relativen Luftfeuchtigkeit zusammen. Raumluft kann, wenn sie warm ist, recht viel Feuchtigkeit aufnehmen, kalte Luft dagegen sehr wenig. Das funktioniert aber nur in recht abgeschlossenem System. Wenn dafür gesorgt wird, das im Winter viel kalte Luft in den Keller kommt und dieser im Sommer verschlossen bleibt, dann erwärmt sich die Luft langsam, sie möchte aber die relative Luftfeuchte beibehalten. Durch Erwärmung sinkt aber die rel. Luftfeuchte. Erst dadurch wird die Feuchtigkeit aus Wänden, Boden und Decke an die Innenluft abgegeben, d.h. der Keller wird dann trockener.
Das ist sicher der Effekt, den Du haben willst, damit die Balken trocken bleiben. Wenn es an der Falltür ziehen sollte hilft vielleicht ein kl. Teppich.

Das Ganze ist hier im Forum schon mehrfach beschrieben worden. ich bin jetzt zu faul, um zu suchen.

Ich hatte mal eine Kirchengemeinde beraten, weil die ihre Dorfkirche falsch lüfteten. Nach dem langen Winter hatten sie bei der ersten Frühlingssonne und draußen +12 grad die Tür und die Fenster zum Lüften ganz geöffnet. In den dicken Mauern steckte noch der Frost. Das Ergebnis war: Die Feuchte aus der Luft kondensierte direkt an der kalten Innenwand und lief in Bächen nach unten. Ob die Leute sich wirklich beraten ließen und nicht jährlich den gleichen Fehler wieder machen, weiß ich nicht........



Kalter Keller



Hallo Dietmar,
danke für die tolle und ausführliche Antwort. Unser Problem bleibt dann eigentlich nur der kalte Küchenboden. Vom Keller aus Isolieren ist nicht gut möglich, da es sich um eine Kappendecke handelt. Ob man in so einem Keller mit Dämmputz die Decke bearbeiten kann weiß ich leider nicht.
Und Teppich aufm Küchenboden ist ja auch nicht so das Wahre.

Grüße
Axelino



Kellerdecke dämmen



Kappendecke?
Ich dachte da sind 3 Holzbalken.
Man kann beides von unten dämmen, sowohl Holzbalken als auch massive Kappen.
Ganz wichtig ist die Falltür zum Keller zu dämmen und luftdicht mit Dichtungen nachzurüsten.



kappendecke?



Naja, vielleicht heisst das auch nicht Kappendecke, jedenfalls sind zwischen den Balken Wölbungen. Mir fällt zum dämmen von unten nur Dämmputz ein.
Die Falltür ist schon mit Dichtungen abgedichtet und zwei Bierkisten halten sie dicht ;)



Kellerdecke dämmen



Holzbalken mit gewölbten Kappen dazwischen ist selten und ungewöhnlich.
Können Sie davon mal ein oder zwei Fotos einstellen?
Wissen Sie in etwa wann das Haus gebaut wurde?



Bild


Bild

Hier mal ein Bild von der Kellerdecke. Kann man die mit Dämmputz von unten dämmen?
Das Haus wurde 1939 gebaut.
Grüße



Bild


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Hier mal ein Bild von der Kellerdecke. Kann man die mit Dämmputz von unten dämmen?
Das Haus wurde 1939 gebaut.
Grüße



dürfte machbar sein.



Ich bin zwar nicht "vom Bau". Aber ich würde sagen: JA.



Kellerdecke dämmen



Eine sehr seltsame Form. Leider kann ich die Träger nicht richtig erkennen, ich vermute hier Stahlträger mit Holzbekleidung. Die Kappen zwischen den Balken sind entweder nicht tragend oder bilden nur eine verlorene Schalung für eine aufbetonierte Stahlbetondecke.
Spätestens beim Aufbau des neuen Küchenfußbodens wird die Frage nach dem Deckenaufbau zu klären sein.
Zur Dämmung:
Dämmputz geht, ist aber in dem kleinen Kellerraum schlecht zu bewerkstelligen.
Besser sind Trockenbausysteme. Möglich wäre das vollflächige Ankleben von Topdec- Deckendämmplatten. Die Kaschierung wird auf einer Seite parallel eingeschnitten, so lassen sich die Platten in die Wölbung biegen.



Holzbalken



Doch, es sind tatsächlich Holzbalken. Die tragen auch den Küchenboden, bestehend aus Holzbrettern. Stahl oder Beton gibts da nicht.



Kellerdecke dämmen



Ich habe meine Fachbücher zu Rate gezogen und kann einfach keinen passenden Typ für diese Art Kellerdecke finden. Am nächsten kommt ihr die Bilguer- Decke, eine in Schwerin entwickelte und eingesetzte Decke mit Tonhurdis, Sandfüllung und Dielung. Die Hourdis lagen auf angenagelten Winkeleisen die von Flacheisen gestützt wurden. Die Spannweite Ihrer Decke ist dafür viel zu groß, die Steine bilden ein flaches Kappengewölbe. Dann gab es noch Holzbalkendecken mit scheitrechten Kappen aus Schwemmsteinen, auch das trifft hier nicht zu.
Ich rate Ihnen nochmal die Konstruktion der Decke genau zu ergründen, wenn es eine Eigenkreation einer Ihrer früheren Vorgänger ist ist die Tragfähigkeit fraglich. In diesem Fall kann die Erneuerung der Decke der leichtere Weg sein.



konstruktion



Ich nehme an, dass die Deckenkonstruktion der Konstruktion im Stallgebäude nachgebaut wurde. Oder der Keller ist noch Restbestand eines älteren Hauses. Der Stall wurde ca. 1900 gebaut und hat als Decke auch auch diese Ziegelsteingewölbe zwischen Eichenbalken, mit grösserer Spannweite als bei der Kellerdecke. Wenn das Konstrukt über 100 Jahre gehalten hat sehe ich da keine Gefahr, dass irgendwas zusammenbricht. Hoffe ich mal :)