Diffussionsoffener Fußboden

01.05.2008 Momole



Wir haben eine denkmalgeschütze Mühle (Fachwerk, erste Erwähnuung 1760) erstanden. Das Haus liegt in einem Seitental des Bergischen Landes (Kürten) in dem es recht feucht ist. Es ist teilunterkellert, wobei dieser Keller tatsächlich ständig nass ist, so dass die Vorbesitzer einen Bilgensumpf angelegt haben und das eindringende Wasser abpumpen. Leider leidet aufgrund der ständigen Feuchte der über dem Keller liegende Fußboden (aktuell Spanplatte!). Wir möchten diesen Boden durch einen diffusionsoffenen Boden ersetzten - Hat jemand einen prinzipiellen Vorschlag wie man das am sinnvollsten anfängt.



Fußbodenaufbau



Warum einen diffusionsoffenen Fußboden und welche Deckenkonstruktion (Holzbalken, Beton... ist vorhanden?

Viele Grüße



Diffussionsoffener Fußboden??



Hallo Herr Braun,
Besteht Ihre Kellerdecke nur aus Deckenbalken und einer Spanplatte? Der "normale" Deckenaufbau von 1760 wäre:
Stakung, Strohlehm, Dielung; oder Lehmwickel, Dielen.
Wollen Sie wirklich Ihren feuchten Keller durch die Decke trockenlüften??
Besser wäre es Kellerfenster einzubauen.(Wenn noch keine da sind.)
Lüften sollte man aber nur dann , wenn es draußen kälter ist als im Keller. Im Winter geht das fast immer, im Sommer nur nachts.
Ab 2013 müssen Kellerdecken und oberste Geschossdecken nach EnEv auch in Altbauten gedämmt werden.
viele Grüße



Lehm...



...ist in Verbindung mit einem dauerfeuchten Keller sicher nicht die beste Besetzung.

So denn eine Balkenlage vorhanden ist, würde ich einen Einschub aus Lärchen- oder Douglasienkernholz bringen, diffusionsoffener Rieselschutz, Liapor- oder Liaverschüttung, und darauf eine Dielung, geölt.

Grüße

Thomas



Kellerdecke



Die Geschichten von diffusionsoffenen Kellerdecken halte ich für Blödsinn.
Wenn Sie Ihre Kellerdecke erneuern wollen, dann doch bitte richtig;
- mit einer tragenden Platte, nichtbrennbar (!!)sollten Balken da sein, würde ich Ihnen einen Brandschutz verpassen.
- mit einer ausreichenden Wärmedämmung (8-10 cm in WLG 040), auch für warme Füße im EG.

Die Ausführungen vom Kollegen Göbel zur Kellerlüftung will ich noch einmal unterstreichen.

Grüße vom Niederrhein



Und wer nicht gerne "rummatscht"...



dem sei folgender Aufbau empfohlen (diffusionsdicht):


Schüttung aus 2/5 er Kies

2 Lagen foamglas mit versetzten Fugen

2 Lagen OSB mit versetzten Fugen

beliebiger Bodenbelag, z.B. Nagelpakett, Dielen, Teppich

Diffusionsoffenheit ist nur angebracht, wenn über einen bestehenden Altboden, der nicht erneuert werden kann, zusätzliche Schichten aufgebracht werden, damit das (oftmals nie vorhandene) Gleichgewicht von Feuchtigkeitsaufnahme und Abgabe erhalten werden kann... Bei EG-Böden über feuchten Kellern historische Konstruktionen verwenden zu wollen ist wenig Ratsam. Es fehlten auch früher den Ausführenden oftmals Kenntnisse und geeignete Materialien, und EG-Böden sind hiervon besonders betroffen...

Gruß Frank



Naja,



bevor wir hier länger in's Blaue hinein planen und Keller mit ständigen Wasseranfall trockenlüften wollen (da fehlt mir der Optimismus), da sollte doch erst mal der Fragesteller ein paar Worte zur vorhandenen Situation sprechen.

Was sollen nichtbrennbare Balken genau sein, und wozu in einem Fachwerkhaus eine nichtbrennbare Kellerdecke? Dann trage man das Ganze doch gleich komplett ab und baue ein 08/15 Niedrigenergiehaus aus LKW-weise Dämmplatten, Folien und ein paar Ständerlein zwischendrin. Balken mit einem Brandschutz und Schutzlack, hier von Remmers, sehen nach ein paar Jahren in dauerfeuchter Umgebung ganz klasse aus, hier in der Zinnwäsche Altenberg. Super Tip,Dietmar! Sofortabriss kommt billiger.

Schüttung, Foamglas, OSB? Und worauf legen wir das jetzt? Nach der Kellerdecke war gefragt.

Grüße

Thomas



Bin von einem Boden...



... auf einem Gewölbe ausgegangen. Aber stimmt natürlich, wieso eigendlich...

Gruß Frank



Ich bin auch



der Meinung, erst mal etwas mehr an Informationen, mal sehen, welche Empfehlungen dann möglich sind.



Diffussionsoffener Fußboden



Sehr geehrte Forumsdiskutatanten.

zunächst vielen Dank für die rege Anteilnahme!

Ich möchte zunächst die wichtigste Frage beantworten - wir brauchen mehr Informationen. In der letzten Woche habe ich alle Wand- und Bodenbeläge abgerissen und folgendes vorgefunden:

1. Alle Balken aussen sind intakt!
2. Ein Grundbalken (tragen) in einer Zwischenwand muss augetauscht werden
3. Die Ursache der Feuchtigkeit ist ein Riss in der Gewölbekellerdecke, der von einem Absacken des Hauses vor ca. 80 - 90 Jahren herrührt.

Die Feuctigkeit ist aufgestiegen und entlang der Stirnseite des Hauses gezogen. Hier und im Bereich des Risses sind die Originalbalken angegriffen - ansonsten sind sie trocken.

Aktueller Plan:
1. Überprüfung der Statik
2. Verschluss des Risses
3. Verkleidung der Wände mit Lehm (Putz/Platten/Steine)
4. Neue Balkenunterkonstruktion
5. Bodenbelag mit Eichendielen



Wenn der Statiker sowieso...



...vorbeikommt, könnte er ja auch darüber nachdenken, die Gewölbezwickel mit Leichbeton, Liapor-Estrich o.ä. aufzufüllen. Es dämmt, gibt etwas mehr Halt, und auf einer ebenen Fläche lässt sich leichter ein Boden aufbauen.

Die neuen Balken wären ja auf der kalten Seite der Dämmung, wenn der Stall unbeheizt bleibt.

Grüße

Thomas



Die Lösung



Nun nach einigem Überlegen habe ich folgendes gemacht.
1. Verschluß des Riß mit Beton, wobei eine Armierung die Zugfestigkeit zu den Grundmauern hergestellt hat.
Ergebnis: Der Raum wurde nahezu schlagartig trocken!
2. Aufbau einer neuen Bodenunterkonstruktion aus Holzbalken.
3. Ausfüllen der Zwischenträume mit Glasschaumschotter (kapillarbrechend, diffusionsoffen und druckaufnehmend).
4. Einbringen der Eichendielen.

Vielen Dank für die vielen Ratschläge

Mit freundlichen Grüßen

M. Braun



Fußboden



Danke für die Rückmeldung !
Es gibt hier leider viel zu wenig.

Grüße vom Niederrhein und schöne Weihnachten im trockenen Haus



Trockenlüften des Kellers



Liebe Mitglieder der Fachwerk-Community,
wie ich ja schon berichtet habe ist der grosse Raum im Erdgeschoss nun berits im dritten Jahr vollkommen trocken! Wir haben uns in den letzten 12 Monaten um den darunter liegenden Keller gekümmert. Hier war das Problem, dass der gestampfte Lehmboden (Gründungsebene = Grundwasserspiegel) immer nass war. Die Vorbesitzer hatten einen provisorischen Bilgensumpf angelegt und das Wasser hieraus mittels einer Tauchpumpe abgepumpt. Ingesamt war es sehr nass dunkel und fecht.
Die erste Maßnahme bestand im Abgraben des Lehmbodens,Vergrösserung und Vertiefung des Bilgensumpfes, Einbringen von Draingen und einer kapillarbrechenden Schicht. Den Abschluss bildete ein Natursteinboden (Grauwacke) in einem Mörtelbett (siehe Bilder). Anschliessend wurde ein Sanierputz aufgetragen und für die regelmässige Entleerung des Bilgensumpf eine entsprechende Pumpe mit Druckleitung installiert.
Während die Aussenwand im vorherigen Winter aufgrund der Feuchtigkeit noch sehr deutlich arbeitete - war dies bereits nach Ferigstellung des Bodens nicht mehr zu erkennen.
Natürlich gab es auch Rückschläge - den guten Ratschlägen (auch aus dem Forum) folgend haben wir im Sommer tagsüber die Kellerfenster geschlossen und nachts geöffnet - Ergebnis: komplett nasser muffiger Keller und Schimmel! LÖSUNG: Beide Kellerfenster stehen nun 24h lang offen (ausser bei sehr tiefen Temperaturen). Das Resultat: Tolles Klima und seit dieser Zeit ist die Einlagerung von Lebensmittlen (Katoffeln, Möhren, Äpfel etc.. ) wieder seit langer langer Zeit möglich.

M.Braun